18.01. 2015 Waldernte

 

Unser Grundstück ist einen Kilometer lang und 750 Meter breit. 75% dieser Fläche besteht aus Wald. Die Hälfte davon kann geerntet werden.

 

Wir haben einen kleinen Teil bereits 2010 einbringen lassen.

Das war damals nötig, um als „Betrieb“ in das Mehrwertsteuersystem aufgenommen zu werden.

 

Hauptsächlich aus dem gleichen Grund haben wir auch aktuell ernten lassen. Ein anderer Grund war der, dass im ausgewählten Waldgebiet kein Baumzuwachs mehr zu erwarten war. Damit ist der Verlust durch Sturmschäden und Schädlinge größer, als der kalkulierbare Gewinn durch den nachwachsenden Wald. Die Ernte machte also auch von dieser Seite der Ökonomie betrachtet Sinn. Das Holz wird komplett an ein Sägewerk geliefert. Nur ein ganz kleiner Anteil, nämlich die Birken, werden zu Brennholz verarbeitet. Der größte Anteil des geernteten Holzes sind Kiefern von sehr guter Qualität.

Der Wald wird bei der Ernte nicht vollständig gerodet. Pro ca. 200 qm lässt man einen mittelalten Baum stehen, der ausreichend Samen für die natürliche Aussaat zur Verfügung stellt. Ein gewisser Teil wird nach der Markbereinigung aber auch mit Setzlingen aufgeforstet. Die Markbereinigung soll nach drei Jahren abgeschlossen sein und wird ebenfalls komplett, wie auch die Ernte des Waldes, über die Forstvereinigung geregelt. Die Spezialisten für all diese Arbeiten werden vom Hauptverantwortlichen unserer lokalen Forstvereinigung genau instruiert. Er ist mit uns die abzuerntende Fläche vorher abgegangen, die dabei gleichzeitig mit dem GPS erfasst wurde. Anschließend wurde eine Karte ausgedruckt und anhand der Daten ein Vertrag aufgestellt. Dieser beinhaltet neben der Ernte auch die Fragen der Markbereinigung und Wiederaufforstung.

Die Arbeiten des großen Harvester, der Rücke-Maschine und der Abtransport des Holzes mit Spezialtransporten verbrauchen etwa die Hälfte des Ertrages. Zehn Prozent des Bruttoertrages kommen auf ein Sperrkonto der Forstverwaltung. Davon dürfen nur die Markbereinigung und die Wiederaufforstung der abgeernteten Fläche finanziert werden. Wir persönlich haben „Gott sei Dank“ keinerlei Arbeit mit der Ernte und der Markbereinigung.

In eigener Arbeit ernten wir nur unser Brennholz. Das sind etwa sieben Kubikmeter pro Jahr und zumeist Eiche und Birke.

Bei der Wiederaufforstung der abgeernteten Waldfläche können wir allerdings aktiv werden. In einigen Bereichen werden dann Setzlinge von Hand eingebracht. Diese bekommen wir ebenfalls über die Forstvereinigung bei der wir Mitglied sind.

Es wird also nichts dem Zufall überlassen … oder besser gesagt, es ist alles streng reglementiert. 

Es gibt in der Welt einen einzigen Weg,

auf welchem niemand gehen kann außer dir:

Wohin er führt? Frage nicht, ....

gehe ihn !

 

Friedrich Nietzsche

02.01.2015 Szindi ist fast wieder die Alte

 

Vor ein paar Tagen hatten wir berichtet, dass unsere Stute Szindi erkrank ist. Wir hatten sogar den Tierarzt hinzu gezogen, da wir mit unserem Latein am Ende waren. Konservative Behandlung hatte er empfohlen, die wir auch gewillt waren es umzusetzen. 

 

Jedoch ist die Theorie das Eine, das Pferd mit seinem eigenen Willen das Andere.

Den Eimer mit Wasser haben wir zusätzlich angebracht. Ob aber Szindi dieses Wasser getrunken hat oder Bandy sich das einverleibt hat, wissen wir nicht. Das Wasser war regelmäßig ausgetrunken und so füllten wir den Eimer immer wieder nach. Das Meersalz hängt nach wie vor in einem Extraeimer neben dem Eimer mit dem Wasser und wirkt völlig unberührt. Na, ja o.k. , dann eben kein extra Meersalz für Szindi. 

 

Bandy hat seine Wurmpaste, die wir unter das Kraftfutter gemengt hatten, mehr oder weniger freiwillig zu sich genommen. Jedenfalls hat er mächtig geprustet, bevor er sich entschloss, das Kraftfutter aus seinem Napf zu fressen.

Szindi hat es vielleicht genommen. ..., jedenfalls bekam sie es genau wie Bandy untergemischt. Allerdings hat sie nur das lose Kraftfutter rausgesucht und das, was sich mit der Paste gut vermengt war, im Napf belassen.

Beide Pferde gehen nach dem Fressen des Kraftfutters immer sofort zur Heuraufe, was Szindi ebenfalls, obwohl sie um einiges länger an ihrem Futternapf festgemacht war, auch tut. Wer nun von beiden Pferden Szindis Napf im Nachhinein geleert hat, wissen wir nicht. Wir hoffen natürlich, dass Szindi es war 

 

Ebenso verhielt es sich mit dem Schmerzmittel. Szindi rümpfte die Nase und die Paste mit dem kontaminierten Kraftfutter lag auf dem Grund des Napfes. Später war es allerdings weg…. Szindi oder Bandy hat`s gefressen ?

 

Heute betrachtet, spielt es keine Rolle mehr.

Unserer Szindi geht es besser, sei es weil sie eventuell doch „ihre" Medizin gefressen hat oder weil Mutter Natur ihr einfach noch etwas Zeit geben will.


Allerdings ist Szindi noch nicht ganz die Alte. Sie legt sich noch im Stall viel ab und auch das Kraftfutter schmeckt ihr noch nicht so richtig. Das Heu allerdings lässt sie nicht umkommen und die wenigen Sonnenstrahlen, die Espetveit z.Zt. erreichen, genießt sie in vollen Zügen. 

 

Wir freuen uns riesig, dass unsere dickköpfige und eigensinnige aber liebenswerte Stute weiter bei uns sein darf. Wir wollen sie nicht missen trotz ihres oder insbesondere wegen ihres liebenswerten, klaren, nicht käuflichen Charakters. Sie gehört zu uns egal wie sie ist.

  

Die einen leben zu sehr in der Vergangenheit, können nicht loslassen und haben Angst, dass ihnen die Zukunft erneut ins Herz sticht.

 

Und die anderen Menschen sehen trotz vieler Enttäuschungen

die positiven Seiten des Lebens.

Sie sind stolz auf ihr Herz, denn es wurde verletzt, ausgenutzt, getreten und trotz allem funktioniert es immer noch hervorragend.

 

J J J J J J J J J