29.12. 2014 Szindi ist krank

Unsere Stute Szindi macht uns seit ein paar Tagen Sorgen.


Bereits am Abend des 1. Weihnachtstages lehnte sie ihr Kraftfutter ab. Normalerweise kann es beim Füttern nicht schnell genug gehen , doch am ersten Weihnachtstag roch sie nicht mal daran.


Na, ja dachten wir, wird wohl Probleme mit den Zähnen haben. Also sollten wir den Tierarzt bestellen um die „Zähne zu raspeln“.


Am Morgen des zweiten Feiertages fraß sie gierig ihr Kraftfutter und auch das Heu in der Raufe wurde nicht alt. Am Nachmittag dann lag sie im Stall und hatte den Kopf abgelegt. Auf Rufen reagierte sie nicht. Selbst Möhrchen konnten sie nicht bewegen, aufzustehen. Langsame tiefe Atmung und ständiges Flehmen,... das war nicht normal. Man sah am Bauch deutliche Darmbewegungen und Szindi schaute uns traurig, mit fast zusammengekniffenen Augen an. Der Glanz in ihren braunen Kulleraugen war verschwunden. Sie hatte starke Schmerzen und das Aufstehen bereitete ihr Schwierigkeiten. Wir vermuteten ,dass sie eine Darmkolik hat.


Nach intensivem Bemühen bekamen wir Szindi auf ihre vier Beine. Endlich aufgestanden, begann sie sofort im Kreis zu laufen, nicht ungewöhnlich für sie, eigentlich ein alltägliches Prozedere. Doch beim Laufen ließ sie den Kopf hängen und trottete mehr oder weniger unsicher im Kreis durch den Stall.

Endlich setzte sie Stuhl ab. Die Pferdeäpfel waren etwas kompakter und kleiner, aber es war keine Blutbeimengung zu erkennen. Auch konnten wir deutlichen Windabgang hören und riechen.


Beim Füttern am Sonnabend nahm sie wieder Kraftfutter zu sich. Allerdings fraß sie nicht alles und sie sah uns nach wie vor mit einem traurigen Blick an. Im Stall waren Pferdeäpfel verteilt, wie wir sie auch schon am Vortag finden konnten. Zur Heuraufe ging sie zwar, aber knabberte nur lustlos an den Halmen. Auf jeden Fall sah es besser aus als noch am Tag zuvor und wir waren optimistisch, dass sie sich einfach nur den Magen etwas verkorkst hatte.


Doch am Abend wieder die gleichen Symptome. Kein Kraftfutter, ... kein Heu, ... Szindi lag im Stall mit ausgestreckten Beinen und hatte Schmerzen.

Wir waren mit unserer Weisheit am Ende, ein Tierarzt musste her.  


Tja und wie es so oft ist.... Entschluss gefasst und am Sonntagmorgen war alles wie weg geblasen. Sie „blubberte“ als wir die Tür zum Pferdestall aufschoben in alt gewohnter Art...“ wo bleibt ihr denn nur ich habe Hunger“. Sie fraß ihr Kraftfutter und lief wie von der Tarantel gestochen zur Heuraufe und begann zu kauen. Na „Gott sei Dank“, .... doch am Nachmittag ging es wieder los.


Heute nun war der Tierarzt da. Er konnte nicht wirklich etwas Auffälliges finden. Die Darmgeräusche sind rege, aber nicht abnormal. Der Stuhlgang etwas fester, aber noch im Rahmen des Normalen. Die Temperatur, die wir mehrmals gemessen hatten, war auch bei seiner Untersuchung mit 36,8 völlig normal. Das Abhören von Herz und Lunge zeigte keine Pathologie.


Er meinte nun , dass es sich wahrscheinlich um einen Milzinfarkt handelt, der bei älteren Tieren (Szindi wird am 1. April des kommenden Jahres 25 Jahre :-)) in der kalter Jahreszeit oder bei Futterumstellung immer mal wieder zu finden ist.

Viele Möglichkeiten der Behandlung gibt es da nicht.

 

Wir sollen die beiden Pferde entwurmen auch wenn die Pferdeäpfel im Aussehen frei von Parasiten sind. Auch mikroskopisch kleine Erreger können durchaus Beschwerden machen. Eine Schmerzbehandlung mit Quadrisol  (Vedaprofen 100mg/ml) ist sicher sinnvoll. Er wollte Szindi eine Spritze geben, die sie allerdings energisch abgelehnte. So müssen wir versuchen ihr 2 x täglich Quadrisol in Pastenform ins Futter zu mischen. Direkt in das Maul, lässt sie nicht zu. Sie ist schon etwas sehr eigen und speziell unsere Szindi. Außerdem bekommt sie neben dem Selbsttränker einen Eimer mit Wasser angehängt, damit sie reichlich trinkt. Grobes Meersalz haben wir auch gekauft, was sie ebenfalls zusätzlich angeboten bekommt. So soll der Wasser – und Mineralhaushalt aufgefüllt werden. Das Kraftfutter bekommt sie nur in geringen Mengen in den kommenden 3 Tagen um die Paste mit dem Schmerzmittel untermischen zu können. Ansonsten ist sie auf Schmalkost gesetzt, nur Heu und Stroh und wenn das nicht hilft nur noch Wasser und Salz. Mehr können wir nicht tun.


Wir hoffen sehr, dass unsere Szindi die Situation meistert und Mutter Natur ein einsehen hat und sie bei uns bleiben wird. Alles andere wäre schrecklich für uns, einfach nicht vorstellbar und nicht zu akzeptieren. Wir haben Szindi nun 15 Jahre und sie ist wie alle unsere Tiere ein Teil unseres Lebens. 

 

Wir werden geformt und gestaltet durch das, was wir lieben.

 

Johann Wolfgang von Goethe

 

 

 

 

12.12. 2014

Meister Isegrim zu Besuch auf Espetveit

In den letzten Tagen hat der Winter sich richtig Mühe gegeben und wir haben wenigstens einen ½ Meter Neuschnee. 

 

Gestern sahen wir beim unserem täglichen Spaziergang hoch zur Mosseby-Hütte große Pfotenabdrücke entlang des Weges im Schnee. Tja, da war wohl ein Hund von zu Hause ausgebüchst und auf Erkundungstour im Wald allein unterwegs, … dachten wir jedenfalls. 

 

Am Nachmittag kam Pål vorbei und berichtete, dass ein Jäger am Tag zuvor oben an der Hütte Wolfsspuren gesichtet hatte. Es waren frischen Spuren von einem kräftigen Tier. 

 

Oh, oh,.... damit hatten wir nicht gerechnet. Da gehen wir so völlig ahnungslos auf unsere täglichen Spaziertour und nur einen Tag zuvor hatte ein Jäger eine frische Wolfsspur gesichtet.

Es war ein bisschen beängstigend, dass die Spur entlang des Weges in nur 300 m Entfernung von unserem Hof also keine Hundespur war. Allein der Gedanke, dass ein Wolf den gleichen Weg benutzte, wie wir und bei uns die Wälder durchstreift, ließ ein flaues Gefühl in der Magengegend aufkommen. 

 

Na, hoffentlich hat er in unserer Abwesenheit nicht Lust auf unsere Mini Aussies, Neele und Thyra? Wir beruhigten uns damit, alles gut eingezäunt zu haben. Wenn kein Hund hinaus kommt, kommt auch kein Wolf hinein – basta!

 

Letzten Sommer wurden wir informiert, dass wir auf unsere Schafe acht geben sollen, da in unserem Bezirk ein Wolf gesichtet wurde. Einige Schafe in weiter weg stehenden Herden wurden durch Bisse verletzt, aber nicht getötet.

 

Bei den Jägern brach damals eine regelrechte Hysterie aus. In der Zeitung stand plötzlich, daß man besser die Jäger und nicht die Wölfe zum Abschuß frei geben sollte. Tja, die Norweger haben eben einen speziellen Humor. 

 

Die Bewohner hier in unserer Umgebung sagen, dass die Wölfe aus Schweden in unser Gebiet ziehen, um leichter Futter zu finden. Die Schafherden, welche sich den Sommer über im Gebirge befinden, sind den Wölfen schutzlos ausgeliefert. Hier in unserer Gegend sind die Weideflächen eingezäunt und einige Bauern haben Hütehunde bei ihren Herden.

 

Unsere Weiden haben wir ebenfalls mit guten Zäunen versehen. Ab Mitte Oktober bis Mitte Mai  stehen unsere Schafe sicher im Stall. 

 

Vor vier Jahren wurde ein großes Schaf auf unserer Weide gerissen. Ihm wurde der Kopf glatt abgetrennt. Damals dachten alle an einen Luchs. Ob es vielleicht doch Meister Isegrim war?

 

Eine Veröffentlichung des norwegischen Umweltministeriums zeigt, dass ein kleiner Teil der skandinavischen Wölfe auch in Norwegen zu Hause ist. Eine Karte, die im Oktober 2013 vom norwegischen Umweltministerium publiziert worden ist, zeigt sieben Wolfsrudel und sechs Paare, deren Territorien sich ganz oder teilweise in Norwegen befinden. 

 

 

Verbreitung von Wölfen in Skandinavien 2013 (C)

www.miljostatus.no


 

Die Anzahl der Wölfe nimmt in Skandinavien seit etwa 15 Jahren nahezu kontinuierlich zu. Ähnliches Phänomen beobachtet man in ganz Europa. 

                    (C) www.miljostatus.no


Die Größe der Wolfspopulation wird derzeit über eine sogenannte lizenzierte Jagd geregelt. Das bedeutet, dass Wölfe nicht generell zur Jagd freigegeben sind. Mit dieser eingeschränkten Jagd auf Wölfe sollen vielmehr die Schäden, die Wölfe an Nutztieren anrichten, reduziert werden. Wenn die Regierung die Jagd auf Wölfe freigibt, wird eine festgelegte Anzahl von Wölfen innerhalb eines genau definierten Gebietes zum Abschuss frei gegeben.
Darüber hinaus können die Behörden nach erfolgten Wolfsangriffen z.B. auf Schafe, weitere Einzeltiere zum Abschuss freigeben.


 

Wolfsmanagementgebiet in Norwegen (C)

www.miljostatus.no

 

Wissenschaftler versuchten herauszufinden, ob die Jagd auf Wölfe eine geeignete Methode ist, um die Schäden, die Wölfe verursachen, zu verringern. Der Beweis dafür ist bislang noch nicht erbracht.

Die Nutztierschäden gehen nur dann zurück, wenn Wölfe in einer Region komplett ausgerottet und alle "Zuwanderer" auch so schnell wie möglich geschossen werden. .... welch ein Wahnsinn !!!


Unser“ Wolf hier auf Espetveit soll leben. Wir drücken ihm die Daumen, dass er nicht zum Abschuß frei gegeben wird und wenn doch … schlauer als die Jäger ist.

Allerdings haben wir Respekt vor dem Räuber und gehen jetzt mit mehr Vorsicht auf Tour. Wir spazieren nicht mehr in der Dämmerung durch den Wald und es liegt uns auch immer ein „Lied“ auf den Lippen.

So kann uns Meister Isegrim rechtzeitig hören und sich aus dem Staub machen. …. hoffen wir jedenfalls.


Meister Isegrim war uns noch nie so nah. Ob wir ihm wohl begegnen werden?


"Wo der Wolf lebt, wächst der Wald"
(altes russisches Sprichwort) 

04.12 2014 Unser Bärli wird heute 3 Jahre 


 

Steckbrief

 

...., aussehend wie ein kleiner Bär, wohlgeformt und kräftig in Statur mit ein wenig Hüftgold , langes wolliges weiches braunfarbendes Kleid mit blonden und cremefarbenen Applikationen und weißen Zehenspitzen, runder Kopf, breite Nase, hängende Ohren, sanfter Blick, etwas tollpatschig in der Bewegungen, wenn einmal in Fahrt nicht mehr zu stoppen, liebt das Wasser, schwimmt unermüdlich ihre Runden und selbst der kleinste Tümpel ist groß genug um sich darin zu ducken, ausgeglichener sanftmütiger Charakter, ab und zu rüpelhaft im Umgang mit Zwei- und Vierbeinern, neugierig und an allem interessiert, überall die Nase reinsteckend, absolut lieb und gehorsam, nie schlecht gelaunt, immer nach Harmonie strebend, Streit aus dem Weg gehend, ständig nach Kuscheleinheiten suchend, auf der Couch sich wohlfühlender dicker Teddy, ständig hungrig, immer auf Leckerlis aus, manchmal etwas in sich gekehrt und etwas dümmlich reinschauend, anhänglich, positiv eingestellt zu sich und dem was da um sich geschieht, absolut liebenswert, einmalig und unersetzlich,…

 

ja, das ist unsere Thyra, ein Mini Aussie Mädchen kein Bär, … sie ist unser Hundemädchen!!!

 

Wir gratulieren von ganzem Herzen unserem Bärli und wünschen uns gemeinsam noch viele schöne erlebnisreiche Jahre.


Einen besseren Freund als einen Hund kann sich der Mensch nicht wünschen. Hinter jedem verlausten Hund steckt mehr

Ehrlichkeit, Liebe und Freundschaft

als hinter der sauberen Fassade mancher Menschen.

 

Verfasser unbekannt

01.12. 2014 

 

Der erste Puderzucker ist verstreut



In diesem Jahr lässt der Winter lange auf sich warten.

 

Nach Wochen mit täglichem Regen und milden Temperaturen meldet sich endlich der Winter zu Wort.

 

In den Jahren zuvor hatten wir bereits im Oktober, spätestens jedoch im November die ersten großen Schneeräumaktionen hinter uns. In diesem Jahr waren der Oktober und der November völlig verregnet.

 

Um so mehr freuen wir uns über den ersten „Puderzuckerschnee“, der zum ersten Advent ganz Espetveit einhüllte. Es sind zwar nur wenige Zentimeter doch jetzt macht es wieder richtig Spaß wenn wir mit unseren beiden Hundemädchen zum täglichen Spaziergang aufbrechen. Durch den Schnee stapfen oder sich genüsslich darin rollen, so wie Thyra und Neele es pflegen, bringt wieder Licht in die trübe Stimmung.

Alles ist weiß eingehüllt und die Natur wirkt wie erstarrt, so als ob sich alles schlafen gelegt hat. Die Temperaturen liegen zwischen minus 5 und plus 3 Grad bei Windstille oder wirklich nur einem zarten Lüftchen.

 

Die Natur hat endlich Ruhe gefunden. 

Die Stille der Nacht oder des Waldes kann der Seele ein Hilfsmittel sein,

in ihre eigenen Tiefen hineinzulauschen.

Friedrich Lienhard