28.09.2015

 

Nach Süden,

nach Süden wollen sie fliegen …

 

Nun sind unsere letzten Schwalben auf dem Weg in den Süden.

 

Gestern Abend gab es noch ein lautes Gezwitscher und heute ist es ganz still im Stall. Kein Gezwitscher und kein Geflatter mehr, … die drei letzten Schwalbenkinder haben Espetveit verlassen.

Es wurde aber auch Zeit. Die Temperaturen liegen am Tage knapp über 10 Grad  und gestern Abend zeigte das Thermometer sogar nur noch 2 Grad an.

 

Vor 2 Tagen haben wir die letzten Heurundballen aus Kristiansand geholt. Auch das Stroh liegt seit 2 Tagen unter Dach und Fach. So spät wie in diesem Jahr hatten wir das Futter noch nie drinnen.

Tja, der Sommer ist in diesem Jahr hier in Norwegen ausgefallen. Und der Herbst ist bereits auf dem Vormarsch. Es wird sicher bald den ersten Nachtfrost geben.

 

Unsere Herde ist noch vollständig, denn der geplante Abholtermin zur Schlachterei ist geplatzt. Nun müssen wir sehen, wie wir alle satt bekommen, denn auf den Wiesen ist nicht mehr viel zu holen. In den letzten 14 Tagen gab es nur Regen, so dass die Sonne keine Chance hatte, dem Boden etwas Grün zu entlocken.

 

Nun soll der Transporter am 8. Oktober kommen. Es werden uns 15 Lämmer (alle unsere Jungs) und 9 alte Schafe verlassen. Es gehen Dala, Maila, Colli, Fips, Tria, Rosa, Katrin, Grete und Merete. Entweder gab es Probleme bei der Geburt der Lämmer oder eine abgelaufene Euterentzündung lässt eine weitere Trächtigkeit nicht zu. Auch haben wir 3 Damen, die einfach nur in die Jahre gekommen sind. Eine weitere Trächtigkeit ist für sie nicht zumutbar, es gäbe nur Probleme.

Alle unsere 6 Lammmädchen dürfen bleiben. So füllen wir die Herde wieder auf auch wenn wir in diesem Jahr ein Defizit beim Einstellen in zwei Wochen haben werden. Zur Zeit sind es 26 Schafdamen von denen 9 zur Schlachterei gehen. Leider wurden im Frühjahr nur 6 Lammmädchen geboren, so dass wir nur 23 Damen im Stall haben werden. Unsere beiden Böcke Holger und Torben werden bleiben und wieder ihre Herrengemächer beziehen.

 

Heute hatten wir tolles Wetter, ... Sonnenschein pur, bei allerdings nur 12 Grad. Das soll sich noch ein paar Tage so fortsetzten.

 

In einer Woche werden wir die gesamte Herde ins Gatter holen und die „reisenden“ Schafe markieren. Dann haben wir es einfacher, wenn der Transporter kommt, alle die gehen werden zu verladen. Ausserdem wollen wir die Damen nochmals auf ihr Befinden kontrollieren und falls notwendig, das eine oder andere Schaf zusätzlich in den Schafhimmel ziehen lassen. Wir werden sehen.

 

Im Zusammenhang mit der Ab(Aus)reise unsere letzten Schwalbenkinder mußten wir an einen Liedertext aus „alter Zeit“ von der DDR-Band LIFT denken.

Es war für uns damals eine Sensation, dass dieser Text in der DDR gesungen werden durfte. Bei youtube findet ihr diesen Song, der bei der Ost-Rock- Klassik-Tournee (seit 2007 bestehendes Musikprojekt) aufgenommen wurde.

 

Nach Süden

 

Als ich ein Kind noch war,
da war mir gar nicht klar,
wohin die Vögel gehn,
wenn kalt schon die Winde wehn.
Der Vater lachte leis,
die fliehn vor Schnee und Eis,
die ziehen nach Süden,
um immer die Sonne zu sehn.

 

Nach Süden, nach Süden wollte ich fliegen,
das war mein allerschönster Traum.
Hinter den Hügeln wuchsen mir Flügel,
um vor dem Winter abzuhauhn -
abzuhauhn.

 

Und heimlich in der Nacht
hab ich mich aufgemacht,
wollte nach Süden gehn,
um immer die Sonne zu sehn.
So lief ich querfeldein,
 wohl über Stock und Stein,
  doch gar nicht weit hinterm Haus,
  da fiel schon der erste Schnee.

 

Nach Süden, nach Süden …

 

 

 

 

07.09. 2015

 

Heidelbeere

und Co.

 

Dieser Sommer war verregnet und kalt, jedenfalls hier in Norwegen.

 

Jetzt ist er vorüber und der Herbst beginnt wie der Sommer ging, mit Regen.

 

Unsere eigenes Heu konnten wir nur mit großem Aufwand auf den Boden bekommen. Bislang haben wir auch nur einen Teil der erforderlichen Heurundballen drinnen. Es fehlen noch 80 Stück. Auch der Hafer steht noch auf dem Feld und wartet auf die spätsommerliche Sonne, damit er endlich reifen kann. Hoffentlich kommt "Klärchen" für ein paar Tage, so dass auch Stroh zum Pressen dabei abfällt. Alles in allem also kein gutes Erntejahr.

 

Doch wie fast immer hat alles seine zwei Seiten.

 

Die Bedingungen im Sommer war so gut wie seit langem nicht mehr, um die Waldbeeren reifen zu lassen. Die Heidelbeersträucher neigten sie dem Boden entgegen, da sie ihre Früchte kaum noch tragen konnten. Sie sehen wie kleine Apfelbäume aus, die zu viel Äpfel an den Zweigen haben und deshalb traurig mit hängenden Ästen da stehen.

  

Ralf war in seinem Sammeleifer nicht zu bremsen und so verarbeiteten wir ca. 60 kg Heidelbeeren. 

 

Wir haben ca. 20 Liter Saft gewonnen, der nun vor sich hin blubbert, um in einigen Wochen als leckerer Blaubeerwein auf dem Tisch zu stehen. Die meisten Beeren haben wir eingekocht und Marmelade zubereitet. Natürlich gab es mehrmals Hefeklöße mit frisch geschmorten Heidelbeeren,...hmmmm welch ein Genuß. 

 

 

Hier in Norwegen darf man die Heidelbeersträucher „kämmen“. Damit ist es nicht ganz so mühevoll mal schnell einen 10 l Eimer zu füllen. Zusätzlich haben wir einen „Absauger“ der im Zusammenwirken mit einem Staubsauger die Beeren von kleinen Ästchen und Blättern befreit. Das macht die Verarbeitung etwas einfacher. 


Heute ging es auf Preiselbeersuche.

 

 

Auch diese herrlich roten Früchte hängen zahlreich an den Büschen.

 

 

 

3 kg Preiselbeeren gab es heute und die wurden gleich zu kalt gerührter Marmelade verwandelt.

 

Diese selbstgemachte Preiselbeermarmelade schmeckt phantastisch zu Elch – oder Rentierbraten. So eine Qualität kann man nicht kaufen. Selbst gemacht ist eben selbstgemacht.


Die Blaubeerernte geht nun zu Ende. Es gibt zwar noch reichlich Beeren, aber die Früchte sind jetzt überreif und fallen bei der geringsten Berührung von den Büschen.

Die Preiselbeeren befinden sich in den höheren Bergregionen noch im Reifungsprozess, so dass wir in den nächsten Wochen sicher noch das eine oder andere Kilo pflücken werden.

 

Heidelbeeren

Frau Sonne hat es brav gemacht,
Sie hat die Beeren zur Reife gebracht,
Die Heidelbeeren.

Wir wollen uns bücken
Und fleißig pflücken
Die Heidelbeeren.

Wir wollen verzehren,
Frau Sonne zu Ehren,
Die Heidelbeeren,
Die lieben, blauen Heidelbeeren


August Heinrich Hoffmann von Fallersleben