19.06. 2016 Morgen geht es los

 

Seit mehreren Jahren haben wir den Plan auf die Lofoten zu reisen.

 

Fast hätte es bereits 2013 geklappt, wenn wir nicht wegen eines anfänglichen Irrtums unseren Urlaub im Juni 2013 auf Svalbard verbracht hätten.

Wir hatten die Lofoten und Svalbard, was ja Spitzbergen ist, etwas miteinander vermischt und erst bei den Vorbereitungen wurde uns bewusst, dass Svalbard und die Lofoten zwei völlig verschiedenen Landstriche sind.

 

War ja auch nicht so schlimm, unser Urlaub 2013 auf Svalbard war ein unvergessliches Erlebnis.

 

Aber in diesem Jahr wollten wir nun auf die Lofoten reisen. Unterkunft, Flüge und Mietwagen bestellten wir bereits im Januar des Jahres und da war es bereits nicht so einfach alles unter einen Hut zu bekommen.

 

Ursprünglich wollten wir mit dem eigenen Auto fahren und einen Teil der Strecke mit einem Hurtig-Routen-Boot zurück legen. Doch da waren wir mit einem halben Jahr vor der geplanten Reise zu spät. Wenigstens 1 Jahr im Vorraus muss man diese Variante in Anlauf nehmen um einen Platz auf einem Hurtig-Routen-Schiff zu bekommen. Also disponierten wir in Richtung Flugzeug und Leihwagen um.

 

Gestern sind Dietmar und Nicole aus Deutschland gekommen um unseren Hof mit all seinem Getier zu übernehmen. Nicht nur Schafe und Pferde, nein auch Neele und Thyra, werden zu Hause bleiben.

 

Für 10 Tage haben wir den Lofoten-Urlaub geplant und morgen starten wir mit dem Flugzeug von Kristiansand nach Oslo und von da geht es weiter in Richtung Bodø. Von Bodø sind es nur noch eine halbe Stunde Flug bis nach Leknes, einen der Flughäfen auf den Lofoten.

 

Wir haben uns zwei verschieden Unterkünfte ausgesucht, die wir ebenfalls bereits im Januar geordert haben. Jeweils 5 Tage bleiben wir in jeder von diesen B&B Unterkünften. Die eine B&B liegt weiter südlch auf den Lofoten und die zweite B&B weiter nördlich fast in Vesterålen.

 

Alles ist gut geplant, wobei wir die einzelnen Urlaubstage noch nicht bezüglich der jeweiligen Aktivität belegt haben. Das Wetter hat ja auch noch ein Wörtchen mitzureden. Auf jeden Falls wollen wir die sogenannte „Kaiserroute“ absolvieren, die Kaiser Wilhelm II., als Lofoten-Fan vor mehr als 100 Jahren hinter sich brachte. Alles ander ist offen und wird nach Lust und Laune... und Wetter bestimmt.

 

Wir schreiben wieder über jeden Tag auf den Lofoten einen kleinen Reisebericht, der sicher mit vielen Fotos bestückt sein wird. Es gibt also ein Lofoten-Tagebuch, so wie es 2013 auch ein Svalbard-Tagebuch gab.

 

Wir sind auf jeden Fall gespannt auf das, was uns auf den Lofoten erwartet. 

 

Unser Hof ist in guten Händen und unseren Tieren wird es an nichts fehlen, dass wissen wir. Auf Dietmar und Nicole ist Verlaß, sonst würden wir nicht reisen. 

 

 

Reisen veredelt den Geist und räumt mit unseren Vorurteilen auf. 

 

                                                   Oscar Wilde

17.06.2016 Neue Probleme

 

In diesem Jahr gib es ungewöhnlich früh Heu.

Wir holen immer in Kristiansand kleine gepresste und in weiße Plastikfolie eingerollte Ballen. Die haben ein Gewicht von ca. 35 kg und sind somit für uns gut zu händeln.

 

Doch in diesem Jahr kommt alles anders. Es baut sich ein großes Problem für uns auf.

 

Der Bauer in Kristiansand produziert diese kleine Größe nicht länger. Es ist unrentabel für ihn. Tja, und die kleinste Menge, die er anbieten kann, liegt in ca. 200 kg Rundballen. Die sind für uns nicht zu bewegen, geschweige denn, im Schafstall zu stapeln. Wir waren schockiert!

 

Alternative wäre, alle Schafe in diesem Herbst zur Schlachterei zu geben. Nein, das wollen wir wirklich nicht.

 

So sind wir am Überlegen und planen, wie wir unsere Schäferei retten können. Die kleineren  Rundballen bekommen wir hier in unserer Umgebung nicht. Das heißt wir müssen, falls wir mit den Schafen weiter machen wollen, die mittelgroßen Rundballen akzeptieren. Das bedeutet, Zusatzausstattung für unseren Traktor zu kaufen und auch einen adäquaten Anhänger, um diese Ballen zu transportieren.

 

Wir haben es vorgestern  mit unserem Pferdeanhänger probiert 3 Ballen aufladen zu lassen. Es ging nicht, es paßten trotz aller Veruche nur zwei drauf. Wir konnten am Ende froh sein, diese mit unserem Einfallsreichtum überhaupt wieder vom Hänger hinunter bekommen zu haben. 

 

Alles in allem bedeutet diese Umstellung wieder neue Investitionen für den Hof. 

 

Viele Leute sprechen mit Tieren, aber nur sehr wenige hören ihnen zu.

Das ist das Problem.

 


A.A. Milne

07.06. 2016 Sommer, Sonne… und alle sind wohl auf

 

Heute haben wir unsere gesamte Schafherde in den Ferch getrieben. Seit nun mehr fast 4 Wochen sind alle auf der Weide und so wie wir bislang beobachten konnten, auch alle wohl auf. Es sind 23 Schafdamen mit oder ohne Lämmer und 32 Lämmchen. Unsere beiden Herren befinden sich auf ihrem „Herrengut“ und wirken sehr zufrieden und gesund.

 

Heute wollten wir die alljährliche prophylaktische Wurmkur verabreichen.

Es ist herrliches Sommerwetter und ungewöhnlich warm für Norwegen. Die „Knottezeit“ (Kriebelmücken)  hat ebenfalls begonnen und so waren wir heute recht froh drüber, dass etwas Wind auf der Wiese, wo der Ferch aufgebaut ist, wehte.

Unsere Schäfchen folgten brav in den Ferch, so dass alle nach ca. einer halben Stunde frisch entwurmt wieder zurück auf die Wiese konnten.

 

Konrad, Sohn von Karo, haben wir zusätzlich den Popo gewaschen, da sein Fell schmutzig von Kot war. Er hatte wohl vor ein paar Tagen Durchfall und so hing ein großer Rest vom Stuhl am Fell und war rund um den Po fest angetrocknet. Ein Teil des verschmutzten Fells haben wir einfach abgeschnitten, da es nicht mehr mit Wasser zu lösen war. Wir sind aufgrund der Erfahrungen in den letzten Jahren sehr aufmerksam geworden. Die Fliegen nutzen jede Gelegenheit um ihre Eier im Fell der Lämmer abzulegen, wenn gute Voraussetzungen gegeben sind. Und verkotetes Fell ist die beste Basis für das Gedeihen von Fliegenlarven. 

 

Insgesamt aber sind wir sehr zufrieden mit unserer diesjährigen Schafherde. Alle sind gesund und gedeihen gut. Selbst die Drillinge scheinen ausreichend durch ihre Mütter versorgt zu werden. Außerdem sind die Kleinen inzwischen alt genug um selbstständig Gras und Kraftfutter zu fressen. Alle Schafe ob groß oder klein wirken ruhig, ausgeglichen und zu frieden. 

 

Die schönsten Dinge im Leben sind kostenlos.

Umarmungen, Lächeln, Freunde, Familie, Schlaf, Küssen, Liebe, Lachen

und schöne Erinnerungen.