Gute Freunde

 

Nach dem Weihnachtsfest gab es Besuch von alten Freunden.

Ina, Sindy und Matze hatten den Weg zum Ende des Jahres erneut nach Espetveit gefunden.

 

Ina kam mit dem Flieger aus Deutschland.

Sindy und Matze waren auf Urlaubstour in der Telemark um den norwegischen Schnee unter den Langlaufski zu spüren.

Leider war das Wetter nicht so wie Außenstehende den nordischen Winter erwarten. Wenige Grade über Null, Regen und ein eisiger Wind machten es draußen so richtig ungemütlich.

Dennoch ließen wir uns von gemeinsamen Spaziergängen nicht abhalten. Unsere drei Hundemädchen wollten ihre täglich Tour und so wanderten wir alle gemeinsam durch den Wald, zum See und hoch zur Mosseby- Hütte .

Das Wetter hatte Espetveit auf Plätzen und Wegen zu einer einzigen Eisbahn werden lassen, so dass wir alle unsere “Brodder” unter die Stiefel schnallten um uns überhaupt aufrecht halten zu können.

Einen gemeinsamen Arbeitseinsatz gab es ebenfalls. Das Tauwetter hatte den Schnee von den Dächern rutschen lassen und so lag längst der Seite des Holzlagers vom Schafstall eine hohe Schneekante, die es fast unmöglich machte weiter das Holz für den Ofen in der Stube, zu holen.

An entsprechendem Werkzeug mangelte es nicht und so bewaffneten wir uns alle mit Schaufel, und Pickhacke um den Weg vor dem Holzlager wieder frei zu bekommen. Mit vier Leuten an der Front war die Arbeit schnell getan. Nun ist es wieder ungefährlich sich eine warme Stube zu bereiten.

 

Gemeinsam gekocht und genüsslich gespeist und so rutschten wir gemeinsam in das Neue Jahr !!!

Mit guten Wünschen für Jeden von uns begrüssten wir 2019. Jetzt kann man(n)/Frau nur hoffen, dass die guten Wünsche sich erfüllen und 2019 für uns alle voller guter Dinge steckt. Wir alle können es gebrauchen, ... ein gutes, ein besseres Jahr.

 

 

Mit 2019 erreichte uns auch der Alltag wieder.

Der Besuch verschwand und wir Espetveit-Mädchen kehrten zurück in unser normales neues Leben.

Ina, Sindy und Matze haben uns wohl getan und es zeigte sich erneut, wie gut es ist, wenn man Freunde hat, auf die man sich verlassen kann.

 

Kurz bevor das Jahr endet, findet eine Reinigung der Energien statt,

Dinge sortieren sich neu, Menschen kommen und gehen,

alter Schmerz erwacht.

Bleib ruhig und hab Geduld mit dir.

Eine neue Ordnung wird sich einstellen !

 

Bahar Yilmaz

Ein Freund ist der,

der dein Lächeln sieht und trotzdem spürt,

dass deine Seele weint.

 

2013 Simone und Dietmar mit Neele, Thyra und Anouk
2013 Simone und Dietmar mit Neele, Thyra und Anouk

 

Simone und Dietmar aus Hessen hatten sich vor ein paar Monaten angesagt.

 

Einerseits wollten sie gerne nochmals auf Espetveit verweilen, bevor unser kleines Paradies Vergangenheit ist und zum Anderen haben sie ihre Hilfe bei den anfallenden Arbeiten hier auf Espetveit angeboten.

 

Seit vielen Jahren sind wir miteinander befreundet.

 

2013, als wir auf Svalbard unseren Urlaub verbrachten, hüteten sie unsere Tier und den Hof. 

 

 

 

 

 

Endlich, Ende Juli trafen sie hier ein und verbrachten eine Woche auf unserem Hof.

 

 

 

 

 

Neele und Thyra kannten die zwei Hessen ja bereits von 2013. Sola war „Neuling“ und zog sie jedoch schnell in ihren Bann.

 

Durch ihr blaues „Strahleauge“ wirkt sie etwas mystisch und anziehend zu gleich. Wenn man Sola erlebt hat, kann man sie aus seinen Gedanken nicht mehr streichen. Aber genug vom Träumen und zurück in die Realität. 

 

 

 

Wir hatten eine  to-do-Liste erstellt mit dem,  was wir gemeinsam erledigen wollten.

 

Da war z.B. die große Futterraufe der Pferde, die abgebaut und weg gestellt werden musste.

 

 

 

Da die Pferde nicht mehr sind, muss die Raufe nicht mehr den Wetterschwankungen ausgesetzt werden.

 

 

Also machten wir uns gemeinsam ans Werk und schnell war die Raufe in ihre Einzelteile zerlegt, gesäubert und weg geräumt. 

 

 

 

 

 

 

 

Ebenso geschah es mit einer der zwei Futterraufen für die Schafe. 

 

 

 

 

 

 

Da der Sommer sehr trocken ist und nicht genügend Gras auf den Wiesen nach wächst, gebrauchen wir eine von den Raufen um den Schafen zusätzlich Heu zu füttern.

 

 

Unser Rasenmäher war seit 2 Jahre im Gebrauch ohne, dass er auch nur ein einziges Mal gewartet wurde. Er tuckert praktisch „aus dem letzten Loch“. Hier konnte Dietmar sein handwerklich-technisches Geschick beweisen. Jetzt läuft der „Grasfresser“ wieder problemlos auf Hochtouren.

 

 

 

 

Außen am Haus haben wir einen Wasserhahn, der ein Ventil enthält, was es ermöglicht auch im Winter Wasser zu nehmen. In all den Jahren hat er prima funktioniert.

 

 

 

In den letzten 2 Jahren jedoch, war es kaum möglich ihn so zu schließen, dass es nicht mehr tropft.

Ralf meinte nur, dann soll er eben tropfen und fertig. Er hatte keine Lust, daran etwas zu verändern.

Nur gut, dass nicht alle diese Einstellung haben.

 

Dank Dietmars Scharfsinn und Können lässt der Hahn sich nun wieder schließen ohne dass ein Tropfen nachläuft.

 

 

Zwei große Hauptarbeiten standen noch auf der Liste.

Wie in einem Bericht im Juli erwähnt, hatten die Schafe den Zaun auf der Herrenweide runter gedrückt. Dieser sollte nun mit der Hilfe der beiden Hessen neu gestellt werden. Doch wir mussten von diesem Einsatz Abstand nehmen. Aufgrund des „Jahrhundert-Sommers“ ist der Boden völlig ausgetrocknet und jeder neu eingeschlagene Zaunpfeiler findet nicht den notwendigen Halt im Boden. Die Herrenweide liegt auf steinig-felsigem Untergrund, so dass die Pfähle auch nicht tief genug geschlagen werden können. Somit bieten sie keinen ausreichenden Widerstand um dem Druck der Schafe stand zu halten.

Das Projekt mussten wir einfach fallen lassen.

 

Auch wollten wir den „Schafmüll“, der sich in den letzten Tagen der Schafe im Stall gesammelt hatte, verbrennen.

 

Normalerweise können wir das noch im Mai erledigen.

In diesem Jahr stehen die gesammelten Säcke noch immer im Stall.

 

Der Jahrhundert-Sommer hat auch hier Grenzen gesteckt. Seit Ende April hatten wir keinen ausreichenden Regen mehr, so dass die Landschaft ausgedörrt ist. Der kleinste Funke würde einen Brand in gang setzten, dem man wahrscheinlich nicht Herr werden würde.

 

 

Also wurde  auch das Projekt verschoben.

 

 

 

 

 

 

 

Dafür hat Dietmar unseren Hof in einen Schloßhof verwandelt. 

 

 

 

 

 

 

Der Rasen, welcher von der Seite auf den Weg wächst, hat einen exakt gezogene Begrenzung bekommen. All das, was darüber hinaus wuchs, ist verschwunden.

 

Jetzt gleicht unser Hof einer zertifizierten Ausstellung und wir müssen uns anstrengen,  diese vorgegebene Maß auch weiterhin aufrecht zu erhalten. 

 

 

Es sieht toll aus und würde unser Hof jetzt zum Verkauf anstehen, hätten wir sicher bewundernde und anerkennende Blicke auf uns gezogen. 

 

Jeder Gärtnereibetrieb wäre stolz, so eine Auffahrt zu haben. 

Und nicht nur unser Bauer weiß, wovon ich spreche.  :-) 

 

 

Aber wir haben nicht nur gearbeitet.

 

Spaziergänge quer durch den Wald, zum Lauvsjön und Stemmvann , hoch zur Hütte und zum Rypehei lockerten den „Arbeitsalltag“ auf. 

 

 

Simone bei ihrer Lieblingsbeschäftigung, ... Hunde kraulen und verwöhnen.
Simone bei ihrer Lieblingsbeschäftigung, ... Hunde kraulen und verwöhnen.

 

 

Simone verwöhnte Leib und Seele von "Mensch und Tier"  mit ihrem fürsorglichen Einsatz, so dass es allen von Kopf bis Fuß gut ging.

 

 

 

 

 

 

 

 

Jeden Abend saßen wir zusammen nach einem guten Essen und ließen den Tag bei Wein und langen Gesprächen ausklingen.

 

 

 

 

 

Wir diskutierten die Vergangenheit und Gegenwart ... und machten Pläne für die Zukunft.

 

Und es ist wie eben immer, alles hat seine Zeit.

 

 

Nach knapp einer Woche hier auf Espetveit, nahmen Simone und Dietmar mit Elch- und Rentierbraten im Gepäck die Morgenfähre zurück in Richtung Deutschland. 

 

 

 

Tausend Dank an die Zwei für ihre Hilfe und die gemeinsamen schönen Stunden.

 

 

Kurzurlaub auf Espetveit

 

12.06.2018 – 17.06.2018

 

Liane hatte bereits im Januar eine Kongressreise geplant . Allerdings war aufgrund familiärer Problemen keine Vertretung für diese Zeit in Aussicht.

Was nun?

 

 

Schnell einen Rundruf gestartet und mit Spannung auf die Rückmeldung gewartet.

 

Per und Thekla unsere Freunde von der Hütte, die oben an der Grenze zu unserer Weide steht, standen auf halb Acht falls sich Niemand finden sollte, der so kurzfristig nach Espetveit kommen konnte.

 

Doch 10 Tage vor der geplanten Reise sagten Freunde aus der Pfalz zu um auf die Schafe und Lämmer und unsere Hundemädchen aufzupassen.

 

Die gemeinsame Zeit beschränkte sich auf nur wenige Stunden. Schnell eine kurze Übergabe am Morgen und Liane verschwand in Richtung Flughafen.

Kirsten, Juliane und Dietmar traten bereits den Heimweg nur 6 Tage später wieder an , ohne dass wir uns noch mal sehen konnten.

Am Sonntag hatte Per dann die Aufsicht über den Hof und unser Getier übernommen. Als Liane dann am Sonntagabend zurück nach Espetveit kam, freuten sich Neele, Thyra und Sola riesig. Alle waren gesund und munter und es konnte der Alltag seinen Lauf nehmen.

 

Das Erlebte mit einem unserer Lämmchen hier auf Espetveit haben die drei Hobbybauer in einem Tagebuch zusammen gefasst.

 

 

 

Tausend Dank den drei Ferngereisten für ihren so kurzfristig einberufenen Bauernhofeinsatz. 

 

Gut, dass man Freunde hat !!! 

 

 

Johanna und Daniel

 

Auf unserem Hof ist immer etwas zu tun. Egal ob Winter oder Sommer fordert die Natur uns heraus.

 

 

Da Ralf zur Zeit aufgrund familiärer Probleme mit seiner Abwesenheit glänzt, steht Liane ganz allein da mit Hof und Getier.

 

Johanna und Daniel hatten sich schnell entschlossen, hier zu helfen.

 

Geplant waren eigentlich 3 Tage aber wenn man von Dritten abhängig ist, kann da schon mal was dazwischen kommen. KLM hatte kurzfristig den Hinflug ausfallen lassen, so dass es wirklich nur ein Kurztripp für die Zwei wurde.

 

Dennoch hatten wir ausreichend Zeit die TO DO-Liste abzuarbeiten und am Abend gemütlich beieinander zu sitzen.

Wichtige Familienangelegenheiten wurden besprochen und als die zwei Rheinhessen am Sonntagabend wieder den Heimflug antraten, waren einige Fragen geklärt und ein Plan für die Zukunft erstellt.

 

 

 

Dank an meine beiden Großen.

Sie waren mir eine wirkliche Hilfe, … so und so.

"Alle Jahre wieder, ...  Ina 

 

  

 

Ina kennt inzwischen sehr gut das Treiben hier auf dem Hof. In jedem (fast) Jahr besucht sie uns zur Lammzeit.

 

 

Es war viel zu tun, da Ralf sich nicht länger berufen fühlt für die Schafe zu sorgen. Er macht jetzt mehr sein Ding und passt auf andere auf. 

 

 

 

 

 

 

Egal, die Arbeit muss gestemmt werden und so war es phantastisch, dass Ina zur Stelle war. 

 

 

 

 

 

 

Gemeinsam gefüttert, Lämmer bekommen, Nachtwache geschoben, Boxen gereinigt und den Neugeborenen den Start ins Leben zu erleichtern war unser täglich Brot.

 

Inzwischen hat Ina ihr „geburtshilfliches Praktikum“ erfolgreich absolviert und konnte so manche Lammgeburt selbständig leiten, überwachen und falls notwendig entsprechende Hilfe geben. 

 

Zu der normalen Geburtshilfe kam unser Sorgenkind Kim hinzu. Sie hatte sich wohl einen Infektion im Zusammenhang mit der Geburt ihrer Zwillinge eingefangen und bedurfte einer Intensivpflege. Spritzen, füttern, Wasser reichen, umlagern, Box säubern , Lämmer zurück in die Box bringen und ans Euter legen… ein 24-Stunden Job.

 

 

Das Wetter war fast noch winterlich, aber durch die viele Arbeit im Stall, viel das kaum ins Gewicht. 

 

 

 

 

Unsere drei Mini Aussies holten sich ihre Streicheleinheiten und die Spaziergänge machten auch mehr Spaß mit zwei Zweibeinern.

 

 

 

 

Ina hat ein glückliches Händchen, was Blumenpflege betrifft. Und so hauchte sie den Blumenkästen außen am Haus wie in jedem Jahr neues Leben ein.

 

Viel Zeit zum Herumsitzen blieb uns nicht. Die Tage und die Nächte waren geprägt durch das Geschehen im Schafstall. Zeit zum Müßiggang hatten wir nicht.

 

Und wenn viel zu tun ist, verfliegen die Stunden schnell. Die eine Woche war wie nichts vorbei.

 

 

Das Flugzeug von Kristiansand mit Zwischen-Stopp in Amsterdam brachte Ina wieder zurück nach Deutschland. 

 

 

 

Und leider ist es so, dass die gemeinsame Lammzeit nicht mehr wieder kommt.

 

 

Auf Ralf sein Bestreben wird die gesamte Herde im Herbst zur Schlachterei geschickt. Er hat jetzt „Lust auf mehr“, auf ein anderes, weniger anstrengendes Leben.