18.07. 2010


Unser Holder

geht auf Tour

 

Es ist Sonntag und ein deutscher Kollege hatte sich mit seiner Familie zu Besuch angesagt. Die beiden waren 1 Jahr vor uns nach Norwegen gekommen und haben sich ebenfalls ein Anwesen mit etwas mehr Land gekauft. Sie waren gespannt auf Espetveit und wollten sich außerdem Pferdeäpfel für ihren Nutzgarten mitnehmen.

 

Gesagt und getan. Hänger an den Holder gehängt und Ralf fuhr zur Pferdekoppel mit dem Gespann. Oben an der Koppel angekommen wurde der Holder am Hang abgestellt um den Zaun für die Durchfahrt zu öffnen.

 

Plötzlich sehen wir vom Weg aus, dass der Holder mit seinem Hänger sich allein den Berg runter bewegt. Ralf in einem Sprung rauf auf den Holder und im selben Moment aber wieder herunter. Die Geschichte nimmt ihren Lauf. Der Holder in voller Fahrt ohne Fahrer den Hang auf der Pferdekoppel runter Richtung Zaun. Hinter dem Zaun unser Teich mit 3,5 m Tiefe ,… na klasse.

 

Aber wie es das Schicksal will, fährt der Holder in seiner Alleinfahrt an den großen Steinen, die sich auf der Koppel befinden vorbei und mit Volldampf rein in den Zaun. Und siehe da, Zaun unser „ Freund und Helfer“ denkt mit und stoppt den Holder in seinem Bewegungsdrang. Der Wildzaun, den wir zum Abgrenzen der Koppeln gegen die Schafe verwenden, hatte sich fein säuberlich um die Vorderreifen gewickelt und das Ganze zum Stehen gebracht.

 

Man war das ein spannender Augenblick. Wir hatten schon den kleinen Traktor zusammen mit dem Hänger unserer Besucher im Teich versinken sehen. Das wäre sicher ein Spaß geworden.

 

„Gott sei Dank“ ist allen nicht viel passiert. Ralf als mutiger „Reiter“ hat sich wahrscheinlich eine deftige Prellung an der unteren Rippe Richtung Wirbelsäule zugezogen. Man sieht nicht viel, … aber man hört es.

Der Holder, unser mehr als 40 Jahre alter Weinbergtraktor, hat keinen Schaden genommen. Und auch der Gästeanhänger war robust genug um diesen Ausflug auf Ditterts Pferdekoppel gut zu überstehen.

 

Tja, Resümee des Ganzen. Auch ein Traktor hat sein Eigenleben und man sollte dieses nie unterschätzen. Manche Dinge sind sehr seltsam, denn der Holder hat seine Handbremse selbst gelöst, um diesen kleinen Ausflug zu unternehmen. In Zukunft werden wir mehr aufpassen müssen auf diesen kleinen Wicht und Sorgfalt und Kontrolle walten lassen um solche Überraschungen zu vermeiden.

 

Aber vielleicht war es ja der Holder nicht selbst und einer unserer Hoftrolle wollte uns ein wenig an der Nase herum führen. Man sagt ja hier in Norwegen, dass jeder Bauernhof seine Trolle hat, die den Menschen gut oder böse wollen und ab und zu auch für einen Schabernack zu haben sind.

Wer weiß, wer weiß !!!

  

Glücklich, wer mit den Verhältnissen bricht, ehe sie ihn gebrochen haben.

                                                                                                                                   Franz Liszt


  

 

10.07.2010


Unsere Lämmer ziehen um



 

Quetschi, Emil und Dreizehn haben Langeweile. Es ist nichts mehr los im Lammkindergarten und wenn man den Kinderschuhen langsam entwächst und jugendliche Treter tragen will fängt man an Unsinn zu machen. So stänkert Dreizehn ständig mit Quetschi und meint dass er nun alt genug ist um eine echte Freundin zu haben. Auch Emil hat keine Ruhe mehr vor ihm. Ständig mischt Dreizehn die Truppe auf und wenn keiner auf ihn reagiert, wird sich eben am Lammhaus ausgelassen. Ständig zuppelt er an den Schafglocken, welche außen am Lammhaus hängen. Auch einige Kanten und Ecken am Haus mussten seinem Knabberdrang genüge tun. Der Kindergarten ist einfach zu öde für die Drei geworden.

 

Also haben wir beschlossen neues Land zu erschließen und der Abenteuerlust unserer drei Waisenkinder freien Lauf zu lassen. Es geht auf die große Weide mit einem Bach, einem Teich, vielen Bäumen und Gestrüpp sowie einige größere Gruppen von Felsbrocken. Wenn da nicht das Lammherz höher schlägt.

 

So luden wir das Lammhaus auf die "Skuffer" des Traktors und hoch auf den Berg ging es. Das Haus war nun endlich auf der großen Weide und schon hatte die Abenteuerlust unsere tapferen drei Lämmchen verlassen. Erst die Wanderung des Milcheimers in Richtung Lammhaus konnte die Drei überzeugen, dass es an der Zeit ist den Sprung in die große weite Welt zu wagen. Die erste Reaktion der Drei war schnell zu ihrem Häuschen zu laufen, den Milcheimer leer zu trinken und dann husch ins Häuschen zum Mittagsschlaf. Der Drang in die Freiheit hatte Dreizehn, Emil und Querschi schnell wieder verlassen. Zuhause ist eben zu hause auch wenn es sich hierbei nur um ein Lammhaus handelt.

 

Nachdem wir alles lammausbruchssicher mit Zaun umgeben hatten, gingen wir mit Anouk und Ylva zum Baden aufs Plateau zu unserem See. Es war herrlich im Wasser. Das Wasser ist glasklar aber kalt. So wie immer waren wir ganz allein, keine Menschenseele da oben.

Unsere beiden Aussiemädchen lieben es auch zu baden, allerdings mehr als Nichtschwimmer. Es wird geplanscht und nach dem Wasser geschnappt, aber das Wasser darf nur bis zum Bauch gehen, ... wird es tiefer ziehen sich die beiden sofort zurück.

 

War ein herrlicher Tag heute. Wir hatten um die 25 Grad mit leichtem Wind, so richtig Sommerwetter, wie wir es aus Kinderzeiten kennen.

In Deutschland werden heute ja Höchstwerte bis zu 40 Grad mit hoher Luftfeuchtigkeit erwartet. Da können wir froh sein etwas weiter nördlicher zu wohnen. Diese Hitzeattacken braucht man nicht wirklich.  

 

Es sind nicht die kleinen Dinge im Leben, die zählen,

sonder der Sinn dafür, sie überhaupt wahr zu nehmen.

                                                                                                                     

                                                                                            Robert Maly


 

 

05.07. 2010 Der Urlaub ist vorbei 

 

So, nun ist es Anfang Juli und unser Urlaub ist vorbei.

Wir hatten phantastisches Wetter und somit alle Zeit der Welt, die notwendigen Dinge auf dem Hof zu richten. Der Zaun und auch unser Badesteg am Teich vor dem Haus sind fertig.

 

Hans und Hänschen sind auf ihrer eigenen Wiese im Tal vor dem Haus und fühlen sich dort sichtbar wohl. Ab und zu kommen sie an den Zaun und lassen sich kraulen und lauschen dann den Geschichten, die wir zu berichten haben.

 

Seit dem wir das Buch „Glennkill“ gelesen haben, wissen wir deutlich mehr über Schafe und können ihr Verhalten und ihre Bedürfnisse besser einschätzen. Wir können dieses Buch nur empfehlen.

 

Die Heuernte haben wir bei gutem Wetter einbringen können. Heute Vormittag haben wir das letzte Heu auf den Heuboden gebracht. Es war eine gute Ernte und unsere Maschinen wie Balkenmäher und Heuwender haben sich das erste Mal rentiert.

 

Nun werden wir den Maschenzaun noch richten und die Schafe können dann auf die abgeerntete Fläche. Unsere Schäfchen im Lammkindergarten haben begonnen Kraftfutter zu fressen und alle drei sind wohlgenährt. Aber Emil. Quetschi und Dreizehn bestehen nach wie vor auf ihre Milchration 2x am Tage. Die sollen sie auch bekommen, denn alle anderen Lämmer dürfen auch nach wie vor bei ihren Müttern trinken. Sagenhaft wie groß alle geworden sind.

 

Natürlich war unser Urlaub auch von der Fußball-WM geprägt. Einige Stunden hing Ralf vor dem Fernseher und bangte, schimpfte und jubelte. Nun stehen die 4 letzten Spiele an und dann ist es (endlich) vorbei. Als wir Anfang
Juni in Deutschland waren, hat Ralf sich natürlich auch eine Autofahne mitgebracht, die er hier auch stolz präsentiert.

 

Eine wichtige Informationen zu dieser Autofahne findet ihr am Ende dieses Tagebucheintrages. Diesen orientierenden Beitrag erhielten wir über E-Mail von Nicole.

 

Liane hat heute ihren ersten Dienst nach dem Urlaub und Ralf startet aufgrund seines neuen Arbeitsplanes erst morgen wieder mit der regulären Arbeit. Er hat nun nur noch eine 4-Tage-Arbeitswoche, was natürlich für uns alle eine tolle Sache ist. Ist aber auch notwendig, da wir gemerkt haben, dass wir doch einiges an Zeit mehr brauchen um auf dem Hof alles zu richten und in Ordnung zu halten.

 

Letztendlich sind wir ja nach Norwegen um mehr Zeit für uns zu haben und das gelingt uns nun mit der 4 Tage-Arbeitswoche viel besser.

 

Und nun der angekündigte Beitrag,.... etwas zum Schmunzeln. 

  

 

INFORMATIONSAUSGABE - STRASSENVERKEHRSAMT - JUNI 2010

In Deutschland hat sich die Qualität der Pkw- und Lkw-Fahrer deutlich verschlechtert. Aus diesem Grund hat das Straßenverkehrsamt ein neues System eingeführt um die schlechten Fahrer zu identifizieren.

Mit sofortiger Wirkung werden allen Fahrern, die sich im Straßenverkehr schlecht benehmen - unter anderem durch plötzliches Anhalten, zu dichtem Auffahren, Überholen an gefährlichen Stellen, Abbiegen ohne zu blinken, Drehen auf Hauptstraßen und rechts überholen - Fahnen ausgehändigt.

 Sie sind rot, mit einem schwarzen Streifen oben und einem gelben Streifen unten.


Dadurch sind sie für andere Verkehrsteilnehmer als unfähige Autofahrer zu identifizieren.
Diese Fahnen werden an der Autotür befestigt und müssen für alle anderen Verkehrsteilnehmer gut sichtbar sein.

Die Fahrer, die eine besonders schwache Leistung gezeigt haben, müssen je eine Fahne auf beiden Seiten ihres Autos befestigen, um auf ihre fehlende Fahrkunst und ihren Mangel an Intelligenz aufmerksam zu machen.

Bitte diese Information an andere Verkehrsteilnehmer weiterleiten, so dass alle die Bedeutung dieser Fahnen verstehen.