29.08. 2011 Der Sommer ist vorüber 

 

In diesem Jahr gab es in Norwegen keinen Sommer - er fiel wohl aus.

Die Temperaturen lagen deutlich unter dem Durchschnitt und die Stauseen wiesen eine positive Bilanz auf. Ihr Wasserspiegel stieg durchschnittlich um 40m!

 

Gestern hatten wir 11 Grad und richtiges Aprilwetter. Über Nacht gab es 40 l /m² Regen und die Meteorologen warnten vor Überschwemmungen.

 

Für uns ist das mit dem verregneten Sommer nicht weiter schlimm, denn wir haben nach wie vor eine Menge zu arbeiten.

 

Unser Anbau für die Sauna geht langsam dem Ziel entgegen. Mittlerweile haben wir uns fast daran gewöhnt , dass mit norwegischen Tempo gearbeitet wird. Wir hoffen natürlich, dass zur kalten Zeit die Sauna betriebsbereit ist.

 

Seit 14 Tagen haben wir Urlaub.

Wie waren in der ersten Woche in Deutschland zur Hochzeit unseres jüngsten Sohnes Marius.

Nach 8 Jahren gemeinsamen Weges haben Danielle und Marius sich entschlossen, auch den Rest ihres Lebens gemeinsam zu verbringen.

 

Unser Daniel hatte im April diesen Jahres seine langjährige Freundin Johanna still und heimlich geheiratet. Es war für uns alle eine Überraschung, denn die beiden hatten beschlossen, ohne viel Brimborium, in Nevada im „Valley of Fire“ sich das Ja-Wort zu geben.

Um so mehr Familie gab es jetzt in Eimsheim. Es war schön, alle beieinander zu haben.

 

Und noch eine Überraschung ereilt uns im Jahr 2011. Wir werden das erste Mal Großeltern. Anfänglich hat es uns die Sprache verschlagen, aber nun freuen wir uns auf den/die ersten Enkel/Enkelin. 

 

 

 

An dem Wochenende vor unserem Urlaub begannen wir mit dem Ausbau unserer Terrasse.

 

 

 

Vor der Küche ist an der vorhandenen Terrasse das Geländer entfernt worden und Selbige haben wir dort um 60 cm verbreitert.

Wir haben ca. die Hälfte fertig gestellt. Sie geht nun um eine Breite und eine Länge rund ums Haus . So haben wir die frühe Morgensonne und auch die späte Abendsonne und können uns je nach Windrichtung in eine geschützte Ecke zurück ziehen.

 

  

Wir hatten uns entschlossen, die Terrasse alleine zu bauen und gemeinsam kommen wir auch gut voran.

Vor einer Woche haben wir die alten Späne aus dem Pferdestall geholt und neuen Einstreu eingebracht. So ist der Stall wieder sauber und fertig für die kältere Saison.

 

Unseren „Hestis“ (norwegisch Hest für Pferd) geht es gut.

Der kühle Sommer war wesentlich angenehmer für die Zwei. Durch die niedrigen Temperaturen gab es in diesem Jahr deutlich weniger Insekten, die unsere Pferde plagen konnten.

Lene
Lene



Auch die Schafe haben eine wesentlich angenehmere Zeit hinter sich.





Das Fell ist inzwischen mollig dick, was sie gut gebrauchen können gegen Feuchtigkeit und Wind. 

In diesem Jahr gab es auch keine Probleme mit Fliegenlarven. Allerdings hatten Lene, Ole und auch Eva wieder deutliche Symptome von Selenmangel, so dass wir die Drei mehrmals mit Selennatrium behandeln mussten. Es hat aber jedes Mal gut gewirkt. Sie bekamen jeweils 3x 2 ml subkutan gespritzt und nach einer Woche waren die Symptome wie Lahmheit und Fressunlust verschwunden.

Die ganze Herde steht inzwischen vor unserem Haus auf dem kleineren Teil der Weide und es ist beruhigend ihnen zu zusehen.

 

 

Kurz nachdem wir wieder zurück aus Deutschland waren, bekamen wir Besuch aus Mähringen.

 

 

 

Lianes langjähriger alter Chef aus der Frauenklinik in Worms war mit seiner Frau zu Besuch.

 

Die Beiden waren auf Norwegentour und hatten sich vorgenommen, uns auf dem Bauernhof zu besuchen. Wir hatten ein paar sehr schöne Tage zusammen.

Nun sind wir wieder allein und weiter mit der Terrasse beschäftigt. Außerdem wartet nach wie vor unser Holz im Schafstall gespalten zu werden. Es muss noch ein Tor hinter dem Schafstall zur Weide hin aufgestellt werden und der Aufbau der Sauna steht an. Alles Arbeiten, die wir noch im Urlaub erledigen wollen.

 

Was immer du tun kannst oder wovon du träumen kannst - fange es an.  In der Kühnheit liegt Genie, Macht und Magie.

 

                                                                    Johann Wolfgang von Goethe

 


04.08. 2011 Fast alles läuft nach Plan


Abend nach der Heuernte
Abend nach der Heuernte

Wir können es kaum glauben, aber wir haben auch den restlichen Anteil unser Heuwiesen ab ernten können. In der letzten Woche kam plötzlich der Sommer für 3 Tage nach Norwegen zurück und diese 3 Tage nutzten wir, um unser Heu zu mähen und einzuholen. Inzwischen sind wir ja ein eingespieltes Team, auch als Bauersleut`- Mittwoch gemäht, Donnerstag gewendet und Freitag eingeholt- perfekt! Nun liegt unser Heuboden voll mit phantastisch duftenden Heu. Es ist ein beruhigendes Gefühl, wenn die „Futtertröge“ wieder aufgefüllt sind und die Sorgen um die Futterbeschaffung langsam schwindet. Es steht jetzt nur noch die Haferstrohernte an. Aber das betrifft uns  nicht selbst, sondern wir kaufen die fertigen Ballen von einem Bauern in Hornnes. Es dauert sicher noch 4 Wochen, bevor wir sie holen können und der Heuboden mit dem letzten Raufutter aufgefüllt wird. Dann kann die nächste Futtersaison beginnen, ohne Sorge, ob wir auch alle Mäuler satt bekommen.

 

Inzwischen ist der komplette Zaun in unserem teilweise gerodeten Waldgebiet hinter dem Pferdestall und Schafstall aufgestellt. Es war sehr viel Arbeit, vor allem für Ralf. Er hat 150 Pflöcke allein eingeschlagen. Aber wie er selbst danach bemerkt hat, bekam er nicht einmal Muskelkater. Wir arbeiten körperlich so viel auf dem Hof, dass die Muskeln sich daran gewöhnt haben und uns fast etwas fehlt, wenn es mit der körperlichen Arbeit weniger wird.

 

Gestern konnten wir die gesamte Schafherde von der einen Wiese auf das neu eingezäunte Terrain leiten.

Dietmar, Kirsten, Juliane und Markus, die zur Zeit zu Besuch bei uns sind, haben uns tatkräftig unterstützt.

Tja, da merkt man erst einmal, dass so eine Schafherde nicht einfach tut was man möchte. Ruhe und Fingerspitzengefühl werden benötigt, um alle Schafe in die Richtung zu bewegen, die einem so vorschwebt. 

Anouk und Ylva waren nicht interessiert, uns dabei zu helfen. Anouk ging eine Extratour durch den Wald und Ylva passte auf "ihre Welpen" auf, .... sie ist scheinträchtig und macht ein Riesentheater. 

 

Seit gestern Abend grasen alle Schafe, 25 Erwachsene und 32 Lämmer zufrieden im Wald. Die Aufregung ist vorbei und die ganze Herde schlägt sich den Bauch mit frischem Gras, kleinen Zweigen und Baumrinde voll. Sie halten so das Terrain sauber und wir haben einen aufgeräumten Wald unmittelbar rund um den Hof. Die Schafe sind nicht nur Fleisch- und Wolllieferant, sondern auch gute Landschaftspfleger.

 

Unsere 6 Lämmchen im Lammkindergarten, hatten mit der vorbeiziehenden Schafsherde nichts am Hut. Überhaupt keine Animation, mit den Anderen mit zu ziehen. Sie haben ihre eigene kleine Herde und sind scheinbar glücklich damit. Außerdem bekommen die Sechs ja jeden Tag ihre Milch und das gibt man als Lämmchen nicht freiwillig auf. Die Lammhäuschen haben wir weiter nach hinten auf die Wiese gesetzt. Fritzi, Ole, Eva, Maja, Lene und Hanne erkunden nun neugierig die große weite Welt auf Espetveits Wiesen.

 

Unser Anbau am Haus geht weiter träge voran. Als das Ganze in Planung ging waren wir von einer kurzen Bauphase überzeugt. Tja, jetzt sind wir eines Besseren belehrt. Beschleunigen können wir nichts, aber für künftige Bauvorhaben gilt, so oft wie möglich selbst Hand anlegen und vor allem, wnn Handwerker von Nöten, Festpreis Absprachen anzustreben. Das ist ein dringender Rat an alle Neueinsteiger in Norwegen.

An das zähe Vorankommen der Arbeiten und permanente Terminprobleme werden wir uns nie gewöhnen. Wir müssen es aber aushalten.

 

             Es liegt in jedem Geschöpf der Natur etwas Wunderbares.                                                                                                           

                                                Aristoteles