29.10. 2010 Es regnet und regnet und regnet…

Nun ist der Oktober fast vorüber. Seit 3 Tagen regnet es ununterbrochen. Die Temperaturen sind deutlich gestiegen und liegen so um die 8 Grad.

 

Dabei hatten wir bis vor einigen Tagen noch 30 cm Schnee. Am Donnerstag letzter Woche (21.10.) fielen innerhalb weniger Stunden 30 cm Neuschnee.

Es war herrlich anzusehen. Espetveit war in einem weißen Winterkleid eingepackt. Natürlich war Schnee schieben angesagt, was man beim ersten Schnee auch noch mit Spaß und Freude tut.

Unsere beiden Aussies waren wie aufgezogen. Toben, toben, und nochmals toben war angesagt. Unsere Anouk liebt Schnee über alles und sie genoss das viele Weiß zu genüge.

Auch Szindi und Bandy nutzten die weiße Decke auf dem Paddock um sich mal richtig zu baden.   

 

Leider begann es am Dienstag dieser Woche zu regnen und nun hat der Himmel alle Tore über Norwegen geöffnet und will wahrscheinlich dem ganzen Land eine kräftige reinigende Dusche verpassen bevor es in den richtigen Winter geht.

Nur gut dass wir unsere Schafe alle drinnen haben. Die würden sonst als pitschenasse Waschlappen auf der Weide stehen.

 

Diese Wetterschwankungen haben wir in den letzten beiden Jahren auch erlebt. Nach einer Kaltfront Ende Oktober /Anfang November wird es nochmals richtig warm. Das hängt mit den Temperaturen des Meeres zusammen. Solange das Meer nicht deutlich abkühlt sind die Temperaturen relativ mild und vor Anfang Dezember können wir nicht mit dauerhaftem Schnee und Frost rechnen.

   

 

Erfolg ist die Fähigkeit, von einem Misserfolg zum anderen zu gehen, ohne seine Begeisterung zu verlieren.
                                                                                   Winston Churchill

 


    

17. 10. 2010

 

Ab ins

 

Häuschen

 


 

Heute ist es so weit. Alle Schafe kommen in den Stall.

 

Bereits gestern Abend ist die gesamte Herde über die Pferdekoppel in das kleine Tal zum Äsen gewandert. Es ging völlig problemlos, ein wenig rütteln mit dem Futtereimer und schon kamen alle an getobt. Nachdem Hans und Hänschen das Tal verlassen hatten, war nochmals frisches Gras nachgewachsen, so dass die Damen nochmals aus dem vollen Schöpfen konnten. Nun ist aber jeder Halm verschwunden und es ist eine gähnende Leere auf unserer Koppel und Weide.


Über die Rampe an der Rückseite des Schafstalls ging es nachdem der Zaun geöffnet war, ohne viel Theater in die Boxen. Das junge Volk hatte ein paar Schwierigkeiten den Eingang zu finden aber mit unserer Hilfe ging alles gut.


Unsere 5 Lämmer Ina, Lilly, Quetschi, Colli und Biggi stehen in einer „Jugendbox“ zusammen. Sie müssen nun erst lernen was es heißt Futter zu fassen, nach welchem Motto kommt am am Besten da dran.


Emma, Fips, Martha, Störste, Flecki und Mausi stehen in der Box gegenüber.


Maxi, Hanna, Mona, Hesti, Rosa, Marie und Klara sind in der hinteren Box links eingestellt.

 

Dem gegenüber, also hinten rechts, stehen Tria, Kati, Hasi, Alfa, Susi, Fips ihre Mutti und Weißnicht zusammen.


Unser Dreizehn wird im Dezember die Damen in der letztgenannten Box umgarnen und wir hoffen natürlich, dass er seiner Männlichkeit alle Ehre macht.

 

Unser Hänschen ist mit Hans noch auf der „Männerweide“, kommt aber spätestens am Wochenende rein.

 

Hans geht dann zu seinem neuen Besitzer in einen anderen Schafflock.

 

 

15.10. 2010 Es hat geschneit

 

In den letzten Nächten hatten wir 2-3 Grad Frost. Am Tage hatten wir mal Sonnenschein und mal leicht bewölkt und das Thermometer zeigte so um die 6-8 Grad. In der Sonne war es angenehm warm, so dass wir am letzten Wochenende sogar mittags draußen essen konnten. Am Hang hinter dem Pferdestall saßen wir in der Nachmittagssonne und haben die letzten Sonnenstrahlen bei ersten Lebkuchen und Kaffee genossen.

Für heute war vom norwegischen Wetterdienst leichte Bewölkung und um die 5 Grad gemeldet.

Aber auch hier im Norden macht das Wetter was es will.

Am Morgen war es deutlich kühler , gerade mal 0 Grad und der Himmel war voll mit dunklen Wolken. Und wer hätte das gedacht, gegen 09.00 Uhr begann es zu schneien.

Große schwere Flocken tanzten durch die Luft und als sie den Boden berührten verschwanden sie im Nichts. Fast 2 Stunden hat der Zauber gedauert und dann ging er über in leichten Nieselregen. Das Thermometer stieg nicht über 1 Grad und der Himmel blieb trüb und grau.

Tja, nun beginnt wohl die kalte Jahreszeit, etwas früher als in den letzten 2 Jahren.

 

Wir haben geplant unsere Schafe am kommenden Wochenende in den Stall zu holen. Dann ist es wohl auch Zeit, denn auf der Weide wächst kein Futter mehr. Jetzt wird es ungemütlich kalt und nass für Tier und Mensch.

 

Wir sind gespannt ob sich unsere Schäfchen problemlos in den Stall locken lassen. Wir werden darüber berichten. 

 

 

03.10.2010 Regenzeit

 

Tja, nun kommt der Herbst mit Macht. Es regnet seit mehreren Tagen und die Temperaturen sind nur noch einstellig. Nachts haben wir teilweise Frostgrade.

Unsere Schafherde ist nach wie vor draußen und wir haben das gesamte Terrain für alle geöffnet. So können sie wandern und auf allen Weiden sich das Gras suchen. Solange sie nicht die gesamte Zeit herumziehen, sondern sich zum Wiederkäuen ablegen, ist noch genügend Gras für alle da. Wenn wir merken, dass keine Ruhe in die Herde kommt und die Schafe unermüdlich suchen , müssen wir sie rein holen. Aber das versuchen wir natürlich so weit wie möglich herauszuzögern, denn die Zeit des Einstehens im Stall ist lang genug.

 

Ralf hat an den wenigen trockenen Tagen unser Wohnhaus wieder zum Leuchten gebracht. Es war an der Zeit einen neuen Anstrich aufzutragen. Nun leuchtet es wieder in „löwengelb“ (die Farbe ist hier in Norwegen so definiert, wir meinen aber es ähnelt mehr einem strahlenden sonnengelb). Die Fensterumkleidungen sind flaschengrün abgesetzt und die Fenster selbst haben wieder weiße Rahmen und Sprossen. Da kommt richtig gute Laune auf, wenn man auf den Hof kommt und das Haus empfängt uns mit diesem leuchtenden Outfit.

 

In einem kurzem Aufenthalt in Deutschland hat Liane die Buchläden durchstöbert und sich mehrere Bücher für den kommenden Winter eingelagert.

Ralf beschäftigt sich mit seiner Musik und kann viele Stunden am Computer verbringen und Liane frisst als Bücherwurm ein Buch nach dem anderen.

 

Und hier kommt die erste Buchempfehlung für lange Herbst- und Winterabende.

Das folgende Zitat ist aus einem Buch von Dieter Moor (Schweizer), der mit seiner Frau (Österreicherin) nach Mecklenburg-Vorpommern auswandert und dort eine „arschlochfreie Zone“ vorfindet. Sein Ziel ist es einen Bauernhof in der Mark Brandenburg aufzubauen und es wird „Freud und Leid“ dieses Unternehmens aufgezeigt.

...Parallelen zu uns?

 

Titel: Was wir nicht haben, brauchen sie nicht

(Rowohlt Taschenbuch Verlag)

 

Der Mensch ist ein unverbesserlich ignorantes Tier. Er redet sich erfolgreich ein, dass die Mitwesen dieser Erde es eh genau so wollen, wie es ihm, dem Menschen, am bequemsten ist. Er vertauscht konsequent seine Wunschvorstellungen mit den Bedürfnissen der Tiere.

Es wäre praktisch, wenn es Enten gäbe, die keinen Teich brauchen, darum mögen Laufenten kein Wasser.

Es ist viel einfacher, Kühe drinnen zu melken, darum sind sie lieber im muffigen, fliegenverseuchten Stall als draußen auf der offenen Weide.

Genauso, wie Hühner viel lieber in einem Käfig mit einer Fläche von nicht mal einem A4-Blatt hocken, ohne auch nur die Flügel ausbreiten zu können, als draußen im Gras nach Würmern zu suchen.

Weil man einen Hund nicht mit ins Büro mitnehmen darf, ist es dem Hund total lieb, den ganzen Tag allein in der Stadtwohnung vor sich hin zu vegetieren. Praktisch hat er nämlich überhaupt kein Zeitgefühl.

Schweine auf der Weide zu halten ist sehr aufwendig. Darum fügt es sich prächtig, dass Schweine Schweine sind und sich gerne in engen Koben in den eigenen Fäkalien suhlen und das sie es auch lieben, gefesselt in der Saubox auf einem Stahlrohrrost zu liegen.

Ein Pferd vor dem Ausritt auf der offenen Koppel einzufangen funktioniert nur, wenn das Pferd dem Reiter vertraut. Vertrauen aufzubauen kostet leider eine Menge Zeit, und wer hat die schon? Da ist es doch nett von den Pferden, dass sie sich in einer engen Box, in Einzelhaft, viel kuscheliger fühlen und sich immer so toll freuen, wenn der Reitherr oder die Reitdame sich alle paar Wochenenden die Ehre gibt, aufsitzen zu wollen.

Kaninchen haben die blöde Angewohnheit, sich unter jeder Umzäunung durchzugraben. Wie gut, dass sie solche Angsthasen sind, dass sie sich erst in der Enge des Karnickelstalls so richtig sicher fühlen.

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Es ist sehr schön geschrieben , man muss nicht viel überlegen um die Gedanken zu verstehen und es gibt seitenweise Lachsalven. Und für alle , die die DDR-Zeiten selbst erlebt haben, ist es teilweise eine Reise in die Vergangenheit.

Also wirklich, … ich kann es nur jedem ans Herz legen. Holt es Euch! Für eine Preis von 8,95 € ist es auch erschwinglich.