30.03.2010 Der Winter ist zurück !

 

Am Sonntag hatten wir schönes Wetter mit viel Sonnenschein und Temperaturen um die 6 Grad plus. Dort wo die Sonne den Schnee weggeschafft hatte, waren die ersten grünen Spitzen der Osterglocken zu sehen. Und so waren wir der Meinung, daß der Frühling so langsam Einzug hält. Wir hatten ja fast 4 Monate durchgehend Schnee und so haben wir natürlich Lust auf etwas Grün.

Gestern war Ralf ganz aufgeregt, denn die ersten Rotkehlchen hatte sich an unserem Futterhäuschen vor dem Haus eingefunden. Er meinte noch, daß das ein sicheres Zeichen dafür ist, daß der Frühling doch auch hier bei uns auf Espetveit nicht mehr aufzuhalten ist.

 

Tja, auch so ein Vogel kann sich irren. Irren ist nicht nur menschlich wahrscheinlich auch vögelich.

 

Heute hat es gegen 12:00 Uhr mittags angefangen zu schneien und nun liegen 20 cm Neuschnee. Und es schneit und schneit und schneit.... .

 

Unsere beiden Minis finden das natürlich phantastisch. Im Schnee toben ist eine der Lieblingsbeschäftigung der beiden. Für uns ist es auch einfacher, wenn die beiden ins Haus wollen, ... kein Füße putzen, kein Fell rubbeln, einfach Tür auf und rein. Wir sind dann auch am Nachmittag nochmal durch den Schnee hoch zum Gipfel zur Hütte gelaufen.

 

Auf den Straßen herrscht Chaos da die meisten Norweger zu Ostern auf ihre Hütte fahren. Ostern beginnt hier in Norwegen Mittwoch Mittag, denn Gründonnerstag ist hier bereits Feiertag.

 

Es sieht alles wieder ganz toll aus , weiß und ruhig, ... aber wir wollen jetzt keinen Schnee mehr, ...  es reicht!

 

 

Die süßeste Frucht der Genügsamkeit ist Unabhängigkeit.

                                                                                                                                Epikur

 

 

 

28.03.2010 Schnipp, schnapp Haare ab


Am Sonnabend gab es große  Aufregung in unserem Schafstall. Der Frisör hatte sich angesagt.

Üblicherweise werden unsere Schafe 2 x jährlich geschoren wird. Das erste Mal im Frühjahr vor dem Lammen und dann nochmals im Herbst vor dem Decken.

Nach unserer Berechnung erwarten wir die ersten Lämmer Mitte April und so war es an der Zeit, dass die Wolle herunter kam.

Der Schafsfrisör hatte sich zwischen 10:00 und 12:00 Uhr angemeldet.

Tja, und wie es nun mal so ist bei Hobbyschäfern, hatten wir leider nicht daran gedacht, die Schafe am Morgen nicht zu füttern. So mussten wir das Ganze um einige Stunden verschieben und starteten gegen 14:00 Uhr.

Es war natürlich ein wenig Aufregung im Stall. Für uns ist es immer wieder verwunderlich, wie die Schafe mit ihrem dicken Wollkleid den Eindruck von Alter und Gesetztheit vermitteln. Ist die Wolle runter, sehen alle viel jünger und agiler aus. 

Es ging alles prima. Jedes Schaf gab seinen Pelz ohne großes Theater ab. Selbst unsere beiden Böcke, Hans und Hänschen waren beim Frisör lammfromm.  

Das Scheren braucht ca. 3 Minuten pro Schaf. Der Scherer arbeitete wie immer perfekt. Er holte die Wolle in einer Lage vom Schaf und wir stopfen sie dann nur noch in Säcke.

Die Wolle eines jeden Schafes wird nur durch eine Lage Zeitung getrennt damit es in der Fabrik leichter ist, die Qualitäten auseinander zu sortieren.

So wie wir ein Schafsfell kaufen können, so sieht es auch aus, wenn es vom Schaf geschoren wurde, … alles in einem Stück,  nur die Haut fehlt. Die darf das Schaf natürlich behalten.

Beim Scheren werden die Schafe gedreht und gewendet. Dabei kann man sie gut untersuchen und hat die Möglichkeit zu sehen, welches Schaf trächtig ist und welches die Chance hat ganz allein für sich fett zu werden.

Wir hatten im Herbst Mutter Natur überlassen welches Schaf von Hans oder Hänschen gedeckt wird. Es gibt verschiedene Regeln wonach man entscheiden sollte, ob ein Schaf „reif“ genug ist, gedeckt zu werden oder nicht. Wir sind uns nicht so sicher, ob die Regeln, die der Mensch aufstellt auch wirklich von der Natur akzeptiert werden und vorallem auch richtig und vernünftig sind. Vieles dreht sich um die „Produktion“, manches um Zucht und ist nicht immer schaforientiert. Wir entgegnen so einer Praxis mit Skepsis. Wir haben die Fortpflanzung dem Zufall überlassen und es hat gut funktioniert. Die schwächeren und kleineren Schafe sind zwar gedeckt worden,  haben aber nicht aufgenommen. Eine natürliche Selektion.

So wie es aussieht ist unsere kleine  Mausi, das aktuell sicher berühmtestes Schaf in Norwegen und  Maxi, das wohl einzige Schaf in Norwegen, welches am 2. Lebenstag gebadet wurde , da es sich völlig „vollgeschissen“ hatte und der ganze Popo mit “Schafspech“ (beim Menschen auch Kindspech oder Mekonium, genannt), nicht trächtig. Auch Største („Største“ bedeutet „Größte"), einzige Überlebende der Drillinge vom letzten Jahr, zeigt keine Vergrößerung des Euters.  Aber  man weiß ja nie…. Im letzten Jahr kam auch ein Lamm  unkontrolliert auf der Weide zur Welt!

So wie es aussieht, haben wir 22 trächtige Schafsdamen, die hoffentlich einer unkomplizierten Niederkunft entgegen sehen. Von diesen 22 Damen sind 3 junge Damen vom letzten Jahr. Bei diesen Schafen rechnen wir mit je einem Lamm. Alle anderen sind wenigstens 2 jährig und da kann man mit mindestens 2 Lämmern pro Schafsmutter rechnen. Im letzten Jahr hatten wir sogar wie o.g. Drillinge, wobei das eigentlich nicht so optimal ist, da die Mutter nur genügend Milch für 2 Lämmer hat. Mal sehen, was die Natur dieses Mal vorgesehen hat. Ändern können wir es so wie so nicht.

Jedenfalls stehen alle geschniegelt und gestriegelt im Stall und harren der Dinge, die da kommen.

Wir werden sofort berichten, wenn die ersten Lämmer auf die Welt gekommen sind,  mit Geburtsbericht und Foto.   

In der nachfolgenden Fotogalerie findet ihr Bilder vom Scheren am 28.03.2010. 

Image lässt andere denken man sei so, wie man gerne wäre.

                                                 

                                                                     Frank Markus Barwasser             

 

 

12.03.2010 Es wird wärmer

 

Inzwischen sind wir ein ganzes Stück weiter gekommen mit der Homepage, aber noch lange nicht fertig. Es macht doch ganz schön viel Arbeit.

 

Seit 2 Tagen haben wir Plusgrade und mussten unsere tägliche Langlauftour auf unserer eigenen Loipe leider beenden. Wir haben zwar noch genügend Schnee (ca. 1 m), aber dieser ist nun sehr weich und man bricht teilweise tief ein, was bei unbekanntem Untergrund durchaus gefährlich sein kann.

In den letzten 14 Tagen waren wir mit Anouk und Ylva jeden Tag auf Achse. Die beiden lieben es, völlig frei zu laufen und mal so richtig aufzudrehen. Eine kleine Tour abseits des Weges ist auch immer drin gewesen, wobei die Strecke durch den hohen Schnee begrenzt war. Die beiden liefen so lange bis sie im Schnee stecken geblieben sind. Tja, und so ein Mini Aussie hat es nicht leicht, wenn er bis zum Hals im Schnee steckt. Jedenfalls hat es allen riesig Spaß gemacht.

 

Ylva und Anouk sind nun fast 1 Jahr alt. Darum sehen wir uns nach einer Ausbildung zum Hütehund um. Es ist nicht so einfach, in unserer Gegend ein Seminar oder einen Ausbilder zu bekommen. Die Entfernungen sind in Norwegen eben etwas weiter als in Deutschland und 60 km heißt mindestens eine Stunde Autofahrt. Na, ja mal sehen was sich ergibt.

  

Gestern sind nun endlich auch die Schneemassen von unserem Schafstalldach  gerutscht. Der Schnee hatte sich seit Dezember letzten Jahres gesammelt und lag fast 1m dick auf dem Dach. Eine Hälfte hatte gut 80 Kubikmeter Schnee. Es war viel Arbeit, um den Weg zwischen Pferdestall und Schafstall wieder passierbar zu machen. Aber wir haben ja unseren Traktor und der "kleine John Deere" musste ziemlich hart arbeiten.

 

Unsere Schäfchen werden runder und runder. Wir rechnen damit, dass Mitte April die ersten Lämmer geboren werden. Wir haben in dieser Zeit abwechselnd frei, denn „Lamming“  bedeutet wachsam zu sein und zwar 24 Stunden am Tag.

 

Das können wir mit unserer täglichen Arbeit im Krankenhaus, verbunden mit zusätzlichen Diensten nicht einfach so nebenher sicher stellen.

Aus der Erfahrung vom letzten Jahr sind wir klüger geworden und planen es für alle vernünftig und sicher. Aber wir freuen uns darauf die ersten Lämmer in diesem Jahr im Arm halten zu können, …. ganz kuschelig und weich, …. ein kleines neues Leben.

 

 

Höflichkeit ist der Versuch, Menschenkenntnis durch gute Manieren zu mildern.                                                                                             

                                                                                             Jean Gabin