22.04. 2014

 

Ostern ist vorüber

 

 

Unser Neele geht es gut nach der Operation.

 

 

Es gab bislang keine Komplikationen mit der Wunde und dass ihr jetzt 3 Zähne fehlen, scheint ihr nichts auszumachen.

Sie ist wieder unsere kleine süße Neele mit all ihren Ecken und Kanten.

 

Wir hatten 5 Tage frei und dabei herrliches Wetter. Nur der Donnerstag vor Ostern war kalt und verregnet. Doch dann zeigte das Wetter sich von seiner großzügigen Seite. Wir haben die Tage genutzt um den Zaun auf unseren Weiden wieder herzurichten. Der Winter war zwar kurz, aber schneeintensiv, so dass ein großer Teil den Schneemassen erlag.

Wir haben vor, die nicht trächtigen Schafe und auch unsere beiden Böcke Torben und Holger zu Beginn der Lammzeit, auf die Weide zu stellen. Die Herren kommen auf die Herrenweide und die Jungschafe Kathrin, Karla, Merete, Fenja und Merle ins Ylva Tal. Den Zaun hinter dem Schafstall mussten wir völlig neu setzten. Da war nichts mehr zu reparieren. Auch auf der Herrenweide ist ein großer Teil nicht mehr zu gebrauchen, so dass wir viel Arbeit hatten. Die Zäune rund um Ylva `s Tal sind fertig und auf der Herrenweide sind noch 2-3 Stunden Reparaturzeit zu veranschlagen. Aber das schaffen wir am Abend in der Woche nach der Arbeit.

 

Über Ostern haben wir auch die Lammboxen eingerichtet. Die Begrenzungen sind gestellt, Gummimatten gelegt und Stroh in den Boxen verteilt. Auch die Wärmelampen hängen bereits über den Boxen. Nun kann es los gehen mit der Lämmerwirtschaft, wir sind bereit.

Frühestens am 25. 04., also am kommenden Freitag, erwarten wir die ersten Lämmer. Meist ist es 2-3 Tage nach dem errechneten Termin soweit. Wir haben also alles rechtzeitig fertig bekommen.

 

Die Schafe, welche zur Lammzeit nicht unbedingt im Stall sein müssen, kommen am kommenden Sonnabend raus. Dann haben wir ausreichend Platz um jeder werdenden Mutter Platz und Zeit für die Geburt und die ersten 48 Stunden danach, zu lassen.  

 

Das Leben besteht nicht aus den Momenten, in denen du atmest …
Es sind die Momente, die dir den Atem rauben …

 

  16.04. 2014

 

Neele ist operiert

 

Heute waren wir mit Neele in der Tierklinik und sie wurde auch gleich operiert.

 

 

Wir hatten ja bereits im Artikel vom 14.04. darauf hin gewiesen, dass Neele einen blutendenTumor am Zahnfleisch des Unterkiefer hat. In den letzten Tagen war der Tumor rasant gewachsen. Es hat uns keine Ruhe gelassen. Zum Glück haben wir kurzfristig vor Ostern den Termin in der Klinik bekommen.

 

Kurz und gut. Heute Morgen standen wir pünktlich um 08:00 Uhr beim Tierarzt auf der Matte.

Kurze Anamnese und Lokalbefunderhebung und es stand fest, dass die OP so gegen 12:00 Uhr laufen wird. Vorausschauend hatten wir Neele und Thyra heute morgen nicht gefüttert, so dass Neele für die Narkose „nüchtern“ war. Thyra war bei der Erstkonsultation dabei und als Neele vom Tierarzt in den Vorbereitungsraum geführt wurde, verstanden beide die Welt nicht mehr. Neele schaute hinter sich und setzte sich nur widerwillig in Bewegung , da Thyra ihr zwar folgen wollte, aber durch Liane zurückgehalten wurde. Dass beide Aussiemädchen getrennte Wege gehen, gab es in den letzten 2 ½ Jahren nicht. Sie waren jede Minute ihres Hundelebens
zusammen … und nun das.

 

Thyra ging mit Liane zum Auto und ab ging es zum Krankenhaus, wo Patienten in der Poliklinik auf Liane warteten. Thyra musste im Auto bleiben.

Ralf, der mit seiner Arbeit im Krankenhaus so gegen 11:00 Uhr fertig war, fuhr mit Thyra zurück nach Espetveit. Liane wartete im Krankenhaus auf eine Rückmeldung von der Tierklinik.

 

Vereinbart war, dass der Tierarzt anruft, wenn Neele soweit in Ordnung ist, dass sie wieder mit nach Hause kann. Um 13.00 Uhr stand Liane wieder in der Tierklinik und nahm unsere Neele in die Arme. Unsere kleine Neelemaus war von der Narkose noch etwas benommen, aber piepste herzerweichend, als sie die bekannte Stimme vernahm. Man merkte ihr an, wie froh sie war Lianes Stimme zu hören und in ihren Armen zu liegen.

 

Beim Gespräch mit dem Tierarzt musste Liane doch etwas schlucken. Die OP war größer ausgefallen, als gedacht. Das Gewächs am Zahnfleisch war bis auf den Knochen vorgedrungen und hatte einen Teil des Unterkiefers zerstört. Drei Zähne mussten in diesem Bereich entfernt werden, da der Zahnhalteapparat mit in Leidenschaft gezogen war.

Na, ja den Rest malt man sich aus, wenn man in dem Milieu selbst tätig ist. Radikale Operation, da denkt man an eine bösartige Geschwulst, jedenfalls als Arzt.

 

Ein Teil des entfernten Materials wird zur histologischen Untersuchung in eine Pathologie nach Deutschland gesandt. Einen ca. 1 cm großen Gewebeanteil, haben wir in einem Gefäß mit Formalin mitgenommen, um es hier in unserem Krankenhaus von der mit uns befreundeten deutschen Pathologin untersuchen zu lassen.

 

Wir haben uns übers Internet belesen, um mehr über Tumoren der Mundhöhle/Maulhöhle beim Hund zu erfahren. Wir wollen mehr Gewissheit und natürlich Hoffnung finden , dass alles nicht so schlimm ist und unsere Neelemaus wieder ganz gesund wird.

 

Unsere Recherche diesbezüglich findet ihr in der nachfolgenden Zusammenfassung:

 

Nicht jede Wucherung/Geschwulst im Maul ist ein bösartiger Tumor, aber beim Hund liegt die Wahrscheinlichkeit leider bei 50%.

Die Maulhöhle ist die viert häufigste Lokalisation für bösartige Tumoren beim Hund . Durch die oft späte Diagnose haben diese leider auch eine schlechtere Prognose.

Die schwierige Einblicknahme in die Maulhöhle und/oder der Nicht-Kooperation der Tiere beim Einsehen ins Maul, sind die Hauptgründe dafür.

Teilweise werden aber auch sichtbare Veränderungen vom Besitzer einfach ignoriert. Oft wird eine Wucherung mit einer Zahnfleischentzündung verwechselt.

 

Man findet verschiedene Formen von bösartigen Tumoren, die mehr oder weniger gut zugänglich sind für die Behandlung und mit mehr oder weniger guten Heilungschancen. Man findet wie beim Menschen auch Melanome, Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinome, Fibrosarkome und Osteosarkome.

 

Neele vor der OP *
Neele vor der OP *

 

Rein dem Aussehen nach, scheint es sich bei Neele um einen Epulis zu handelt.

 

Der Epulis ist ein relativ oft vorkommender gutartiger Tumor.


 

Der Begriff "Epuliden" wird für eine Geschwulstbildung des Zahnfleisches verwendet. Epuliden, (griechisch "auf dem Zahnfleisch") sind etwa 25% aller Maulhöhlen-Neubildungen des Hundes.

 

Histologisch unterteilt man die Epuliden in drei Typen:

  • Epulis fibromatosa

  • Epulis ossificans

  • Epulis acanthomatosa oder acanthomatöses Ameloblastom
    oder peripheres Ameloblastom oder Basalzellkarzinom

 

Epulis fibromatosa und Epulis ossificans werden auch unter dem Begriff "peripheres odontogenes Fibrom" zusammengefasst und als gutartig angesehen.

Auch wenn Epuliden meistens gutartig sind, sollte jede Epulis histologisch untersucht werden um die optimale Therapie zu finden.

 

Das acanthomatösen Epuliden ist mit großem Respekt zu betrachten und macht etwa 20% aller Epuliden aus. Diese Form wächst sehr schnell, stark infiltrativ und kann den Kieferknochen befallen und zerstören. Obwohl sie als bösartig zu sehen sind, metastasieren sie nicht, d.h. sie bilden keine Tochtergeschwülste.

Allerdings sind acanthomatösen Epuliden trotzdem wie ein bösartiger Tumor zu behandeln. d.h. die radikale chirurgische Behandlung ist Voraussetzung für eine gute Prognose und damit Heilung.

 

Empfohlen nach der Chirurgie ist die Strahlentherapie, falls der Tumor nicht radikal entfernt werden konnte oder es zum Rezidiv (Wiederauftreten des Tumors) kommt. Der Hund soll damit eine Heilungschance von bis zu 90 % haben.

 

Diskutiert wird in der Literatur ebenfalls die Durchführung einer Chemotherapie beim Hund.

Wir wissen von der Humanmedizin, was das für den Patienten bedeutet. Spätestens hier sollte man gut überlegen ob man dieses seinem Hund antun will. Lebensverlängerung um jeden Preis?... nein Danke ,... ist nicht in unserem Sinne.

Lebensqualität steht für uns an erster Stelle und das gilt für uns und unsere Tiere. Welchen Gewinn hat das Tier und nicht, was gewinnt der Mensch bei all diesen Behandlungen.

 

Wir müssen nun abwarten. Spekulationen helfen uns nicht. Aber uns ist schon ganz flau im Magen, wenn wir daran denken, was kommen könnte!!!

 

Augenblicklich steht Neele wieder ganz sicher auf ihren vier Beinchen. Sie hat Appetit und bereits eine kräftige Mahlzeit zu sich genommen, obwohl 3 Zähne und ein Teil des Kieferknochens fehlen.

Die Schmerzen, scheinen sich noch in Grenzen zu halten. Wir sind jedoch vorbereitet und haben METACAM (Meloxicam) Tbl. aus der Apotheke geholt. Die wird sie in den nächsten 4 Tagen als Schmerzmedikation regelmäßig bekommen.

 

Das Resultat der histologischen Untersuchung aus Deutschland kommt sicher nicht so schnell. Nach Ostern geben wir die kleine Gewebeprobe, die wir mitgenommen haben, unserer „Pathologenfreundin“ Britta. Da kommt das Resultat sicher innerhalb von 2-3 Tagen.

 

Britta hatte auch den Tumor von Thyra untersucht, den wir im Oktober letzten Jahres aus der Haut/Fettgewebe im Nacken entfernt hatte. Glücklicherweise war dieser Tumor eine reaktive Veränderung auf die Injektion, die Thyra im Zusammenhang mit der Kastration im September in Deutschland, bekommen hatte.

 

Wir wünschen unserer Neele, dass sie auch so viel Glück mit dem histologischen Ergebnis hat, wie ihre beste Freundin Thyra.

 

Wir wünschen es für uns alle.

 

 

* Das Bild von Neeles Tumor hat uns freundlicherweise der Tierarzt (Erik Bjørsvik Veterinær Sørlandets Dyreklinikk Kristiansand), welcher unsere Maus operiert hat, vor der OP aufgenommen. Wir hatten ihn darum gebeten.

 

Es ist sinnlos zu sagen:

Wir tun unser Bestes. Es muss dir gelingen, das zu tun,

was erforderlich ist.

Winston Churchill

 

 

 

 14.04. 2014

Vor 5 Jahren 

 

Heute wären Anouk und Ylva 5 Jahre geworden, wenn nicht.....wenn sie nicht gestorben wären, dann lebten sie noch heute. 

Wir haben eine kleine Laterne am Glockenbaum in Ylva`s Tal gestellt. 

Es ist nach wie vor sehr traurig für uns und wir vermissen sie unendlich.

 

Zur Zeit haben wir richtigen Aprilwetter. Es stürmt , schneit und regnet. So richtig ungemütlich ist es draußen. Unsere Lammhäuser wurden von einer kräftigen Windböhe erfaßt und flogen durch die Luft. 

Wir haben heute eine Tour über die Wiesen und durch den Wald gemacht und dabei die Natur im Augenblick mit dem Fotoapparat festgehalten. Hinter dem Weidezaun auf der Wiese , die wir gepachtet haben, hat sich ein neuer kleiner See gebildet. Erstaunlich was die Natur innerhalb von wenigen Monaten an Veränderungen schafft. Die Wiesen und auch der Boden im Wald sehen noch grau aus. An den Bäumen kann man so langsam Knospen entdecken aber es traut sich bei den Temperaturen kein „Grün“ aus seinem Haus.

Der kleine Bach ist nun endlich frei von Eis und das Wasser läuft mit einer Geschwindigkeit als wenn es ein Rennen zu gewinnen gibt.

 

Thyra und Neele sind auf unseren Streifzügen immer noch auf der Suche nach Restschnee in dem sie sich wälzen können. Es ist wohl so eine Art Peeling was sie da betreiben. Jedenfalls rollen, schrubben und wälzen sie sich mit voller Wonne im Schnee. Vielleicht noch 1 Woche und dann ist auch die letzte Möglichkeit des Naturpeelings verschwunden.

 

Wir sind in der kommenden Woche bereits ab Mittwochmittag zu Hause. Hier in Norwegen ist die Ostersaison fast wichtiger als Weihnachten. Ab Mittwochmittag vor Ostern ist Arbeitsschluss und erst am Dienstag nach Ostern geht es wieder seinen gewohnten Gang. Und das gilt auch für uns. Allerdings können wir nicht die ganzen Tage faulenzen. Wir müssen an den Dächern vom Schafstall, Pferdestall/Werkstatt und den Garagen einige Ausbesserungsarbeiten machen. Na ja, aber es bleibt sicher auch genügend Zeit zum Beine hochlegen und für ausgedehnte Spaziergänge. Das Wetter soll auf jeden Fall über die Ostertage besser werden.

 

 

Nach Ostern müssen wir mit unserer Neele zum Tierarzt. Wir haben uns eine Tierklinik im Randgebiet von Kristiansand ausgesucht. Nach dem Erleben mit Anouk und Ylva bei dem selben Tierarz, wollen wir wechseln. Wir haben einfach kein Vertrauen mehr in diesen Mann.

Neele hat seit ca. 14 Tagen einen Tumor am Zahnfleisch genau am linken Eckzahnbereich des Unterkiefers. Natürlich macht sich bei uns Panik breit, aber bevor wir nicht wissen was es genau ist, hoffen wir natürlich dass es gutartig ist, vielleicht ein Epulid. Jedenfalls muss es entfernt werden, da es regelmäßig blutet. Und wir wollen eine histologische Probe nehmen um sicher zu sein, was es ist. Neele ist nicht beeinträchtigt, frisst normal und kaut sogar ihren Hundefisch. Sie scheint damit keine Schmerzen zu haben. Wir dachten anfänglich, dass sie sich vielleicht eine Splitter ins Zahnfleisch gerissen hat oder eine kleine Verletzung zugefügt hat beim Knabbern von Ästen oder beim Kämpfen mit Thyra. Es ist leider nicht so. Das „Ding " ist polypös und wächst!!!

 

Tja, das Pech hat uns leider nicht verlassen, es klopft mal wieder an der Tür. 

 

Die Tiere empfinden wie der Mensch Freude und Schmerz,
Glück und Unglück;

sie werden durch dieselben Gemütsbewegungen betroffen wie wir.

 

Charles Darwin