23.04. 2011

 

Die Schwalben sind da 

 

Heute ist Ostersonnabend und das Wetter meint es gut mit uns. 

 

Seit einigen Tagen haben wir Temperaturen die am Tage über 20 Grad liegen. Einfach herrlich sich die Sonne auf den „Pelz“ scheinen zu lassen. Der Schnee verschwindet zusehends und immer mehr freie Fläche macht sich breit.

 

Unser Teich ist inzwischen eisfrei und zum Leben erwacht. Es sind unzählig viele Frösche auf Achse um den richtigen Partner für diese Saison zu finden. Oft sieht man sie Huckepack im Wasser schwimmen oder sich am Rand in der Sonne aalen. Kommt man zu dicht- schwupp entfliehen sie in das kuehle Nass.

Anouk und Ylva haben diese glitschigen Artgenossen auch schon entdeckt und machen sich einen Spaß daraus sie ins Wasser zu schrecken.

 

Unserem Wirbelwind Anouk geht es heute schon wieder besser. Ab und zu hört man schon ein schwaches Bellen und Ylva wird fleißig bei ihren Erkundungstouren begleitet. Nur mit dem Rennen und Toben hält sie sich nach wie vor zurück. Liegt viel in der Sonne und mal im Schatten und sieht der arbeitenden Bevölkerung auf Espetveit zu. Tja Hund müsste man sein, da kann man gerade tun wie`s beliebt. Natürlich sind wir froh, dass es unserem Spatz viel besser geht und sie langsam wieder typisch Anouk wird.

 

Apropos Spatz, … die ersten Schwalben sind auf Espetveit angekommen. Nun hat der Winter endgültig verloren und die Natur bereitet sich auf warme sonnige Tage vor.

 

Ah, ja und aufpassen müssen wir ab jetzt auch auf Espetveit, die Bäume schlagen nämlich aus und strekken uns ihr Grün entgegen.  

 

P.S. Rückblickend müssen wir davon ausgehen, dass Anouk von einer Kreuzotter gebissen wurde. Ein Gespräch mit dem hiesigen Tierarzt in Evje bekräftigt und in diesen Verdacht.

 

Wir werden nicht jeden Tag älter, sondern jeden Tag neu.

   

 

 

22.04. 2011 Anouk ist krank

 

Nachdem wir gestern die Geburt von Flecki ihren Lämmchen erfolgreich hinter uns gebracht haben und die restlichen Damen im Schafstall nicht ans Gebären denken, ging es zur Alltagsarbeit im Wald über. Aufräumen war angesagt mit reichlich Brennmaterial fürs Lagerfeuer.

Ylva und Anouk waren mit von der Partie, ... toben, verstecken und im Wald nach Unbekanntem suchen, einfach phantastisch für die Zwei.

Plötzlich nach einer ausgedehnten Jagt zwischen den beiden, fing Anouk an zu husten. Na, ja dachten wir, wird wohl etwas in den Hals bekommen haben und nun versucht sie mit husten und prusten es wieder los zu werden. Auch die Lust zum Toben war dahin. Sie legte sich unter einem Baum und hielt Ruhe.

Gegen Abend hatte sich ihr Husten teilweise mit Brechdrang verstärkt und sie wollte einfach in Ruhe gelassen werden. Selbst ihre Schwester Ylva konnte Anouk zu nichts begeistern. Anouk gab keinen Ton von sich und dass oft so durchdringende Bellen war völlig verstummt.

Gegend 19:30 Uhr fing sie plötzlich an einen Stridor (Erklärung für alle Nichtmediziner: Piepton oder Röcheln beim Ein- und Ausatmen, oft zu finden bei Verlegung der Atemwege oder durch eine allergische Reaktion ausgelöst) zu entwickel und bekam nur schwerlich Luft.

Also los zum Notarzt, denn wir hatten Angst dass sie erstickt. Leider hatten wir selbst keine entsprechenden Medikamente zu Hause und so fuhren wir mit wehenden Fahnen nach Kristiansand in die Tierklinik.

Dort bekam sie sofort Cortison gespritzt und wurde in Narkose untersucht. Wir glaubten ja, dass sie einen Fremdkörper aspiriert haben musste, der ihr die Luftwege verlegt hatte. Aber wir haben nichts gefunden, kein Femdkörper. Die Rachenmandeln waren deutlich gerötet, was mehr für eine Infektion sprach. Also Röntgenaufnahme der oberen Luftwege und der Lunge. Hier zeigte sich eine Veränderung der Lunge, wie man sie bei einer Lungenentzündung findet und auch das kleine Hundeherz war deutlich vergrößert. Tja, ist es vielleicht eine akute Verschlechterung im Rahmen einer Infektion, vielleicht ein Virus ?

 

Sie muss jetzt eine Art Penizillintablette 2x täglich nehmen. Ein Riesenproblem, denn Anouk findet die kleingehackten Tabletten in jeder Scheibe Wurst oder Käse und sortiert diese nachdem die Wurst gegessen ist, einfach aus. Auch mit dem ganz weit nach hinten in den Rachen werfen funktioniert nicht. Sie holt die Stücken einfach mit der Zunge wieder hoch und legt sie vor sich hin. Wir lösen jetzt die Tablette auf und geben diese Flüssigkeit mit einer kleinen Spritze in den kleinen Mund und einer hält die kleine Schnute zu bis sie geschluckt hat. Geht nicht anders, täglich 2 Spritzen in den Popo sind wesentlich unangenehmer.

Anouk ist heute mit der Atmung wesentlich besser. Sie hat ab und zu bei Anstrengung wieder einen Stridor, der aber zur Ruhe kommt. An Bellen ist nicht zu denken, ... eine ungewöhnliche Ruhe herrscht auf Espetveit. Ylva liegt gelangweilt in der Gegend rum, denn an das Toben mit Anouk ist nicht zu denken, sie toleriert keine körperliche Belastung. Wir hoffen natürlich sehr, dass es wirklich nur eine Virusinfektion ist, die die Kleine so aus der Bahn geworfen hat. Wir wollen gar nicht daran denken, dass es auch ein generelles Herzproblem sein kann, was diese akute Situation hervorgerufen hat. Unser kleiner Wirbelwind ist beängstigend ruhig, zu ruhig, ihre Aktivität und Begeisterung fehlen uns.  

 

Trösten ist eine Kunst des Herzens.

Sie besteht oft nur darin, liebevoll zu schweigen.

 

                                                                                       Otto von Leiner

 

 

20.04. 2011 Jetzt geht`s los im Schafstall

 

Heute ist Mittwoch vor Ostern. Hier in Norwegen geht der Arbeitstag nur bis 12:00 Uhr . Bereits am Mittwoch Nachmittag geht es in die Osterbefreiung, so dass die Norweger 4 ½ Tage zu Ostern frei haben.

Wir sind kurz nach 12:00 Uhr aus der Klinik weg und konnten so zu Hause noch am Nachmittag mit unseren Waldarbeiten beginnen.


Aber, dass wir nun ein paar Tage frei haben, müssen auch unsere Schafe geahnt haben.

Flecki unser Sorgenkind hatte heute mit Wehen begonnen und um um 19:00 Uhr ist dann die Fruchtblase gesprungen. Leider geht es nicht wie gewohnt zügig voran, so dass wir uns schon Gedanken machen. Ralf war eben nochmals draußen, aber es tut sich nichts.

So nun beginnt ab heute unsere Lammzeit und alles Weitere mit Hinblick auf das Geschehen im Schafstall findet ihr nun unter der Rubrik Lammzeit. Wir sind sehr gespannt auf die nächsten 3 Wochen.

 


  

14.04. 2011


Anouk

und

Ylva

haben Geburtstag 

 

 

 

Wie die Zeit vergeht. Unseren beiden Mini Aussie sind heute 2 Jahre.

Sie sind aber noch genau so verspielt wie im Alter von 9 Wochen, als wir sie aus Deutschland holten. Kaum zu glauben, dass wir die beiden nun schon fast 2 Jahre bei uns haben. Es war anstrengend, das Bemühen um die beiden, aber wir haben es nie bereut. Sie gehören zu unserem Leben einfach da zu.

 

Seit es nun wärmer geworden ist, haben die zwei ein neues Hobby entdeckt, … Eidechsen fangen. An unserem Hang zum Haus haben wir reichlich Gestein in dem sich die Eidechsen im Winter versteckt hatten. Nun, wo die Sonne den ganzen Tag darauf scheint, kommen sie zum Sonnen heraus. Das haben Anouk und Ylva ganz schnell mitbekommen und sitzen bereits am Morgen vor der Naturmauer und warten auf die Eidechsen. Sie werden dann am Schwanz aus der Spalte gezogen und auf den Weg gelegt. Krabbeln sie weg, werden diese sofort zurück transportiert. Hier und da geht schon mal ein Schwanz verloren, aber die Eidechsen haben ja die Begabung und lassen ihn sich einfach nachwachsen. Fressen tun sie die kleinen Krabbeldinger nicht, ... scheint nicht ihr Geschmack zu sein.



Unsere Spaziergänge laufen nun auch wieder geordneter ab. 

Es ist wieder Leinenzwang angesagt. 



Der Schnee ist so zurückgegangen, dass der Wald zu einem spontanen Ausflug inspiriert.

 

Also gibt es wieder „Leibchen“ und Leine zum Spaziergang, was unsere beiden Mini Aussie überhaupt nicht lieben. Wenn Anouk ihr Geschirr um bekommt, hält sie den Kopf so tief zum Erdboden, dass sie fast mit der Nase ein Loch bohrt. Immer nach dem Motto,... „vielleicht passt ja mein Ausgehanzug nicht über den Kopf, wenn ich die Nase nur tief genug halte“...versuchen kann man es ja.

 

Innerhalb der 2 Jahre haben die beiden sich zu hervorragenden Wachhunden entwickelt. Mit dem Hütehunddasein hat es ja nicht so geklappt . Es kann sich Niemand unserem Gehöft nähern ohne bemerkt zu werden. Selbst der Briefträger, der den Briefkasten unten am Weg in 150m Entfernung füllt, wird gemeldet, … und ab und zu auch von den beiden begrüßt.

Es ist schön nach Hause zukommen und von den beiden empfangen zu werden. Sie holen uns immer am großen Tor an der Einfahrt ab, steigen dann ins Auto und dürfen bis zur Garage mitfahren.

Sie sind inzwischen leidenschaftliche Autofahrer geworden. Wenn es am Sonnabend nach Evje zum Einkaufen geht, sind die Zwei immer mit von der Partie. Sie präsentieren sich allen vorbeigehenden Zwei- oder Vierbeinern als gefährliche Autohunde.

 

Unsere beiden Minis sind schon ein phantastisches Pärchen. Wir sind richtig stolz auf die Beiden und ein Leben hier auf Espetveit ohne Anouk und Ylva wäre für uns nicht mehr vorstellbar.

 

Vi gratulerer med dagen !!! 

 

 

  

11.04. 2011


Er hat uns erreicht....



., der Frühling.


 

Endlich geht der Schnee. In den letzten Tagen hatten wir kontinuierlich Plusgrade und so zieht der Winter von dannen.

 

Unser Bachlauf ist wieder offen und der kleine Wasserfall

am Teich gibt mit lautem Getöse die Wassermassen frei. Rund ums Haus ist der Schnee völlig weg. Auf der Koppel und im Wald befinden sich aber noch ausgedehnte geschlossene weiße Flächen.

Am Wochenende haben wir Tisch und Stühle vom Heuboden geholt und der Grill wurde an geschmissen. Herrlich so in der Sonne zu sitzen und ab und zu die Beine baumeln zu lassen. Auf dem Hof haben wir alles aufgeräumt, Holzrester und Pappe verbrannt.


Vor 2 Tagen bekamen unsere Schafe eine vorbeugende Kur gegen Würmer und sonstige Darmparasiten.So sind sie für die anstehende Lammzeit frei von Parasiten.

Unsere Flecki hatte sich zwischenzeitlich erholt, aber seit 2 Tagen macht sie uns wieder Probleme. Sie will einfach kein Kraftfutter zu sich nehmen. Also gibt es wieder die „Magen- und Darmpaste“ zur Verbesserung des Magenmilieus. Das schmeckt ihr überhaupt nicht. Wenn wir das Maul öffnen und sie dabei festhalten, lässt sie sich einfach fallen und stellt sich tot. Inzwischen kenne wir das ja, aber die ersten Male haben wir einen tüchtigen Schreck bekommen, als sie da nieder ging.

Allen anderen im Flock geht es gut.

Unsere Quetschi hatte nach dem Wolle scheren einen kleinen Abszess an der rechten Pobacke ausgebildet, den wir nach alter Manier eröffnet haben. Wahrscheinlich hatte sie beim Scheren eine kleine Verletzung davon getragen, die sich infiziert hat. Na, ja, so lange es nicht mehr ist.

Alle schwangeren Schafe sind nun dick und rund. Teilweise sehen sie wie mit seitlicher Last beladene Esel aus. Bei Hasi ist es beeindruckend wie sie so dahin watschelt. Sie schaukelt ihre Kinder regelrecht durch die Schwangerschaft. Wir hoffen natürlich, dass sie nicht mehr als 2 Lämmchen in sich trägt. Der Bauch sieht allerdings nach mehr aus. Nach unserer Berechnungen sind es nun knapp noch 2 Wochen bis die ersten Lämmchen kommen. Wir können es kaum noch abwarten und sind gespannt wie ein Flitzebogen wer denn wohl als erster Schafmutti wird.

 

Heute war der Hufschmied bei unseren Pferden. Ging alles ohne Probleme. Beide hatten „saubere“ Füße und Szindi bekam wieder ihre „Sommerschuhe“ an. Bandy geht auch im Sommer barfuß, da er viel härteres Hufmaterial hat als Szindi. Szindi läuft sich die Hufsohle immer schief und so muss sie zur Stabilisierung des Hufes Hufeisen bekommen. Die beiden verlieren nun ihr Winterfell mit Macht und da das Fell juckt, suhlen sich auf ihrem Paddock, der mit viel weichem Sand gefüllt ist. Mit dem Sand rubbeln sie sich die losen Haare vom Körper und betreiben so täglich ein Ganzkörperpeeling. Auf die Koppel geht es noch nicht , denn der Pferdestall einschließlich Paddock sind weiterhin von einem riesigen Schneewall umgeben, der alle Wege nach draußen versperrt. So müssen die beiden sich noch etwas gedulden bis es wieder auf die gruene Koppel geht.


An unserem Haus wird weiter gebaut. Letzte Woche war Pause, da die Handwerker Urlaub hatten. Seit heute geht es weiter. Zeitlich sind wir abhängig von der Lieferung der Fenster, welche wir bei der Fabrik direkt in Auftrag gegeben haben. Erst hieß es 4 Wochen Lieferzeit und nun heißt es „wir wissen es nicht so genau“. Kann also sein , dass wir eine Zwangspause einlegen müssen , da die Terminierung mal wieder nicht klappt. Hier für Norweger nichts besonderes, für uns Deutsche in Norwegen eine Herausforderung. Nun gut, Geduld, Geduld,... oder wie die 

Norweger meinen ...TTT... ting tar tid.


Wer nicht zufrieden ist mit dem, was er hat,

der wäre auch nicht zufrieden mit dem, was er haben möchte.

                                                                                                          Berthold Auerbach