31.03. 2014

Alle Jahre wieder

Der Winter scheint vorüber zu sein und so können wir  uns wie in jedem Jahr, den Ausbesserungsarbeiten zu wenden. 

Wir hatten erst zum Ende des letzten Sommers den Rancher-Zaun zwischen dem Weg zur Torausfahrt und der Traktorgarage neu gestellt. Der Zaun steht am Hang zum kleinen Tal, von uns auch „Ylva`s Tal“ genannt. 

Das Gelände zwischen den Gebäuden auf dem Hof ist leicht abschüssig und Wasser, welches aus dem Wald seinen Weg sucht, läuft natürlich entsprechend dem Gefälle runter in Ylva`s Tal. 

Ebenso beobachten wir, dass hin und wieder kleine Löcher im Schotter auf dem Hof entstehen. Wir nehmen an, dass unser Hof nicht auf einer Felsplatte steht, wie erst angenommen, sondern auf einem Felsmassiv aus mehreren großen Felsbrocken. Dazwischen finden sich sicher die ein oder andere Spalte, so dass das Wasser guten Abfluss findet und damit auch den Splitt/ Schotter über diese geheimen unterirdischen Spalten vom Weg spült. 

Nachdem nun endlich aller Schnee vom Hof verschwunden ist, können wir das, was sich in den letzten Monaten von dannen gemacht hat, sehr gut einsehen. Unser Zaun hat sich leider ebenfalls Richtung Ylva`s Tal auf den Weg gemacht und da wir es nicht so krumm und schief lieben, entschlossen wir uns Hand an zu legen und die Pfähle und Bretter wieder auszurichten.  

Inzwischen haben wir schon Übung darin und gestern war es dann vollbracht. Alles abgebaut…, neu ausgerichtet…, größere Bodenlücken mit Erde und Schotter aufgefüllt…, und die Pfähle neu eingeschlagen. Bretter unter dem kritischen Auge der Wasserwaage wieder angeschraubt und den feinen Hasendraht von der Seite zum Tal dagegen gesetzt. Das ist notwendig, wegen der Lämmer, die wir ja auch mit der Herde  zeitweise im kleinen Tal haben. Zusätzlich besonders wichtig wegen unserer Neele, die sonst auf den Waldweg läuft und alles was sich darauf bewegt stellt (z.B. Autos, Fahrradfahrer, Personen) und am Vorwärtskommen hindert.  

Beim weiteren Betrachten des Zaunes runter zum Tor, gab es da auch drei Felder, die wir neu setzten mussten. Aber zu zweit war das fast ein „Kinderspiel“. Es  kostete uns zwar den Sonntag, aber wir sind sehr zufrieden, dass das Werk vollbracht ist und alles wieder schön ordentlich, eben „deutsch, aussieht“.  

Ein paar „Erdarbeiten“ hinter dem Zaun am Hang sind noch zu erledigen und dann ist wieder alles mit dem Zaun so, wie wir es wünschen…. Tja, bis wahrscheinlich zum nächsten Frühjahr? 

Ich weiß nicht, ob es besser werden wird, wenn es anders werden wird;  aber so viel ist gewiss, dass es anders werden muss, wenn es gut werden soll.

Verfasser unbekannt

 25.03. 2014

Der Frühlingsputz

beginnt 

 Noch ist es bei uns richtig kalt. 

Wir haben Minusgrade in der Nacht und am Vormittag.  

 

Doch wenn die Sonne sich zeigt, steigen die Temperaturen bis auf 8 Grad. Seit Sonntag steht „Klärchen“ am Himmel und der Schnee am Südhang hinter dem Pferdestall ist den Sonnenstrahlen gewichen. Es ist fast gemütlich auf der Bank am Hang vor unserem Märchenwald zu sitzen und in der Sonne sich aufzuwärmen.

Auf der Weide vor unserem Haus liegt noch reichlich Schnee da die Sonne sich bis hier noch nicht ihren Weg bahnen konnte. Macht nichts, sie wird auch hier ihr Bestes tun und endlich die Schneemassen vertreiben.    

 

Sonne da, ... Schnee auf dem Rückzug, ….  also heißt es für uns den Frühjahrsputzt in Gang setzen.  

Im späten Herbst hatte es drei große Bäume am Südhang umgehauen, die nun entsprechend entsorgt werden sollten. Die große Tanne hatten wir bereits im Dezember zugeschnitten und es war nur noch der Wurzelbalg „klein zumachen“. Die beiden Birken, die ebenfalls dem Sturm weichen mussten, lagen noch mit Geäst am Hang. Mit Motorsäge, Beil und Seilwinde ging es an die Arbeit und binnen 2 Stunden war Ordnung geschaffen. Und da wir ja inzwischen Experten für Lagerfeuer sind, fanden die Äste und alles nicht als Winterbrennmaterial zu verwendenden Holz sein Plätzchen auf einem gemütlich warmen Feuer. Als Belohnung gab es für uns selbstgebrautes Bier.  

Nun sieht der Hang hinter dem Pferdestall wieder ordentlich aus und unser Märchenwald ist  aufgeräumt.   

Die nächste Aktion erwartet uns im kleinen Tal (Ylva Tal). Auch hier hat es ein paar Bäume umgelegt. Wenn der Schnee dort geschmolzen und das Gelände einigermaßen trocken ist, rücken wir auch dem zu Leibe. Es gibt Brennholz für den Winter und auch ein gemütliches Feuer um alles Geäst und nicht verwertbares Holz los zu werden.  

 

Im Gegensatz zu vielen anderen Plätzen im Inn- und Ausland, können wir noch auf dem eigenen Gelände brennen, wann es für uns passt, wir Lust haben und das Wetter entsprechend ist. 

 

 

Das ist schon ein bedeutender Vorteil, wenn unnötiges Holz/Gestrüpp/Geäst auch gleich entsorgt werden kann. Wir brennen allerdings nur nicht imprägniertes Holz und Papier. Alle anderen Abfälle werden entsprechend entsorgt, entweder ab damit in die Sammeltonne oder auf den offiziellen Sammelplatz der Kommune zur adäquaten Entsorgung.

 

Auch der dickste Eiszapfen hat auf Dauer keine Chance gegen die Sonne.

Autor unbekannt

 

 

20.03. 2014 Äquinoktium

 

oder auch Tag-und-Nacht-Gleiche werden die beiden Tage im Jahr genannt, an denen der helle Tag und die dunkle Nacht gleich lange dauern.

 

Die Tag- und- Nachtgleichen markieren den kalendarischen Anfang der astronomisch definierten  Jahreszeiten von Frühling und Herbst.

 

Bei uns auf der Nordhalbkugel wird der Frühling  durch das Primar-Äquinoktium festgelegt und auf der Südhalbkugel durch das Sekundar-Äquinoktium. Beginnt bei uns der Frühling so beginnt auf der Südhalbkugel der Herbst und umgekehrt.

 

Astronomisch gesehen wird der Zeitpunkt von Frühlingsanfang und Herbstanfang  sekundengenau angegeben. Dabei handelt es sich um jenen Moment, zu dem die Sonne den Himmelsäquator im Frühlings- beziehungsweise im Herbstpunkt passiert.

 

Der kalendarische Eintritts-Zeitpunkt variiert, abhängig unter anderem vom Abstand zum letzten Schaltjahr für den Frühlingsbeginn auf den 19., 20., oder 21. März. Darum sollten wir nicht streiten, wenn es um das Datum des Frühlingsanfangs geht,… wir alle haben recht!

 

So, und nach diesen theoretischen Grundlagen wissen wir welcher Tag heute ist, nämlich Frühlingsanfang.

 

Der Frühlingsanfang kann allerdings astronomisch, meteorologisch oder phänologisch bestimmt werden. Alle drei Möglichkeiten stimmen selten mit dem gleichen Datum überein.   

 

Gehen wir mal von der augenblicklichen Situation hier auf Espetveit aus, so haben wir laut Kalender (astronomisch) mit dem heutigen Tag Frühlingsbeginn. Sehen wir nach draußen und orientieren uns an den meteorologischen Zeichen, so ist die Wettersituation alles andere als frühlingshaft.

 

Wir haben nach wie vor reichlich Schnee auf den Wiesen, im Wald und rund ums Haus. Es regnet mal wieder und ein eisiger Nordwestwind zieht seine Kreise. Die Temperaturen liegen so im die 4 Grad plus. „Klärchen“ hat sich hinter einer dicken Wolkendecke versteckt und die paar wärmenden Strahlen in der Letzten Woche machen noch lange keinen Frühling.  

 

Phänologisch (Entwicklung in der Natur) herrscht ebenfalls Stille. An der Bodenoberfläche, dort wo die Schneedecke unterbrochen ist, tut sich noch gar nichts,  ... absolute Funkstille. Kein noch so klitzekleines Grün lässt sich entdecken. Die Bäume stehen wie erstarrt und sehen sehr traurig aus. Sie zeigen durch den Schneebruch einige Schäden im Geäst oder liegen nieder im verharschten Schnee, da sie unter der Schneelast einfach gebrochen sind. Keine Knospe, kein Grün an den Zweigen ist zu sehen.

 

Die Vögel freuen sich nach wie vor auf das Futter in unserem Vogelhäuschen. Da draußen in der weiten Welt von Espetveit, ist kein Leckerbissen zu holen ist. Die Samen und Früchte  sind von den Bäumen und Sträuchern längst verschwunden und die Insekten gefrieren in der Luft, sollten sie sich entschließen einen Ausflug mit dem Nordwind zu machen.  

 

Aber, … alles hat sein aber!!!

 

Wir tragen zwar nach wie vor Winterklamotten, aber haben bereits zwei Gartenstühle vom Stallboden geholt und in der letzten Woche einige wenige Minuten windgeschützt in der Sonne auf unserer Terrasse gesessen.  

 

Unsere Szindi beginnt ihr Winterfell abzuwerfen. Überall finden wir im Stall und auf dem Paddock Büschel von Haaren. Unserer Stute juckt regelrecht das Fell und sie schubbelt sich an allen Ecken und Kanten, um das „alte Winterkleid „ los zu werden. Bandy ist noch zurückhaltend. Der denkt sich sicher auch, dass es meteorologisch und phänologisch gesehen eigentlich zu früh dafür ist und lässt Szindi erst mal voran gehen. Es ist wie sonst auch im wahren Leben. Die „Damen „ gehen oft nach dem inneren Gefühl, dem Bauchgefühl, die männlichen Erdenbürger orientieren sich mehr an objektiven Dingen.  Man(n) weiß ja nie....  

 

Aber es zeigen sich auch Veränderungen bei unseren beiden Mini Aussies. 

Neele und Thyra haben den Winter über kein einziges Haar aus dem Fell verloren. Selbst das Bürsten des Fells konnte kein einziges Haar lösen. Nun aber kommt doch bei der Tagespflege mehr oder minder viel Unterwolle zum Vorschein, die sich löst und gut ausgebürstet werden kann. Allerdings muss man schon ganz schön viel „striegeln“, dass es sich auch lohnt.  

 

Unsere Schafe stehen nach wie vor völlig zufrieden in ihrem Stall. So langsam wirken sie runder. Das Fell ist gut nachgewachsen, aber auch bezüglich der Trächtigkeit erwarten wir nun mehr Körperfülle. Noch 5 Wochen und die ersten Lämmer springen durch die Gegend.   

 

Egal, wie man das Äquinoktium betrachtet, meteorologisch, phänologisch oder astronomisch,… der Frühling kommt garantiert - auch zu uns nach Espetveit.

 

Mit dem Datum sollten wir es nicht so streng sehen, Hauptsache ist doch, dass er kommt und mit ihm das,

was uns gut tut,… „neues Leben“.  

 

Wenn wir keinen Winter hätten, wäre der Frühling nicht so angenehm.

 

Anne Bradstreet