21.06. 2012 Unserer Thyra geht es besser

 

Vor knapp 2 Tagen hatte Thyra Bekanntschaft mit einer Kreuzotter gemacht. Nun sind knapp 48 Stunden vorüber und unserer kleinen Aussiedame geht es besser.

 

Wir haben mit Cortison, Voltaren, Fenestil und Cotrim gearbeitet und sie hat unter dieser Therapie keine Lungenproblematik entwickelt. Leider ging die hochdosierte Medikation auf den Magen-Darm-Trakt. Gestern Abend hat sie massiv erbrochen und in der Nacht folgte dünner Stuhlgang. Macht nichts, es ist alles wieder sauber zu bekommen, … wenn es nur ihrer Gesundheit dient.

 

Die Schwellung im Gesicht ist nach wie vor ausgeprägt, aber wir haben den Eindruck, dass sie zumindest nicht mehr zunimmt.

Inzwischen hat Thyra auch zu ihrer alten Aktivität zurück gefunden und der Appetit ist wieder sehr gut. Sie springt mit Anouk und Neele wieder über die Wiesen und die Fressnäpfe der anderen sind auch wieder interessant für die Jüngste der 3 Mini Aussie Mädchen.

Es sieht so aus, dass Thyra den Schlangenbiss gut überstehen wird, ohne großen Schaden zu nehmen. Sicher auch, weil wir sofort gehandelt haben bevor das Gift seine volle Wirkung entfalten konnte. Wir hoffen sehr, dass wir mit unserer Vermutung richtig liegen und das Schlimmste überstanden ist.

 

Heute nahmen wir das erste Mal Rundballen aus Kristiansand mit nach Hause. In den letzten 3 Tagen hatten wir sonniges Wetter und die Bauern haben mit der Heuernte begonnen. 300 Rundballen sollen es in diesem Jahr sein. Vielleicht auch ein paar mehr, je nachdem wie viele Interessenten es an diesen kleinen Rundballen gibt. Wir nehmen so viele, wie wir bekommen können. Eine kleine Reserve einzulagern, kann nicht schaden. Man weiß nie was kommt und nach der Erfahrung vom letzten Sommer sollte man hier in Norwegen immer genug Vorrat schaffen.

  

Eigentlich ist jeder Tag wie eine große Schlacht mit vielen Lichtblicken.

                                                       

                                    Franziska Gräfin zu Reventlow

 

 

19.06. 2012


 Thyra wurde vom HOGGORM* erwischt  

 

Wir waren heute gegen 17:00 Uhr zu Hause.

Tolles Wetter,... schnell einen Kaffee getrunken und dann auf zum Füttern der Vierbeiner.

Die Pferde konnten heute den ersten Tag wieder auf die Koppel. Szindi und Bandy bekamen nur ein wenig Kraftfutter und dann ging es auf die Weide.

Unsere Kindergartenlämmer bekamen den Milcheimer gefüllt und Ralf füllte auch die Fläschchen für das Lämmchen Thommy.  

Anouk, Neele und Thyra durften zusammen mit Liane zum Fläschchen geben auf die andere Seite der Weide.

Völlig aus dem Häuschen durch  das Gras getobt, sollten alle drei vor dem Zaun warten bis Thommy seine Fläschchen ausgetrunken hatte. Das war wohl zu langweilig und nachdem Björn, der Berner Sennenhund der Nachbarn begrüßt war, wurde ein wenig in der Gegend herumgeschnuppert.

 

Plötzlich kam Thyra wie ein geölter Blitz hinter der Hausecke hervor und versuchte, ihre Nase im Gras kräftig zu rubbeln. Erst dachte man , dass eventuell eine Hummel an der Nase fest hing, aber leider war das nicht der Fall. Auf dem Nasenrücken waren einige Blutstropfen zu erkennen und ein kleiner Biss. Sofort kam der Gedanke an eine Kreuzotter auf. Uns so war es auch!

An der Hausecke in der Sonne hatte sich eine große braune Kreuzotter zusammen gerollt. Beim Näherkommen stellt sie sofort den Kopf auf. Nun war genau das eingetroffen, was wir schon lange befürchtet hatten. Thyra hatte in ihrem Wissensdrang wohl zu nahe an der Schlange geschnuppert und bekam prompt die Rechnung präsentiert. 

 

Ein Kreuzotterbiß kann für so einen kleinen Hund tödlich sein. Im letzten Jahr hatten wir nach einem Biss durch eine Kreuzotter, sowohl bei Anouk als auch bei Ylva, sehr schlechte Erfahrungengemacht. Beide bekamen eine schwere Lungenaffektionen , die eine intensive Behandlung notwendig machte, damit sie überleben konnten.

Uns war jetzt klar, dass wir schnell handeln mussten.

 

Mit Thyra schnell über die Wiese zurück zu unserem Hof, … den Arzneischrank aufgerissen und die Spritze mit Cortison aufgezogen. Außerdem hatten wir noch eine Ampulle mit einem H2 -Blocker, der eine allergische Reaktion auf das Schlangengift mindern soll.

Inzwischen sah man deutlich eine Schwellung des gesamten Gesichtsbereichs ,, aber Gott sei Dank“ noch keine Atemprobleme. Von den 2 Spritzen war Thyra nicht begeistert, aber wir hatten keine andere Wahl. Außerdem bekam sie Voltaren und ein Antibiotikum hübsch in einen Klops aus Leberwurst gerollt. Sie ist ja immer hungrig und so nahm sie diese "Leckerei" mit großem Wohlwollen.  Sie hatte Schmerzen und mied jeglichen Kontakt mit Neele und Anouk. Wenn die Beiden in ihre Nähe kamen, fing sie sofort an zu quietschen, so dass diese erschrocken von dannen zogen. Nach einer Stunde war Thyras Gesicht total verquollen und die Lefzen so dick geschwollen, dass der Speichel seitlich aus dem Mäulchen lief. Aufgrund der Schwellung konnte sie ihr kleines Mäulchen nicht mehr richtig schließen. Zusätzlich wollten wir kühlende Umschlage machen, um die Schwellung etwas zurück zu halten aber Thyra gab uns da keine Chance. So einen kalten Waschlappen will sie nicht im Gesicht, schon gar nicht um ihre kleine Schnute gewickelt haben.

Jetzt ist es 22:30 Uhr und Thyra kann kaum aus den Augen gucken. Das gesamte Gesicht ist wie ein Luftballon "aufgeblasen",... aber sie zeigt nach wie vor keine Atemnot und wir denken, dass dieses ein gutes Zeichen ist.

 

Wenn die ersten 24 Stunden vorüber sind , wissen wir mehr. Wir sehen mit Bangen in die nächsten Stunden!

Jetzt brauchen wir viel Glück, dass unsere Thyra aus diesem Dilemma gesund raus kommt.

 

* HOGGORM heisst die Kreuzotter auf norwegisch 

 

Kein einziges Tier der ganzen Erde ist der vollsten und ungeteilten Achtung, der Freundschaft und Liebe des Menschen würdiger als der  Hund.                                                                                 

 

   Alfred Brehm

 

 

08.06. 2012 Sandra ist in den Schafhimmel gegangen

 

Vor 2 Tagen hatten wir leider ein negatives Erlebnis, als am Abend die Schafe ihre Kraftfutterration bekamen.

Wir haben Sandra, eine von Alfa`s Töchter  tot auf der Weide gefunden. Es war ein kräftiges großes Mädchen und äußerlich war keine Ursache ihres Ablebens erkennbar. Am ehesten kommt ein Kreuzotterbiß in Frage. Die Lämmer wiegen noch weniger als 10 kg. Das ist nicht genug, um die Giftmenge einer ausgewachsenen Schlange zu überleben. Spekulieren kann man aber viel, beweisen eigentlich nichts und es brächte das Lämmchen auch nicht zurück. Tja, mit Sandra sind es nun schon 3 Lämmer, die in diesem Jahr verstorben sind. Wir hoffen natürlich, dass alle anderen es schaffen und einen guten Sommer draußen erleben, aber die Natur hat ihre eigenen Gesetze. Wir können noch so fürsorglich sein, überlisten können wir Mutter Natur nicht. Wir müssen das Eine oder Andere akzeptieren. Na, ja – ziemlich traurig sind wir schon, da wieder ein Lamm so früh die Herde verlassen hat. 

 

Unsere Schafherde ist nun 3 Wochen auf der Weide und gestern Abend trieben wir alle in den Pferch, um die notwendige Schluckimpfung gegen Darmparasiten durchzuführen. Es ging relativ schnell und alle erwachsenen Schafe waren im Pferch. Unsere Neele hat wieder geholfen, allerdings mit mehr Respekt gegenüber den erwachsenen Damen. Bei den Lämmern geht sie ohne Vorbehalt vor. Bei den Erwachsenen ist der Abstand schon etwas größer und das nicht zu Unrecht. Wir haben schon einige sehr selbstbewusste Damen im Team, die sich nicht immer alles vorschreiben lassen.

Letztlich ging die Impfung schnell von der Hand. Einige bekamen zusätzlich ein Mittel vom Nacken bis zum Schwanzansatz aufgetragen, was gegen Parasiten im Fell helfen soll. Die drei Schafdamen sahen etwas gerupft aus. Wir mussten annehmen, dass sie sich aufgrund von Läusen an Bäumen und Sträuchern scheuern, weil ihnen sprichwörtlich „das Fell juckt“.

 

Nachdem alle Schafe versorgt waren, die Pferde ihre Abendmahlzeit, Thommy seine 3 Fläschchen geleert, die Kindergartenlämmer aus dem vollen Eimer frische Milch getrunken und auch unsere 3 Mini Aussie die gemeinsame Tour zum See absolviert hatten, bekamen endlich auch wir Zweibeiner unser verdientes Abendbrot.

 

Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und bei einem großen Glas von unserem selbstgemachten Wein (Blaubeerwein und Rotwein ) saßen wir noch bis 20:45 Uhr auf der Terrasse und ließen es uns in der Sonne gut gehen.

 

Ein Tierfreund zu sein gehört zu den größten seelischen Reichtümern des Lebens.

                                                                                               Richard Wagner

 

 

 

01.06. 2012 Nun ist es fast vollbracht

 

So - nun haben wir schon den 1. Juni und 2012 ist fast zur Hälfte vorüber.

Wir haben uns in diesem Frühjahr mit Arbeit etwas übernommen und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Heute kommt nochmals der Klempner und am Montag hoffentlich der Fußbodenleger. Dann sind wir mit der Renovierung des Wohnhauses endlich durch. Das Bad im Erdgeschoss ist gefliest und komplett neu eingerichtet mit hängendem Bidet, Toilette und auch einer großen Eckbadewanne. Die Küche bekam letzten Montag einen neuen Fußbodenbelag und die Armaturen sowie das Abwaschbecken sind auch erneuert.

Gestern Abend haben wir bis spät in die Nacht getischlert und eine Art Küchenbank für den Küchenvorraum aus Eichenholz angebracht. So sind Waschmaschine und Trockner mit einer Arbeitsplatte abgedeckt und es sieht einfach wohnlicher aus. Gleichzeitig ist ein schönes großes Abwaschbecken integriert, mit einer beweglichen großen Brause-Armatur. Also in den letzten 14 Tagen hatten wir mal wieder viel Arbeit! Wichtig war uns, dass vor dem Urlaub alles fertig wird, damit nicht die geplante Erholung platzt.

Wir haben dann wirklich 4 Jahre voll durchgezogen und endlich alles fertig, um nach unseren Vorstellungen zu wohnen und zu leben!!

 

Zurzeit haben wir 6 Flaschenlämmer, die noch ein wenig extra Zuwendung brauchen. Kira, Dala, Rudi, Kurti und Maila trinken aus dem Trinkeimer und Thommy bekommt 3x täglich die Flasche. Thommy steht mit seiner Mamma Quetschi auf der Weide, so dass er immer, wenn er Lust hat auch bei ihr trinken kann. Aber er hat eben nicht oft Lust darauf, denn er hat so seinen eigenen Kopf. Unsere Lämmchen fressen zusätzlich auch Kraftfutter und frisches Gras, so dass niemand hungern muss.

 

Unseren zwei Müttern mit Mastitis, Emma und Martha, geht es besser. Sie brauchen keine Extraversorgung mehr. Emma steht inzwischen als Kindergartentante mit ihrem Sohn Bodo im Kindergarten auf Espetveit. So haben die anderen 5 Lämmer eine Erziehungsperson in der Nähe und wir können immer ein Auge auf Bodo und Emma haben. Es ist inzwischen richtig entspannend geworden und wir haben etwas mehr Freizeit bezüglich unserer Schafherde.

 

Die Lammzeit war in diesem Jahr sehr anstrengend und hatte einige Folgeerscheinungen, leider auch 2 tote Lämmer und einige komplizierte Geburten. Emma und Martha werden uns im Herbst aufgrund ihrer Euterentzündung verlassen. Das macht uns natürlich traurig, denn Emma und Martha sind zwei von den ersten fünf Schafen, mit denen alles begann. Auch Mausi, die ja in diesem Jahr nicht belegt wurde, wird uns verlassen. Die Euterentzündung vom letzten Jahr ist nicht ausgeheilt und in einen chronischen Zustand übergegangen, was natürlich den Allgemeinzustand negativ beeinflusst.

 

Trotz allem überwiegt das positive Erleben hier auf Espetveit.

Abends sitzen wir auf der neuen Terrasse und schauen beim Abendbrot unseren Kindergartenlämmern zu. Sie haben ihre zwei Häuschen auf der Wiese hinter dem Wohngebäude und es ist so eine friedliche und idyllische Atmosphäre.

 

An unserem Teich haben wir einen kleinen Strand mit ganz viel feinem Sand angelegt. Der Badesteg bekam eine rostfreie Leiter. Alles lädt regelrecht zum Baden. Auch unsere drei Minis benutzen den Sandstrand gerne, um sich an warmen Tagen abkühlen zu können.

 

Es ist jetzt traumhaft schön auf Espetveit und wir empfinden es als ein großes Glück, hier mit den Tieren leben zu dürfen. 

 

Es gilt, sein Leben lang zu arbeiten, zu kämpfen und jeden Tag neu zu beginnen. Man muss nicht nur mit anderen Geduld haben, sondern auch mit sich selbst.

                                                                                              Franz von Sales