21.07. 2017

 

Sola,

unser Sonnenschein war schwer erkrankt

 

 

Vor 5 Tagen haben Neele, Thyra und Sola ihre zweite Applikation mit BRAVECTO (500mg Fluranaler) erhalten. Es ist ein Mittel gegen Zecken und Flöhe und wird alle 3 Monate saisonal gegeben.

Die erste Applikation bekamen unsere drei Hundemädels Mitte April und waren jetzt einfach wieder an an der Reihe.

 

In den Jahren zuvor schützeten wir Neele und Thyra als auch Anouk und Ylva mit ADVANTIX , ein Spott, den man meist auf die Haut im Nacken aufträgt und einen Schutz für 4 Wochen gewährleistet. Wir waren bislang zufrieden doch das neue Mittel sollte effektiver sein und war nur alle 3 Monate zu wiederholen. Auf Empfehlung des Tierarztes entschieden wir uns dafür.

 

Im April war alles gut doch nicht dieses Mal.

 

Ca 2-3 Stunden nach der Tabletteneinnahme wirkte Sola fast lethargisch. Sie war deutlich reduziert in ihrer Aktivität und ging mit rundem Rücken, eingezogenen Bauch und hängendem Schwanz durch die Gegend. Sie hatte sichtbar Schmerzen. Beim Spaziergang blieb sie immer „bei Fuß“ und hatte keine Lust wie sonst durch die Gegend zu springen.

 

Sie verschlechterte sich deutlich in ihrem Allgemeinzustand. Ab und zu hüsteln mit schneller Atmung kamen hinzu. Sie zeigte jedoch kein Erbrechen und keinen Durchfall.

 

Nun gut, wir nahmen eine leichte Reaktion auf das Mittel an, was sich sicher wieder geben wird.

 

In der Nacht kam es zur Verschlechterung. Sola wollte kaum aufstehen, atmete tief und die Hustenanfälle verstärkten sich. Auf der Schlafdecke fanden sich ein paar Tropfen frisches Blut was ihr aus dem Mund gelaufen war, allerdings ohne dass im Mund selbst eine Irritation zu sehen war.

Wir schliefen alle schlecht.

 

Sola verschlechterte sich zum Morgen weiter.

Jetzt recherchierten wir im Internet und was wir da lasen, war alles andere als hoffnungsvoll. Unsere Sola hatte mit Sypmtomen reagiert, wie man sie bei einer Vergiftung findet.

 

Solas Zustand verschlechterte sich weiter. Die Hustenanfälle wurden regelmäßig und die Atmung war hochfrequent. Nun glaubten wir nicht mehr an eine kurzzeitige Nebenreaktion und fuhren in die Tierklinik nach Kristiansand.

 

Die Röntgenuntersuchung zeigte ein Lungenödem. Das Herz war von normaler Größe und außer einer Anämie waren alle anderen Blutwerte im Normbereich.

 

Sola bekam hochdosiert Lasix/Furix. Bereits nach einer ¾ Stunde wurde die Atmung leichter. Mit entsprechender Medikation und einem i.v. Zugang fuhren wir nach Hause. Sola legte sich gleich auf ihre Ruhematte unter der Treppe und wollte von uns nichts wissen.

Seit 2 Tagen hatte sie nicht gefressen und auch nur auf Drängen etwas fettreduziert Milch verdünnt mit Wasser zu sich genommen.

Stündlich bekam sie nun diese Angeboten in der Hoffnung ihr damit etwas Flüssigkeit zu zuführen. Eine Infusion wollte wir so lange wie möglich herauszögern und nur im allernötigsten Fall ihr zumuten.

Eine Wiederholung der Lasixapplikation erfolgte von uns am selbigen Tag spät am Abend. Die gesamte Nacht verbrachten wir damit Sola zu umsorgen.

Selbst Neele und Thyra merkten, dass was nicht stimmt und zogen sich zurück.

 

Am nächsten Morgen, knapp 2 Tage nach der Aufnahme von BRAVECTO schien Sola stabil in ihren Allgemeinzustand. Es war nicht besser, jedoch auch nicht schlechter. Wir hatten nun Hoffnung dass alles vielleicht doch sich zum Positiven ändert. Es gab nochmals Lasix was ihr die Atmung deutlich erleichtert und über den Tag die Hustenanfälle deutlich minderte. Sie erhielt zusätzlich Prednisolon, 10 mg, 5 mg, 2,5 mg absteigend täglich.

 

Seit dem 18.07. bekommt Sola auch hochkonzentriert Vit. K.

Sie hatte anfänglich geblutet und da wir in der letzten Woche einige durchgekaute Mäuse auf unserem Hof gefunden haben, müssen wir auch an den Einfluss von Mäusegift denken. Dieser Tatbestand könnte die Situation zusätzlich verschlimmert haben.

Sola ist ein Mäusejäger und sie „lutscht“ die Mäuse, welche sie fängt, regelrecht aus.

Sollte eine Maus Gift (wir verenden es in der Wintersaison im Schafstall um der Mäuseplage im Winter Herr zu werden) gefressen haben und Sola bekommt sie noch lebend zu fassen, was bei Solas Fähigkeiten als Jäger durchaus denkbar ist, kann eine gewissen Konzentration des Giftes (Kumarin) im Mäusekörper enthalten sein und in der Summe der Mäuse einen Betrag ausmachen, welcher durchaus seine Wirkung bei einem Hund in Form einer Vergiftung zeigen kann.

Oder sie hat eventuell bei einen unserer Spaziergänge hoch zur Hütte, zum See oder einfach durch den Wald Gift aufgenommen, welches Hüttenbesitzer gegen Ratten und Mäuse ausgelegt hatten. 

Natürlich wissen wir es nicht, haben es aber in unserer Behandlung mit einkalkuliert. 

 

Eine Leberfunktionsstörung mit Wirkung auf das Gerinnungssystem ist immer möglich, sowohl bei der Unverträglichkeit mit BRAVECTO als auch bei einer Vergiftung mit Kumarinen.

 

Am heutigen Tag sieht alles viel besser aus und wir haben keine Zweifel mehr, dass das Schlimmste unsere Sola überstanden hat.

 

Unser „Sonnenschein“ frisst wieder etwas und trinkt auch Wasser von allein.

 

Die Spritzen können wir nun absetzten und ihre Medikation bekommt sie mit einer Scheibe Extrawurst oder Käse. Furix/Lasix braucht sie nicht mehr und auch das Prednisolon ist zu Ende.

 

Wenn sie etwas zu schnell erledigen will, hustet sie immer mal wieder aufgrund der Belastung. Es ist aber nicht zu vergleichen mit dem, was vorher war. Auch ärgert sie wieder Neele und Thyra und das sehen wir als Rückkehr zum „Sola-Alltag“.

 

Das Vit K geben wir von anfänglich 50 mg täglich jetzt reduziert mit 30 mg täglich in Tablettenform, Tropfen oder Ampullen. Das soll sie wenigsten noch 3 Wochen einnehmen. Dann gibt es eine neue Blutkontrolle beim Tierarzt, die entscheidet, ob wir Vit K absetzten können.

 

Wir können nur allen Hundebesitzern anraten: 

 

!!! Hände weg von BRAVECTO !!!

 

 

 

Es ist gut, Geld zu haben und die Dinge, die man mit Geld kaufen kann.

Es ist aber auch gut, wenn man sich von Zeit zu Zeit vergewissert,

ob man nicht die Dinge verloren hat, die unbezahlbar sind.

 


George Horace Lorimer 

 

20.07. 2017 Takker hier und takker da

 

Wenn die Herde auf der Weide steht, bekommen die Lämmer zusätzlich Kraftfutter. Dieses wird in einen sogenannten „Foreautomat“ gefüllt und die Lämmer können es daraus aufnehmen.

 

Wir haben 33 Lämmer in der Herde und die „verspeisen“ z. Zt. 100 kg Kraftfutter pro Woche.

Der Automat war mal wieder leer, so dass wir mit dem Rasentraktor und dem dazugehörigen Hänger hoch zur Weide fuhren mit 4 Sack Kraftfutter darin.

 

Am Futterautomat lag wie so oft Marit mit ihren Zwillingen und begrüßte uns mit einem lauten … Bäääähhhh....

 

Marit ist sehr zutraulich als ehemaliges „Kindergartenlamm“. Als wir ihr näher kamen um sie zu streicheln, sahen wir die Bescherung.

 

Das linke Augenunterlid war seitlich abgerissen und klaffte nach unten hängend wie eine große Abtropfschale. Dadurch war der vollständige Augapfel zu sehen, was natürlich horrormäßig aussah. Es war keine Blutung zu erkennen und auch sonst keine Form der Infektion oder Entzündung. Also mussten wir schnell handeln.

 

Wir haben im Schafstall einen sogenannten „Arztraum“ in dem wir alle medizinischen Utensilien für die Tiere aufbewahren. Darunter ist auch ein Klammergerät (… auch „Takker“ genannt, da man zügig alles wieder „zusammen takkern“ kann...), welches wir aus dem Krankenhaus mitgenommen hatten.

Es ist für den Verschluss von Wunden mit kleinen Metallklammern, die in einem Plastikapparat so sitzen, dass man wie mit einer Zange zwei Enden aneinander heften kann, oder auch zwei ehemals getrennt Flächen wieder vereint werden können. Das Klammergerät war mal auf dem Instrumententisch der OP-Schwester zu finden. Da wir es am Patienten nicht gebrauchten, nahmen wir es mit nach Hause. Das Material, was für einen Patienten eröffnet wurde und auf dem OP-Tisch lag, darf nicht für einen weiteren Patienten benutzt werden. Auch die erneute Sterilisation ist nicht erlaubt. Dieses beschert uns hier und da Einiges an wertvollem Instrumentarium für unsere Tiere.

 

Lange Rede, kurzer Sinn.

Das Klammergerät schnell geholt, Marit in den Ferch mit etwas Futter gelockt und schon ging es an die „Operation“. Es war nicht schwierig das Augenlid wieder an seine richtige Position zu bringen. Mit 5 Klammern befestigt, saß es wieder an seinem normalen Platz. Und Marit hielt ganz gut still.

So, nun können wir nur hoffen, dass den Rest die Natur wohlwollend reguliert und das Augenlid wieder verheilen lässt. Mehr können wir nicht tun.

 

Was hinter uns liegt und was vor uns liegt, ist relativ unbedeutend, verglichen mit dem, was in uns liegt.

 

 

Oliver Wendell Holmes

 

 

18.07. 2017 … Reni und Kristina konnten wir heute zurück zur Herde bringen.

 

Reni geht es nach 4-tägiger Antibiotika-Gabe deutlich besser. Die lokale Entzündung ist rückläufig und Reni hat eine sichtbare Verbesserung ihres Allgemeinzustandes. Sie frisst wieder und wehrt sich inzwischen auch gegen unsere Behandlung, … ein gutes Zeichen.

 

Bei Kristina sind die Wunden fast geschlossen und den Rest der Heilung kann sie draußen auf der Weide erfahren. Wir sind froh, dass es so gut ging.

 

Nachdem die Zwei den Stall verlassen haben, mussten wir nochmals eine Grundreinigung der Box und des Ganges durchführen. Nun ist es wieder sauber und die unschönen Gerüche im Zusammenhang mit unreinen Wunden sind verschwunden.

 

 

 

!!! Aber wir sind mit unserer Krankenpflege nicht fertig. Wir haben einen neuen kleinen Patienten... unsere Sola, … sie ist schwer erkrank...!!!

 

 

13.07. 2017

 

Reni ist schwer krank

 

Als wenn es nicht genug wäre mit einem kranken Lamm im Stall, kommt nun auch noch Reni ins Lazarett.

 

 

Wir haben die Herde erneut in den Ferch getrieben um nach Maden zu schauen. Weitere „vollgekackte“ Lämmer, die gewaschen und geschnitten wurden, aber glücklicherweise bislang kein Madenbefall.

 

Doch Reni geht es nicht gut. Sie ließ den Kopf hängen und stand fast apathisch abseits der anderen Schafe. Es war leicht sie zu fangen und nach zu schauen.

Und da fanden wir eine ausgeprägte abszedierende Euterentzündung mit bereits ödematösen Bauchdecken.

 

Reni nahmen wir mit in den Stall. Wir haben das Euter genauer untersucht und eine steinharte ödematöse Schwellung der rechtsseitigen Milchleiste eingeschlossen das gesamte Euter, gefunden.

Da wir annahmen es handele sich um eine Eiteransammlung punktierten wir mit einer großen Kanüle. Doch es kam kein Eitert sondern stinkende trübe blutig- tingierte Flüssigkeit. Hatten wir es vielleicht mit einer Clostridien-Infektion zu tuen? Mit diesem Verdacht inzidierten wir das Euter und die ödematöse Milchleiste doch außer diesem trüben Sekret fanden wir kein Zeichen einer eventuellen Gasbrand-Infektion.

 

Den Tierarzt hatten wir in zwischen angerufen und er ließ für uns in der Apotheke ein Antibiotikum hinterlegen. Es war Ampocillin und Flunicid, welche wir über 3-5 Tage geben sollten.

 

Das einzig Gute war, dass Kristina nun nicht mehr allein im Stall war und das ständige Rufen ein Ende hatte.

 

Reni bekam nun die einzige Chance, die sie hatte, mit der Antibiotikum-Behandlung. Entweder sind wir noch rechtzeitig genug und die Mittel helfen oder die Infektion geht weiter und Reni müssen wir einschläfern.

 

Wir werden sehen und drücken für Reni die Daumen.

 

Kristina geht es besser, die Wunden granulieren und es bildet sich neue Haut.

 

Mögen wir noch so viele Eigenschaften haben- die Welt achtet vor allem auf unsere schlechten.

 

 

Moliere

 

 

 

10.07. 2017

 

Ausflug mit Folgen

 

 

 

Nachdem die Schafherde fast 4 Wochen auf der Weide übern Berg war, entschlossen wir uns Mitte Juni alle Schafe vor`s Haus zu holen.

Alle bekamen ihre prophylaktische Wurmkur.

Die vorbeugende Entwurmung haben wir bislang in jedem Jahr gemacht und hatten bislang nur einmalig in 8 Jahren einen ausgeprägten Wurmbefall unserer Schafe erlebt. Zusätzlich stand in diesem Jahr ein Wechsel des Wurmmittels an. Wir haben jetzt …. im Gebrauch.

Wie gewohnt, folgte nach dem „Gesundheitscheck“ die gesamte Herde dem „speziellen Ruf“ der Bäuerin auf die Hausweide und alles schien in Ordnung.

 

Ca 1 Woche nach dem Weidewechsel fiel beim wiederholten Durchzählen der Tiere auf, dass ein Lamm fehlte. Alles genau mit dem Fernglas beäugt und Kristina, Drilling von Kira, mit der Nummer 70009 war nicht bei der Herde.

 

Kristina konnte nur verloren gegangen sein auf der Weide , wo die Schafe zuerst standen und wir sie vor dem „Flytting“ auf die Hausweide verloren.

Also kam die gesamte Schafherde zurück auf die Weide zuvor in der Annahme, dass sich das Lamm noch in der Nähe des Zauns aufhielt. Wenn es dann die Rufe der anderen Schafe hörte, wird es vielleicht versuchen wieder da durch den Zaun zu kriechen wo es auch raus war.

 

Beim Kontrollgang im Zaun  konnten wir nicht wirklich ein Loch entdecke, wo ein Lamm hindurchkriechen könnte. Allerdings vernahmen wir Rufe eines Lammes aus dem Wald. Eine ganze Stunden durchstöberten wir das Dickicht doch Kristina sahen wir nicht. 

 

Doch die Rechnung ging auf. Kaum einen Tag hatte es gedauert und Kristina war wieder bei ihrer Herde. Sie sah im Gesicht und am Schwanzansatz etwas “ verwurschtelt“ aus doch sie wirkte fit und hatte auch ihre Mama in der Herde wieder gefunden. 

 

Wir sahen keinen Anlass sie näher zu untersuchen.

 

Tja, doch heute sah alles anders aus. Wir hatten die Herde in den Ferch geholt, um alle auf Maden zu kontrollieren.

 

Maden hatte glücklicherweise keines der Tiere. Einige waren so richtig „vollgekackt“, die wir dann wuschen und das Fell am Hinterteil und an der Schwanzwurzel kürzten. Es war aber keines der Lämmer befallen. 

 

Jedoch zeigte Kristina oberflächliche Wunden an der Schwanzwurzel bis zum Rückgrad hoch und an der Rückseite des linken Oberschenkels. Alles war verkrustet und Abwaschen allein war nicht genug. 

 

 

So nahmen wir Kristina mit zurück in den Schafstall und dort wird sie nun täglich eine Versorgung der Wunden erhalten.

 

Betaisodona-Salbe, die wir auf Vorrat vor 2 Jahren in Deutschland gekauft hatten war da fürs Erste gut. Dann wird Wund-und Brandsalbe folgen und zum Schluss findet die hier gut bekannte und allseits angewandte „Patte-Salbe“ ihre Anwendung. Es wir wohl mindestens 1 Woche ins Land gehen bis Kristina wieder zu den anderen kann. Das Theater ist jetzt natürlich groß, so allein im Stall, aber die einzige Chance größeren Schaden abzuwenden und die Wunden ausheilen zu lassen.

 

 

Unserer Maja, welche noch fleißig ihr Fläschchen verlangt, hat keine Lust Kristina Gesellschaft zu leisten. Sie will sie nicht einmal besuchen und meidet den Aufgang zu den Schafboxen. Tja, Kristina ist eben nicht Majas Rudel und damit hat Maja kein Interesse an ihr.

 

Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft,

denn in ihr gedenke ich zu leben.

 

Albert Einstein