23.06. 2014 Sankt Hans

 



oder Mittsommer, Johannistag oder auch Sommersonnenwende genannt.


 

 

Überall, jedenfalls in Europa, hat dieser längste helle Tag im Jahr Tradition und man feiert diesen langen hellen Tag im Jahr mit besonderen Festen. 

 

Tolles Wetter, lange Tage, milde helle Nächte, … schöner kann der Sommer nicht sein. Aber wir müssen bereits an den Winter denken und sind mit den Vorbereitungen dafür beschäftigt.

In diesem Jahr war es deshalb nicht so weit her mit dem Feiern von „Sankt Hans“ auf Espetveit. Ralf war gerade von seiner Tour aus Deutschland zurück gekehrt. Wir hatten uns entschlossen am heutigen „langen Tag“ das bereits gemähte und gut getrocknete Heu von unserer Weide vor dem Haus rein zu holen. Normaler Weise ist es auf diesem Areal der Weide sehr feucht und wir konnten es bislang nur als Weideland nutzen, wenn es ausgesprochen trocken war, so dass die Schafe beim Weidegang nicht im Morast versanken.

In diesem Jahr ist es das erste Mal, dass wir sogar Heu ernten können. Immerhin haben wir drei volle Hänger eingeholt und nun liegt es noch schön ausgebreitet auf dem Heuboden. Wir haben den oberen Anteil der Weide rechts vom Bach auch gleich gemäht, da die Wettervorhersage es gut mit uns meint. Jetzt hoffen wir, dass der „gute Mann da oben“ das Versprechen einhält und die dicken Wolken zurück hält.

Die ersten Rundballen liegen ebenfalls schon im Schafstall. Wir fahren jetzt jeden Tag mit dem Pferdehänger zur Arbeit und stellen diesen auf dem Feld am Stadtrand von Kristiansand ab. Dort warten die Rundballen auf uns um ihre Reise nach Espetveit anzutreten. Bereits vor der Arbeit haben wir also 15 Minuten Fitnessprogramm. Wir „treiben“ die Rundballen auf dem Feld „zusammen“ und platzieren sie dann in Dreierkolonnen im Pferdehänger.

Insgesamt brauchen wir für unsere Schafe und Pferde 300 Ballen um über die kalte Jahreszeit zu kommen. Unser „handverlesene “ Heu kommt als Leckerli noch hinzu und wird von unseren wolligen Vierbeinern gern am Abend als letzte Mahlzeit vor dem Schlafen genüsslich gekaut.

 

Ab kommender Woche haben wir Urlaub. Wir hoffen, dass sich das sommerliche Wetter hält und wir unser Weide, die für das Heu machen zur Verfügung steht , mähen können und das Heu auch noch trocken auf den Stallboden bekommen. Es sollte am besten 1 Woche draußen liegen, bevor wir es unters Dach kommt. Ansonsten werden wir im Urlaub wieder Wandertouren mit Neele und Thyra machen um das Setesdal besser kennen zu lernen. Mal sehen wie viel Zeit fürs Vergnügen bleibt.

 

Der Mensch hat keine Zeit, wenn er sich nicht Zeit nimmt, Zeit zu haben. 

 

Ladislaus Boros

 

 

 

 

 

10.06. 2014

 

Pfingsten,

 

schönes Wetter

 

…und viel Arbeit

 

  

Inzwischen sind auch die Pfingsttage vorüber.

Wir hatten herrliches Sommerwetter, wie wir es aus unseren Kindertagen kennen mit viel Sonne, einer leichte Brise und ab und zu ein Wölkchen am Himmel. So richtiges „Ostseeurlaubsgefühl“ kam da auf.

 

Nichts desto trotz, hatten wir wieder einige Dinge auf dem Hof zu erledigen.

Unsere Pferde Bandy und Szindi standen immer noch im „Dreck" vom zurückliegenden Jahr. Es war nötig, die alten Späne aus dem Stall zu schaffen. Es dauerte nicht lange und bereits nach 2 Stunden, konnten die beiden Großen wieder ihr sauberes Domizil in Augenschein nehmen. Die alten Späne haben wir hinter dem Pferdestall zum kompostieren auf der Wiese ausgebreitet. Hier können sie liegen und sich in gute Erde verwandeln. 12 neue Ballen mit frischen Spänen haben wir im Pferdestall verteilt und etwas angefeuchtet. Hier in Norwegen bekommt man keine staubfreien Späne, so dass wir durch die „Wässerung“, den Staubanteil reduzieren wollen. Szindi und Bandy fanden es im „neuen“ Stall recht gemütlich. Sie haben frische Pferdeäpfel verteilt und  eine entsprechende eigene „Nach-Bewässerung“ machten den Stall wieder zu ihrem zu Hause.

 

Die Schafherde ist inzwischen 3 Wochen auf der Weide und die erste Prophylaxe gegen alle Formen von Würmern,… egal wie breit, lang oder rund… stand auf der "to do-Liste".

Also ging es mit der gesamten Herde wieder einmal in den Ferch. Zu unserer Überraschung verlief alles ohne viel Theater. Zuerst wurden die erwachsenen Schafe mit dem Wurmmittel versorgt und dann kamen die Lämmer an die Reihe. Von den kleinen süßen Lämmchen sind einige schon recht kräftig geworden und so war es teilwiese ein kleiner Kampf, das Wurmmittel mittels Applikator in die kleine, oder aber manchmal auch große Schnute zu bekommen. In diesem Jahr waren wir wohl in Rekordzeit mit allen Schafen fertig.   Tja, Übung macht den Meister, das gilt auch für uns.

 

Der Lammkindergarten kam auch gleich an die Reihe. Die Lämmer kamen von alleine zu uns gelaufen. Maxi hat so ein Urvertrauen zu uns, dass es auch bei ihr völlig problemlos ging. Maul auf und 15ml vom Wurmmittel appliziert und fertig. Nur Laila, die zusammen mit Maxi als Kindergartentante auf dem Terrain des Lammkindergarten steht, ließ sich nicht einfach überreden die paar Schlucke, von dem wahrscheinlich richtig mies schmeckenden Mittel, zu sich zu nehmen. Wir konnten sie nicht greifen und so bleibt Laila, die Einzige in der
Herde, die nicht das Wurmmittel bekommt. Wir wollen mal hoffen, dass es keine Konsequenzen für die Herde hat, nämlich, dass sie die Jenige ist, die ausgerechtet einen Wurmbefall hat.

 

Unsere Terrasse und der Badesteg bekamen eine Kur mit Terrassenöl. Die Dächer von Garage und Pferdestall/ Werkstatt wurden mit Rostschutzfarbe ausgebessert.

 

Dennoch hatten wir zwischendurch Zeit für Spaziergänge mit Neele und Thyra hoch zu unserem Badesee. Das Wasser hat angenehme 18 Grad und es ist einfach herrlich da oben völlig allein zu sein und so wie die Natur den Menschen geschaffen hat, im Wasser seine Runden zu drehen. Thyra ist eine ambitionierte Schwimmerin, die ihren eigen Schwimmtouren im See macht. Neele ist mehr der „Planschtyp“ und beobachtet vom sicheren, meist trockenen Grund, die andern im kühlen Nass.

Abends saßen wir alle auf der Terrasse bei gutem wohlverdienten Essen und selbstgemachten Sommerwein. Leider mussten wir uns allabendlich so etwa gegen 20.00 Uhr zurück ziehen. Das ist die „Knotte-Zeit“, d.h. die Kriebelmücken treiben da ihr Unwesen und jeder, der sie kennt, flieht nach drinnen.

 

Das haben inzwischen auch unsere Lämmer im Kindergarten begriffen. Ist die Kriebelmückenzeit gekommen, verziehen sich alle 9 Lämmer in eines der Lammhäuser und nehmen eine Mütze voll Schlaf.  

 

Du mußt dir nicht die geringsten Gedanken um die Zukunft machen,

die kommt von allein. 

 

Meike Winnemuth „ Das große Los“ S.189 Knaus Verlag

 

 

02.06. 2014

 

Hurra, hurra, hurra....

 

Vor wenigen Stunden hat uns eine E-Mail aus der Tierklinik hier in Kristiansand erreicht. 

 

Neele wurde am 20.05.14 zum zweiten Mal operiert. Das Ergebnis der histologischen Untersuchung aus Deutschland ist nun endlich gekommen.

Wir können aufatmen und zuversichtlich in die Zukunft schauen. Neele wird leben!!!

 

Die Diagnose eines akanthomatösen Ameloblastom ist bestätigt. Der Tumor ist vollständig entfernt und die Resektionsränder sind frei von Tumorgewebe.

 

Was gibt es Schöneres im Leben?

Im Augenblick ist nichts wichtiger für uns als dieses Ergebnis!

 

In jeder Krise liegt eine Gefahr und eine Chance

 

Barbara Völkner