21.08.2015                      

Ein Ausflug nach Lista 

 

 

 

 

Lista ist ein Halbinsel an der südwestnorwegischen Küste. Die Halbinsel gehört zur Kommune Farsund.

 

Über das Landesinnere, also von uns aus, kommt man zunächst durch Lyngdal, eine kleine Stadt mit knapp über 7.000 Einwohnern, die rund 70 Kilometer westlich von Kristiansand landeinwärts liegt. Der Ort Farsund selbst hat einen sehr hübschen Hafen, bestens geeignet, um schicke Urlaubsfotos zu machen. Wir waren allerdings auf andere Dinge aus. Uns interessierte heute der Leuchtturm von Lista und Teile der Lista Festung, im Besonderen das Nordberg Fort. Es stellt eine Abwehranlage der deutschen Besatzer im zweiten Weltkrieg dar, die in einen felsigen Hügel bei Borhaug hineingebaut wurde. Lista war nach Ansicht der Wehrmacht bestens für eine Landung von See aus geeignet, so wie es in der Normandie geschehen ist. Deshalb der Bau der „Naturfestung“ um eine Landung von Seeseite im Norden zu verhindern. 

 

Der Leuchturm und die Festung sind sehr gut über einen Wanderweg entlang der flachen Küste zu erreichen. Man muss also nicht unbedingt alles mit dem Auto abfahren. 

 

Die Strecke, welche wir mit dem Auto zurück legten, findet ihr hier.  

 

  

Auf dem Weg nach Lista wollten wir uns zunächst die „Lachstreppe“ anschauen. 

 

Sie befindet sich am 36 m hohen Kvåsfossen.

 

Im Berg wurden ein 300 m langer Tunnel und eine Berghalle gebaut. Hier wird der Lachs über die „Lachstreppe“ am Wasserfall vorbei und weiter nordwärts geleitet.

 

Lachse, Meeresforellen und Aale könne durch große Fenster in der Berghalle betrachtet werden. 

 

Doch leider war das Glück uns bei diesem Vorhaben nicht hold. Am Eingang zur Berghalle wird gebaut, so dass der Zugang nur zu bestimmten Zeiten möglich ist. Wir waren am Vormittag zur Stelle und es war geschlossen. Schade, wir hätten uns dieses Naturschauspiel schon gerne angesehen.

 

Wir haben ein tolles Video im Internet gefunden, wo zu sehen ist, welche Anstrengungen der Lachs am Kvåsfossen unternehmen musste, um den Wasserfall zu überwinden. Das war bevor der Mensch die  "Lachstreppe" baute, ... aber seht selbst   

  

Also ging es ohne "Lachstreppe" für uns weiter nach Lista. 

 

Wir haben zunächst den Sandstrand von Borhaug besucht und dort eine kurze Pause eingelegt. Der Strand ist sicher mehr als einen Kilometer lang, feinsandig und hat sogar Dünen.

Wenn man das sieht, wundert man sich schon etwas. Norwegen ist eigentlich nur für seine felsige und zerklüftete Küste bekannt. Sandstrände gibt es sehr wenige. Am bekanntesten sind wohl die sandigen Badebuchten von Mandal. Für ein Bad war es heute allerdings zu kalt und auch viel zu windig.

 

 

 

Wir haben es uns an einem Rastplatz im Schutz eines kleinen Küstenwaldes gemütlich gemacht.

 

 

Dort stehen rustikale Tische und Bänke, was genau das Richtige Ambiente für unser Lunch war.

 

Nachdem wir uns gestärkt hatten, sind wir zum Leuchtturm gefahren. Der ist sehr nett anzusehen. Er bietet eine perfekte Postkartenidylle. Auf unserer Besichtigungstour haben wir etliche Fotos gemacht. Wir sind allerdings nicht auf den Turm geklettert. Am Eingang zum Turmgelände gibt es einen kleinen Laden. Dort kann man Andenken kaufen oder auch einen kleinen Imbiss, Kaffee und Eis bekommen.

Da es noch recht früh war, haben wir beschlossen den Küstenweg zur Festung zu laufen. Ralfwar es dabei ein wenig mulmig, denn der Weg war weit und der Festungshügel aus der Ferne recht hoch. Liane hat das optimistischer gesehen und Ralf wollte am Ende kein Spielverderber sein. Also haben wir uns aufgemacht, die Festung zu erwandern.

Wir folgten dazu dem gut markierten Küstenwanderweg (blaue Markierung; "Kyststien"). Der Küstenwanderweg beginnt schon in Farsund und ist etwa 27 km lang. Unser Abschnitt  war mit 5,3 km ausgeschildert. Hin und zurück also schon eine kleine Herausforderung. Der Weg ist anfangs gut ausgebaut. 

 

 

Nach dem ersten Kilometer kamen wir an einer Herde Alpakas vorbei. 

 

Die waren zu unserer Freude sehr neugierig und kamen an den Weidezaun. Sie waren sehr liebevoll geschoren worden.

Ihre Wolle ist wesentlich wertvoller als Schafwolle, besonders die der schwarzen Tiere. Diese kleine Herde war kunterbunt und wirklich sehr schön anzusehen.

Alpakas sind Verwandte der Lamas, wurden aber nicht aus ihnen, sondern aus Guanacos und Vicunjas gezüchtet. Wir konnten uns sofort vorstellen, auch so eine kleine Herde zu haben, waren aber dann doch mit unseren Schafen zufrieden, die ja auch wirklich besser nach Norwegen passen.

 

Der mittlere Teil des Weges führt über zahlreiche Weiden, die direkt am Meer liegen. Es ist ein sehr romantischer Wanderweg. Allerdings sollte man bei all den schönen Ausblicken auch immer ein Auge auf den Boden richten. Man kann leicht einmal in einem Kuhfladen ausrutschen.

 

Nachdem dieser Abschnitt bewältigt ist, kommt man durch einen Küstenwald, der von einer berühmten Weide, dem Gräberfeld  "Sausebakk" mit dem Fruchbarkeitssymbol Vanen, unterbrochen wird. Es ist eine der ältesten und intaktesten Kulturlandschaften Norwegens. 

 

Das folgende Bild haben wir von einer Schautafel, die am Gräberfeld aufgstellt war, abfotografiert. 

Das Fruchbarkeitssymbol Vanen kann darauf hindeuten, dass "Sausebakk" als Kultstätte diente. Für die Menschen der Frühgeschichte war Fruchbarkeit sehr wichtig. Der fruchbare Boden gab Nahrung und stellt damit die Lebensgrundlage dar Die Vanen (auch Wanen geschrieben) sind ein  Göttergeschlecht der nordischen Mytologie mit Fruchbarkeitsgöttern wie Njord, Frey und Freya. Z.B. opferte man dem Njord um sich Glück auf dem Meer, eine sichere Reise und reichen Fischfang zu sichern. 

 

Während des 2. Weltkrieges wurde das Gräberfeld von den deutschen Besatzungsgruppen teilweise zerstört. Hier wurden, als Teil der Verteidigungsanlage "Festung Lista" , deutsche Militärstellunegn eingerichtet. 

 

Der Bautastein oder Vanen in Form eines kleinen Felsens, stand für uns unübersehbar auf der Weide.  

Nach dem langen, etwas anstrengende Anstieg hoch zur Festung wurden wir mit einem tollen Rundblick belohnt. Am Eingang zur Festung gibt es ein kleines Museum, kombiniert mit Einkaufsladen und Souvenirgeschäft. Wir haben aber nur durch die Fenster geschaut und können nichts Näheres darüber berichten.

Auf dem Marsch zurück gingen wir durch den düsteren Küstenwald. 

 

Nachdem wir insgesamt 8 km gelaufen waren, machte sich der Flüssigkeitsverlust bemerkbar. Es war sehr windig, sonnig und warm. Wir hatten zwar unseren Rucksack mit Proviant für den heutigen Tag gepackt, aber leider für den Fußmarsch zur Festung im Auto vergessen. Wieder an unserem Gefährt angekommen, haben wir erst einmal unseren Durst gestillt. Ja, und dann wollten wir uns noch ein „schönes“ großes Eis kaufen. Denkste, der Laden im Leuchtturm hatte bereits geschlossen.

 

Da blieb uns nichts weiter übrig, als ins Auto zu steigen und uns auf den Heimweg zu machen.

 

Mit einem tollen Abendessen auf unserer sonnigen Terrasse haben wir den Tag ausklingen lassen. Etwas weich in den Knien, aber sehr zufrieden mit dem Tag, saßen wir draussen bis die Sonne hinter den Bäumen verschwandt.

 

 

Lista ist ein lohnendes Ziel!

 

Manchmal muss man sich einfach nur auf eine Parkbank setzten,

um den Wirren der Welt zu entgehen.

 

Ein Freiraum am Wegesrand,

von dem aus man das Leben aus angenehmer Entfernung betrachtet.

In Ruhe auf alles schaut wie ein friedlicher „Gott“. 

 

Rosalie Tavernier

13.08. 2015 Marsch zur Lakkenstova 

 

Die Lakkenstova ist eine Touristenhütte im Setesdal welche durch den Touristenverband Kristiansand/Oppland “bedient“ wird.

Sie liegt nördlich vom Sandvasstjønnen oberhalb der Baumgrenze (845 . ü. M.). Sie ist 1985 erbaut und zwischenzeitlich renoviert. Eine  zweite Hütte, die "Sikringshytta", ist hinzugekommen. 

Der höchste Berg in unmittelbarer Nähe ist der Skoræ mit 1041 m ü. M..  

 

In diesem Jahr wollten wir die Tour zur Lakkenstova von 2012 wiederholen und sehen, was wir vielleicht damals nicht gesehen haben.

 

Unser Rucksack war schnell mit Essen, Trinken und Wechselsachen gepackt. Ruckzuck saßen wir alle im Auto und fuhren in Richtung Ljosland, gelegen in der Åseral Kommune. Dort befindet sich in 530m Höhe eine private Touristenhütte, die Ljosland Fjellstova. Nach 80 Minuten Fahrzeit trafen wir an der Hütte ein. 

 

Wie bereits im Artikel vom 12.08.15  erwähnt, befinden wir uns auf Erkundungstour für das anstehende Seminargruppentreffen 2016.  Die Ljosland Fjellstova war eine der Unterkünfte, welche eventuell für die Unterbringung unserer Freunde in Betracht kommen könnte. 

 

 

 

 

Somit ging es zunächst einmal auf Erkundung in das kleine „Hotel“.

 

 

 

Wir trafen dort einen sehr freundlichen jungen Mann, der uns die Räumlichkeiten des „Hotels“ präsentierte und unsere neugierigen Fragen beantwortete.

 

Extraraum?...kein Problem,…Extramahlzeiten?....möglich, … Bewirtung auch spät am Abend… nach Absprache immer machbar. Na, ja was wollen wir mehr? Somit kommt die Fjellstova auf unsere Favoritenliste.

 

Doch wir waren ja hauptsächlich zum Wandern hier her gekommen. Die Lakkenstova war unser Ziel. Diese Hütte ist nicht mit dem Auto erreichbar, sondern allein Schusters Rappen bringen uns dort hin.

 

Der Start des Wanderweges ist ca. 3 km von der Fjellstova entfernt, bergauf am Kvennevatnet gelegen. Die Straße ist betoniert und gibt schnell lahme Füße. Damit war für uns klar, dass diese 3 km mit dem Auto zurückgelegt werden. Der Weg danach, zur Lakkenstova, ist noch lang genug, um sich müde Füße oder Blasen zu laufen. Also alle wieder ins Auto und hoch zum Startpunkt.

Neele und Thyra hatten eigentlich keine Lust mehr auf eine längere Autotour, was sie uns auch mit ihren Gejaule und unruhigem Verhalten auf ihren Plätzen verständlich machten.

 

Es dauert nicht lange und schon standen wir startbereit für den Aufstieg zur Lakkenstova. Rucksack auf, Hunde angeleint und los ging es.

Zunächst marschierten wir wieder über wenig fußfreundliches Gelände, aber kein Vergleich mehr zu dem, was wir 2012 erlebt hatten. Der Pfad war verbessert, wenn auch noch nicht gut, aber akzeptabel. Durch die Tür am Weidezaun geschlüpft und dann standen wir endlich auf dem weiten Gebirgsterrain.

 

Um diese Jahreszeit ist schon kaum noch Betrieb, so dass unsere Mini Aussie Mädchen von der Leine konnten. Wir mussten nur aufpassen, dass wir weidende Schafe rechtzeitig entdeckten und unsere „Hütehunde“ dann an die Leine  nahmen. Sowohl Thyra als auch Neele sind bestrebt alles was nicht Hund ist, zu hüten oder einfach mal durch zu mischen. Und wir sind nicht gekommen, um die hier verweilenden Schafe zusammenzuhalten oder auf ihre Lauffreudigkeit zu testen. Also hielten wir Ohren (die erwachsenen Schafe haben eine Glocke um den Hals) und Augen offen, falls sich neben den Schafen auch Menschen hierhin verirrt haben sollten. Von April bis Oktober gilt nämlich Leinenzwang für Hunde in Norwegen, wenn man mit ihnen auf Tour geht.

 

Der Weg führte uns über Stock und Stein. Manche Abschnitte waren sicher zu laufen und bei anderen mussten  wir über Steine krakeln oder Umwege gehen, um vorwärts zu kommen. Es hatte in der letzten Woche hier kräftig geregnet und dem entsprechend waren die Wege/Pfade.

Doch heute hatten wir großes Glück mit dem Wetter. Überwiegend schien die Sonne und selten schoben sich kleine Wolken davor. Wir empfanden die Sonnenpausen eher angenehm als störend. An einige Besonderheiten von der Wanderung vor 3 Jahren, konnten wir uns erinnern.

Wir blieben immer wieder stehen und bewunderten die herrliche Landschaft. Hier ein Bild, da ein Bild und "...ach, da drüben sieht es auch so toll aus". Man kann sich einfach nicht satt sehen an den schroffen Felsen, blauen Bächen, spiegelnden Seen, Sumpfgebieten mit ihren Pflanzen und den immer verschieden grün wirkenden Grasflächen. Man kann die faszinierende Schönheit dieses Gebietes kaum in Worte fassen. 

 

Wir fanden auf Anhieb den Rastplatz wieder, wo wir 2012 verweilten. Der war uns so in angenehmer Erinnerung geblieben, dass wir gleich beschlossen den Rucksack ab zulegen und unsere Essenspakete raus zu holen. Allerdings nahmen wir dieses Mal kein erfrischendes Bad. So warm war uns nun doch nicht, als dass wir ins kühle Nass wollten. Was allerdings nicht für Thyra galt. Sie ist ja ein echter „Badetyp“. Kein Tümpel und ist er noch so klein, ist vor ihr sicher.  Sie war bereits pitschenass von ihren Schwimmtouren unterwegs. Man musste sich vorsehen, von ihr nicht "eingeseift" zu werden.

Das Essen wurde unter Mensch und Tier aufgeteilt,  bevor es dann wieder weiter ging. Wir waren gespannt, ob es denn wieder Restschnee zu bestaunen gab.

 

Ja, und so war es auch. An den Schattenseiten der Berghänge fand sich reichlich Schnee. Für unsere beiden Mädels die Sensation. Wir glauben für die beiden gibt es nichts Schöneres als Schnee. Jedenfalls hat man den Eindruck, wenn man sieht, wie die zwei sich im Schnee verhalten. 

 

Seht einfach selbst. Wir haben ein kleines Video aufgenommen um euch zu zeigen, wie verrückt sich unsere Hunde im Schnee bewegen. 

(cc) music by Jose Carillo

 

Nach dem Schneevergnügen gingen wir weiter. Keine Menschenseele weit und breit, dafür aber immer wieder kleinere Schafherden, die das Gebiet beweideten. Sie schauten uns neugierig an und zogen sich zurück, wenn wir näher kamen. Thyra und Neele bleiben brav bei Fuß, so dass wir sie nicht anleinen mussten.

 

  

Nach einigen Kilometern dann endlich der erste Blick auf die Lakenstova, welche sich in 845 m Höhe befindet.  

 

 

Es ist schon idyllisch, wenn man von der Anhöhe ins Tal schaut und die Hütte mit dem See und ansteigenden Gebirgswänden zu allen Seiten vor sich liegen sieht. 

 

Inzwischen ist sogar eine zweite Hütte (Sikringshytta) hinzugekommen, so dass man insgesamt Übernachtungsplätze für 36 Personen anbietet.

Dieses Mal wollten wir uns die Hütte auch von innen ansehen und waren überrascht, wie komfortabel und praktisch sie eingerichtet ist. 

 

 

Küche, Aufenthaltsräume, und Schlafräume sind getrennt voneinander.

 

 

Es ist ein Vorratsraum vorhanden, indem man das Notwendigste an Essen findet, was man auf einer Gebirgstour zum "überleben" braucht. Alles in Tüten und Dosen eben. Wer hier übernachten will, um eventuell am nächsten Tag die Tour weiter fortzusetzten, muss sein Essen nicht mitschleppen. Es ist ein Ofen im Raum, den man mit normalem Kaminholz heizt. Die Küche hat einen Gasofen, den man zum Kochen verwenden kann. Es gibt eine Innentoilette und ein Waschraum mit Dusche und Waschbecken, sollte einem das Wasser draußen am angrenzenden See zu kalt sein. Es finden sich mehrere Schlafräume, wobei alle mindestens 4-6 Schlafplätze aufweisen. Bettzeug  ist vorhanden. Wie oft das allerdings gewechselt wird, können wir nicht sagen. Alles sieht sehr ordentlich und sauber aus.

Das was man an Essen verbraucht, muss man in eine Kasse bezahlen , die gleich am Eingang steht. Die Preisliste findet sich neben der Kasse. Auch der Aufenthalt beinhaltet eine Gebühr. Aber das ist nicht teuer und für Gruppen und Familien gibt es Sonderangebote. Die Hütte ist ohne Schuhe zu betreten, d.h. man lässt seine Schuhe im Vorraum stehen. Hunde sind erlaubt, wobei es aber zwei Abschnitte in der Hütte gibt, der eine „hundefrei“ und der andere „mit Hund“. In der "Sikringshytta" befindet sich ein eigener Raum für Wanderer mit Hunden. Es gilt generelles Rauchverbot in der Hütte!

 

So hatten wir uns die Hütte  nicht vorgestellt. Damit haben wir eine Option für das nächste Jahr. Aufstieg und Abstieg  zur Lakkenstova können an zwei Tagen erfolgen. Eine Übernachtung für alle in der Hütte ist sicher ein uriges Erlebnis und gut machbar. Lagerfeuer am Abend, Eisseebaden und essen fern jeden Luxus, ist sicher eine neue Erfahrung. 

 

Doch heute hatten wir keine Übernachtung geplant. Somit machten wir uns auf den Rückweg.  Jetzt trafen wir die ersten Menschen, welche ebenfalls mit ihren Vierbeinern zur Lakenstova unterwegs waren. Auch eine Schulklasse tobte durch die Gegend hoch ins Gebirge.

Wir ließen den Rückweg langsam angehen. Verweilten noch an dem See, wo wir auch auf unserer letzten Tour badeten. Das Wasser war kalt und dennoch angenehm. Gut, lange konnte man es nicht aushalten, dann begannen nämlich die Muskeln weh zu tun. Wahrscheinlich durch die mindere Durchblutung infolge der Kälte. 

 

Unser Besuch aus Deutschland, den wir vor ein paar Tagen wieder verabschiedeten, meinte nur, dass wir uns bereits den klimatischen Gegebenheiten hier in Norwegen angepasst hätten. Wir laufen in kurzen Hosen und mit T-Shirt, wo die weiter südlich lebenden Menschen, sprich „Deutschländer“ bereits beim Anblick Frostschauer verspüren und lieber mit langen Hosen und dicken Pullovern marschieren. Kann gut sein, dass wir uns etwas verändert haben. Wir merken das nicht selbst, aber es steckt wohl doch schon mehr "Norweger" in uns, als wir glauben.  

 

Nach dem Bad im „Eiswasserbergsee“ ging es nur noch bergab, durch den Zaun und rein ins Auto. 

 

Wir waren von der langen anstrengenden Tour nun doch geschafft. Beim Laufen merkt man es nicht so, aber wenn die Beine dann ruhig stehen, merkt man doch seine reifer (älter) gewordenen Knochen. Neele und Thyra lagen im Auto und streckten alle Viere von sich. Sie schliefen sofort ein. 

 

Wir waren zufrieden mit dem Tag und nun auch froh, dass es wieder nach Hause ging.

 

 

Manchmal muss man einfach nur vor einem Berg stehen,

um die eigenen Kraft zu spüren.

 

Ein Stück Ewigkeit sehen.

Stark werden.

Unerschütterlich an das glauben, was du willst, nur du allein. 

 

Rosalie Tavernier

12.08. 2015 

 

Und wieder ruft die "Rote Fährte" 

 

Wir haben seit 1 Woche Urlaub und das Wetter meint es gut mit uns.

Unser Besuch aus Deutschland hat wieder die Heimreise angetreten und so bleibt Zeit für individuelle Ausflüge in unserer näheren Umgebung.

Im kommenden Jahr sind wir verantwortlich für die Ausrichtung unserer Studententreffens und so wollen wir verschiedene Wandertouren testen.

 

Es sollte uns nochmals nach Åseral verschlagen um die „Rote Fährte“ näher unter die Lupe zu nehmen.

 

Neele und Thyra wussten sofort Bescheid als wir den Rucksack packten: “Heute geht es auf Tour und wir dürfen mit“.

 

Nach einer Autofahrt von 50 Minuten waren wir im Skigebiet von Åseral, dem „Eikerapen“ angekommen.

Neele und Thyra an die Leine, den Rucksack auf geschultert und schon ging es durch einen Teil des Hüttengebietes in Richtung Skihang. Der „Fuß“ des Berges ist der Ausgangspunkt für die rote, weiße und blaue Wanderroute. Wir kannte den Aufstieg schon von 2013 und wussten was uns erwartet. Es geht ganz schön steil bergauf und für untrainierte Leute ist der Hang sicher eine Herausforderung.

 

Das Hüttengebiet hinter uns gelassen, hatten auch unsere beiden Aussie Mädchen freien Lauf. Die Leinen wurden im Rucksack verstaut. Man kann nur staunen mit welch einer Geschwindigkeit so ein Vierbeiner die Strecke überwindet und dabei das Ganze doppelt und dreifach läuft. Nun gut, unser Hunde stehen ja auf vier Beinen und vielleicht kann man da mindestens doppelt so schnell und doppelt so viel laufen wie wir „Zweibeiner“.

 

Der Aufstieg kostete uns in diesem Jahr nicht so viel Kraft wie wir es noch 2013 erlebten. Gut, wir kannten den Weg und konnten somit die "Varianten" von 2013, sprich Umwege auslassen.

 

Oben angekommen erwartete uns ein strahlend blauer Himmel mit Knallsonne, ... wie der Norweger sich ausdrückt. Der Wasserfall links vom Aufstieg war gut gefüllt und es war berauschend wie das kühle Nass sich den Berg herunter fallen ließ. Jedenfalls machte es gute Laune dem Wasser zuzusehen, was übrigens auch Thyra fand und sich mal gleich mitten rein stellte. Hier oben auf der Hochebene war es mucksmäuschen still. Außer Wasser und Vogelgezwitscher war nichts zu hören und keine Menschenseele weit und breit zu sehen. 

 

Ca. 400m hinter dem Wasserfall in der Hochebene, teilen sich die Wanderrouten. Die blaue und weiße Route gehen weiter geradeaus. Wir bogen nach links Richtung Holzsteg, überquerten den See um dann durch dichtes Gebüsch weiter bergan zu steigen.

 

Jede Menge Blaubeeren fanden sich zu beiden Seiten des Trampelpfades und luden immer wieder zu einer Kostprobe ein. Und das galt nicht nur für uns Menschen. Thyra zupft sich ganz geschickt die Beeren vom Strauch. Bei Neele mußten wir etwas helfen, da sie ja durch ihre Operation am Unterkiefer keine unteren Vorderzähne mehr hat. Das "Blaubeersammeln“ ist bei ihr nicht so effektiv, da der Schluss der kleinen Schute nicht gegeben ist. Doch das macht nichts, wird eben geholfen um an die blauen Beeren zu kommen.

 

Endlich aus dem Gebüsch gekommen hatten wir eine phantastischen Ausblick in alle Himmelsrichtungen. Eine ganze Weile oben am Kamm gelaufen und wir erreichten endlich den Gipfel.

 

Pause war angesagt.

 

Nun wollten alle mal sehen was Liane da für jeden eingepackt hatte.

 

 

Geschmierte Brote mit Wurst und Käse, frischer Paprika, Apfelsaftschorle, alkoholfreies Bier, norwegischer „kvikk lunsj“ (Schokoladenkeksriegel, hier in Norwegen der Pausensnack, den jeder echte Norweger in seinem Wanderproviant mitführt) und getrocknete Speiseröhrenstücke wanderten nach und nach aus dem Rucksack. Alles wurde redlich untereinander geteilt. Nur wir Zweibeiner waren etwas zurückhaltend mit der getrockneten Speiseröhre. Die überließen wir dann doch unseren Hundemädchen, die nachdem sie ausreichend vom „Menschenessen“ geholt hatten, sich nun über ihren geliebten „Speiseröhrensnack“ hermachten. Muss wohl sehr genüsslich sein. 

Lange Pause, kurzer Sinn... oder so ähnlich... und schon ging es wieder von der Bergspitze runter auf das Hochplateau an der Rückseite des Aufstiegs. 

 

Ein Wegweiser mit der Aufschrift „Store Slotta“ machte uns neugierig. Wir beschlossen diesem Wegweiser nach links zu folgen. Die Store Slotta sollte nur 500 m entfernt liegen und das war nun wirklich kein großer Umweg. Der Weg dahin war schon etwas sumpfig und wir mussten ganz schön aufpassen um nicht im Morast zu versinken. Die Tage zuvor hatte es geregnet und entsprechend war auch der Weg. Neele und Thyra kümmerte das gar nicht. So ein Hundemädchen kommt überall durch, egal wie es hinterher aussieht.

 

Letztendlich führte uns der Pfad zu einer alten Hütte und einem Wiesengebiet was sicher noch bis vor Kurzem als Weidelandschaft und zum Heu machen, genutzt wurde. Die Hütte sah zwar sehr urig aus aber darin übernachten, wollten wir nicht. Hier kann man sicher mal Pause machen und die müden Glieder strecken , aber zu mehr lädt dieser Platz nicht ein. Nun gut, nun wissen wir das und können bei unsere SG-Wanderung dieses Fleckchen Erde eventuell auch auslassen. 

 

Wir hätten nun noch weiter nach links um den Fuß des Berges gehen können um einer Skiloipe im Winter zu folgen. Doch der Weg oder der „Nichtweg" war nicht einladend und nach den Regenfällen der letzten Woche mussten wir mit sumpfigen Untergrund rechnen. Das brauchten wir nicht, wollten wir nicht und deshalb ging es nun gemütlich entlang der linken Seite des Hochplateausees wieder zurück zum Wasserfall und zum Abstieg ins Hüttengebiet am Skizentrum „Eikerapen“.

Oben am Wasserfall verweilten wir noch ein paar Minuten um den tollen Ausblick zu genießen.

 

Dann ging es endlich bergab, zum Auto und nach Hause. Unsere beiden Hundemädchen hörten und sahen wir während der Autofahrt nicht mehr.

 

Die Beiden hatten eine gute Tour und wirkten voll zufrieden mit dem Tag. … wir waren es übrigens auch.

 

Bei unserem jetzigen Besuch am „Eikerapen“ sahen wir übrigens, dass dort ein neues Hotel gebaut wird, direkt über dem riesigen Stausee liegend.

 

Das Hotel soll 2016 fertig sein.  

Na mal sehen, ob das bei dem allgemeinen norwegischen Tempo auch wirklich so sein wird. Wenn ja, wäre es eine Option um unsere Studentenfreunde gut unter zubringen. 

 

Was du genießt von Tag zu Tag, das ist dein Reichtum.

Weisheit aus Indien



05./06.08. 2015 Oslo

Osloer Schloss
Osloer Schloss

Unsere Pässe sind nun fast 10 Jahre alt und verlieren Ende des Jahres ihre Gültigkeit. Ohne gültigen Pass sind wir quasi staatenlos, "kein gutes Gefühl", finden wir. Für uns ist es mittlerweile möglich, die norwegische Staatsbürgerschaft zu beantragen. Wir könnten dann, ab dem nächstem Jahr, als "waschechte" Norweger durch die Lande ziehen. Anfänglich hatten wir darüber nachgedacht, aber dann müssten wir unsere deutsche Staatsbürgerschaft aufgeben. Eine doppelte Staatsbürgerschaft gibt es für Norweger nicht, entweder oder ist die Devise.

 

So oder so galt es, einen neuen Pass zu beantragen, was einen enormen Aufwand bedeutet. Dazu mussten wir extra nach Oslo an die deutsche Botschaft.

 

Glücklicherweise hatte sich Besuch aus Deutschland angemeldet und so hatten wir unsere Chance, die Tiere und  den Hof versorgt zu bekommen, um kurzzeitig nach Oslo zu reisen.

 

Aber man tauscht natürlich nicht einfach so den Pass. Nein, deutsche Bürokratie zieht sich bis nach Norwegen. Auf der HP der Botschaft gibt es zum Glück aber eine genaue Anleitung darüber, was man zur Antragstellung alles vorzulegen hat. Alle Papiere zu besorgen dauert ein wenig. Die Meldebestätigung bei der norwegischen Kommune darf aber nicht älter als acht Wochen sein und ein bio-metrisches Passbild ist ebenso wichtig. Für die Bestellung des Termins bei der Botschaft hat man also ein limitiertes Zeitfenster von gut acht Wochen. Da muss dann aber auch wirklich alles stimmen, ansonsten wird man gnadenlos wieder weggeschickt.

 

Es sind ca. 350 km von Espetveit nach Oslo wofür man gut 5 Stunden Fahrzeit einplanen muss. Es gibt hier nicht die Autobahnen, wie wir sie in Deutschland kennen. Die Straßen sind sehr unterschiedlich in ihrer Beschaffenheit, so dass man nur eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km /Stunde erreicht. Einige Kilometer der Strecke sind sehr gut ausgebaut. Da darf man sogar 110 km/h fahren! Dann gibt es wieder Abschnitte da quält man sich mit 40 km/h durch die Landschaft. Wir wissen natürlich um diese Probleme und haben uns zeitlich und mental gut darauf eingestellt.

 

Wir haben einfach aus der Not eine Tugend gemacht und unseren Botschaftsbesuch etwas ausgeweitet, um die Stadt ein wenig kennen zu lernen. Wir buchten deshalb ein Hotel, das war besser, als an einem Tag hin und zurück zu fahren.

 

Endlich angekommen, haben wir im Hotel eingecheckt und nebenbei eine horrende Parkgebühr für das Auto bezahlt. Wir waren davon ausgegangen, das dass Hotel Parkmöglichkeiten zur Verfügung stellt. Das war zumindest auf der HP des Hotels so ausgewiesen. An der Rezeption wurden wir eines Besseren belehrt. Wir sind also rasch zurück zum Auto, haben am Automaten einen Parkschein gelöst und ins Fenster gelegt! Schlappe 50, 00 € kostete die Unterstellmöglichkeit für unser Gefährt pro Tag, nicht schlecht, dachten wir. Na, ja Oslo war ja bis vor kurzem noch die teuerste Stadt der Welt. Und dieses Flair haben wir gleich mal mit der Parkgebühr eingehaucht bekommen. Aber das war noch nicht alles! 

 

Wie sich kurz darauf zeigte, hatte man uns schon aufgelauert und einen Strafzettel verpasst. Er hing bereits am Scheibenwischer. Wir waren 2 Minuten zu langsam gewesen, haben darum gleich noch einmal 100 € Strafgebühr dazu bezahlt. Das war jetzt richtig happig!

Unsere Einsprüche beim Hotel, dem Reisebüro und dem Parkhausbetreiber waren zwecklos. Die redeten sich nur heraus und Einer gab dem Anderen die Schuld für eventuelle Informationsverluste. Zu guter Letzt waren wir die "Dummen".

Also...wer mit dem Auto nach Oslo reist, muss immer auf der Hut sein. Die warten nur darauf, dass wir "Touris" Fehler machen. Das war ein schlechter Oslo-Start und es konnte nur noch besser werden.

Um schnell zu vergessen, machten wir uns auf die Beine.

 

Ganz in der Nähe des Hotels befand sich der königliche Schlosspark mit dem sehr schlicht aussehenden Schloss, inmitten einer lichten Anhöhe des Parkzentrums.

Wir fanden den Park toll. Eine grüne Oase mitten in der Stadt, offen für Jedermann. Eine Wachablösung bekamen wir auch gleich präsentiert. Es war ein perfekter Empfang für uns. Ins Schloss konnte man auch hinein, allerdings mit entsprechender Führung und zu festgesetzten Zeiten. Das ist natürlich verständlich, wir wollten uns auch nicht immer auf den Tisch gucken lassen. Das Schloss ist nämlich die Wohnstätte der königlichen Familie und dient nicht nur der Repräsentation.

 

Vom Schloss gingen wir hinunter auf die zentrale Einkaufsstraße, die Karl Johans Gate. Es ist wohl die angesagteste Geschäftsstraße in Oslo mit vielen Einkaufsmöglichkeiten, Hotels, Cafés und Restaurants.

 

In einem der Straßencafés machten wir es uns gemütlich. Das Wetter war herrlich und es waren Massen von Menschen unterwegs. Es war herrlich, dass bunte Treiben zu beobachten.

Nachdem wir Hunger und Durst gestillt hatten, ging es weiter durchs Zentrum bis zum Bahnhof, wo wir an einigen Sehenswürdigkeiten vorbei spazierten. 

Da waren das markante Rathaus in dem alljährlich der Friedensnobelpreis verliehen wird, die Oslo Domkirke (Osloer Dom) sowie das Nationaltheater. Vor dem Nationaltheater fanden wir eine Statue von Bjørnstjerne Bjørnson, dem Verfasser des Textes der norwegischen Nationalhymne. 

 

Ein kleiner Richtungswechsel und schon befanden wir uns am Hafen. Und wie es der Zufall will, hatte gerade eines von den AIDA-Schiffen angelegt. Es war schon beeindruckend, dieses riesige Schiff so nah zu sehen. Aber es weckte in uns nicht das Fernweh, eventuell damit auf Reisen zu gehen. Ist nicht unser Ding, so ein „Massentransporter“.

 

Am Hafen befindet sich auch die ehemalige alte Festungsanlage Akershus (Akershus festning). Na, ja, sie ist nicht besonders anziehend, wie so eine kleine Festung eben ausieht, alte Gemäuer,  ein Schutzwall, Kanonen und ein einsamer Wachsoldat, hier eine Soldatin in traditioneller Uniform, die dem Ganzen ein historisches I-Tüpfelchen aufsetzte.

Von der Festungsanlage hatten wir einen herrlichen Blick über Oslo. Wir konnte sogar die Skisprunganlage Holmenkollen ausmachen.

Oslo war 1952 Ort der Olympischen Winterspiele die unter anderem am Holmenkollen ausgetragen wurden.

 

Am Abend kehrten wir in ein italienisches Restaurant ein. Das Essen war mäßig und der Wein nicht viel besser und zu den Preisen muss man wohl nichts schreiben.

 

Am nächsten Morgen in der Früh hatten wir den Termin in der Botschaft. Schnell alle Papiere abgeben, Fingerabdrücke hinterlassen und 80 €  pro Person für den neuen Pass bezahlt und schon war der offizielle Teil unserer Reise beendet.

 

Wir schlenderten nochmals durch die Stadt. Am Frogner Park mit der Vigeland-Anlage (Skulpturen von Gustav Vigeland) gingen wir nur vorbei, nicht hinein ... wir sind nicht die wirklichen "Museumsgänger". Kurz darauf verweilten wir in einem Straßencafe, wo es nach Ralfs Aussage den besten Cappuccino gab, den er je getrunken hatte.

Tja, und dann entschlossen wir uns kurzerhand, den Oslo Aufenthalt zu beenden und wieder Richtung Espetveit zu düsen. 

 

Oslo ist zumindest im Zentrum eine sehr aufgeräumte, saubere und sicher auch sehenswerte Stadt. Aber mehr als zwei Tage Oslo brauchten wir gegenwärtig nicht. Wir sind nicht so richtig "warm" geworden mit dieser Stadt. Vielleicht hatten wir aber auch einen Klos im Magen...wegen der etwas unsanften Begrüssung!?

 

Versuche stets ein Stückchen Himmel über deinem Leben freizuhalten.


Marcel Proust