Reni, Camilla,Manuel, Michel, Merete, Dalisa, Dala (von vorn nach hinten)
Reni, Camilla,Manuel, Michel, Merete, Dalisa, Dala (von vorn nach hinten)

 

26.05. 2015

 

Nun ist er doch eröffnet, der Lammkindergarten

auf Espetveit

 

Wir dachten ja, dass wir in diesem Jahr kein Kindergartenlamm haben werden. Tja, aber so ist das eben, meist kommt es anders als man denkt.  

 

 

 

 

Camilla und Moritz haben bereits im Schafstall ihr Fläschchen Milch bekommen und beide Lämmer  gingen mit ihrer Mama und der Herde nach draußen. Es war kein Problem nach beiden  auf der Weide zu rufen und schon kamen sie ihr Fläschchen abholen. Camilla war etwas zögerlich, Moritz allerdings sehr fordern. Alles schien gut zu sein mit der Herde.

 

Vor jedoch einer Woche sahen wir, dass Merete eine Mastitis ausgebildet hatte und ihre beiden Jungs nicht mehr trinken durften. Nach einer entsprechenden Jagt auf offener Wiese stellten wir Merete, Manuel und Michel auf das Terrain des Kindergartens vor unserem Haus.

 

Auch Dala zeigte Probleme mit einem ständig wachsenden Euter. Ihre Tochter Dalisa ging nur auf 3 Beinen und humpelte hinter ihrer Mama her. Immer wenn sie ans Euter wollte, lief Dala weiter und auf ihren drei Beinchen konnte Lisa nicht so schnell folgen. Also kamen auch Dala und Dalisa auf die Wiese vor unserem Haus.

Und da wir ohnehin nun 3 Lämmer hatten, denen wir Milch dazu füttern mussten, gesellten wir auch Camilla zum Lammkindergarten.

 

Merete erhielt über 5 Tage jeweils 2-mal eine Injektion mit einem Antibiotikum. Dala wurde 2-mal täglich von uns gemolken und die eine Seite des Euters, welche in Ordnung war, produzierte täglich 2000 ml Milch. Dalisa, hatte eine Infektion am linken Hinterlauf, aus der sich wie bei Max, Eiter entleeren ließ. Auch hier waren wir täglich 2-mal in Gang um den Fuß zu versorgen.

 

Alle Lämmer im nun doch eröffneten Lammkindergarten, erhielten die Flasche und vor 3 Tagen begannen wir mit dem Trainieren am Milcheimer. Dazu sperrten wir alle Lämmer in ein extra abgegrenztes Terrain rund um ein Lammhaus. Wir hängten sie regelmäßig an den Schnuller des Eimers damit sie mit der Eigenheit des Saugers und dem Aussehen des Eimers vertraut wurden.

Dabei hatten die Lämmer durch den Zaun weiterhin Kontakt mit ihren Müttern nur das Trinken am Euter war nicht möglich, … was ja ohnehin nicht funktionierte.

 

Die Behandlung von Merete war erfolgreich und auch das Euter von Dala wurde deutlich kleiner. Der Abszess von Dalisas Fuß zog sich zunehmend zurück und sie begann wieder ihren linken Hinterlauf zu belasten. Alles ging seinen Gang.

 

Aber zu allem Unglück fanden wir vor 2 Tagen auf der Wiese, wo die Herde steht, die kleine Reni völlig unterkühlt und mit fast keinen Lebenszeichen mehr. Der ständige Regen und die Temperaturen um die 4 Grad am Tage und Frost in der Nacht, hatten die kleine Tochter von Rosa an die Grenzen gebracht.

Das intensives Aufwärmen mit dem Föhn und das anschließende Einpacken in warme Decken mit Wärmflasche, ließen die Körpertemperatur wieder steigen. Über die Magensonde gaben wir ihr warme Milch. So lag sie im Hundekörbchen in unserem Bad und langsam kamen die Lebensgeister in ihr zurück. Nur eine Stunde später und wir hätten Reni nur noch tot aufgefunden. Ihr geht es inzwischen gut. Sie steht mit den anderen im Lammkindergarten und ist ein eifriger Milcheimer-Trinker geworden.

 

Seit gestern haben wir die „innere Begrenzung“ für die Lämmer entfernt. Zu unserer Überraschung dürfen alle Lämmer, deren Mütter mit im Lammkindergarten stehen, bei ihren Mamas trinken. Bei Merete kommt sich nicht viel Milch, so dass Michel und Manuel sich auch am Milcheimer bedienen. Lisa trinkt in vollen Zügen Mamas Milch und der Milcheimer interessiert sie nicht länger. Sie hat großes Glück, dass Dala so sehr an ihrer Tochter hängt und sie still steht, wenn Dalisa kommt und ans Euter will. Allerdings bedarf Dalisas Fuß weiter Pflege. Eine abendliche tägliche Jagt hinter Dalisa bestimmt einen Teil unseres Abends nach getaner Arbeit im Krankenhaus.

 

Die kleine „Extraherde“ wird noch ca. 2 Wochen zusammen stehen. Danach sehen wir weiter. Wahrscheinlich gehen dann Dala mit ihrer Tochter Lisa und Merete mit ihren Söhnen Michel und Manuel zu den anderen Schafen auf die Weide. Selbst wenn dann Merete nicht ausreichend Milch für ihre Söhne produziert, hat es keine große Konsequenz für ihre beiden Jungs. Die sind dann in einem Alter wo sie auch ohne Milch, nur mit Kraftfutter und dem Gras auf der Wiese, überleben können. Dala wird immer ausreichend Milch haben und wenn sie nicht erneut Probleme mit Milchstau und einer Euterentzündung bekommt. Geht alles glatt dann wird Dalisa sicher ein großes kräftiges Lamm bei dem reichlichen Milchangebot ihrer Mama. Natürlich müssen wir uns bemühen Dalisas Fuß bis dahin in Ordnung zu bekommen. Wir wollen sie nämlich im Herbst behalten und da muss alles gut sein.

 

Camilla und Reni bleiben Kindergartenlämmer bis sie eventuell im Spätsommer auf ihre Milch verzichten und dann ebenfalls zur Herde stoßen.

 

Lassen wir uns überraschen, was die Zukunft bringt, denn jede Zeit ist für eine Überraschungen gut. 

 

Wie sagt doch Forrest Gump in der US-amerikanische Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans von Winston Groom aus dem Jahr 1994 :

 

 

" Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen -

man weiß nie was man kriegt."

 

(Life is like a box of chocolates -

you never know what you're gonna get.)

 

... übrigens ein phantastischer Film !!!