29.02. 2012 Leibchen und Co

 

Seit einigen Tagen haben wir frühlingshafte Temperaturen. Der Schnee geht so langsam dahin. Die Eisbahn auf unserem Hof ist verschwunden. Inzwischen starten wir wieder morgens direkt von zu Hause mit dem Auto und müssen nicht mehr runter laufen zum Waldweg. Es ist aber nach wie vor morgens auf dem Weg gefroren und entsprechend glatt.

 

Heute sind wir etwas vorzeitiger von der Arbeit weg und waren am Nachmittag bei Sonnenschein zu Hause. Also ging es los mit unseren Minis auf den Berg. Aber es war kein normaler Spaziergang. Alle 3 bekamen ihr „Leibchen“ umgeschnallt und kamen an die Leine. 

Für Anuok kein Problem, denn die ist mit dieser Prozedur längst vertraut. Aber dennoch legt sie ihre Jacke nicht gern an.

Neele und Thyra benahmen sich wie zwei kleine Elektroquirls. Die beiden wollten absolut dieses Ding nicht umgeschnallt bekommen. Doch es half alles nichts, sie konnten ihrem Gurt nicht entfliehen. Dann auch noch die Leine eingeklinkt und das Theater fand seinen Höhepunkt. Thyra stürzte sich in die Schneehaufen und wollte so ihr Leibchen wieder abstreifen. Neele fing ein lautes Theater an und bis ständig in die Leine. Bevor wir dann starten konnten verging eine ganze Weile. Letztendlich beruhigten sich die zwei und wir hatten einen phantastischen Spaziergang bei Sonnenschein und völliger Windstille.

 

Ab jetzt werden wir immer die Leibchen und Leinen anlegen, wenn wir unseren Hof verlassen. Die beiden Kleinen müssen nun endlich mit den normalen Gepflogenheiten dieser Welt vertraut gemacht werden. Frei laufen und ausgelassen toben gibt es ab jetzt nur noch auf dem Hof und dem angrenzenden Wald- und Wiesengelände. Geht es nach draußen, gelten die allgemeinen „gesellschaftlichen Hunderegeln“.

 

Übrigens war vor 3 Tagen wieder Wiegetag. Thyra ist nun 12 Wochen und wiegt 6700g. Sie hat Neele damit überholt. Neele ist 17 Wochen und hat genau 6500g. Für Neele ein Supergewicht, wo sie doch angeblich ein sehr kleiner Typ sein soll.

 

Einer der Unterschiede zwischen Hund und Mensch besteht darin, dass man sich in der Not auf diesen niemals, auf jenen aber immer verlassen kann.   

                                                              Georges-Louis Leclerc de Buffon

 


24.02.2012 Rutschpartie

 

Heute haben wir Freitag und es ist sehr stürmisch draußen. Seit 4 Tagen liegt die Temperatur wenige Grade über Null und nur nachts geht es wieder unter den Gefrierpunkt.


Am Montag gab es den letzten Schnee und seit dem regnet es. Unser Hof hat sich in eine Eisbahn verwandelt. Nicht anders sieht es mit unserem kleinen Privatweg runter zum Waldweg aus. Was das bedeutet, haben wir am Dienstag morgen erfahren.


Uns war schon klar, dass es sehr glatt sein würde und deshalb versuchte Ralf nachdem er mit dem Füttern der Schafe fertig war, die Oberfläche unseres Weges mit den Ketten am Traktor etwas aufzurauen. Na, ja viel hat es nicht gebracht. Nur wenige Meter nach der Ausfahrt vom Hof übernahm unser Auto selbst die Regie und bestimmte wo es lang geht. Gott sei Dank wählte es die Richtung zum Graben rechts vom Weg. Wir hatten keine Chance überhaupt etwas zu beeinflussen. So standen wir mit beiden Vorderrädern im Graben und das Auto selbst stand quer auf dem Weg. Es ist einfach mit dem „Hinterteil“ weiter gerutscht.

Alles in allem hatten wir noch Glück. Es hatte auch schlimmer kommen können. Nach links geht es runter ins kleine Tal, ca. 20m Steilhang. Da hätte es ganz anders ausgesehen. Es hat wenigstens keiner Schaden genommen.

Mit unserem Traktor haben wir die ganze Angelegenheit wieder ins Lot gebracht, wobei das nicht so einfach war auf der spiegelglatten „Eisbahn“.

Es stimmt eben doch nicht ganz mit der Aussage “runter kommt man immer“! 

 

Um 10:00 Uhr konnten wir dann endlich starten und in die Klinik nach Kristiansand fahren. So hatten wir einen verkürzten Arbeitstag und unsere drei Mini Mädchen mussten am ersten Tag nicht ganz so lange allein sein. Manchmal meint das Schicksal es doch gut mit einem.

 

Das Auto haben wir über die restlichen Arbeitstage unten an unserer Auffahrt stehen lassen und sind täglich auf „Schusters Rappen“ mit untergeschnallten Spikes den Berg zu uns hoch bzw. runter zum Auto gelaufen. Und selbst das war nicht so einfach.

 

Anouk, Neele und Thyra freuen sich immer riesig, wenn wir am Abend nach Hause kommen. Selbst unsere beiden kleinen roten Mädchen wissen, wie man Freude richtig zum Ausdruck bringt. Da wedelt nicht der Hund mit dem Schwanz sondern der Schwanz bewegt den ganzen Hund.

 

Gestern hatten die Kleinen wahrscheinlich lange Weile. So haben sie mal wieder die Grovkjökken „aufgeräumt“ und Ordnung nach Hundeart gemacht. Jetzt haben wir alles entfernt, was nicht unbedingt da drinnen sein muss. Da brauchen Thyra und Neele nicht so viel hin und her schieben, aufreißen, zusammenkruschteln, auseinander ziehen, auf einen Haufen werfen oder vor die Tür befördern. Tja, es bestehen doch große Unterschiede in der Vorstellung von Ordnung.

 

Kein vernünftiger Mensch ist ohne einen Funken von Wahnsinn.

 

                                                                   Francois de La Rochefoucauld


 


03.02. 2012 Nun sind wir wieder komplett

 

Nun haben wir Winter mit reichlich Schnee und Temperaturen nachts um die 20 Minusgrade.

Es ist knapp eine Woche her, dass Thyra unser zweiter Mini Aussie Welpe, bei uns eingezogen ist. Ralf hat die Kleine aus Deutschland geholt und kam in der Nacht vom 28.01. zum 29.01. hier bei uns an.

 

Zwei so kleine Welpen bringt natürlich viel Trubel und auch Arbeit mit sich. Dass wir an Ylva`s Statt nun zwei kleine rothaarige Mädchen haben, war nicht so geplant. Es hat sich kurzfristig so ergeben und wir sind froh zwei so unterschiedliche unruhige Geister wie Neele und Thyra neben Anouk, auf dem Hof zu haben. Anouk hat ihr Tun mit den beiden und ist froh, wenn die Kleinen nach einer Tobetour völlig fertig ins Körbchen fallen und alle Viere von sich strecken.

 

Heute sind beide gewogen und Neele, obwohl 5 Wochen älter, wiegt mit ihren 4800g gerade mal 100 g mehr als Thyra, die mit 4700 g ein richtiger Wonneproppen für ihr Alter ist. Auch die täglichen Spaziergänge auf den Berg können ihrem Körpergewicht nichts anhaben. Sie hält ihre Form mit "doppelt so lang wie breit".

Neelchen ist eine zierliche Maus und hat jetzt richtig lange Beine bekommen Sie kann damit flitzen , dass man nur so staunt. Unser „Bärli“ hat da natürlich keine Chance mitzukommen. Sie ist eigentlich immer Bummelletzter, was sie aber nicht stört. Sie hoppelt hinter den Anderen hinterher und untersucht jeden Zweig der aus dem Schnee guckt. Sie hat auch schon versucht, abseits des Weges sich durch den hohen Sschnee zu schlagen. Sie ist einfach stecken geblieben und man sah nur noch den Kopf.

 

Die beiden werden so langsam mit den Geflogenheiten hier auf Espetveit vertraut gemacht. Da sind die Schafe, die man beschnuppern kann, aber bei den Böcken muss man vorsichtig sein. Diesen Unterschied müssen sie lernen. Die Pferde dürfen von weitem betrachtet werden, … nahe ran ist nicht.

 

Vor dem Traktor haben sie einen Heidenrespekt und sowie der angeschmissen wird, ziehen sie sich zurück. Beim Auto reagieren sie ganz anders. Auto verbinden sie mit etwas Positivem und kommen freudig auf einen zu.

 

Mit dem „Sauberwerden“ haben wir noch so unsere Schwierigkeiten. Doch Anouk und Ylva haben das gelernt und warum sollen unsere beiden kleinen rothaarigen Mädchen es nicht auch hinkriegen.

 

Anouk hat inzwischen beide gut akzeptiert. Sie mimt zwar ab und zu noch immer den Chef, aber auf einer milderen Art, als zu Beginn. Sie passt auf alles auf, was die Beiden so anstellen, ist eigentlich immer in der Nähe der Zwei damit ihr auch nichts durchgeht.

Die Fronten sind inzwischen deutlich geklärt ... und das ist gut so!

 

Man kann sich wohl in einer Idee irren, man kann sich aber nicht mit dem Herzen irren.

 

                                                           Fjodor Michailowitsch Dostojewski