17.02. 2014 Es gibt sie noch ...

 

 

, na die Sonne.

 

Seit mehr als 4 Wochen kämpfen wir mit dem sehr merkwürdigen Winter in diesem Jahr. Erst wollte es überhaupt nicht schneien,... hatten sogar „grüne Weihnachten“... und nun wirft der Winter alle gesammelten Flocken und Tropfen auf die Erde.

Wir haben es immer so um die 0 Grad , mal etwas Frost und dann wieder 5 Grad plus. Es kommen Massen von Schnee und wenige Stunden später regnet es als ob die Scheunentore oben am Himmel aufgehen. Wir sind jeden Tag mit dem Schneeräumen beschäftigt. Ist es zwischen den Gebäuden aufgeräumt, erledigen sich die Dächer ihrer Last und wir fangen von vorne an.

 

Nach der Arbeit zu Hause angekommen, geht es erst zum Füttern der Tiere. Anschließend gibt es Abendbrot für uns und dann geht es wieder nach draußen zum Räumen. Wir fallen jeden Abend wie tot in die Betten. Morgens kurz nach 05:00 Uhr startet dann wieder ein neuer Tag für uns.

An den Wochenenden wird dann gründlich „gerüddet“, meist 6-8 Stunden täglich. Die zusammengeschobenen Schneehaufen werden vom Hof wegtransportiert, da es inzwischen so viel Schnee ist, dass kein Platz mehr dafür auf dem Hof ist.

Auch auf dem Paddock bei der Pferden werden die Schneemassen über die Begrenzung gehoben, da sonst der Radius für die Bewegung der beiden Großen immer kleiner wird und irgendwann nur noch ein schmaler Weg zwischen Stall und Heuraufe existieren würde.

 

Durch den ständigen Temperaturwechsel haben es die Bäume sehr schwer. Der schwere Schnee begräbt viele unter sich. Bei unseren Spaziergängen durch den Wald sind einige Bäume der Schneelast erlegen. Es gibt reichlich „Schneebruch“, der sein ganzes Ausmaß sicher erst im Frühjahr zeigt, wenn der viele Schnee am Waldboden geschmolzen ist. Unmittelbar um unser Haus, in unserem Märchenwald, sind auch einige Bäume nieder liegend. Nun gut, wir haben im Frühjahr mal wieder mit aufräumen im Wald zu tun. Geplant war das nicht. Wir wollten endlich mal weniger schaffen und mehr Zeit für uns und unsere Tiere haben. Die Natur hat es anders vorgesehen, müssen wir so nehmen wie es ist.

 

Zu allem Übel ging uns in der letzten Woche auch noch ein Vorderreifen vom Traktor kaputt. Es ist nicht so einfach hier in Norwegen Ersatzreifen zu bekommen. In Oslo bestellt und nach 4 Tagen hatten wir endlich zwei neue Vorderreifen. Solange mussten wir mit unserer kleinen Schneefräse , einer sogenannte „Damenfräse“ auskommen. Außerdem haben wir 3 Schneeschaufeln in unterschiedlicher Größe , die wir ausgiebig strapaziert haben. Am Donnerstag morgen ging es bereits um 03:00 Uhr raus aus dem Bett um den Schnee von der Garage zum Tor und runter bis zum Waldweg zu räumen. Wir mussten ja zur Arbeit und ohne räumen wären wir nicht vom Fleck gekommen.

Ein Fitness-Studio brauchen wir nicht,... wir haben hier körperliches Training gratis auf unserem Hof.

 

Heute scheint seit vielen Wochen das erste Mal wieder die Sonne. Das letzte Mal sahen wir "Klärchen" Anfang Dezember hier auf Espetveit.

Es hat heute richtig Spass gemacht, auf den Berg zur Hütte durch den Schnee zu stiefeln. Wenn die Sonne lacht geht alles viel leichter.

 

Allerdings werden wir ab morgen wieder Fitness-Training haben. Es ist wieder reichlich Schnee bis Freitag gemeldet und am Freitag Abend , wie sollte es anders sein, steigen die Temperaturen und es regnet dann wieder.

 

Ralf ist seit heute für eine Woche in Berlin. Liane hält die Stellung hier auf Espetveit. Die Schneefräse ist am Traktor montiert und so lange es nicht regnet, sollte es kein Problem geben, .... das kriegt die Bäuerin hin. Kommt der Regen früher, sieht es anders aus!!!

 

Na ja, also von einem richtigen Winter können wir in diesem Jahr nicht sprechen. Es ist schon fast Ende Februar und wir hatten noch keinen richtigen Frost über mehrere Tage, wie wir es eigentlich aus den vorigen Jahren kennen. Da gab es schon Wochen mit bis zu 30 Grad minus, und dann im Januar und Februar mindestens minus 15 Grad täglich.

 

Kommt jetzt doch die globale Erwärmung?... also zur Zeit sieht es jedenfalls so aus.

 

 

Meistens belehrt erst der Verlust uns über den Wert der Dinge.

Arthur Schopenhauer