26.01.2011 Viel zu warm

Der Januar ist nun fast vorüber. Es ist ein sehr ruhiger Monat. Nach unserer Schneebergungswoche zu Beginn, hat sich das Wetter beruhigt. Wir haben um die Null Grad, mal mehr mal weniger, aber viel zu warm für den Monat Januar. Letzten Sonnabend waren es in der Sonne sogar 12 Grad plus.

Der gesamte Schnee ist von den Dächern runter und zwischen den Gebäuden haben wir eine spiegelglatte Eisfläche. Ohne die „Sohlenspikes“, die sich jeder von uns unter die Schuhe schnallt, kann man sich nur mit größter Vorsicht bewegen. Tja, ab einem bestimmten Alter ist man weniger leichtsinnig und die Vernunft gewinnt Oberhand, auch bei uns. Zusätzlich versuchen wir mit unserem Traktor, der über den Winter mit Schneeketten ausgestattet ist, die Eisflächen etwas aufzurauen. Aber durch das Tauwetter haben wir nur eine kurzzeitige Besserung. Außerdem streuen wir auch Splitt, den wir vor Einbruch des Winters im Schafstall in sogenannten Maurerbottichen bereit gestellt haben. Unsere Erfahrung aus unserem ersten Winter hier auf Espetveit hat uns klüger gemacht und etwas vorausschauen lassen.

Es liegt aber nach wie vor ausreichend Schnee, der sich von den Plusgraden wenig beeindrucken lässt.

Unsere beiden Mini Aussie Mädchen haben die Gefahr mit dem Glatteis sofort geschnallt. Auch sie bewegen sich auf dem Hof sachter, als wir es von ihnen gewöhnt sind. Nur auf der freien Schneefläche kommt der Übermut durch und da wird auch mal richtig getobt.

 

Vor 2 Tagen war der Hufschmied zu Besuch bei unseren Pferden. Leider hat Szindi einen Querbruch im Huf des linken Vorderfußes. Haben wir selbst gar nicht bemerkt. Sie zeigte keine Lahmheit oder irgendein anderes Symptom. Na, ja nun ist der Huf bandagiert und in 8 Wochen gibt es dann Hufeisen unter die Füße, um so den Huf zu stabilisieren und ausheilen zu lassen.

 

Im Schafstall ist es nach wie vor ruhig. Alle Insassen erfreuen sich bester Gesundheit und vermitteln einen zufriedenen Eindruck. Inzwischen ist es schwierig frische Äste oder kleine Bäume zu bergen, denn der Schnee macht den Zugang deutlich schwieriger. Aber wir lassen uns davon nicht beirren und sind bemüht weiter „Tyggekvister“ für unsere Schäfchen einzuholen. Letztens war Liane bis Schulterblattunterrand im Schnee beim Bergen eines Tannenbaumes versackt. Mit Seil und Traktor gelang die Rettung. Man sollte nicht glauben, wie inmobil ein Mensch ist, wenn er mehr als meterhoch im Schnee steckt. Jeder versuchte Schritt macht die Sache nur noch schlimmer, ... keine Chance allein raus zukommen. Und drum herum springen 2 Mini Aussies die alles nur als tolles Spiel sehen.

 

Nun, alles in allem geht es uns gut. Für das kommende Wochenende ist wieder Schnee angesagt und die Temperaturen sollen ab morgen deutlich sinken und so um die 10 Grad minus liegen.

Wir sind sehr gespannt, was wirklich kommt. Das Wetter hält sich auch in Norwegen nicht immer an die Regel und macht meist was es will. 

 

Menschen, die wollen, finden Wege.

Menschen, die nicht wollen, finden Gründe.

 


17.01. 2011 Wetterwechsel

 

Es gibt nicht wirklich viel Weltbewegendes auf Espetveit, … der Winter hat uns voll im Griff.

Aufgrund ”mahnender Worte“ unserer Homepagebesucher gibt es nun einen kleinen Einblick in unseren Winteralltag im Januar.

Wir waren eine ganze Woche ausschließlich mit dem Schneeschieben beschäftigt.

Vor genau einer Woche gab es fast 1 m Neuschnee innerhalb von 24 Stunden und danach jeden Tag so um 20-30 cm dazu. Herrlich anzusehen, aber viel, viel Arbeit für uns. Jeden Tag waren wir mehr als 5 Stunden damit beschäftigt unseren Hof von den Schneemassen frei zu halten. Es ist ja ein ziemlich großes Areal was wir räumen müssen und so hieß es um 05:00 Uhr aufstehen und bevor wir zur Arbeit nach Kristiansand fuhren 2 Stunden Schneeräumen. Am Abend nach dem Füttern der Tiere gingen wir unseren Vergnügen im Schnee weiter nach. Zwischen den Gebäuden ging es sehr gut mit unserem kleinen „Damentraktor“, aber bei den Pferden zwischen Garage und Pferdestall war Handarbeit gefordert. Ralf war der fleißige Traktorfahrer und Liane hatte somit jeden Tag ein Fitnessprogramm über 5-6 Stunden.

Anouk und Ylva waren immer mit von der Partie allerdings mehr mit „Schneeberghopsen“ und „Schneerollen“. Auf unsere alltägliche Tour hoch zur Hütte war nicht zu denken und auch in unsere Langlaufloipe hatte es uns nicht gezogen.

Nach anstrengender Muskelarbeit sind wir wie tot ins Bett gefallen.

Teilweise mussten wir auch nachts raus um den Schneemassen Herr zu werden. Unsere Schneeberge waren inzwischen so hoch, dass wir unseren Traktor dahinter verstecken konnten.

Aber vor 2 Tagen kam es zum Temperatursturz, plus 5 Grad und Dauerregen. Alles was wir so schön bereinigt hatten war umsonst. Es ging alles von vorn los, denn die Dächer mit einer Höhe von 1 m Schnee entledigten sich ihrer Last. Heute sind wir gerade fertig geworden bei den Pferden den Schnee der vom Dach runter gekommen ist, weg zubekommen. Wir hatten abgesperrt damit Szindi und Bandy nicht von den stürzenden Schneemassen verletzt werden können. Außerdem ist es spiegelglatt und ein Pferd mit einem Beinbruch ist dem Tode gefeit. Nun haben wir nach wie vor den Schnee der sich zwischen Schafstall und Pferdestall befindet, mehr als 2 m Höhe über eine Fläche von 5x 10m, … ein Wahnsinn was da liegt. Ab morgen soll es wieder kalt werden und zum Ende der Woche ist wieder Schneefall angesagt. Wir hoffen sehr, dass der Wetterbericht sich irrt und wir eventuell eine kleine Pause mit dem Schneeräumen bekommen. So langsam kommen wir an unsere Grenzen und so viel Spaß können wir augenblicklich nicht dabei empfinden.

Unsere beiden Hundemädchen sind allerdings nicht ruhig zu bekommen. Schnee, Schnee, Schnee und nochmals Schnee was gibt es Schöneres auf dieser Welt.

 

Wollte man warten, bis man etwas so gut könnte, dass niemand etwas daran auszusetzen fände, brächte man nie etwas zuwege.