29.10. 2013

 

Neele hat Geburtstag 

 

Unsere Neele wurde im Aussie Love Rudel geboren.

Nun ist sie schon 2 Jahre, … die Zeit vergeht wie im Flug.

 

Inzwischen ist sie zu einer kräftigen kleinen Hundedame geworden und weiß sich in ihrer Person nach allen Seiten zu behaupten. Anouk ist für sie nach wie vor das absolute Oberhaupt in der Aussiebande und an ihr orientiert sie sich ausnahmslos. Thyra ist ihr Spielkamerad, doch Thyra hat zu machen, was Neele will. Obwohl sie mit ihren jetzt doch stattlichen 14 kg in der mittleren Gewichtsklasse bei den Mini Aussies steht, hält sie sich tapfer im Kampf mit unserem Bärli. Thyra hat fast 20 kg und wenn sie Neele an ihrem Gurt wie ein Sumuringer auf den Rücken wirft, kann Neele nicht viel ausrichten. Doch hinterher werden die Zähne gezeigt und Thyra in die Grenzen gewiesen, so das Bärli schnell die Flucht ergreift. Die Beiden sind nach wie vor in Rangkämpfen untereinander verstrickt und Thyra ordnet sich nach wie vor der viel kleineren und leichtgewichtigen Neele unter.

 

Neele haben wir vor 6 Wochen in Deutschland kastrieren lassen. Es ging alles gut und die kleine Maus hat die Operation ohne Besonderheiten gut weggesteckt.

 

Jetzt wo Neele ausgewachsen ist und wir keine Veränderungen mehr erwarten können, müssen wir sagen, dass sie nicht unbedingt der Mini Aussie ist, wie wir uns ihn vorstellen im Aussehen und Verhalten. Alles an ihr scheint etwas disproportioniert, zu sein. Der Kopf und auch die Ohren wirken etwas zu klein. Ihr Schwänzchen trägt sie nach wie vor auf dem Rücken. Man möchte meinen, sie täuscht einen kopierten Schwanz vor umso Eventualitäten diesbezüglich aus dem Weg zu gehen. Auch sind ihre Füßchen sehr klein und schmal, wie kleine Hasenfüße. Ihr Fell ist nicht sehr dicht und relativ kurz. Sie sieht immer etwas struppig aus, obwohl das Fell beim Streicheln samtig weich ist.

 

Anfänglich zeigte Neele spontan Hüteaktivitäten. Gegenüber den Lämmern ist sie weiter aktiv, doch mehr im Durcheinanderbringen als im Ordnen. Nun gut, woher soll sie auch wissen, wie das so richtig geht als Hütehund. Was die Erwachsenen betrifft, zieht sie schnell den Schwanz ein. Besser gesagt, sie legt sich einfach auf den Rücken und ergibt sich der Situation, wenn eine von den Schafdamen sich gegen sie wendet. Also typisches Unterordnen , wie man es in einem Hunderudel tut,… aber nicht gegenüber Schafen. Na, ja, so ein erwachsenes Schaf ist auch um einiges größer und schwerer, da kann einem schon mal der Mut verlassen !!!

 

Neele hat einen ausgeprägten Territorial- und Beutetrieb, was nicht unbedingt einfach für uns ist. Haus und Hof nennt sie ihr Eigen und dementsprechend verhält sie sich gegen allem Fremden, was sich dem Hof nähert. Autos und Radfahrer werden als Beute gesehen und mit lautem Gebell gestoppt. Wir haben einen Lammzaun (90 cm hoch) gestellt, so dass sie nicht direkt auf den Weg laufen kann. Allerdings geht sie aus dem Stand wie eine „fliegender Hund“ darüber und bremst so die Vorbeifahrenden aus. Den Zaun mussten wir erhöhen auf 1,40 m und nun steht sie wütend davor. Hin und wieder findet Neele ein anderes Schlupfloch und dann wird es gefährlich für Hund und „Beute“. Ist der Feind verjagt, kehrt sie schnell auf ihren Hof zurück und wartet auf das nächste „Opfer“. Auf Zurufen stoppt Neele, doch wenn wir nicht zu Hause sind, versucht sie neben dem Zaunüberspringen, Schlupflöcher zu finden, um an die vermeintlichen Feinde zu kommen. Dies ist ein großes Problem, was wir haben und wir suchen nach einer Lösung. Noch können wir Neeles „Flüge“ auf den Weg vor unserem Tor zeitlich begrenzt in den Griff bekommen. Im Winter sieht es etwas anders aus, da durch den hohen Schnee der Zaun ineffektiv wird.

 

Obwohl Neele nicht der ideale, typgerechte, unkomplizierte Hund für uns ist, wollen wir sie nicht missen. Sie ist total verschmust, treu und anhänglich. Wen sie einmal in ihr kleines Hundeherz geschlossen hat, der wird sie nicht wieder los. Fremden ist sie nach wie vor sehr kritisch gegenüber. Sie bestimmt wer ihr Freund sein darf und wen sie nicht in ihrer Nähe haben möchte. Nach welchen Kriterien sie das entscheiden, wissen wir nach wie vor nicht.

 

Für ihre Familie gibt sie alles, … die Familie ist der Mittelpunkt für Neele … und sie ist ein wertvoller Teil unsere Familie.

 

Sollte Jemand von den HP-Besuchern wissen, wie wir unsere „fliegende, territorial geprägte und beute heiße“ Neelemaus in einen „autoignorierende, zaunakzeptierende und beuteuninteressierten“ Mini Aussie verwandeln können, würden wir uns über eine Rückmeldung freuen.

 

Neele den ganzen Tag fixieren oder einsperren im Haus, ist keine akzeptable Lösung für uns. Sie weggeben, ... nein das geht schon gar nicht. Neele gehört zu uns.

 

Einem Menschen, den Kinder und Tiere nicht leiden können,

ist nicht zu trauen.

 

Carl Hilty

 

27.10. 2013

 

Thyra musste erneut unter Messer

 

Anfang September wurden unsere drei Mädels in Deutschland kastriert. 

10 Tage nach der OP haben wir die Fäden gezogen und inzwischen ist bei allen Dreien die Wunde gut verheilt.

 

Bei Thyra hatten wir vor ca. 4 Wochen einen kleinen Knoten über dem linken Schulterblatt getastet. Nun gut, dachten wir, wird sicher ein kleines Hämatom (Bluterguss) nach einer Spritze im Zusammenhang mit der Narkose sein.

Doch leider hat sich der Knoten zu einem beträchtlichen Tumor von 5 cm entwickelt und wir entschlossen uns diesen zu entfernen. Der Tumor saß unmittelbar unter der Haut im subkutanen Fettgewebe und schien verschieblich auf der Muskelfascie.

 

Gestern bereiteten wir alles für die OP hier zu Hause vor.

Doch Thyra dachte nicht daran sich eine Narkose geben zu lassen. Obwohl sie 40 mg Diazepam (Valium, „Faustan“) bekam merkte man ihr keine Sedierung an. Als wir dann das Narkosemittel spritzen wollten, schrie sie herzerweichend und wir ließen alles fallen.

 

Kurzentschlossen den Tierarzt angerufen und einen Termin innerhalb von 2 Stunden bekommen. Thyra ins Auto gesetzt und auf ging es nach Kristiansand in die Tierklinik. Ein wenig komisch war uns schon, denn es war die gleiche Tierarztpraxis wo vor knapp 2 Jahren unsere Ylva im Zusammenhang mit der OP einschläfern lassen mussten.

Nun gut, eine Alternative hatten wir nicht.

 

Angekommen, überall die Nase reingesteckt, das Personal freundlich begrüßt und schon hatte sie die erste Spritze subkutan mit Propofol bekommen. Keine 10 Minuten und Thyra schlief fest. Venüle gelegt und eine Infusion angehängt und schon gingen wir mit ihr in den OP-Saal. Über die Venüle noch etwas Narkosemittel verabreicht und nach Rasur und Desinfektion wurde der Tumor in seiner Gesamtheit entfernt. Das Ding war gut abgekapselt und ganz glatt begrenzt, so dass wir glauben, dass es sich um einen reaktiven granulomatösen Tumor handelt. Wir haben die Wunde dieses Mal mit resorbierbaren Nähten verschlossen. Die Naht liegt intracutan, so dass man keine Fäden außen sehen kann und außerdem uns das Fäden ziehen erspart bleibt.

 

Heute geht es Thyra wieder gut. Den ersten Spaziergang hat sie hinter sich und selbst das Toben mit Neele ging schon wieder. Den Tumor haben wir in einem kleinen Gläschen mit Formalin aus der Tierarztpraxis mitgenommen und wollen ihn in der Pathologie im Krankenhaus untersuchen lassen.

 

Wir hoffen, dass wir keine böse Überraschung erhalten und drücken ganz fest die Daumen. 

 

Menschen zu finden, die mit uns fühlen und empfinden,

ist wohl das schönste Glück auf Erden.

Carl Spitteler

 

 

 

19.10. 2013 Wieder daheim

 

Der Herbst in diesem Jahr war zwar nicht ganz so phantastisch wie der Sommer, aber wir konnten die Schafe fast eine Woche länger draußen lassen, als letztes Jahr. Nun ist wirklich nichts mehr zum Fressen  auf der Weide  und außerdem war ab heute Abend der erste Schnee gemeldet. Es soll ganz kräftig runter kommen , bis zu 20mm /24 Stunden. Damit müssen wir die Weidesaison für unsere Schafe beenden.

 

Inzwischen haben wir eine Methode, die Schafe so über die einzelnen Weiden zu schleusen, dass wir sie am Ende, über die Rampe hinten am Schafstall, rein holen können. Das geht ganz gut, jedenfalls für die „Alten“, die den Schafstall schon mehrmals verlassen und auch wieder bezogen haben. Die Lämmchen machen in jedem Jahr ihre Extratour und es ist immer wieder spannend, wie es wohl laufen wird.

 

Gestern, am Nachmittag, war alles für den Umzug fertig gemacht. Von der großen Weide vor unserem Wohnhaus, rüber zur Pferdekoppel und dann ins kleine Tal, das "Ylva Tal", so wurde die gesamte Herde geschleust. Dann das kleine Gatter hinter dem Schafstall geöffnet und mit dem Futter im Eimer geklappert und schon liefen die Ersten über die Rampe hinein in den Stall. Die ersten 8 Damen liefen so, wie der Herdentrieb es nun mal gebietet, alle in eine Box. Danach erschienen die nächsten Neugierigen und auch die fanden ihren Platz. Fast alle Erwachsenen waren drinnen.

Allerdings wollten die Lämmchen nicht rein. Klappern, rufen, festhalten am dicken Fell und endlich, auch zwei von den Kleinen gesellten sich zu den Großen.

Doch wie es der Zufall will, war die Tür der hinteren Box nicht richtig eingerastet und vier von den Damen rannten wieder nach draußen, um zu schauen, was denn da für ein Theater vor der Tür ist. Inzwischen hatten sich die  restlichen Lämmer weiter ins "Ylva Tal" zurück gezogen und riefen herzzerreißend nach ihren Müttern. Marie, Mona, Hanna und Lilo folgten den Lämmern und der Auftrieb begann von Neuem.

 

Thyra meinte, dass das alles zu langsam geht und brachte etwas Geschwindigkeit in die Truppe, allerdings ohne dabei eine bestimmte Richtung zu verfolgen. Bergauf, bergab ging es auf vier und zwei Beinen, über den Bach gesprungen und über etliche Baumstämme gestolpert, ... Anouk immer hinten dran und Neele lief zusammen mit Thyra zwischen den Schafen und mischte alle auf. Es war das reinste Chaos.

Liane war stinke sauer und nach ausgiebigem Schimpfen bekamen alle 3 Hundemädchen einen Platzverweis und wurden einfach hinter den Zaun gesetzt.

Bei der ganzen „Sturm und Drang" Episode war Lilo in den Bach gerutscht und kein Ziehen und Schieben half, um sie da wieder raus zu bewegen. Also blieb Lilo mit allen vier Beinen im Wasser stehen. Zusätzlich hatte sie den Kopf auf einen großen Stein gelegt und verhielt sich wie starrsinniger alter Bock.

 

Liane nahm die Treibjagd von Neuem auf und siehe da, Mona, Marie und Hanna liefen, gefolgt von 3 Lämmern hinten auf die Rampe und weiter in den Stall. Schnell die Tür zu und alle in die Boxen geschoben.

Aufs Neue raus und mit Engelsgeduld und die wieder unten im Tal befindlichen Lämmer Richtung Stall getrieben. Meter für Meter ging der ganze Lämmertrupp Richtung Rampe.

 

Lilo saß weiter unten im Bach fest und rührte sich nicht, kein Laut kam von ihr.

 

Oh, nein, ... und unmittelbar neben der Rampe hinter dem Schafstall drehten wie von einer Tarantel gestochen, alle Lämmchen um und tobten weg vom Stall wieder den Berg runter zum Bach. Holger bekam Liane an seinem dicken Fell zu fassen, aber nur weil er versuchte sich unter der Treppe durchzumogeln und dafür war er schon zu dick. Tja, einige Kilogramm bringt er schon auf die Waage und so wurde "Lämmer stemmen" in diesem Jahr als eine neue Methode des Hereinholens kreiert. Oh, man war der schwer. Im Stall ging Holger gleich in eines der Herrengemächer und tat so, als ob er da schon immer zu Hause war.

 

Nun befanden sich nun noch Lilo, die ja im Bach fest hing, Torben , Merete und Kathrin draußen.

Die drei Kleinen sahen Liane und nahmen sofort Reißaus.

 

Also ging es runter zu Lilo in den Bach. Sie wollte einfach nicht aus diesem verdammten Bach raus. Liane musste jedes einzelne Bein setzten, damit sie überhaupt ihre Position ein wenig änderte. Irre, wie starrsinnig so ein Schaf sein kann. Schieben, ziehen, Beine setzten, schimpfen, selbst abrutschen und mit einem Fuß im Wasser stehend, kam langsam Bewegung in die Schafdame. Und nach unendlich langer Zeit war Lilo gerettet, endlich raus aus dem Bach. Aber laufen wollte sie auch außerhalb nicht. Die ganze Prozedur ging weiter, nun den Berg hinauf. Am Fell festgehalten und geschobenen, Beine gesetzt und geschimpft... Lilo stand endlich vor der Rampe. Beide, Mensch und Tier brauchten eine Verschnaufpause. Noch 3 Meter ... und plötzlich merkte Lilo, dass sie von allein laufen kann. Sie stolzierte regelrecht den Gang im Schafstall lang, beäugte die einzelnen Boxen mit ihren zahlreichen Bewohnern und stellt sich wie ein Denkmal vor die Ausgangstür auf der Gegenseite des Boxenganges. Ein letztes Mal gezogen und geschoben, Beinchen gehoben, um in die Box zu kommen und es war geschafft. Lilo war in der ihr zugedachten Schafbox. Es war eine Strapaze für alle Beteiligten.

 

Nun gut, alle Erwachsenen waren drinnen und draußen sprangen aber immer noch 3 Lämmchen durch das Tal. Torben, Merete und Kathrin dachten nicht im Entferntesten daran, sich Liane zu nähern, oder in irgendeiner Form, Kontakt mit dem Schafstall aufzunehmen.

Tja, der Entschluss war schnell gereift. Die Drei bleiben dann eben noch eine Nacht draußen. Morgen ist ein neuer Tag mit neuen Möglichkeiten, fertig!

 

Alle Schafe im Stall bekamen ihre Abendmahlzeit, ... die da draussen mußten darben.

 

Heute, ganz früh am Morgen, ging es wieder ins "Ylva Tal", um zu schauen, wie es unseren Lämmchen geht. Unsere drei „Weltenbummler“ lagen an der Fensterseite des Stalles am Hang. Sie waren völlig relaxt, keine Spur davon, daß sie sich ausgestoßen fühlten.

 

Also auf mit neuem Tatendrang, auf zum Lämmer fangen. Um zu verhindern, dass sie wieder davon laufen, setzte Liane Lammzäune ein, die den Weg zwischen Fensterseite des Schafstalls und Hangseite zum "Ylva Tal" begrenzten.

Nun ganz langsam die Lämmchen auf diesen Weg getrieben, so dass sie gar nicht erst merken, dass es nur eine Richtung für sie gibt, nämlich zur Rampe. Mit Geduld und Spucke, Thyra , Neele und Anouk mit bei Fuß, marschierte der kleine Trupp, wie in Zeitlupe hinter den Schafstall. Schnell das kleine Gatter zu gemacht und schon standen sie genau da, wo sie stehen sollten, ... nämlich hinter dem Schafstall und an der Rampe. Unsere drei Hundemädchen mussten außerhalb der Begrenzung bleiben. Liane hatte keine Lust, nochmals von vorne anzufangen, nur weil Neele und Thyra Schafe  zu verfolgen und durcheinander zu bringen so toll finden.

Schritt für Schritt auf die Gruppe zu , verharren, beruhigende, irgendwelche sinnlosen Worte gesprochen und die Drei schauten Liane wie erstarrt an. Plötzlich drehte sich Torben in Richtung Rampenaufgang und marschierte in aller Ruhe hoch, … Merete und Kathrin folgten.

Nun waren auch die letzten endlich im Stall. Die zwei kleinen Damen kamen zu ihren Altersgenossinnen. Torben bekam ein Extragemach gegenüber von Holger.

 

Das Rückführen der Schafe in den Stall war in diesem Jahr genau so aufregend, wie in jedem Jahr. Es läuft immer etwas anders, mal gut mal weniger gut, doch zum Schluss sind sie alle wieder im Stall.

In diesem Jahr war es dennoch etwas Besonderes, da Ralf sich in Deutschland befand und Liane die alleinige Schäferin war. Verdammt anstrengend war es, doch verbunden mit Erfolg und einem zufriedenen Gefühl, alle wieder zu Hause zu haben.

 

Ab jetzt berichten wir wieder über unsere Schafe auf der Lammzeit-Seite. Es sind 7 Monate, wo sie drinnen sind und es wird sicher das Ein oder Andere zu berichten geben.

 

Die moderne Zeit liefert uns tausend Bequemlichkeiten,
aber keinen einzigen warmen Platz für die Seele.

 

August Pauly

 

 

 

 

  

05.10. 2013

 

Märchenwald auf Espetveit  


 

Jetzt haben wir ihn,

unseren Märchenwald auf Espetveit. 

 

Wir wollten uns einen Märchenwald schaffen, der auch gleichzeitig ein zu Hause für unsere Schafe über die Weidezeit ist.

 

Die Hauptarbeit mussten wir erledigen, aber die Feinarbeit, das Sauberhalten, werden unserer Schafe übernehmen. Sie sollen verhindern , dass sich die Natur ihren wilden Wald zurückerobert. Schafe sind die perfekten Landschaftspfleger und so gründlich wie eine Schafherde arbeitet, können wir auf diesem unwegsamen Gelände, was teilweise sehr steil und mit großen Felsbrocken verlegt ist, nicht sein.

 

Im kleinen Tal hatten wir vor 3 Jahren ausgedünnt und inzwischen ist es mit dem Bächlein und den grünen Hängen ein Kleinod für uns und unsere Tiere. Und so, wie unser kleines Tal, wollten wir den restlichen Wald rund um unsere Gebäude auch haben.

 

Bereits im Herbst letzten Jahres und Winter rodeten wir unendlich viele Bäume im Wald rund um unseren Hof. Der Wald hat neben herrlichen großen alten Bäumen auch viele dünne lange „Pietschen", die ein Begehen des Waldes fast unmöglich machten. Dazu war zwischen den Bäumen auch sehr viel Wacholder gewachsen.

 

Es war eine schwere körperliche Anstrengung und als wir begannen, war uns nicht wirklich klar, wie viel Arbeit sich dahinter verbirgt.

 

Im Frühjahr dieses Jahres kam dann die nächste große Aktion. Aus den bereits gefällten Bäumen wurde das brauchbare Brennholz herausgeschnitten. Damit waren wir einige Wochenenden  beschäftigt. Die Baumstämme haben wir gleich auf 1m Länge geschnitten , so dass wir sie auch gut transportieren können. Kleine dünne Bäumchen, Wacholder und anderes Gestrüpp kam auf große Sammelhaufen, um an Regentagen verbrannt zu werden.

 

Ein Teil des Brennholzes, 15 Festmeter, haben wir bereits rein geholt, gesägt und gehackt. Die größte Menge liegt jedoch noch draußen im Wald auf Stapeln, die gegen Regen und Schnee mit Planen abgedeckt sind.

 

Zahlreiche "Brenntage" liegen bereits hinter uns, heute sollte der Letzte sein. Kräftiger Regen mit 50 l/qm in 12 Stunden hatte den Wald in der Nacht gut gewässert. So hatten wir optimale Voraussetzungen, den restlichen Ästen und Gestrüpp endlich den Garaus zu machen. Wir können nur brennen, wenn es stark geregnet hat oder bei Nieselregen. Die Brennplätze sind im Wald und das Risiko eines Waldbrandes wollen wir natürlich nicht eingehen. Wir wohnen ja mitten im Wald und ein einziger Funke auf trockenes Gras, oder Geäst kann ausreichen , dass alles in Flammen auf geht.

 

Tja, nun es ist vollbracht. Wir können es kaum glauben, aber der Märchenwald ist erschaffen. Es ist ein herrlicher Mischwald mit unter anderem über 100 Eichen. In ihm liegen zwar noch etwa 40 Festmeter Holz, doch er ist aufgeräumt und lichtdurchflutet.

 

"Hänsel und Gretel" haben ihren Märchenwald hier auf Espetveit.

 

Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, 

sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur.

Jean Paul