25.08.2016 Fliegen, Fliegen…  immer wieder Probleme mit den Fliegen

 

Nun hat es zwei unserer Schafe wieder erwischt, die Fliegenlarvenplage.

 

Am Dienstag letzter Woche fiel uns ein Lamm auf, welcher an der linken Flanke feucht wirkendes, ungeordnetes Fell  aufwies.

Nach den Erfahrungen der letzten Jahre wussten wir sofort, was das bedeutet.

Fliegenlarven, dicke fette Maden, die aus Fliegeneiern schlüpfen und sich bei den befallenden Tieren unter die Haut fressen.

 

Es war Sara, unser erstes Lamm von diesem Jahr, die es getroffen hatte. Nachdem wir sie glücklicherweise am Kraftfuttertrog beim Fressen fangen konnten, sahen wir die ganze Bescherung.

An der Außenseite des Oberschenkels vom  rechten Hinterlauf fanden sich reichlich Maden, offene Wunden und dicker Schorf auf der Haut.

 

Die Kleine haben wir zunächst mit der Schere geschoren, so dass wir das gesamte befallende Areal  einsehen konnten. Sara wurde gewaschen, alle Maden abgerubbelt, anschließend die befallenden Stellen desinfiziert und mit Betaisodona-Salbe eingeschmiert. Allerdings konnte sie mit den offenen Wunden nicht weiter draußen bei der Herde sein. Wir stellten sie in den Schafstall wo sie praktisch einen Pflegeplatz bis auf weiteres hat. Natürlich gefiel ihr das nicht, so alleine im Stall.

 

Doch uns war klar, dass es wahrscheinlich nicht nur ein Lamm geben wird, welches dem Fliegenbefall ausgesetzt ist.

Am nächsten Tag nach der Arbeit holten wir die gesamte Herde in den Ferch.

 

Einige Lämmer bekamen den Po gewaschen und das Fell an der Hinterseite mit der Schere gekürzt. Sie hatten Durchfall gehabt und waren nun mit reichlich altem angetrocknetem Stuhl übersäht. Das ist natürlich ein „Fressen“ für alle Fliegen. Zusätzlich wuschen wir den „bekackten“ Lämmern den Popo und kürzten hier das Fell. Alle Lämmer waren madenfrei.  

 

Nur Gretel sah etwas merkwürdig am Hinterteil aus. Sie ist ein erwachsendes Schaf, was im letzten Jahr geboren wurde. Sie war geplant nicht trächtig in diesem Jahr.

Und es war für uns kaum zu glauben, doch beim näheren Hinsehen wies Gretel einen weitaus größeren Befall mit Maden auf, als Sara. ein erwachsendes Schaf mit Fliegenlarven, das hatten wir bislang noch nicht. 

Auch Gretel wurde gewaschen, bekam die „Haare geschnitten“ und erhielt ebenfalls einen Pflegeplatz im Schafstall. Das einzig Positive, was wir der Situation zugestehen müssen war, dass Sara nun nicht mehr allein war.

 

Seit einer Woche bekommen beide Schafe 2-mal täglich die Wunden versorgt. Die ersten Tage arbeiteten wir mit Jod-Salbe und nun ist es eine desinfizierende rückfettende Creme, die Patte-Salbe, die man hier in Norwegen zu kaufen bekommt.

Die Wunden sind in Abheilung und in ein paar Tagen, wenn alle offenen Hautstellen sich geschlossen haben, können Sara und Gretel wieder zurück zur Herde.

 

Am Sonnabend holen wir nochmals die gesamte Herde in den Ferch um ein weiteres Mal alle Tiere zu kontrollieren.

 

Der Madenbefall kam natürlich genau zu einem Zeitpunkt, wo wir es absolut nicht gebrauchen konnten. Wir hatten eine Kurzreise nach Deutschland zur Taufe unsere Enkeltochter geplant. Wir saßen ganz schön in der Klemme.

Per und Thekla, die den Hof für die paar Tage unserer Abwesenheit übernehmen wollten, erklärten sich jedoch bereit auch die Pflege für die beiden internierten Schafe zu übernehmen.

 

Na, ja … Ende gut , alles gut.

 

Wir konnten reisen um an der Taufe unserer Enkeltochter Marlina teilzunehmen. Nach ein paar schönen Stunden mit unseren Kindern und Enkelkindern ging es wieder zurück nach Norwegen.

Bei unserer Rückkehr waren keine weiteren Hiobsbotschaften zu vernehmen.

Thekla und Per fanden die 4 Tage unsere Abwesenheit als ein Erlebniskurzurlaub auf dem Bauernhof. Alles ging gut und wir bekamen das Angebot, dass sie gerne wieder den Hof mit seinem Getier übernehmen, sollten wir Bedarf für eine Vertretung haben.   

 

Tusen takk til Thekla og Per for hjelpen !!!

 

 

Wir brauchen Freunde nicht, um sie zu brauchen,

sondern um die Gewissheit zu haben, dass wir sie brauchen dürfen.

Epikur von Samos 

 

01.08. 2016 Auf Erkundungstour 

 

Heute Abend bekamen wir Besuch vom “Hüttennvolk” (Feriengäste in der Hütte, welche an unserer Wiese angrenzt). Sie wollten eigentlich nur anfragen, ob denn mit unseren Pferden alles in Ordnung sei und dass wir die Hufe kontrollieren sollten.

Wir standen etwas verwirrt da und wussten diese Fürsorge nicht zu werten.

Nachdem wir wohl etwas verstört aussahen, begannen die beiden Feriengäste zu erzählen.

 

Beim heutigen Frühstück fühlten sie sich beobachtet und als sie sich zum Fenster drehten, sahen sie zwei große braune Pferdeaugen an. Raus aus der Hütte und geschaut, was da los ist. Sie fanden unsere beiden Pferde genüsslich grasend auf dem Terrain rund um die Hütte und auf Paul seinem Anwesen. Szindi und Bandy befanden sich ausserhalb der eigentlichen Koppel.

 

Die beiden Urlauber versuchten sie wieder zurück auf die Weide zu treiben, aber unsere Pferde fanden es außerhalb interessanter und kümmerten sich nicht um die aufgeregten sich bemühenden Urlauber.

Diese standen nun mit Spannung und gutem Abstand zu unseren Pferden und warteten, was denn nun wohl geschehen wird.

 

Szindi und Bandy machten sich auf den Weg, die nähere Umgebung zu erkunden. Unsere beiden Pferde blieben „Gott sei Dank“ auf dem Schotterweg und eroberten so eine Teil von Espetveit nach eigenen Vorstellungen. Sie gingen bis runter zum Waldweg, wo die Autos ins Hüttengebiet fahren und entschlossen sich dann wieder umzudrehen. Gemütlich spazierten sie zurück und gingen durch das offene Tor am obigen Abschnitt der Wiese, da wo sie auch raus gekommen waren, zurück auf ihre Koppel. Die Feriengäste schlossen schnell das Tor zur Weide und unsere beiden Pferde trotteten runter zu ihrem Stall.

 

Der Ausflug ging noch mal gut und weder Zwei- noch Vierbeiner sind zu schaden gekommen.

 

Wie unsere Pferde raus gekommen sind, ist einfach zu erklären.

 

Wir hatten 2 Tage zuvor an der Drainage der Weide vor unserem Haus gearbeitet. Mit dem Holder und Hänger fuhren wir mit einer Fuhre Sand über die obige Einfahrt auf die Wiese. Tja, und da haben wir einfach vergessen, nachdem wir fertig waren, das Tor wieder zu schließen. 

 

Na, ja, aus Fehlern lernt man ja bekanntlich. So etwas wird uns wahrscheinlich nicht mehr passieren.

 

Ende gut, alles gut! Wir erfuhren vom Ausflug unserer Großen erst, als alles vorbei war.

Szindi und Bandy hatten sicher einen interessanten Tag.

 

Als wir heute nach dem Abendessen und dem Füttern unserer Pferde völlig ahnungslos unsere abendliche Wanderung zur Mosseby-Hütte starteten, sahen wir Hufspuren auf dem Schotterweg. Wir nahmen an, dass ein fremder Reiter mit Pferd bei uns unterwegs war.

Dass es sich vielleicht bei den Hufspuren um unsere eigenen Pferde handeln könnte, war für uns völlig abwegig. Wir wären nicht im Entferntesten darauf gekommen, dass sich Bandy und Szindi allein auf den Weg machen. 

 

Manche Freunde laufen auf vier Beinen,

damit sie ihr riesiges Herz tragen können.