30.05. 2014

 

Største (deutsch: die Grösste) ist in den Schafhimmel gegangen

 

 

Beim Rundgang am Morgen fanden wir Største auf der Weide abseits der Herde . 

 

Ihre beiden Mädels waren in ihrer Nähe. Største ist ein sehr anhängliches Schaf und so war es nicht schwierig, sich ihr zu nähern. Und da sahen wir die Bescherung. Største hatte einen Euterentzündung und war deutlich beeinträchtigt. Sie hatte den Kopf und die Ohren hängen und brummte leise vor sich hin. Außerdem war sie deutlich abgemagert.

5 Tage zuvor hatten wir die gesamte Herde im Ferch und da war uns nicht aufgefallen.

Schnell holten wir etwas Kraftfutter doch Største fraß nichts. Sie trottete von dannen und ihre beiden Lämmer folgten ihr. Die ganze Situation sah nicht gut aus. Behandeln konnten wir sie hier draußen nicht. In den Stall bekamen wir sie nicht laufenden Fußes. Wir konnten nur die Daumen drücken, dass sich die Entzündung am Euter abkapselt und spontan ausheilt, um so ein Überleben zu ermöglichen.

 

Nur 4 Stunden später konnten wir Største bei unserem Kontrollgang nicht finden. Auch das Rufen half nicht, Største antwortete nicht. So machten wir uns auf die Suche. Unten am Bach fanden wir sie mit ihren beiden Lämmchen unter einen großen Tanne. Sie lag nieder und bewegte sich nicht mehr.

Største war tot und ihre beiden Töchter lagen an ihrer Seite und riefen nach ihrer Mutter. Største antwortete nicht mehr.

Sie hatte sich von der Herde isoliert und einen ruhigen sicheren Platz für sich und ihre Kinder gesucht, Wahrscheinlich hatte die Euterentzündung zu einer Sepsis geführt und Største konnte dieser generellen Infektion nichts entgegen setzen. Unter der Tanne hatte Største ihre letzte Ruhe gefunden.

 

Beide Lämmchen, Stine und Suse, haben wir nun in den Kindergarten hier auf Espetveit gesetzt. Sie müssen lernen vom Milcheimer zu trinken, da sie es im alter von 3 Wochen noch nicht ohne Milch schaffen.

 

Største ist nun im Schafhimmel und schaut herunter auf ihre Kinder. Wir werden uns gut um die beiden Mädels kümmern. Noch sträubt sich Stine von diesem doofen kalten und leblosen Eimer zu trinken, aber sie wird es schon lernen. Suse trink widerwillig , aber sie nimmt den Schnuller an. In 2 Tagen kommen sie aus ihrem ISO zu den anderen in den Kindergarten . Bis dahin hoffen wir , dass sie gelernt haben, wofür dieses blaue Ding, auch Milcheimer genannt, gut ist.

 

Es ist das erste Mal , dass wir ein Muttertier verloren haben. Wir sind schon sehr traurig da Største ein sehr zutrauliches, ausgeglichenes und liebes Schaf war. Sie war all ihren Lämmern eine gute, fürsorgliche Mutter.

Aber so ist es nun mal, nicht alles kann man abwenden, manchmal kommt man einfach zu spät. Eine Euterentzündung ist ernst zu nehmen und nur rechtzeitige Therapie kann das Schlimmste abwenden. Bei Største hatten wir keine Chance.

 

Tja, der Monat Mai in diesem Jahr hat uns an unsere zumutbaren Grenzen gebracht.

 

Zunächst die Euterentzündung von Dala, dann der Verlust von Størstes zweiten Drilling, außerdem der Verlust von unserer Sharah, Neeles Operation und nun auch noch Størstes Tod,...es reicht, mehr können wir nicht verkraften. 

 

 


26.05. 2014

 

Nun kehrt Ruhe ein 

auf Espetveit

 

 

 


Es ist knapp 1 Woche her, dass Neele operiert wurde. 

 

Eine Woche ist sie mit diesem „Plastiktrichter" gelaufen und brauchte eine ganze Weile, sich damit zu arrangieren. Sie sollte ihn 2 Wochen nach der OP tragen, doch nun ist er einfach verschwunden. Neele hat ihn irgenwo abgesteift (und versteckt).

Gestern haben wir den Zaun für die Kindergartenlämmer neu gesteckt und unsere beiden Minis waren mit von der Aktion. Durchs Gras getobt, über Stock und Stein gehastet und auf der Lauer liegend, um den anderen zu überrollen, war plötzlich Neeles “Hut" verschwunden. Wir haben das gesamte Terrain abgesucht, der Plastiktrichter ist und bleibt verschwunden. Neele ist sichtlich erleichtert mit der wiedergewonnenen Lebensqualität. Da sie sich nicht an ihrer kleinen Schnute kratzt oder sonst irgendwie zu schaffen macht, bleibt der Hut ab und fertig. Sie bekommt nach wie vor Schmerzmittel und ein Antibiotikum. Die Operationsnähte sehen sauber aus und es scheint alles primär zu heilen. Am 02.06. haben wir einen erneuten Termin beim Tierarzt, um die Fäden zu ziehen. Dafür braucht sie dann wieder eine Narkose, denn Neele wird sicher nicht ihr Mäulchen aufhalten, damit der "Tierdoktor“ in aller Ruhe daran herum zuppeln kann. Wir hoffen , dass Anfang Juni auch der histologische Untersuchungsbefund vom Operationspräparat da ist. Erst dann wissen wir, ob die Entscheidung Neele diese radikale Operation zu zu muten, richtig war. Wir drücken fest die Daumen.

 

Jetzt zurück zum Lammkindergarten.

In diesem Jahr stehen auch 3 erwachsene Schafe zusammen mit ihren Lämmern auf dem Areal. Maxi, die ja ihre Drillinge Marit, Mattis und Mads im Kindergarten hat, ist einfach nicht vom Zaun der gegenüberliegende Weide weg gegangen. Sie hat nach ihren Kindern gerufen und so haben wir uns entschlossen, sie bei ihnen stehen zu lassen.

Auch Laila ist mit ihrer Tochter Lila im Kindergarten. Lilas Behinderung am dem linken Vorderlauf schränkt sie in ihrer Beweglichkeit ein. Zumindest kann sie große Strecken nicht zurücklegen. Sie muss immer wieder Pausen einlegen und damit bleibt sie hinter allen anderen zurück. Obwohl Laila sehr fürsorglich ist, wollen wir das Risiko, dass Lila eventuell von ihrer Mama getrennt wird, nicht eingehen. Außerdem ist ja auch Lailas Sohn, Lupo, ein Kindergartenlamm und so ist die kleine Familie wieder zusammen. Lupo darf zwar nicht bei Laila trinken, aber zum kuscheln darf er sich bei Mama anlehnen.

Lilo, die als letzte ihre Zwillinge geboren hat, will leider hier auf der Wiese nichts von den Beiden wissen. Sie brabbelt zwar ab und zu in die Richtung ihrer kleinen Jungen, aber sie stapft dann einfach weiter, ohne sich an den kleinen Wollknäulen zu orientieren und wartet auch nicht, wenn die beiden zurück bleiben. Lars haben wir gestern zwischen 2 großen Steinen eingeklemmt gefunden und damit steht für uns fest, dass er und sein Bruder Louis sich bei der Kindergartenhorde einordnen müssen. Nun üben wir das Trinken vom Milcheimer mit Gummizitzen, den die Norweger auch "Drikkeautomat"nennen. Damit kommen alle, auch die Jüngsten in der Gruppe zu ihrem Recht. Jedes Lamm kann jeder Zeit nach Bedarf Milch trinken, ist sozusagen versorgt "ad libitum".

 

Die restliche Herde ist bereits seit 1 Woche auf der Weide. Es war gestern Zeit, die Kokzikoseimpfung bei den Lämmern durchzuführen. Das war wieder ein Theater, alle in den Ferch zu bekommen. Mit Geduld und Spucke hatten wir endlich alle drinnen und die Lämmer bekamen jeweils 5 ml "Baycox" oral. Soweit wir sehen konnten, sind alle Schafe wohlauf. Sie waren froh, wieder aus dem Ferch zu kommen und ihre Runde über die Weide zu machen. In den nächsten Tagen wird Lilo zu der Herde stoßen. Wir werden sie überführen, da sie sich ohnehin nicht für ihre Kindern interessiert und nicht unnötig das Futter von der Lammweide fressen muss.

 

Jetzt wird es ruhiger für uns. Alle Tiere sind draußen und haben es gut. Unsere Pferde Szindi und Bandy genießen den Freigang auf der großen Koppel und sind bis spät in der Nacht unterwegs. 

 

Das Wetter ist herrlich, viel Sonne und ein lauer Wind, ... besser geht es nicht.

 

 

Der Frühling ist eine echte Auferstehung,

ein Stück Unsterblichkeit. 

 

Henry David Thoreau

 

 

 

 

 

20.05. 2014

 

Radikaloperation

 

 

 


Unsere Sharah ist gestern über die Regenbogenbrücke gegangen und knapp 24 Stunden später fordert das Schicksal uns erneut heraus.

 

Neele hat heute ihre zweite OP wegen eines Ameloblastom am Unterkiefer.

 

Heute Morgen ging es mit Neele in die Tierklinik nach Kristinsand. Sie schien es zu ahnen, dass es ein besonderer Tag werden wird.

Die Tierärztin nahm Neele direkt entgegen und nach einer kleinen Abschiedzeremonie saß Neele in der Box für die weitere Vorbereitung.

 

Wir hatten aufgrund des ersten Röntgenbefundes eine Erweiterung der OP besprochen, die den linken Eckzahn und den nachkommenden dahinterliegenden Zahn mit einschloss. Die Mittellinie des Unterkiefers sollte nicht überschritten werden. Mit gemischten Gefühlen fuhr Liane davon. Es war besprochen, dass der Tierarzt sich telefonisch meldet, sollten sich intraoperativ Besonderheiten ergeben.

Und leider war es dann auch so. Es konnte nicht wie geplant operiert werden.

 

Die aktuelle Rötgenaufnahme, welche unmittelbar vor OP-Beginn von Neeles Kiefer gemacht wurde, zeigte eine ganz neue, nicht einfache Situation. Der Tumor hatte sich in dem Zeitraum zwischen der ersten OP im April und der jetzigen, geplanten OP weiter ausgebreitet. Der rechte vordere Anteil des Unterkieferastes war nun mit einbezogen und nur durch eine Erweiterung der OP könnte Neele den Tumor vollständig entfernt bekommen... und wir  stimmten dieser erweiterten Operation zu.

 

Die OP selbst lief unkompliziert trotz des großen Umfangs. Neele machte keine Probleme mit der Narkose und es kam zu keiner stärkeren Blutung.

 

Am Nachmittag so gegen 15:30 Uhr saß Neele wieder bei Ralf auf der Rückbank im Auto und fuhr nach Hause.

 

Auf Espetveit angekommen, wirkte sie zunächst etwas unsicher und verschreckt, doch nach ein paar leisen Worten und Streicheleinheiten, erkannte sie uns und ihr zu Hause. Etwas beunruhigend war jedoch nach wie vor der „Plastiktrichter" den sie um den Kopf trug und sie davon abhalten sollte, an der OP-Wunde zu kratzen. Sie bekommt ein Antibiotikum und starke Schmerzmittel. Auch das Fentanyl-Pflaster was bereits einen Tag vor der OP gesetzt war , reduziert den Schmerz über eine kontinuierliche Abgabe des Medikaments über die Haut.

 

Intraoperativ wurden  entsprechend der Röntgendiagnostik alle Frontzähne, einschließlich der unteren Reißzähne und der sich daran anschließenden Zähne, entfernt. Es stehen nur noch die Backenzähne am Unterkiefer. Außerdem wurde der gesamte obere Knochenanteil über der Knochenbasis herausgeschält, so dass nur ein schmaler Streifen im vorderen Unterkieferbereich steht. Damit behält der Unterkiefer seine Stabilität. Der Gewebedefekt ist dann durch das Hochziehen der Schleimhaut des Mundbodens gedeckt wurden. Nun wirkt der Unterkiefer um mindestens 2 cm kürzer als der Oberkiefer.

 

Wenn wir Neele so sehen, kommt Zweifel in uns auf, ob wir richtig entschieden haben, die OP so auszuweiten. Auf der anderen Seite, hätte Neele ohne diese Radikaloperation keine Überlebenschance gehabt. So sind es fast 100 %, wenn der Tumor mit genügend Abstand zum gesunden Gewebe entfernt wurde. Mehr Gewissheit über Neeles Überlebenschancen haben wir in einigen Wochen, wenn das Operationspräparat untersucht ist, und die Schnittränder begutachtet sind.

 

Ist alles „im Gesunden“ entfernt, kann Neele uralt damit werden. An die neue Situation mit Veränderung der kleinen Schnute, was das Fressen, Kauen, Knabbern und allem , was so ein Hund mit seiner Schnauze tut, betrifft , wird sie nach Aussage des Tierarztes nicht wirklich beeinflussen. Tiere passen sich viel besser an eine neue Situation an, als wir Menschen es glauben können oder wollen.

 

Sollte es nicht gelungen sein, das Tumorgewebe vollständig entfernt zu haben, dann werden wir uns dem Kommenden anpassen müssen. Doch noch denken wir positiv und erwarten für Neele und uns das Beste. Wir haben ihr und uns eine Chance gegeben und nun liegt es nicht mehr in unserer Hand.

 

Morgen haben wir um 08:15 Uhr den ersten Kontrolltermin.

 

Neele liegt augenblicklich neben mir und hat ihren Kopf mit dem „Plastiktrichter“ auf meinen Oberschenkel gelegt und schläft.   

 

Damit die Blume blühen kann,

braucht sie Erde, Wasser und Licht.

Der Hund braucht vor allem die Wärme seiner Menschen.

 

Verfasser unbekannt

 

 

 

 


 

19.05. 2014

 

 

Sharah

ist über die

Regenbogenbrücke

gegangen

 

  

Vor ein paar Monaten wurde eine Fehlfunktion der einen großen Herzklappe (Mitralklappeninsuffiziens) festgestellt, welche medikamentell eingestellt wurde. Danach war es kein Problem mehr für Sharah, kleinere Belastungen zu tolerieren und ihre Spaziergänge täglich zu absolvieren.

 

Vor 4 Tagen bekamen wir einen Anruf von Hans und Hannelore, dass es Sharah nicht gut geht.

Sie hatten den Tierarzt konsultiert, der allerdings keine wirkliche Erklärung für die Verschlechterung ihren Allgemeinzustandes fand.


Das aktuelle Blutbild zeigte bis auf eine Erhöhung der weißen Blutkörperchen keine Veränderungen. Der Ultraschall zeigte eine Verdickung der Gallenblase und Sharah hatte Einblutungen in der Netzhaut beider Augen. Die Netzhaut hatte sich bereits teilweise gelöst und beeinflusste Sharahs Sehen. Sie war nicht blind, aber hatte eine deutliche Reduktion des Sehvermögens. Hans und Hannelore fuhren mit einer Menge Medikamente nach Hause und der Aussage, dass es nicht so gut aussieht.

 

Tja, und das ließ die Alarmglocken bei uns läuteten.

Sharah hatten wir vor 13 Jahren als 12 Wochen alten Welpen aus Ungarn mitgebracht. Seit dem war sie unser "Herz auf vier Pfoten". Mit unserem Weggang aus Deutschland im September 2007 wohnte Sharah bei Hans und Hannelore, die sie bereits seit vielen Jahren, wenn wir in der Klinik auf der Arbeit waren, tagsüber in ihrer Obhut hatten. Die beiden Rentner waren ihre Tagesfamilie. Mit dem Auswandern nach Norwegen war vieles noch unklar für uns und so blieb Sharah in ihrem wohlbehütet zu Hause in Rheinhessen. Als wir endlich Espetveit für uns gefunden hatten, brachten wir es nicht übers Herz unsere Sharah ihrer "Tagesfamilie" weg zunehmen. Die Drei waren eine Herz und eine Seele und so sollte es auch bleiben.

 

Doch wie es so im Leben ist, kommt die Zeit wo die, die wir lieben, von uns gehen. Sei als aufgrund des Alters oder durch Krankheit. Nicht immer können wir es verhindern oder hinaus zögern.

 

Am Nachmittag des 18.05.14 kam Liane in unserem ehemaligen zu Hause an, hat Sharah gesehen und es liefen die Tränen. Der Anblick von unserem „Herz auf vier Pfoten“ zeigte uns , dass es Zeit war, sie gehen zu lassen. Das Stehen fiel ihr schwer und nach einer kürzen Begrüßung legte sie sich gleich ab. Sie hatte einfach keine Kraft. Die Atmung war kurz und abgeflacht und zwei traurige Augen schauten von unten auf. In der Nacht wachte Liane bei Sharah. Jeder verzögerte Atemzug des kleinen Hundes weckte die Hoffnung, dass Sharah von allein den Weg über die Regenbogenbrücke findet. Doch leider war es nicht so.

Am Morgen stand für Liane fest fest, dass sie Sharah begleiten wird, um das Leben auf unserer Seite zu verlassen.

 

Um 08:00 Uhr erreichte Liane mit Hans und Hannelore die Tierarztpraxis und Liane trug ihre Sharah in den Behandlungsraum. Nur wenige Minuten danach schlief Sharah ein. Sie ging ganz still und ruhig, so wie wir sie als kleinen Welpen kennen und lieben gelernt haben. Unser "Herz auf vier Pfoten" ging ganz ruhig über die "Regenbogenbrücke".

 

Sharah hat ihren Platz im Garten von Hans und Hannelore in Rheinhessen bekommen. Sie liegt an ihrem Lieblingsplatz im Schatten unter einer Rotbuche.

 

Liane reiste wieder nach Norwegen und es ging ihr nicht gut.

 

Neele wird morgen operiert und die Gedanken an Ylva und Anouk lassen uns ebenfalls nicht los.

Wir haben seit 2011 drei unserer vierbeinigen Freunde verloren. Es waren nicht einfach nur Freunde, es waren Familienmitglieder, die ein Teil unseres Lebens ausmachten. Es ist uns schwer ums Herz, wenn wir an Ylva, Anouk und Sharah denken. Es stehen viele Fragen im Raum und eine Antwort auf das Warum , werden wir nicht bekommen. Es ist nur so unendlich schwer mit diesem Verlust umzugehen und ihn als unveränderlich zu akzeptieren. 

 

Uns fehlen die richtiger Worte, um zu beschreiben wie es in uns aussieht. Es ist in uns eine Leere und Hilflosigkeit.

 

 

Seelenhunde

 

Manche sind unvergessen......

weil sie ein Leben verändert haben

und auch nach ihrem Tod in einem weiter leben.

 

Man spürt es

in seinem Denken, in seinem Handeln, in seinem Fühlen.

 

Seelenhunde hat sie jemand genannt, ...

jene Hunde, die es nur einmal geben wird im Leben,

die man begleiten durfte und die einen geführt haben auf andere Wege.

Die wie ein Schatten waren und wie die Luft zum Atmen.

 

Kein Tag wird vergehen,

ohne an sie zu denken und ohne sie zu vermissen.

 

 

Nur Hundemenschen können verstehen, wie es ist,

einen Hund zu verlieren!

 

 

 

15.05. 2014 Neeles Untersuchungsergebnis ist gekommen

 

Heute waren wir nochmals zum Tierarzt zur Besprechung des Untersuchungsergebnisses von Neeles Zahnfleischtumor, der im April kurz vor Ostern in der Tierklinik entfernt wurde.

Das Gewebe vom Tumor wurde nach Deutschland in ein tierpathologisches Institut geschickt und dort histologisch untersucht.

 

Wir waren gespannt auf das Ergebnis und fuhren mit etwas flauen Gefühl im Bauch zu dem Termin.              Tja, und mit unserem Bauchgefühl lagen wir ganz richtig.

 

Neele muss radikal nach operiert werden. Die Histologie hat gezeigt, dass es sich um ein acanthomatöses Ameloblastom handelt. Es ist zwar feingeweblich betrachtet ein gutartiger Tumor, der sich allerdings vom Wachstum wie eine bösartige Geschwulst verhält. Übergangsstadien direkt zum „Krebs“ sind auch beschrieben.

 

Wir sind natürlich mächtig mitgenommen. Hatten wir doch die ganze Zeit die Hoffnung, dass alles nicht so schlimm ist mit unserer Neelemaus. Jetzt sieht alles ganz anders aus. Die einzige Chance, die Neele hat, ist eine radikale Nachoperation. Hierbei werden mindestens zwei weiter Zähne entfernt und ein großer Teil des Unterkieferknochens. Wahrscheinlich kann eine kleine Knochenbrücke stehen bleiben, so dass der Unterkiefer nicht instabil wird.

 

Wir haben uns gut überlegt, ob wir die OP angehen sollten und was für Neele dabei heraus kommt.                         Für Neele ist es die einzige Chance weiter zu leben, wenn die Operation gut verläuft und der gesamte Tumor entfernt werden kann. Ansonsten wird die Geschwulst weiter wachsen und das Gewebe in der Umgebung zerstören. Blutungen, Infektionen und natürlich unerträgliche Schmerzen werden die Folgen sein. Das wollen wir mit der Nachoperation verhindern.

 

Unsere Neele darf nicht gehen! Wir wollen sie nicht einfach so her geben. Erst Ylva, dann Anouk und nun steht Neele ebenfalls auf dem „Absprungbrett“! Das kann einfach nicht sein, … warum das jetzt auch noch?

 

Am kommenden Montag haben wir eine Voruntersuchung in der Tierklinik. Am Dienstag steht die OP an. Liane hat Urlaub in der Woche und kann sich da intensiv um unsere Neele kümmern.

 

Nun drücken wir fest die Daumen, dass unsere Entscheidung richtig ist. Wir geben unsere Neele nicht einfach auf und wünschen und hoffen , dass sie gesund aus dem Ganzen heraus kommt. 

 

Das Leben besteht nicht aus den Momenten, in denen du atmest …
Es sind die Momente, die dir den Atem rauben …

 

 

 

 

04.05. 2014 Sommerwetter

 

Seit 14 Tagen haben wir herrliches Sommerwetter hier auf Espetveit.

Der Schnee ist noch nicht lange weg und schon zeigt die Sonne was sie drauf hat.

  

Bei unseren Zauninstandsetzungsarbeiten sind wir teilweise nur mit T-Shirt und kurzer Hose unterwegs.

Auch Szindi und Bandy profitieren vom schönen Wetter. Unsere beiden Pferde stehen seit 4 Tagen auf der Koppel und genießen den Freigang nach 7 Monaten auf dem Paddock. So früh wie in diesem Jahr waren unsere Pferde noch nie auf der Wiese. Es hat nun mehr als 14 Tage nicht geregnet und der Boden ist trocken. Vom Wetteramt ist sogar Waldbrandgefahr gemeldet.

Ralf war vor 3 Tagen das erste Mal in unserem Badesee. Sehr lange war der Aufenthalt im Wasser allerdings nicht. Das Wasser hat sicher nicht mehr als 8 ° C und da kann man schon von mutig sprechen überhaupt auch nur den kleinsten Zeh ins Wasser zu stecken.

 

Allerdings schert sich Thyra nicht um Wassertemperaturen. Sie ist ein richtiger Badefreak und da wo sie reinpasst, geht sie auch rein und wenn es der kleinste Tümpel ist. So richtig genüßlich dreht sie auch ihre Runden im See und bis auf das übliche Fell ausschütteln, zeigt sie keinerlei Reaktion, dass das Wasser zu kalt sein könnte. Neele planscht nur, allerdings geht sie jetzt schon bis zu den Knien ins Wasser.

 

Unsere Schafdamen haben zur Zeit eine Pause eingelegt mit dem Lämmer kriegen. Seit 4 Tagen ist absolute Ruhe mit dem Kinderkriegen. Alle sind gut gelaunt, die Lämmchen fühlen sich wohl und die trächtigen Damen liegen faul in der Box. Wir warten noch auf 9 Schafdamen, die ihre Lämmer bekommen sollen.

 

Ab Mitte Mai wollen wir dann alle herausschmeißen aus dem Stall. Dann ist hoffentlich genügend Gras auf der Weide und die Lämmer robust genug um mit ihren Müttern über Espetveit zu ziehen.

 

Ab morgen soll es regnen und das für die kommenden 10 Tage. Den Regen brauchen wir, ob wir wollen oder nicht. Ohne Regen wächst kein Gras, ohne Gras kein guter Sommer für die Vierbeiner und damit auch nicht für uns.

 

Auch in meinem Alter gibt es noch viele Träume, allerdings haben Erfahrungen und Lehren sie konkreter werden lassen.


Blauäugigkeit ist gesund geschrumpft, die Messlatte liegt höher,

die Bereitschaft zu Kompromissen hat Konturen bekommen.


Ich weiß immer mehr, was ich nicht will und was ich will.

Dabei bin ich jedoch weiterhin ein unbelehrbarer Optimist.


Das Leben ist halt kein Wunschkonzert.

Geht nicht, gibt`s nicht … der Weg ist das Ziel …

 

Verfasser unbekannt