30.08. 2010

Paul wird gesund

 

Heute haben wir alle Schafe auf unsere Weide vor unserem Haus gebracht. Durch regelmäßigen Regen ist die Weide wieder saftig grün.

Es ging alles unkompliziert und unsere 3 Kindergartenlämmer waren wieder bei der ganzen Herde. Quetschi gefiel das mal wieder nicht, aber sie muss sich daran gewöhnen, dass es nicht nur Emil, Dreizehn und Paul in ihrem Leben geben wird.





Paul hat heute seinen ersten Tag wo er wieder auf 4 Beinen läuft.




Er humpelt zwar noch deutlich, aber wir hatten uns gestern entschlossen ihn mit in den Lammkindergarten auf Espetveit zu stellen.

 

Anfänglich hat er ständig nach seiner Mutter gerufen, dann jedoch den Kontakt zu den anderen 3 Lämmern gesucht und war auch die erste Nacht nicht im Schafstall. Er ist noch nicht so schnell auf seinen Beinen und so können wir nach wie vor die Blessuren auf seinem Rücken kremen und kontrollieren. Er zieht fleißig herum und man merkt ihm das früher Geschehene nicht an. Wir sind sicher dass er vollständig genesen wird.

 

Alle Hoffnungen sind naiv – aber wir leben von ihnen.

                                                                                                                               Primo Leri

 


  

26.08.2010

 

Biggi kehrt zurück

 

Heute sind es 3 ½ Wochen, dass wir Biggi aufgrund ihrer schweren Infektion mit offenen Wunden auf dem Rücken von ihrer Mutter, den Geschwistern und allen anderen Schafen trennen mussten.

 

Die Aussicht auf eine Genesung war zu Beginn nicht besonders hoffnungsvoll. Doch heute haben wir uns entschlossen sie zurück auf die Weide zu den anderen Schafen zu bringen. Die Wunden sind nach intensiver Pflege völlig ausgeheilt und man sieht bereits einen kleinen Pelz wachsen.

So sind wir mit ihr an der Hundeleine über die Pferdekoppel in Richtung Schafweide gezogen. Es ging völlig unkompliziert, denn inzwischen hatte sich Biggi durch die täglichen Spaziergänge an Halsband und Leine gewöhnt und sie folgte wie ein kleiner Hund bei Fuß.


Wir hatten großes Glück, denn die Schafherde war nur ca. 50m weg vom Zaun und graste in aller Ruhe. Auch Lisa, die Mutter von Biggi und unser einzigstes weißes Schaf, war mitten drin. Also hat Ralf Biggi über den Zaun gehoben und sie auf der anderen Seite abgesetzt. Erst wollte sie gar nicht fort doch als Liane sich in Bewegung setzte folgte sie ebenfalls. Und dann ging alles ganz schnell. Biggi fing an zu rufen und Lisa antwortete prompt. Sie hatte ihre kleine Tochter nicht vergessen und Biggi lief in voller Fahrt auf ihre Mutter zu. Nochmaliges Rufen und gegenseitiges Beschnuppern und schon war die Mutter-Kind Bande wieder geknüpft. Biggi hat sofort bei Lisa getrunken und anschließend zogen sie zusammen weiter und grasten gemütlich an einem Ort.


Uns war vielleicht ein Stein vom Herzen gefallen. Aber hier zeigt sich mal wieder was eine gute Schafmutter ist,... sie vergisst ihr Kind nie!

 

Nun steht Paul allein im Schafstall. Er bekam gestern die 2.Spritze mit Selen. Seine Wunden auf dem Rücken sind in guter Heilung und fast völlig geschlossen, aber die Lahmheit macht uns weiter Sorgen. Bislang ist keine Besserung zuerkennen.

 

Gib deinem Leben einen Traum und deinen Träumen ein Leben.

                                                                                                                    Fritz Detering


 

 

24.08.2010 Von Trokarstechern, Stechfliegen und anderen sonderlichen Dingen

 

Heute wollen wir über schwerwiegende Probleme und Krankheiten unserer Lämmer und unserem Kampf um ihr Überleben berichten.

 

Wir hatten ja schon hier und da beschrieben, dass unsere Lämmer mit einigen Überraschungen aufwarteten.

Beim Ablammen und in den ersten Tagen danach gab es die ersten Unwegsamheiten und im Sommer, wo man glaubt auf der Weide sei alles überstanden komme neue Überraschungen hinzu.

Wir gehen gedanklich nochmals zurueck und listen auf, was wir im Laufe der Zeit mit unseren Lämmern erlebt haben. 

 

Also der Reihe nach.

Am Anfang steht natürlich die Geburt. Es gibt die unmöglichsten Lagen, um auf die Welt zu kommen und ein Lamm mal eben mit dem Kaiserschnitt herauszuholen, wie beim Menschen, scheidet aus. Also ist Ruhe, Geduld, Können und ein wenig Glück, zuweilen regelrecht Kampf angesagt, um den Start in das neue Leben gelingen zu lassen.

Nomal wird ein Lamm aus vorderer vollkommener Fuss-Kopflage geboren. Beide Füsse führen und der Kopf liegt oben auf. Wir hatten mindestens die Hälfte aller Geburten aus unnormalen Lagen wie z. B. Steisslagen, reine Kopflagen, einseitige Fuss-Kopflagen und Varianten von diesen.  

 

Marthas Lämmchen wurde aus Steisslage mit einer Spaltbildung in der Bauchwand (Gastrochisis) geboren und starb wenige Stunden nach seiner Geburt. Eine Operation wäre nicht möglich gewesen und so mussten wir es gehen lassen.

Wir haben aber schon oft weitergemacht wo Tierärzte das Handtuch geschmissen haben und das mit Erfolg. Aber hier waren auch uns die Hände gebunden.

 

 

Ein kleines Mädchen von Stummels Drillingen wollte absolut nichts trinken. Auch die Flasche und vielfaches Anlegen half nichts. Es starb nach 2 Tagen.

 

Weiterhin mussten wir eines von den Drillingsmädchen von Alte gehen lassen. Es wurde nur 3 Tage alt. Eine Ursache für seinen Tod konnten wir nicht finden. 

 

Zwei andere Lämmer, Quetschi und Emil wurden von ihren  Müttern nicht angenommen und von uns mit der Flasche aufgezogen. Die Mütter, Alfa und Susi haben wir ca. 3 Wochen gemolken und die Milch gleich den Lämmern mit der Flasche verabreicht.

Übrigens haben wir die Schafsmilch selbst gekostet – sie schmeckt sehr gut, ist viel dicker und fettreicher als Kuhmilch und etwas süß.

 

Einem Lamm, unser Karl hatte sich kurz nach der Geburt ein Hinterbein gebrochen. Wir haben es liebevoll mit Untersuchungsspateln aus Holz, die man mittig längs anbrechen und in der Länge zurecht schneiden kann, geschient. Es hat sich toll damit zurechtgefunden und ist mittlerweile ein kräftiger kleiner Bock. Die Schienung haben wir übrigens wöchentlich gewechselt und nach drei Wochen ganz entfernt.

 

Seinen Bruder Fritz fanden wir im Alter von nur 6 Wochen tot auf der Weide. Äußerlich war keine Ursache für seinen Tod zu erkennen.

 

Aber das waren noch nicht alle Probleme.

Manchmal fressen die Lämmer zu viel oder auch falsche Sachen, wie zum Beispiel Rhododendron. Dann gibt es mehr oder weniger Krämpfe bzw. Darmkoliken. Das kann glimpflich ausgehen, manchmal aber auch lebensgefährlich sein. Unser kleiner Emil bekam die Macht der Pansengährung zu spüren. Er lag plötzlich auf der rechten Seite, hatte Schaum vorm Maul und atmete in kurzen schnellen Zügen. Er hechelte wie ein Hund der lange gerannt war. Sein Bauch war hart und prall wie ein Fußball. … und er schrie zum Herz erweichen. Wir glaubten, dass ist sein Ende.

Wir suchten in unserer Apotheke nach Medikamenten, die wir verwenden konnten und spritzten ihm ein krampflösendes Mittel . Zusätzlich bekam er eine Flüssigkeitsinfusion unter die Haut. In unserer Verzweiflung dachte Ralf an unseren ehrwürdigen Anatomielehrer Helmke Schierhorn, der in einer seiner Vorlesungen von Trokarstechern erzählt hatte. Einer alten Tradition zur Abhilfe von lebensgefährlichen Gärungsprozessen im Pansen von Wiederkäuern. Ralf dachte nur noch abstrakt, was bedeutet links oben ist der Pansen und weiter hinten die Milz. Also mal richtig klopfen (perkutieren) und dann rein mit einer großen Nadel. Wir benutzten eine große Doppelkanüle für Infusionsflaschen, welche man zum Mischen für Infusionslösungen nimmt. Die hat keinen scharfen Schliff und man stanzt kein Loch in den Pansen. Ein Loch im Pansen würde eine Bauchfellentzündung erzeugen und dann wäre alle heroische Pansenstecherei für die Katz, das Tier müsste sterben. Schnell etwas lokale Betäubung und rein den Trokar. Bei Emil machte es pssssssss.....und er war entlastet. Emil konnte wieder atmen, kam den Tag über in den „Iso“ im Schafstall und wurde bei Nulldiät gehalten. In kurzen Abständen wenige ml Wasser mit einer kleinen Spritze in den Mund appliziert , damit er genügend Flüssigkeit hat. Am Abend war er wieder fit und konnte zu Quetschi und Dreizehn in den Kindergarten auf die Weide vor dem Haus.

 

Ralf war stolz, dachte nochmals an unseren verstorben und sehr verehrten Anatomielehrer. Helmke Schierhorn war ein Mensch, der die Dinge so darbieten konnte, dass man sie nie wieder vergaß und so hatte er indirekt sogar einem Lammbock geholfen.

 

In der Muttermilch ist ja alles Lebenswichtige vorhanden, in der Ersatzmilch (Trockenmilchpulver aus dem Sack) fehlt wohl Einiges, vor allem teure Spurenelemente. Unter anderem fehlt Selen, ein sehr wichtiges Spurenelement. Die Lämmer fangen bei Selenmangel zuerst an zu hinken, werden immer schwächer, können zum Schluss nicht einmal mehr saugen und bekommen Streckkrämpfe. Das waren unsere Beobachtungen.

Wir waren mit Anouk und Ylva beim jährlichen Impfen und so berichtetet wir dem Tierarzt, der in Deutschland studiert hatte von unserem Problem mit Quetschi und Dreizehn. Er wusste auf Anhieb was fehlt: „Selen“.

Also haben wir Selen besorgt und auch hier half der Zufall und unsere Penetranz. Der kommunale Tierarzt hatte glücklicherweise die Restbestände an Selen von ganz Südnorwegen aufgekauft. Irgendjemand von den oberschlauen Wissenschaftlern soll festgestellt haben, das die Substitution nichts bringt und unrentabel ist. Somit wurde die Produktion und der Import in Norwegen eingestellt. Es sind ja „nur“ Tiere, die sterben müssen. Eine ganz normal eingeplante Ausfallquote eben.

 

Wir akzeptieren das nicht und geben den Tieren, was sie brauchen, auch wenn die Behandlung den Verkaufswert der Lämmer übersteigt. Glücklicherweise müssen wir nicht von ihnen leben und leisten es uns, unseren Tieren zu helfen, wann immer es möglich und vernünftig ist.

 

Unsere Lämmer Quetschi und Dreizehn sind wieder fit. Sie bekamen im Abstand von 2 Tagen 2ml „Tocoselenit“ unter die Nackenhaut gespritzt. Nach insgesamt 6 Tagen waren alle Symptome verschwunden und Quetschi als auch Dreizehn waren wieder glückliche Schäfchen und gehen wieder zusammen mit ihrem Kindergartenkumpel Emil zusammen auf Weidetour.

 

Ein anderes großes Problem bereiteten Stechfliegen. Sie quälen nicht nur die Lämmer durch ihre bloße Anwesenheit, sondern legen rund um den Popo ihre Eier ab aus denen dann tausende Maden schlüpfen und sich im Fell auf den Weg machen. Zum Schluss bauen sie Gänge in der Haut und verspeisen die Lämmer bei lebendigem Leibe. Der üble Geruch lockt weitere Fliegen an und der Teufelskreis ist geschlossen. In unserer Herde hat es 2 Lämmer erwischt, Biggi und Paul. Wir mussten sie scheren, baden, desinfizieren und cremen. Bei Paul wurden die Maden einzeln aus der Haut gezogen und zwar mehrmals. Die ganze Prozedur am Anfang 2 x täglich, inklusive Antibiotikainjektionen. Die Lämmer hatten doppelt Handflächen große, sezernierende Wunden rund um den After bis zur Rückenmitte reichend und auch auf beide Hinterbeine übergehend. Die gesamte oberflächliche Hautschicht hatte sich abgelöst und am Anfang floss reichlich Eiter. Nachdem die Frühphase der Erkrankung beherrscht war, bildete sich langsam neue Haut, die glücklicherweise ihre Fähigkeit zur Fellbildung nicht eingebüßt hatte.

Eine kleine Gemeinheit kam bei unserem Böckchen Paul noch hinzu. Durch den Stress mit der Infektion wurde auch bei ihm ein latenter Selenmangel krankheitswirksam. Er fing an, mit dem Hinterlauf zu hinken und bekam Krämpfe. Glücklicherweise waren wir mittlerweile mit dem Problem vertraut. Also auf zum Tierarzt (60km) und Selen besorgt. Paul wird es schaffen. Er ist ein stattlicher Bock – Einzelkind der Supermama Flecki, die ihn sehr vermisst.

 

Unsere beiden „madenkranken“ Lämmchen stehen isoliert auf einer extra eingezäunten Weide, gleich neben dem Lammkindergarten. Sie kommen abends in den Stall zur Visite. Da wir alles genau angeschaut und die Extremitäten werden durch bewegt und die Haut gecremt. Biggi hat inzwischen wieder samtartiges Fell an den ehemals befallenen infizierten Stellen Die Lämmer bekommen extra Kraftfutter und ein warmes Bett im Stroh.

 

Unsere beiden Mini Aussie Ylva und Anouk sind immer mit dabei und passen lieb auf ihre Freunde auf.

 

Die beste Informationsquelle sind Leute, die versprochen haben, nichts weiterzusagen.

                                                                                                                        Marcel Mart


 

 

 

14.08.2010


Biggi und Paul


sind ein

 

 eigenes Team

 

 

 

Anfang August nahmen wir uns ein paar Tage Auszeit.

Unsere „Schneegänse“, die auf Besuch eingeflogen sind, übernahmen den Hof. Nicole und Stephan wollten gerne mal Hobbybauer in eigener Verantwortung sein, so dass wir fast sorglos nach Deutschland reisten.

 

Doch nur wenige Tage nachdem wir Biggi von ihren Plagegeistern befreit hatten kam die nächste Hiobsbotschaft.


Stephan hatte ein weiteres Lamm mit Madenbefall entdeckt.

 

Unser Paul, ein sehr kräftiger Lammbock hatte ebenfalls das ganze Hinterteil voll mit Maden. So konnten die Schneegänse zeigen was in ihnen steckt, denn wir waren ja auf Tour. Madenzupfen, rasieren, waschen, desinfizieren und salben stand täglich auf dem Programm. Sie hatten nicht nur Biggi zu waschen und zu salben sondern auch Paul brauchte ihre Hilfe.


Einen Tag später holten sie auch Dreizehn in den Stall. Da dieser aufgrund von Durchfall voll mit Fliegeneiern war. Auch er wurde gewaschen und desinfiziert und konnte aber einen Tag später die Pflegestation schon wieder verlassen und mit den anderen im Lammkindergarten rumziehen. Er hatte keinen Schaden genommen sondern es war lediglich ein hygienisches Problem, welches schnell mit einem Bad zu lösen war.

 

Inzwischen sind wir wieder zu Hause und allen geht es Dank der Arbeit und guten Pflege durch die „Schneegänse“ wieder gut.



Unsere Biggi hat fast vollständig eine „neue“ Haut auf der ehemaligen Wundfläche bekommen und man sieht, zwar dürftig, aber deutlich, feines Haar wachsen. Sie hat es glücklich überstanden und kann sobald das Fell dicht genug ist, wieder zu ihrer Familie auf die Weide zurück.


Bei Paul sind noch ein paar Pflegetage notwendig bis er zu seiner Mutter Flecki zurück kann.

 

Übrigens geht es Quetschi und Dreizehn bezüglich ihrer Lahmheit viel, viel besser. Quetschi humpelt noch ein wenig und bei Dreizehn ist alles ausgeheilt. Die Selen-Vit E-Gabe hat wirklich Wunder getan.

 

Morgen wollen wir alle Schafe in den Ferch treiben und jedes einzelne ansehen und gründlich untersuchen um vielleicht weiteren Schäden vorzubeugen. Warum wir in diesem Jahr 3 Lämmchen mit diesem Madenbefall haben, wissen wir nicht. Alle sind geimpft, stehen auf der gleichen Weidefläche und bekommen das gleiche Kraftfutter. Die Weide ist gepflegt und sauber. Wir können es uns nicht erklären.

 

 

Chancen präsentieren sich uns mit Vorliebe in der Maske von Unannehm-lichkeiten.                                                                                                                                                                     

 


05.08.2010 Quetschi, Dreizehn und Biggi sind erkrankt

 

Nun sind unserer Lämmer schon 3 Monate alt und sind zu prächtigen, rundlichen Schäfchen herangewachsen. Alle Schafsmütter haben sich liebevoll um ihren Nachwuchs gekümmert und eine Jede kann stolz sein auf sich und ihr Kind.

 

Aber leider haben wir zur Zeit gesundheitliche Probleme mit Quetschi, Dreizehn und Biggi.

 

Quetschi hat vor ca. 4 Wochen begonnen mit dem linken Vorderfuß zu lahmen. Wir dachten anfänglich, dass sie sich nur vertreten hat und hofften, dass sich diese kleine Einschränkung von selbst wieder gibt. Vor ca. 14 Tagen wechselte sie ihre Lahmheit auf den rechten Hinterlauf und sie ist zunehmend beeinträchtigt dadurch. Sie kann nur kurze Strecken laufen und legt sich selbst beim Grasen ab. Längeres Stehen oder Laufen ist ein großes Problem für sie. Unsere Untersuchungen haben jedoch keine Erklärung gebracht. Sie reagiert nicht bei Passivbewegungen, alle Gelenke sind frei beweglich und sie zeigt keine Schmerzreaktion. 

Nach einigem Stöbern waren wir dann darauf gekommen, dass es eventuell mit einem Selenmangel zusammenhängen kann. Es ist bei Lämmern und Kälbern eine „Lahmheit“ beschrieben, die daraus resultieren kann.

Also mit dem Tierarzt telefoniert und ein Selen-Vit E-Präparat aus der Apotheke geholt und appliziert. Angeblich soll nach spätestens 2 Tagen eine deutliche Besserung eintreten,…. Aber noch sehen wir nichts und es sind nun schon fast 3 Tage vorbei.

 

Dreizehn hat vor 5 Tagen ebenfalls mit dem Hinken am Vorderlauf begonnen und da beide zusammen mit Emil im Lammkindergarten stehen, bekam Dreizehn auch gleich sein Selen-Präparat gespritzt. Nun warten wir natürlich sehnsüchtig auf Besserung für beide.

 

Emil zeigt keine Symptome und wir hoffen mal dass es auch so bleibt.

 

Biggi, eines unserer Drillingsmädchen von Lisa, mussten wir aus der Herde nehmen und von ihren Geschwistern und der Mutter trennen. Sie hatte eine infizierte Wunde auf dem Rücken an der Fliegen ihre Eier abgelegt hatten und die geschlüpften Maden sich an den „gedeckten Tisch“ setzten. Ausgangspunkt könnte eine Risswunde sein, die sich am Zaun oder an einem Ast geholt hat, … wir wissen es nicht genau.

So haben wir Biggi, übrigens ein ganz süßes Lammmädchen, geschoren, gewaschen, desinfiziert und gesalbt. Diese Prozedur muss nun täglich erfolgen um das tote Gewebe entfernen zu können und den Fliegen den „gedeckten Tisch“ zu verwehren. Biggi steht allerdings allein im Schafstall was sie natürlich nicht akzeptiert. Sie ruft sehr oft nach ihrer Herde und freut sich jedes Mal, wenn einer zu ihr kommt.

Wir halten den Stall geschlossen, so dass  weniger Fliegen in den Stall kommen. Draußen hätte Biggi keine Chance und würde bei lebendigem Leibe von den Insekten und ihren Nachkommen verspeist werden,… tja so grausam kann die Natur auch sein.


Nun tun wir unser Bestes für die Kleine, hoffen dass unsere Prozedur hilfreich ist und wir sie irgendwann wieder zu den anderen nach draußen lassen können. Doch erst müssen alle Wunden geschlossen sein und das Fell muss eine schützende Schicht aufgebaut haben, sonst geht es nicht.

Ohne Fell ist sie allen natürlichen Einflüssen ohne Schutz ausgesetzt und kann nicht überleben.

 

Warum müssen ausgerechnet die unangenehmsten Menschen so langlebig sein?

                                                                                                                      Orson Welles