Neujahrsbrief 2017

... wir schauen auf 2016 zurück ... 

 

In ein neues Jahr laufen wir nicht einfach hinein,

ohne uns zu besinnen.

 

Ein Jahreswechsel ist immer ein guter Grund 

inne zuhalten,

um die Vergangenheit und die Zukunft zu bedenken

und Wege neu zu suchen.

 

 

Es ist jährlich aufs Neue faszinierend,

das Ende eines alten und den Beginn eines neuen Jahres mitzuerleben.

 

Und selten suchen wir so sehr den Sinn und das Wesen der Zeit zu ergründen,

wie in den letzten Tagen des alten Jahres.

 

  

 

Das Jahresende ist

kein Ende und kein Anfang,

sondern ein Weiterleben mit der Weisheit,

die uns die Erfahrung gelehrt hat.“ 

 

Harold Glenn Borland

Für uns waren die ersten Monate im letzten Jahr durch viel Routine geprägt.

Gleich zu Beginn des neuen Jahres gab es reichlich Schnee und wir konnten die Langlaufloipe auf unserem Gebiet gut nutzen. Auf Ski zu stehen ist nicht nur Gaudi für uns und unsere Aussiemädchen Neele und Thyra, sondern die winterlichen Ausflüge helfen den Alltag etwas ruhen zu lassen. 

 

Der April brachte ein paar Besonderheiten im Schafstall. Die Lammzeit hatte noch nicht begonnen doch wir hatten bereits Probleme mit Lene und Marit.

Lene, unser ältestes Schaf in der Herde, war zum vierten Mal trächtig. Sie war fünf Jahr alt und es sollte die letzte Trächtigkeit sein. Sie hinkte auf dem rechten Hinterlauf. Es fiel ihr sichtbar schwer länger zu stehen und wenn sie lag, sich wieder aufzurichten.

Ähnliche Probleme machte Marit. Sie ist ein sehr aktives Schaf und sehr penetrant im Durchsetzen und "Kundtun" ihrer Forderungen. Sobald wir uns dem Stall nähern begrüßt sie uns normalerweise mit lautem Geblöke. Doch wir hörten keinen Ton von ihr. Sie lag fast nur noch und fraß gelegentlich. Allein konnte sie sich nicht aufstellen, so dass wir sie morgens bevor wir uns auf den Weg zur Arbeit machten zum Fressen aufrichteten und am Abend nach dem Wiedereintreffen auf dem Hof die Prozedur wiederholten, damit sie sich nicht fest lag. Weder Lene noch Marit zeigten Zeichen einer Verletzung, so dass wir uns keinen richtigen Reim daraus machen konnten.  

Wir verabreichten Lene sowie auch Marit Kalzium und eine regelmäßige Schmerzmedikation. Und siehe, es half die Symptome zu lindern. Wir waren uns im Klaren, dass es keine gute Ausgangssituation für eine Geburt war, wenn bereits vorab Problem mit dem Muttertier auftreten.

 

Die Lammzeit in unserem Schafstall begann am 10. April. Suse bekam die ersten Zwillinge in der neuen Lammsaison.

Tja, und Ende gut, alles gut....Lene gebar völlig unkompliziert Drillinge und Marit brachte mit unserer Hilfe zwei Böckchen auf die Welt. Und beide gebaren ihre Lämmchen am selben Tag, 14.04.2016, komisch , … oder ?

 

Der Winter wollte lange nicht gehen und den letzten Schneefall hatten wir Anfang Mai. Die ersten Schafe (die, die nicht trächtig waren und unsere beiden Böcke) waren bereits Mitte April ausgezogen und mussten wirklich durch zwei wetterbedingte harte Wochen. Wir hätten nie gedacht, dass unsere Schafe mal im Schnee stehen werden mit einer weißen Flockendecke auf dem Rücken.

 

Nachdem der Schnee endlich verschwunden war, verteilten wir Kalk wie in jedem Frühjahr auf unsere Weiden. Düngen ist unserer Meinung nach nicht notwendig, da unsere Schafe den ganzen Sommer über die Weiden hier auf Espetveit ziehen. Den Tag nach unserer Düngeaktion regnete es , was uns sehr recht war. So konnte sich das Granulat langsam auflösen und in den Boden sinken.

 

Unsere Schafherde setzten wir Mitte Mai an die frische Luft. Nach einem langen Winter und einem kalten nassen Frühjahr kamen plötzlich zweistellige Temperaturen und zusätzlich reichlich Sonne ließen das Gras auf unseren Wiesen sprießen. Es wurde aber auch Zeit, denn die Lämmchen brauchten Freiraum um zu springen und zu toben.

 

Den Schafstall haben wir unmittelbar nach dem Auszug der Schafe gereinigt. Der Dung war innerhalb von zwei Tagen ausgefahren. Alles was nicht niet-und nagelfest war, kam nach draußen und wurde mit dem Kärcher abgespritzt. Ebenso geschah es im Inneren des Stalls. Die Metallroste waren danach picobello sauber und der Stall glänzte und roch „klinisch rein“. Hand in Hand gearbeitet ging es wirklich schnell.

 

Das trockene Wetter ab Mitte Mai und die relativ warmen Temperaturen waren geeignet, um auch das im Wald gelagerte Holz rein zu holen. Wir hatten vor 3 Jahren reichlich Bäume auf unserem Grundstück gefällt und unseren Märchenwald geschaffen. Drei Jahre waren die Hölzer nun gelagert und warteten darauf zu Brennholz verarbeitet zu werden.

Das bedeutete für uns jedes einzelne Stück den Hang runter zu werfen um es dann im Hänger hinter dem Holder zum Stall zubringen, auf ofengerechte Länge zu sägen und anschließend zu hacken. Es war eine "Mordsarbeit". Doch nun liegt das Holz fein gestapelt in extra dafür gebauten Trockenhäuschen an der Sonnenseite des Schafstalls und wartet darauf in den Holzkorb gelegt zu werden und unseren Ofen im Winter zu füttern. Wir haben reichlich Holzvorrat für die kommenden 4 Jahre.

 

Alle Weidezäune hatten wir ebenfalls überholt und entsprechend ausgebessert. Obwohl der Winter nicht so viele Schäden angerichtet hatte, waren doch einige Reparaturen nötig.

 

Zusätzlich entschlossen wir uns, den alten Zaun von 2008, welcher hinter dem Schafstall stand und das „Ylva-Tal“ begrenzte, zu erneuern.

Die Maschen waren teilweise locker, so dass die Schafe sich daran fest hängten.

Es gilt wohl auch bei Schafen so etwas wie bei den Menschen: Die größten und süßesten Früchte (saftigste und grünste Gras) sind (ist) immer auf der anderen Seite des Zauns zu finden. Jetzt steht ein stabiler, sicherer nach deutscher Manier errichteter Zaun an der Grenze zum Ylva-Tal. … und es sieht auch noch schön aus.

 

Nach so viel Arbeit im ersten Halbjahr hatten wir uns eine Ruhepause verdient.

 

Seit mehreren Jahren hatten wir den Plan auf die Lofoten zu reisen. Fast hätte es 2013 geklappt, wenn wir nicht wegen eines anfänglichen Irrtums unseren Urlaub im Juni 2013 auf Svalbard verbracht hätten.

Wir hatten die Lofoten und Svalbard, was ja Spitzbergen ist, etwas miteinander vermischt und erst bei den damaligen Vorbereitungen wurde uns bewusst, dass Svalbard und die Lofoten zwei völlig verschiedenen Landstriche sind.

 

Für 10 Tage planten wir in diesem Jahr den Lofoten-Urlaub und starteten am 20. Juni mit dem Flugzeug von Kristiansand nach Oslo. Von Oslo ging es weiter in Richtung Bodø. Von Bodø hatten wir nur noch eine halbe Stunde Flug bis nach Leknes, einen der Flughäfen auf den Lofoten.

 

Unser Hof gaben wir in die Hände von Dietmar und Nicole . Wir wussten dass unsere Vierbeiner wohl behütet und versorgt werden und es unseren Tieren an nichts fehlen, würde, sonst wären wir nicht gereist.

 

Die Lofoten sind umwerfend und wir nahmen unendliche viele tolle und für uns einmalige Eindrücke wieder mit nach Hause. Unser Lofoten-Tagebuch berichtet ausführlich über unsere Erlebnisse in diesen wundervollen Welt mit ihren einzigartiger Natur und ihren stolzen, offenen und freundlichen Menschen.  

 

Schon länger hatten wir uns vorgenommen das „Elgtun“ im Landeskogen von Bygland zu besuchen. In diesem Jahr wurde es Realität. Ein besonderer Anlass war die Geburt von Zwillingskälbern Ende Mai im Elgtun. Wir konnten der Fütterung der beiden kleinen Elche beiwohnen. Sie bekamen große Nuckelflaschen mit Milchersatz, welches wir auch bei der Aufzucht von unseren Flaschenlämmern benutzen. Die beiden haben die Flaschen genauso gierig verputzt, wie wir es von unseren Flaschenlämmern gewöhnt sind. Es war gerade Fütterungszeit auch für die großen Elche und so standen wir inmitten der großen Tiere. Wir konnten sie berühren und sie aus der Hand mit Früchten füttern.

Diese Begegnung mit dem „König des Waldes“ war einfach überwältigend. Die Elche sind fast so groß wie unsere beiden Pferde und waren ebenso zutraulich wie diese. Das hatten wir so nicht erwartet. Es war ein phantastisches Erlebnis.

 

Was Abermillionen von Zugvögeln im Sommer nach Skandinavien zieht, wird Mensch und Tier oft zur Last.

Die Rede ist von Insekten und hier insbesondere den Kriebelmücken, die man in Norwegen „Knott“ nennt.

Diese Winzlinge machen den Tieren das Leben zur Hölle. Unsere Pferde rennen meist hastig auf die Wiese, um schnell ein paar Bissen Gras zu reißen und um dann jedoch gleich wieder in den Stall zu galoppieren.

Die Schafe können sich dem Ungemach allerdings nicht entziehen. Sie schützt an den meisten Stellen des Körpers zwar ihr dichtes Fell, Augen und Ohren sind jedoch ihre Problemzonen und dort greifen die „Knott“ an.

Leider wurde Torben, einer unserer Böcke, von den Insekten heimgesucht. Er bekam einen schlimmen Abszess am rechten Ohr . Auch die Region um beide Augen war so geschwollen und entzündet, dass er kaum noch die Augen öffnen konnte. Wir mussten eine Entscheidung treffen, die uns nicht leicht fiel. Wir verfrachteten Torben zusammen mit seinem Freund Holger auf den Hänger und fuhren unsere beiden Böcke letztendlich zum Schlachthof. Es war kein gutes Gefühl, die beiden in der Schlachterei abzuliefern. Mit gedrückter Stimmung und einem flauen Bauchgefühl fuhren wir wieder nach Hause. Es war ein trauriger Tag.

 

Unser Lofoten-Urlaub war vorüber und so wartete wieder der Bauernhof-Alltag auf uns.

Die Heuernte wollten wir noch innerhalb unseres vierwöchigen Urlaubs abwickeln. Aber wir brauchten natürlich trockenes, warmes Wetter.

Nachdem der Regen abgezogen war und der Wetterbericht nur noch Sonnenschein prognostizierte, mähten wir die erste Wiese am Stück. Wir dachten dass 4 Tage schönes Wetter ausreichend sein sollte um das Heu in diesem Jahr trocken rein zu bekommen und zwar ohne große zusätzliche Trockenaktionen. Doch der „Wettergott“ änderte mal wieder seinen Sinn.

Wir fuhren mit der letzten Fuhre bei leichtem Nieselregen in den Schafstall.

Alles Heu vom ersten Schnitt war drinnen, allerdings mit erneuter "Nachtrockenaufgabe". 

14 Tage später, Ende Juli, hatten wir dann endlich die Heuernte für dieses Jahr geschafft. Und der Schnitt von der restlichen Wiese war wirklich richtig trocken geworden.  

 

Nach vielen Jahren mühseliger und frustraner Arbeit mit der eigenen Heuernte, haben wir uns entschlossen, dass es 2016 das letzte „Handmade" Heu für unsere Schafe geben wird. Ab dem neuen Jahr werden wir uns dieser vielen Arbeit, verbunden mit Unsicherheit aufgrund des Wetters, nicht mehr aussetzten. Wir kaufen ab kommenden Jahr mehr mittelgroße Rundballen Heu beim Bauern in Kristiansand

 

Es war Anfang August als Szindi und Bandy beschlossen Espetveit mal auf eigene Tour zu erkunden.

Wir erfuhren von dem Abenteuer unserer großen Vierbeiner durch die Urlauber, welche gerade in der Hütte angrenzend an unsere Weiden , ein paar Ferientage verbrachten. Der Ausflug ging noch mal gut und weder Zwei- noch Vierbeiner sind zu schaden gekommen.

Als wir abends nach dem Essen und dem Füttern unserer Pferde völlig ahnungslos unsere abendliche Wanderung zur Mosseby-Hütte starteten, sahen wir Hufspuren auf dem Schotterweg. Wir nahmen an, dass ein fremder Reiter mit Pferd bei uns unterwegs war.

Dass es sich vielleicht bei den Hufspuren um unsere eigenen Pferde handeln könnte, war für uns völlig abwegig. Wir wären nicht im Entferntesten darauf gekommen, dass sich Bandy und Szindi allein auf den Weg machen.

 

Apropos Drainage-Arbeiten. Da unsere Wiesen teilweise sehr feucht sind, entschlossen wir uns im August einen Teil von ihnen zu drainieren. Mühevoll hatten wir die Gräben per Hand ausgehoben. Feiner Splitt kam auf den Grund, dann das Drainagerohr, umwickelt mit einer porösen Stoffbahn und dann feiner Sand zum Abdecken.

Viele Stunden waren wir damit beschäftigt und die Arbeit hatte ihren Spuren hinterlassen, … Blasen an den Händen und entsprechende Rückenschmerzen waren unser Preis.

Es fehlte nur noch eine Erdschicht, die das Ganze wieder schließt. Doch es war bereits dunkel und wir dachten die Arbeiten am folgenden Wochenende fortzusetzen. Etwas nachdenklich waren wir jedoch. Was würde passieren, wenn es anfängt zu regnen. Die Gedanken schoben wir schnell zur Seite, nicht auszudenken, welche Folgen es haben könnte. Ja, und es kam wie es kommen musste.

Das Wetter spielte uns einen Streich.

Sintflutartige Regengüsse in den folgenden 2 Tagen spülten unseren Drainage-Graben frei von Splitt und Sand. Ein herrlicher Strand am oberen Ende unseres Teiches hatte sich gebildet, denn das Wasser aus dem Drainage-Graben entleerte sich in unseren Badeteich. Somit begannen wir anfänglich frustriert dann aber doch guten Mutes von vorn. Dieses Mal legten wir groben Schotter ein und deckten den Graben auch gleich mit Erde zu. Man lernt eben nie aus !!!

 

Ende August hatte es zwei unserer Schafe wieder erwischt. Die Fliegenlarvenplage hatte uns erreicht. Fliegenlarven, dicke fette Maden, die aus Fliegeneiern schlüpfen und sich bei den befallenden Tieren unter die Haut fressen. Es war Sara, unser erstes Lamm von diesem Jahr, die es getroffen hatte. Doch uns war klar, dass es wahrscheinlich nicht nur ein Lamm geben wird, welches dem Fliegenbefall ausgesetzt war. 

Am nächsten Tag nach der Arbeit holten wir die gesamte Herde in den Ferch. Gretel sah etwas merkwürdig am Hinterteil aus. Sie ist ein erwachsendes Schaf, was im letzten Jahr geboren wurde. 

Und es war für uns kaum zu glauben, doch beim näheren Hinsehen, wies Gretel einen weitaus größeren Madenbefall auf, als Sara. Ein erwachsendes Schaf mit Fliegenlarven, das hatten wir bislang noch nicht. Auch Gretel wurde gewaschen, bekam die „Haare geschnitten“ und erhielt ebenfalls einen Pflegeplatz im Schafstall. Das einzig Positive, was wir der Situation zugestanden, war, dass Sara nun nicht mehr allein im Stall war.

 

Der Madenbefall kam natürlich genau zu einem Zeitpunkt, wo wir es absolut nicht gebrauchen konnten. Wir hatten eine Kurzreise nach Deutschland zur Taufe unsere Enkeltochter Marlina geplant. Wir saßen ganz schön in der Klemme.

Per und Thekla (Freunde und Besitzer der alten Hütten, die oben an unser Grundstück grenzen) wollten den Hof für die paar Tage unserer Abwesenheit übernehmen. Sie erklärten sich auch bereit die Pflege für die beiden internierten Schafe zu übernehmen.

 

Damit konnten wir reisen um bei der Taufe unserer Enkeltochter Marlina dabei zu sein. Nach ein paar schönen Stunden mit unseren Kindern und Enkelkindern ging es wieder zurück nach Norwegen.

  

Anfang September hatten wir 40 jähriges Seminargruppen-Treffen hier in Norwegen. Wir waren für die Planung und Ausrichtung in diesem Jahr verantwortlich. Wir kamen in der Fjellstova, ein kleines Hotel in Ljosland, unter und verbrachten sehr schöne gemeinsame Tage. Jeder Tag war etwas Besonderes. Wanderungen mit den verschiedensten Zielen, gutem Essen am Abend und und bestes Wetter machten die Woche zu einem wirklichen Jubiläum. Gut, dass man Freunde hat.

 

Unmittelbar im Anschluss an das Seminargruppen-Treffen ging es für uns und unsere Aussie-Mädchen nach Deutschland zu einer Hundewanderung in die Uckermark. Da Color-Line Wartungstag hatte, entschlossen wir uns über Schweden zu reisen. Wir dachten, dass Navi-Gerät von unserem Auto wird uns schon den Weg zeigen. Na, ja , so war es auch, nur nicht den Weg, welchen wir geplant hatten. Nach 19 Stunden Autofahrt, waren wir endlich am Ziel. 

Der Landgasthof “Zum Grünen Baum“ in Temmen-Ringenwalde war für 5 Tage unser zu Hause. Hier trafen wir uns mit anderen hundeverrückten lieben Menschen mit ihren genauso lieben und verrückten Hunden zu gemeinsamen Wanderungen. Ellen, die als „Wanderleitung“ die täglichen Touren mit uns absolvierte, gilt unser Dank für die unendliche Geduld und die tollen Einblicke in die atemberaubenden Landschaft der Schorfheide, die wir ohne sie und ihren zwei Hundemädels Lizz und Sophia wahrscheinlich nie bereist hätten. Das Essen war sehr gut, Wein und einheimisches Bier am Abend ließen die vielen Wanderkilometer aus den Beinen verschwinden.

Neele und Thyra haben sich wie schon im letzten Jahr, sehr gut benommen. 

 

Es liegt in der menschlichen Natur, vernünftig zu denken und unvernünftig zu handeln“ und gemäß diesem Ausspruch von Anatole France verhielten wir uns.

Bereits Ende Juni kam eine Mail von Beate aus Gelsenkirchen mit dem Inhalt, dass eine ihrer Hündin gerade 7 Welpen geboren hat, wovon ein kleines Mädchen mit einer speziellen Fell-Zeichnung dabei ist.

Beate musste bei diesem kleinen Mädchen sofort an uns und unsere „Hundeschicksal denken. Sie war der Meinung, dass dieses kleine besondere Mädchen für uns geboren wurde.

Wir waren gerade auf den Lofoten als die Nachricht uns erreichte. Unsere Gefühlswelt schlug Purzelbaum. Wir waren hin und her gerissen und diskutierten über ja und nein, ...drei Hunde, … mehr Arbeit, … mehr Trubel, … nochmals von vorne anfangen, … werden Neele und Thyra, die ja nun ein eingespieltes Team sind, einen Welpen akzeptieren, … was ist vernünftig und was die pure Unvernunft?

 

Tja, letztendlich hatte die Unvernunft gesiegt und wir entschlossen uns "unsere Sola“ zu uns zu holen.

Seit Mitte September bereichert nun dieses bezaubernde, kluge, wohlerzogene, freundliche, überaus liebenswerte, sehr aktive kleine Hundemädchen unsere Welt.

 

So schön der September in seinen ersten Wochen war, so bedrückend ging er für uns zu Ende. Na, ja es war eben wie in jedem Jahr, wenn uns die Lämmer verlassen und zur Schlachterei gehen. Es gingen 23 Lämmer sowie 2 erwachsene Schafe. Allerdings kamen wir beim Durchzählen der verbliebenen Schafe, nur auf eine Anzahl von 29 Tieren. Es sollten aber 30 Tiere sein. Es fehlte ein Lamm.

Wir haben alle unsere Weiden abgesucht, aber wir fanden das fehlende Lämchen nicht. Die Schafe und Lämmer, welche zur Schlachterei gingen, hatten wir mehrmals durch gezählt. Es waren 25 an der Zahl. So wie es sein sollte.

Eines unserer Lämmer fehlte definitiv, was wir uns nicht erklären konnten. Es war einfach weg, ohne eine Spur hinterlassen zu haben.

 

Es war fast Ende Oktober als wir alle unsere Schafe wieder in den Stall holten. So lange wie in diesem Jahr waren sie noch nie draußen.

Es war wirklich kein Grashalm mehr auf der der Weide, den ein Schaf genussvoll kauen würde. Wir hatten die letzten 2 Wochen schon gut gestreckt und unsere Herde nochmals über alle unsere Weiden geschickt. Alle Gebiete waren gut sauber gefressen.

Mit dem Einzug der Schafe in den Stall zog auch wieder der Alltag bei uns ein. Morgens früh aufstehen und abends nochmals spät in den Schafstall zur Nachtfütterung. Mehr Arbeit und dennoch schön, alle wieder zu Hause zu haben.

 

Der Winter hatte sich für die kommende neue Saison früh gemeldet. Bereits nur 1 Tag nachdem wir die Schafe drinnen hatten, kam der erste Schnee. Allerdings war die Natur nur für ein paar Stunden mit einem leichten weißen Tuch abgedeckt. Temperaturen über Null ließen das "weiße Tuch" schnell wieder verschwinden.

 

Im November sah es schon ganz anders aus. Bereits in der ersten Woche hatten wir Temperaturen bis 10 Grad unter Null und Espetveit wurde wieder vom Schnee eingehüllt. Doch das wirkliche Schneechaos holte uns am dritten Wochenende ein. Ralf war in Deutschland und Liane stand allein auf Espetveit im Schneechaos. Freitags begann es wie wild zu schneien und binnen 24 Stunden lag ½ Meter Neuschnee. Allerdings waren die Temperaturen um den Gefrierpunkt, so dass die Schneefräse nicht einsetzbar war. Unser Hof schneiten regelrecht ein und nur mit Muskelkraft, Schneeschieber und „Sörlandskuffer“ konnte man (Frau) sich einen Weg zu den Gebäuden schaufeln. Tja, es passt eben nicht immer alles zueinander. Schnee bedeutet nicht Minusgrade,... die Natur trixt  uns ab und zu auch aus.

 

Im November wird die Grundlage für die Lämmer im Frühjahr gelegt. Leopold und Simon nur 7 Monate alt , wussten auf Anhieb was Deckzeit bedeutet, als sie ab 20.11. für 3 Wochen in den Damengemächern zu Besuch waren. Die beiden kleinen „Jungs“ waren fleißige Liebhaber und so dürfen wir auf einen reichlichen Lämmer-Segen ab Mitte April im kommenden Jahr hoffen.

 

Tja, und wie in fast allen Jahren zuvor verschwand der Winter Ende November wieder. Plusgrade und reichlich Regen ließen alles grau in grau aussehen.

 

Anfang Dezember gab es reichlich Besuch auf Espetveit. Liane füllte die nächste Dekade und so genossen wir die gemeinsamen Tage mit der Familie. Aber wie immer, gingen die Tage schnell vorbei und es trat wieder Ruhe auf Espetveit ein. Doch es war sehr schön, alle mal wieder hier unter unserem Dach gehabt zu haben.

 

Die Temperaturen gingen hoch und runter und Mitte Dezember ereilte uns wie fast in jedem Jahr das Glatteis. Gefrorener Boden und Nieseldauerregen ließen unseren Weg runter und die gesamte Fläche vom Hof zu einer Eisbahn werden. Inzwischen hatten wir reichlich Erfahrung mit dieser Laune der Natur und waren entsprechend vorbereitet. Man gewöhnt sich eben an vieles, auch an das alljährliche „Eisstadion“ auf unserem Hof.

 

An Heiligabend kam endlich die weiße Winterpracht zurück. Mit leichtem Schneefall bei einem Lagerfeuer mit Glühwein und Grillen über dem offenen Feuer begann für uns das Weihnachtsfest.

Wir hatten 2 Wochen zuvor Bäume geschlagen um unser Holzlager für die kommenden Jahre wieder aufgefüllt. Die Äste lagen bereits auf großen Haufen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und leichtem Schneefall war es gemütlich am Feuer zu stehen, Glühwein zu trinken und sich so langsam vom Jahr 2016 gedanklich zu verabschieden. Selbst Neele, Thyra und Sola saßen neben uns am Feuer und schauten in die Ferne. Ob sie wohl auch inne hielten und das Jahr retour passieren ließen. ? Wer weiß, vielleicht?

 

Natürlich bedeutet Winter für uns eindeutig mehr Arbeit, aber dennoch tat es uns gut endlich den Winter als Dauergast bei uns zu begrüßen. Normalerweise begleitet er uns bis Mitte April um dann langsam, ganz gemächlich sich wieder zurück zu ziehen..  

 

Doch es kam mal wieder anders als gedacht. Leider begrüßten wir 2017 hier auf Espetveit in einem grau-grünem Kleid mit Dauerregen, Plusgraden und kräftigen Sturmböen.

 

Tja, auch Norwegen ist kein Garant mehr für einen Silvesterabend in winterlicher Idylle mit Eis, Schnee und Minusgraden. 

2016 war ein gutes Jahr für uns.

 

 

Für das Jahr 2017 wünschen wir uns,

dass wir ihm offen und ohne Vorurteile begegnen -

mit Neugier, Empathie und Humor.

 

Wir lassen dem neuen Jahr Zeit zu wachsen und sich zu entwickeln,

 

so dass wir wieder einen „Freund“ für ein ganzes Jahr haben!