29.01. 2012 Thyra ist angekommen

 

Heute um 01:30 Uhr ist Ralf mit Thyra auf Espetveit angekommen. Es ist unser zweites rotes Mini Aussie Mädchen und der völlige Gegensatz zu Neele, die bereits vor 5 Wochen bei uns eintraf.

Thyra sieht aus wie ein kleiner Braunbär, ist kuschelsüß und wirkt ganz ausgeglichen. Wir hoffen natürlich, dass sie sich gut in unser Mini Aussie Team einlebt und von Anouk und Neele akzeptiert wird.

 

Die nächsten 3 Wochen werden wir intensiv über unsere neuen „Auswanderer“ berichten. Thyra unser drittes Mini Aussie Mädchen wird mit einem eigenen Tagebuch hier auf Espetveit begleitet. Ihr findet dieses Tagebuch hier.

 

Was unser Denken begreifen kann, ist kaum ein Punkt, fast gar nichts im Verhältnis zu dem, was es nicht begreifen kann.

 

                                                                                          John Locke

 


17.01. 2012 Der Winter weiß nicht was er will

 

Nun haben wir es schon Mitte Januar und der Winter hat bei uns hier auf Espetveit nicht wirklich begonnen. Sicher, es ist alles weiß, aber die Temperaturen pendeln ständig hin und her . Mal haben wir 10 Grad unter Null und dann wieder 8 Grad über Null. Es ist ein ständiger Wechsel zwischen Schnee und Regen. Unser Gelände auf dem Hof gleicht einer Eisbahn und ohne „Spikes“ unter den Schuhen kann man sich nicht sicher bewegen.

Ralf hat die erste Bekanntschaft mit dem Härtegrad unserer „Eisbahn“ gemacht und selbst nach grober Bearbeitung mit der Schaufel vom Traktor und anschließendem Splitt streuen hat das Eis an Glätte nicht verloren. Besonders der Weg nach unten auf den Waldweg ist jeden Morgen aufs Neue eine Herausforderung für uns. Kommen wir runter oder geht es nach rechts in den ½ Meter tiefen Graben oder zieht das Auto nach links ab ins kleine Tal? Da nützen auch Spikes-reifen und Allrad nicht viel, … selbst mit der offroad-Funktion gehört eine große Portion Glück gehört dazu die ersten 150m zu schaffen. Aber was wäre das Leben ohne Herausforderung, also packen wir`s an , es bleibt uns auch gar nicht anderes übrig.

 

Unseren beiden Pferden Szindi und Bandy tun die etwas milderen Temperaturen ganz gut. Szindi, die ja etwas mit Arthrose geplagt ist, zeigt weniger Beschwerden. Bandy machen die Temperaturen weniger aus, aber er stänkert ab und zu mit Szindi und die ist dann natürlich im Nachteil, denn bei extremer Kälte fällt es ihr schwerer schnell zu reagieren und die trägen Glieder in Gang zu setzen.

 

Bei den Schafen gibt es nichts Aufregendes. Alles geht seinen Gang, das Futter kommt jeden Tag zur gewohnten Zeit und die Damen und Herren lassen es sich nach hoffentlich erfolreicher Deckzeit gut gehen. Nun müssen wir geduldig sein. die Lammzeit wird sicher wieder aufregend genug. 

 

Unsere Neele und unsere Anouk sind inzwischen ein eingespieltes Team. Nachdem die ersten „Blutstropfen“ geflossen sind, und auch Ralf über seine Angst des „Totbeißens“ hinweg ist, leben alle wieder in Eintracht und Frieden miteinander. So einige Blutstropfen können schon fließen, wenn es mit dem Toben übertrieben wird. Anouk und Neele sahen das Geschehen weniger kritisch und nach einer halben Stunde trösten, war alles wieder vergessen.

Gestern waren wir zum Impfen beim Tierarzt und Neele hat gejammert, was das Zeug her gibt. Nach überstandener Untersuchung und Kombinationsimpfung war sie froh wieder im Auto bei Anouk Platz nehmen zu dürfen. Der Mut schwindet etwas, wenn Anouk nicht in der Nähe ist.

Neele hat inzwischen ihr „Ankommgewicht“ verdoppelt und wiegt nach 3 Wochen Aufenthalt auf Espetveit stolze 3700g. Nun gut, das Gewicht hatten Anouk und Ylva im Alter von 9 Wochen, so daß Neele um 3 Wochen hinterher hinkt. Aber sie ist ein guter Esser, sehr aufgeweckt, interessiert an allem und sehr aktiv so, daß wir glauben daß ein voller Napf und ausreichend Bewegung sicher einiges bewirken werden. Und wenn sie trotz guter „Pflege“ eine kleine Maus bleibt, dann ist das eben so. Wir sind sehr froh sie bei uns hier auf Espetveit zu haben. Neele ist gut für die Seele. Anouk ist fast wieder unsere „alte Nucki“, nur manchmal kommt sie uns etwas nachdenklich und in sich gekehrt vor. Sie denkt sicher genau wie wir oft an ihre Schwester Ylva,...Ylva fehlt uns doch immer wieder.

 

Auf seine eigene Art zu denken, ist nicht selbstsüchtig.

Wer nicht auf seine Art denkt, denkt überhaupt nicht.

                                                                                                                  Oskar Wilde