29.10. 2015

 

Vier Jahre

und

ein wenig weiser


  


Genau das trifft für Neele zu. Heute wird sie 4 Jahre und sie ist in ihrer Art reifer und „weiser“ geworden.


Vor 1 ½ Jahren dachten wir nicht so weit. Die Operation damals hat uns zweifeln lassen ob sie dieses Alter überhaupt erreichen wird. Aber, sie ist nun vier Jahre und sie ist putz munter. Der Tumor hat sich nicht mehr sehen lassen und wir denken, dass er sich endgültig auf und davon gemacht hat.


Ja, unsere Neele hat sich verändert. Sie ist überlegter in dem was sie tut, ist sicherer in ihrem Auftreten und eine absolut treue Seele. Doch von ihrem ausgeprägten Territorialverhalten hat sie nichts verloren. Alle Versuche, sie da etwas runter zu holen, sind gescheitert. Nichts kommt unbemerkt an unserem Grundstück vorbei, geschweige dann auf den Hof. Neele würde für ihr zu Hause und die, die darauf leben, ihr Leben geben, ... davon sind wir überzeugt.


Ihr Sozialverhalten ist gesellschaftsfähig, was wir auf einer Hundewanderung im September mit großem Erstaunen festgestellt haben. Sie kann der liebste Hund der Welt sein, zurück haltend und folgsam, kein Wässerchen trüben, wenn sie fernab vom heimatlichen Gefilde ist. Wir dachten ja immer, dass Neele keinen gesellschaftlichen Rahmen kennt, aber der muss ihr mit in die „Wiege gelegt worden sein“.


Wir sind stolz, dass Neele sich so hervorragend entwickelt hat. Es ist schön, dass, sie eine richtige Schmusebacke ist, ehrlich und durchsichtig in ihrem Charakter. Manchmal nervt sie mit ihrem Durchhaltevermögen bezüglich Forderungen ihrerseits oder andererseits unsere Vorstellungen einfach zu ignorieren. Aber das sind Kleinigkeiten, die in unserem gemeinsamen Leben hier auf Espetveit nicht wirklich von Bedeutung sind.


Wir sind froh, dass Neele unser Mini Aussie-Mädchen ist, ... froh, dass wir uns 2011 entschlossen haben, sie zu uns zu holen,… dass sie dem Tod vor knapp 2 Jahren „von der Schippe gesprungen“ ist … und wir sie weiterhin jeden Tag bei uns haben dürfen, … und das hoffentlich noch viele lange Jahre.


Wir gratulieren unserer Neelemaus von ganzem Herzen zu ihrem vollendeten vierten Lebensjahr.

 

 

Nicht müde werden

sondern dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten.


Hilde Domin



11.10. 2015 Nun sind alle wieder zu Hause.


Kurzentschlossen haben wir heute unsere Schafe rein geholt. Morgen soll es wieder regnen und sie pitschnass in den Stall zu stellen ist nicht gut.


Holger und Torben fuhren mit dem Pferdehänger nach Hause. Die beiden hatten wir über den Sommer mit Kraftfutter an gefüttert. So gingen sie zwar gemächlich aber brav auf den Pferdehänger und im Stall nach dem Schütteln mit dem Kraftfuttereimer auch wieder runter und in ihre Boxen. Nun steht ein jeder in seinem Gemach.

 

 

Im letzten Jahr mussten wir sie länger draußen lassen, da sie nicht gewillt waren auf den Hänger zu folgen. Erst nach fast 1 Woche anfüttern kamen sie gerade noch rechtzeitig vor dem ersten Schnee in den Stall. 

 

Über den Sommer haben beide Böcke ganz viel Wolle bekommen und sehen jetzt mehr einem Bär ähnlich als einem Schaf.


Unsere Schafdamen holten wir über den Hintereingang des Schafstalls rein. Ein wenig „...jei, jei, jei, jei... „ und die gesamte Herde folgte im Laufschritt über die Rampe in den Stall. Inzwischen stehen auch alle in der ihnen zugedachten Box.

Hier findet ihr mehr dazu.


Ab jetzt werden wir über alles, was unsere Schafe betrifft unter der Rubrik Lammzeit 2015/2016 berichten.


Jede innere Entwicklung braucht ihre Zeit. 

Dalai Lama

 

 

 

 


07.10. 2015


Ein Tag, so traurig wie in jedem Jahr


Unsere Schafe gingen heute zur Schlachterei.



Das heutige Wetter passte zu diesem Tag.

Nebel, Nieselregen und Temperaturen bei knapp 5 Grad.


Vor 2 Tagen bekamen wir einen Anruf, dass der Viehtransporter nicht wie versprochen am Donnerstag kommt. Man wollte die Schafe einen Tag vorher einsammeln.

Bereits vor einigen Tagen hatte wir alle, die uns verlassen sollten, am Kopf mit einem Wachsstift markiert. So war es für uns einfach die Schafe entsprechend im Gatter zu verteilen.

Alle unseren männlichen Lämmer sind gegangen.

 

Außerdem Dala, Rosa, Tria, Kathrin, Maila, Grethe, Colli, Merete und Fips.

 

Und wie in jedem Jahr war uns etwas weh ums Herz.

 

Fips, Rosa und Tria sind die letzten drei Schafe, mit denen wir 2008 unsere Herde aufgebaut hatten. Nun haben sie ein Alter erreicht, wo eine weitere Schwangerschaft nicht zumutbar ist. Dala, Maila und Merete hatten Euterprobleme. Grethe war schlecht zufuß unterwegs und Kathrin hatte Rückenprobleme. Eine weiter Trächtigkeit war also auch bei den letztgenannten Damen nicht mehr möglich.


Alles ging recht schnell. Der Fahrer war pünktlich und um 09.00 Uhr waren alle Schafe verladen. Unsere Stimmung war nicht so gut, als der Transporter uns verließ. Aber das machen wir in jedem Herbst durch. Die Stimmung wird sich wieder aufhellen und dann schauen wir mit der jungen Herde zuversichtlich in die Zukunft. Unsere 6 Lammmädchen konnten alle bleiben und vertreten bis auf Kela (Tochter von Merle, die weiter in der Herde ist) ihre Mütter, die in den Schafhimmel gegangen sind.


Jetzt sind es nur noch wenige Tage und die verbliebenden Schafe kommen in den Stall. Wir wollen am 12.10. alle nach Hause holen.       

 

Die echten, großen Träume folgen uns ein Leben lang,

auch wenn es zwischendurch nicht immer danach aussieht.

 

 

Karoline Mayer