27.05. 2013 Kokzidioseprophylaxe

 

Unsere Schafherde steht nun seit 1 Woche auf der Weide. Inzwischen ist das Gras aufgrund der sommerlichen Temperaturen und reichlich Regen gut gewachsen.

So ist es an der Zeit die Lämmer gegen Kokzidiose zu impfen (empfohlen 7-10 Tage nach Weideaustrieb).

Wir verwenden Baycox 5% (Wirkstoff Toltrazurilum, 20mg/kg Körpergewicht, dies entspricht 0,4ml Baycox 5%® pro kg Körpergewicht). Es ist eine einmalige Schluckimpfung, d.h. sie wird nicht wiederholt.

 

Mit einer großen Blasenspritze und einem Einmalkatheter ist es eine leichte Sache den Lämmchen ihre entsprechende Dosis von 5 ml zu verabreichen. Dazu kamen heute alle Schafe in den außen liegenden Ferch. Es ging relativ schnell die gesamte Herde da rein zu bekommen. Natürlich war das Geschrei wieder groß, denn der Außenpferch hat 3 Boxen und nicht jedes Lamm stand bei seiner Mama. Doch die Impfung ging schnell und ruhig von statten und so konnten nach 20 Minuten die gesamte Herde wieder auf die Weide zurück. Mütter und Kinder zogen zufrieden von dannen. 

 

Die größte Gefahr einer Kokzidiose besteht bei Lämmern im Alter von 3 – 8 Wochen, wenn der intrauterin erworbene Immunschutz und der Schutz durch die Muttermilch (Kolostrum) abnehmen. Das Risiko besteht sowohl im Stall als auch auf der Weide, insbesondere zu Beginn der Weidesaison. Stresssituationen während dieser Zeit können den Ausbruch der Kokzidiose begünstigen. Infektionsquellen bei jungen Lämmern können kontaminierte/infizierte Euter der Mutterschafe sowie kontaminierte/infizierte Weiden sein.

 

Die Lämmchen zeigen Symptome wie (blutigen) Durchfall, Trinkunlust und körperliche Schwäche bis zur Teilnahmslosigkeit am Herdenleben. Oft findet man einen deutlichen Verlust des Haut- und Muskeltonus, welches ein Zeichen von Austrocknung und durch den Durchfall verbundenen Flüssigkeitsverlust ist. Der Durchfall kann nur bei Einzeltieren auftreten, kann aber auch bei der gesamten Lämmergruppe vorhanden sein. Schon von weitem sind die kotverschmutzten Popos/Hinterpartien der Lämmer zu erkennen.

Die kleinen Lämmer haben meist schmerzhaften Kotdrang mit krampfartigen Schmerzen. Sie stehen zähneknirschend und /oder mit Rundrücken in sogenannte „sägebockartige Stellung“ abseits der Gruppe.

 

Die Mehrheit der Kokzidiose-Erkrankungen ist jedoch subklinisch, also unterschwellig mit weniger deutlichen Symptomen verbunden. Die betroffenen Lämmer zeigen im Allgemeinen eine schlechtere Verfassung als die gesunden Tiere. Es mangelt an adäquater Gewichtszunahme durch suboptimale Futterverwertung. Meist scheiden die erkrankten Lämmchen trockenen groben Kot aus und zeigen gleichzeitig eine deutliche Trinkunlust.  

 

Kokzidiose schwächt das Lamm erheblich und kann zum Tod führen. 

 

Die Tiere empfinden wie der Mensch

Freude und Schmerz, Glück und Unglück;
sie werden durch dieselben Gemütsbewegungen betroffen wie wir.

                                                 

                                                   Charles Darwin