25.09. 2013

 

Kein Tag

wie jeder andere

 

Es ist Mittwoch Morgen. 




Wie jeden Tag früh raus aus den Federn und dennoch ist es ein besonderer Tag .

 

Heute kam der Tiertransporter von der Schlachterei in Stavanger, um unsere Lämmer zu holen. Wir hatten es eigentlich bereits vor 2 Tagen geplant aber das Auto hatte einen Motorschaden, so dass uns nur der heutige Tag als Alternative blieb. Am letzten Sonntag hatten wir die ganze Herde in den Ferch getrieben und die Lämmer und erwachsenen Schafe markiert, die uns verlassen sollten.

 

Es stand fest , dass auch Hänschen mit von der Partie sein wird.

Von den erwachsenen Schafen gehen Biggi, Ina und Lilly. Biggi hatte eine schwere Geburt, Lilly eine eitrige Euterentzündung und Ina war starrsinnig und nahm auch in diesem Jahr ihre Zwillinge nicht an. Biggi wollen wir eine weitere Geburt nicht zumuten. Lilly kann aufgrund ihrer Euterentzündung nicht mehr gedeckt werden und Ina hatte ihre zweite Chance nicht genutzt.

Von den Lämmern bleiben Merete, Merle, Fenja, Kathrin und Karla.

 

Wir hatten beim Sortieren und Markieren lange überlegt, wer denn nun Hänschens Nachfolger werden sollte. Es musste ein Böckchen sein, welches von Hänschen abstammt und eine Mutter hat, die nicht aus unserer Herde/Zucht stammt. Das bedeutete, dass ein Sohn von Fips, Hanna oder Mona in Frage kam. Fips ihr Sohn Finn war ein etwas kleineres aber munteres Kerlchen, unser erstes „Madenlamm“ in diesem Jahr. Er kam nicht in Frage. Von Mona wollten wir die Tochter Merete behalten, also schied ihr Sohn ebenfalls aus. Letztendlich entschieden wir uns für Holger, ein Sohn von Hanna.

 

Kurzentschlossen ließen wir auch Dreizehn ziehen. Er hätte nun ohne Hänschen auf der Herrenweide gestanden und die ganzen folgenden 3-4 Wochen gerufen, Völlig allein kann auch kein Bock stehen, besonders wenn er in der Vergangenheit immer in Gesellschaft war. Da Dreizehn im nächsten Jahr ohnehin gehen würde, beschlossen wir, ihn zusammen mit seinem Freund Hänschen ziehen zu lassen.

Das war ein großes Glück für Torben, den erstgeborenen Drilling von Tria. Er darf nun bei uns bleiben und Dreizehn, als einen der neuen Herdenführer ersetzen.

 

Gegen 07:15 Uhr kam der Transporter. Wir hatten bereits die gesamte Herde im Ferch und entsprechend unserer Markierung die Lämmer und Schafe sortiert. Das Verladen ging relativ schnell von statten. Natürlich mussten wir bei dem einen oder anderen Lamm nachhelfen. Sie wollten die Herde nicht verlassen. Zum Schluss wurden Hänschen und Dreizehn mit dem Futtereimer gelockt und beide Herren trotteten in gemütlichem Gang auf die Rampe und rein in die Transporterbox. Kurz vor 08.00 Uhr fuhr der Fahrer Richtung Stavanger, allerdings mit mehreren Zwischenstopps, um weitere Schafe aufzunehmen.

 

Unsere Herde mit den alten und jungen Schafen trottete auf die Weide zurück. Hier und da hörte man ein paar Rufe der Mütter nach ihren Kindern. Und das bereitete uns wie in jedem Jahr etwas „Bauchschmerzen“.

Und wie in jedem Jahr kommt die Antwort oder der Trost...“wir können ja nicht alle behalten und in der Zeit, in der sie bei uns in Obhut waren, hatte sie es wirklich gut.“

 

Es wird nicht mehr lange dauern und die Herde zieht wieder in den Schafstall ein. Mitte Oktober beginnt dann für alle eine neue Saison, mit viel Hoffnung auf das Frühjahr und mit hoffentlich vielen kleinen süßen Lämmern.

 

Mit den Flügeln der Zeit fliegt die Traurigkeit davon.

Jean de Lea Fontaine
 



 

 

18.09. 2013

Ein Ausflug

der besonderen

Art 

 

Wie in jedem Jahr hatten wir auch 2013 am 2. Wochenende im September unser Studententreffen. Dieses Mal ging es nach Oberhof in Thüringen. Zunächst hatten wir geplant, unsere drei Hundemädels dort hin mitzunehmen. Mit dem Hotel war alles klar, aber in Anbetracht der umfangreichen Aktivitäten mit dem Fahrrad und Segway wären wir deutlich eingeschränkt gewesen.   

So entschieden wir uns, die Drei  auf Urlaub, in das uns bekanntes Hundehotel bei Bispingen zu schicken. Der Aufenthalt in Deutschland war für eine Woche geplant. 

Aufgrund der negativen Erfahrungen mit Neeles letzter Läufigkeit, hatten wir eine Sterilisation/Kastration aller drei Mädels generell in Betracht gezogen. Die Tierarztpraxis in der unsere Ylva verstorben war, wollten wir nicht unbedingt wieder aufsuchen, da wir immer noch ein ungutes Gefühl mit diesem Ereignis verbinden. Wir dachten über eine Alternative bei einem Tierarzt in Deutschland nach.  

So kam uns die Idee,  diesbezüglich eine Anfrage an das Hundehotel zu stellen. Wir wollten wissen, inwieweit es möglich ist, diesen operativen Eingriff in Verbindung mit dem Aufenthalt dort zu verbinden. Zu unserer großen Freude bekamen wir einen positiven Bescheid.

Das dortige Personal würde alle damit verbundenen Aufgaben, wie Terminvereinbarung beim Tierarzt, Transport und Nachtbetreuung übernehmen.  Das war natürlich ein Angebot, was wir nicht ausschlagen konnten.  

Wir fuhren also am Dienstag 03.09. nach Deutschland und lieferten unsere Hunde dort ab. Natürlich war uns etwas mulmig zumute. Sollte  dieser Aufenthalt doch nicht nur einfach ein paar Tage Ferien für unsere Hundemädels bedeuten.

Geplant wurden die Operationen kurz hintereinander. Gleich am  Mittwoch kam als erste Anouk an die Reihe, Donnerstag  war es für Neele soweit und am Freitag folgte die Jüngste, unsere Thyra. 

Über Whats-App standen wir mit der Leiterin der Hundepension täglich in Verbindung und bekamen die aktuellen Informationen über den Verlauf der Operation und das Befinden unserer Mädels, einschließlich Fotos, immer zeitnahe übermittelt. 

Es war aufregend für alle, auch für unsere Studentenfreunde.

Unser Seminargruppentreffen war wie in jedem Jahr sehr schön, interessant und anstrengend. Mit Segways durch den Rennsteiggarten, 45 km Mountainbike-Tour bis zur Erschöpfung und am letzten Tag 24 km Rennsteigwandern, standen auf dem Programm. Hinzu kamen Bowling,  reichlich gutes Essen, gemeinsames Würfeln und Biertrinken aus unserem Traditionsstiefel in allabendlich gemütlicher Runde. Unter Anderem besuchten wir auch eine alte Bierbrauerei, die zum Museum umgestaltet war. Unser diesjährigen Treffen war toll durchorganisiert und wir hatten jeden Tag Kaiserwetter.

Das Wichtigste aber war, unsere ehemaligen Kommilitonen gesund und munter wieder zu sehen, was in unserem Alter nicht unbedingt normal ist. Wir kennen uns seit 1976 und sind immer noch die „Alten“. Es ist etwas sehr Wertvolles, solche Freunde zu haben. 

Am Dienstagvormittag, nach dem Studententreffen, nahmen wir unsere drei Mini Aussies  wieder in Empfang.  Es war wie immer, wenn wir getrennt waren, von einem großen  Wiedersehens-Theater begleitet. Die Drei konnten sich kaum beruhigen. Nach einer kurzen Instruktion bezüglich nachfolgender Betreuung, wie z. B. Fäden ziehen, haben wir unsere Mädels in ihrem Hundetransportabteil im SUV verstaut und sind Richtung Norden nach Hirtshals zur Fähre gedüst.

Wir glauben, unsere drei Mädels waren sehr glücklich wieder bei ihrem Rudel zu sein. Sie waren total artig auf der Reise. Mit ihren „Plastiktrichtern“ um den Hals, sahen sie aus wie kleine Marsmännchen. 

Von dieser „Hutmode“ haben wir sie am Tag nach unserer Ankunft zu Hause, befreit. 

Das entfernen der Restfäden war bei den sensibilisierten Hündinnen nicht ganz ohne. Anouk ließ uns gewähren aber Neele und Thyra mussten wir eine Kurznarkose verabreichen. Dazu haben wir Ketanest (5mg/kg Körpergewicht) und Dormicum 2,5mg in einer  Mischspritze intramuskulär gespritzt. 

Es ist glücklicherweise alles gut verheilt und die drei fühlen sich pudelwohl…. oder besser,… "aussiewohl “!

 

Natürlich sind wir dem Team vom Hundehotel Bispingen überaus dankbar. Sie haben uns einen großen Dienst erwiesen!

 

Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühl ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.

                                                                                       Louis Armstrong