27.01. 2017 Und plötzlich war es da …

 

Heute fuhren wir etwas später zur Arbeit. Wir hatten einen Termin mit einem unserer Autos in der Werkstatt in Kristiansand. Das war auch der Grund, weshalb wir mit beiden mit je einem Auto unterwegs waren.

 

Gegen 07.00 Uhr starteten wir von daheim und Ralf fuhr 2- 3 Minuten vorher los.

Liane "tuckerte" mit dem Mercedes hinterher.

Es ist nach wie vor glatt auf dem Waldweg, so dass vorsichtiges Fahren angesagt ist. Schnee haben wir nicht, aber ständig wechselnde Temperaturen, Regen und Frost machen den Waldweg zu einer Eisbahn.

 

Na, ja der Weg durch den Wald war heute nicht das Problem für Liane.

 

Endlich an der Hauptstraße angekommen ging es langsam auf den RV 9 Richtung Moisund. Nur 100 m gefahren erschien plötzlich im Lichtkegel der Scheinwerfer vom Auto ein Reh, was sich links am Fahrbahnweg befand. Sofort auf die Bremsen getreten, in der Hoffnung, dass das Reh Ruhe bewahrt und in den Wald auf seiner Seite zurück läuft. . aber es kam anders.

 

Das Reh startete durch und wollte die Straße überqueren. Es gab einen lauten Knall und einen kurzen Ruck am Auto. Das Tier war mit dem Kotflügel an der Fahrerseite kollidiert. Nur ein paar Sekunden  später parkte Liane das Auto 30 m weiter mit aktiver Warnblinklanlage an der Seite der Straße und ging auf die Suche nach dem Reh. Es war stockdunkel.

Das angefahrene Tier befand sich genau da, wo Liane es zu Beginn gesichtet hatte. Es lag an der Seite der Fahrbahn in aufrechter Position und atmete schnell und angestrengt.

 

Zurückeilend um das Telefon zu holen, stoppte ein weiteres Auto, nachdem Liane Zeichen für langsames Fahren gegeben hatte. Es stieg ein sehr freundlicher älterer Mann aus, der sofort seine Hilfe anbot.  Liane stellt inzwischen ein Warndreieck  ca. 30 Meter vor der Unfallstelle, wo das Reh sich nieder gelegt hatte, auf.

 

Inzwischen hielten 3 weitere Autos und nach kurzer Information an die eintreffenden Menschen, wollten alle sehen wie es dem Tier ging. Doch dieses hatte inzwischen im Dunkeln unbemerkt seinen Platz verlassen. Nun ging es gemeinsam auf die Suche nach dem Tier.

Wir fanden es schwer atmend im Unterholz.Das Reh hatte wiederum die Straße überquert und sich ins Dickicht auf der Gegenseite abgelegt.  

Es bewegte sich nicht, schaute uns jedoch mit weit aufgerissenen Augen an. Und das Unglück zeigte sein ganzes Ausmaß. Der rechte Hinterlauf des Tiers war gebrochen. Sonst konnte man äußerlich nichts erkennen. Einer der behilflichen Männer war Jäger, so dass er in dieser für das Tier aussichtslosen Situation entschied, das Leben zu nehmen.

 

Inzwischen war die Polizei und auch der verantwortliche "Wild-Mann" informiert worden. Letzterer traf ebenfalls ein und begutachtete die Situation.  

Nach dieser Kollision war wohl alles nach „Vorschrift" verlaufen. 

 

Natürlich hatte Liane als Fahrer noch Glück gehabt. Wäre sie mit hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen, hätte diese fatale Folgen haben können. Der Unfall geschah nur wenige Meter nachdem sie vom Waldweg abgebogen war und hatte damit das Auto noch nicht hoch beschleunigt.

Doch ein Tier musste sein Leben geben, was trotz der langsamen Fahrt und des Versuchs, die Kollision zu umgehen, nicht verhindert werden konnte. Der einzige Trost, den man eventuell geben kann, ist, dass das Tier innerhalb weniger Minuten gefunden wurde und ihm so langes Leid mit eventuell einem qualvollen Tod durch verhungern, erspart wurde.

Doch der Schock im Zusammenhang mit dem Erlebten bleibt in Liane zurück.

 

Das Auto steht jetzt in der Werkstatt und wird entsprechend " behandelt".  An der Unfallstelle selbst konnte man den Schaden nicht einsehen. Im Tageslicht sieht man nun doch, dass selbst so ein kleines  zartes Reh, erheblichen Schaden anrichten kann.

 

Den Trost, den Liane von Ralf bekam, war, dass sie doch froh sein kann, dass es kein Elch war !!!

Soviel zum Mitgefühl der Männer !  

 

In der Realität ist die Wirklichkeit ganz anders.