Alle Jahre wieder

 

Dietmar ist ein langjähriger Freund und kommt jedes Jahr im September zu uns um den Hof für ein paar Tage zu übernehmen.

 

 

Während dieser Zeit fahren wir nach Deutschland zu unserem jährlichen Seminargruppentreffen.

 

In diesem Jahr waren es ein paar Tage mehr wo er die Verantwortung für unseren Hof samt seinem Getier übernahm. Kirsten, die wir ebenfalls seit vielen Jahren kenne, leistete ihm diesen September für ein paar Tage Gesellschaft auf dem Hof.

Leider hatten die zwei es nicht so gut getroffen mit dem Wetter. Fast jeden Tag öffnete der Himmel seine Pforten über Espetveit.

Nun gut die tägliche Arbeit mit Schafen und Pferden füllten den Tag neben ein paar Mußestunden dennoch aus.

 

Wir sind sehr froh und dankbar, dass sich Dietmar jedes Jahr wieder auf den Weg zu uns macht. Ohne ihn wäre es ganz schön schwierig für uns, eine Vertretung für den Hof zu finden. Jedenfalls ging auch in diesem Jahr alles gut. Bei unserer Rückkehr waren Menschen und Tiere wohl auf.

 

 

 

 

 

 

Die Familie

 

ist die kleinste Zelle der Gesellschaft.

 

 

 

v.l. :Jack, Lucy, Tom, Marita, Ralf, Rene, Debby
v.l. :Jack, Lucy, Tom, Marita, Ralf, Rene, Debby

 

Sie beruht auf der für das Leben geschlossenen Ehe

 

und auf den besonders engen Bindungen,

 

die sich aus den Gefühlsbeziehungen

 

zwischen Mann und Frau

 

 

und den Beziehungen gegenseitiger 

 

Liebe, Achtung und gegenseitigen Vertrauens 

 

zwischen allen Familienmitgliedern ergeben. 

 

(Auszug aus dem Familiengesetzbuch der Deutschen Demokratischen Republik 1965)

 

  

Ja, genau das ist sie, die Familie und das spürt man, wenn ein Teil des Familien-Clans aus der Börde zu Besuch ist.


René und Marita hatten sich bereits im Januar entschlossen uns wieder mit Kindern und dieses Mal auch Kindeskindern zu besuchen.


Kurz vor Reisetermin trat Lucy noch der „Reisegesellschaft“ bei. 

 

So trafen Anfang August, Marita, René, Debby, Tom, Ida, Jack und Lucy bei uns ein. Viele Familien „schrumpfen“. Unsere Familie wächst.


Alles in allem waren 10 Tage geplant, vollgepackt mit Unternehmergeist. Natürlich war das „Hallo“ groß, als endlich die Autos am Nachmittag vor unserem Tor standen.  

Debby, die mit Tom und ihrer gemeinsamen Tochter Ida, eine eigene kleine“Zelle“ gegründet hat, saß die gesamte Strecke bis zu uns allein hinter dem Steuer.

 

Tom hatte sich kurz vorher operieren lassen müssen und sein rechtes Bein war nicht zu gebrauchen. Er war auf eine Krücke angewiesen. 



Lucy, Jacks Freundin, die noch schnelle auf den „fahrenden Zug“ aufgesprungen war, konnte es gar nicht fassen, dass wir da draußen mitten im Wald unser zu Hause haben. 

 

Aber es war wie immer, die Tage vergingen wie im Flug.

Der erste „Espetveit-Tag“ war ein Regentag. Auch gut, nach der anstrengenden Anfahrt vom Vortag war einfach „chillen“ angesagt. 

 

Doch dann hatte der Wettergott ein Einsehen und die ganze Truppe war jeden Tag unterwegs.

Rafting, "Klatreskogen", Reiårsfossen, Dyreparken, Kristiansand und der weiße Sandstrand von Mandal wurden erkundet und als gut befunden. Unser Lagerfeuer am Abend mit Stockbrot und Grillwürstchen war für uns alle ein einfacher aber besonderer Abend.   

  

Jeden Tag saßen wir zu Neunt am Frühstückstisch und am Abend schlossen wir den Tag mit einem guten Essen.


Tja und wie das so ist, wenn die Tage vollgepackt sind , haben sie keine 24 Stunden,... jedenfalls kam es uns so vor. Ruck zuck war die Zeit vorüber.

 

Nach etwas mehr als 1 Woche nahm unser „Bördefamilie“ die Morgenfähre von Kristiansand und reiste wieder in Richtung Süden.  


Es war toll einen Teil unseres Familien-Clans

bei uns zu haben.

Was lange währt wird gut!

 

Eve und Ernst trauten sich endlich raus aus dem Zellertal in Rheinland-Pfalz.

 

Wir haben mehrere Jahre daran „gearbeitet“ um die beiden Zellertaler zu überzeugen  doch mal Norwegen als ihr Urlaubsziel anzupeilen und uns auf ihrem Trip durch die nordischen Gefilde auf Espetveit zu besuchen.

 

Lange hat es „geköchelt“ und nun war es endlich soweit. Die beiden Zellertaler wagten sich hoch in den Norden zu reisen.

 

Die Freude war groß als sie im Juni endlich vor unserem Tor standen und wir ihnen unser Espetveit zeigen konnten. Wir hatten viel darüber gesprochen und dennoch bleiben Augen und Ohren offen stehen als sie unser kleines/großes Paradies sehen konnten. Tja, da wo wir vorher wohnten und da im Zellertal hat man von Weite eine andere Vorstellung. Hier haben wir wirklich Weite und Ruhe im Überfluss, fern ab von aller Hektik und Zivilisation. 

 

Jedenfalls haben wir herrliche Tage miteinander verbracht.

Eine kleine Auswahl des Erlebten findet ihr in den Bildern, die wir auszugsweise in der folgenden Bildergalerie zusammengestellt haben.

 

Unsere zwei Zellertaler waren völlig unkompliziert in ihrem Dasein. Besuch, nein wirklich Besuch waren sie nicht. Sie gehörten einfach in den Ablauf auf Espetveit dazu. Auch Neele fand das und es gab nach dem ersten Tag kein Theater mehr, wenn Ernst und Eve sich im Haus oder auf dem Hof bewegten. Tja, und Thyra, … na ja die macht sowieso keine Probleme mit „fremden Personen“ wenn sie nur die Streicheleinheiten und Leckerligabe einhalten. Thyra kann ganz schön penetrant sein, aber sie ist auch genau so lieb in ihrem „Bärli-Dasein“.  

 

Ernst und Eve dürfen gern zurück kommen .

Sie sind jederzeit herzlich willkommen auf Espetveit.

Käthe und Jochen

 

... so schnell wie gekommen,  waren sie auch schon wieder weg. 

 

In diesem Jahr dauerte der Besuch von Jochen und Kaethe nicht sehr lange. Die beiden inzwischen ins reifere Alter gekommen, hatten sich für Mitte Mai zu einem Besuch angesagt.

 

Obwohl die beiden ja bereits im „höheren Alter“ sind, reisten sie mit dem eigenen Auto hoch in den Norden. „ Da kann man nur den Hut ziehen“ denn von Berlin bis zu uns in Südnorwegen sind einige Kilometer zurück zu legen. Aber die Zwei Rüdersdorfer hatten den Besuch gefolgt an eine Schiffsreise geplant, so dass die Autofahrt in Hamburg startete. 

 

Geschaut, was sich so bei uns verändert hat, phantastischen Rentierbraten gespeist und eine gemütliche Whisky Verkostung (apropos Whisky... Ralf sein neues Hobby...Whisky sammeln ) vertrieben die 3 Tage im nu.

 

Unerwartet für uns, rafften die Beiden sich auf und traten die Heimreise früher an, als als wir erwartet hatten. 

Was auch immer die „beiden Alten“  dazu bewegt haben muss, ist nur ihnen erschlossen. So ging es „Hals über Kopf“ wieder in Richtung Süden nach Berlin.

Sicher war die Schiffsreise im Vorfeld und die paar Tage bei uns doch eine zu lange Zeit und sie vermissten einfach ihr zu Hause. 

 

 

 

 Ina 


 

... “manchmal muss man einfach nur ans Meer fahren“ ......

 

... oder noch ein kleines Stückchen weiter bis nach Norwegen …

 

 

... um Ruhe zu finden.

 



Wie auch in den all den Jahren zurückliegend, hatte Ina sich entschlossen, Abstand vom Alltag zu finden und uns einfach wieder zur Lammzeit zu besuchen.

Und damit diese eine Woche auch ohne Hektik startet, kam sie im Mai mit dem Flugzeug. Nein, nicht mit einem Privatflugzeug. Ina hat wie wir alle Grenzen, die uns einfach durch uns selbst gegeben werden.

Also ging es von Zwickau mit dem Auto nach Nürnberg. von dort mit dem Flugzeug über  Amsterdam nach Kristiansand. Stressfrei , erholsam und weit weg vom Alltag in kurzer Zeit. Und ein herrlichen Blumenstrauss,  nämlich "Tulpen aus Amsterdam", kamen mit als Handgepäck.  

 

Wir hatten uns auf ihren Besuch sehr gefreut, denn eigentlich ist sie kein Besuch. Ina merkt man nicht, wenn sie bei uns ist. Sie läuft einfach mit, tut das was zu tun ist und wenn die Zeit es zu lässt sitzen wir gemütlich beisammen, reden über Vergangenheit und planen die Zukunft. 

 

Die Lammzeit ist eine anstrengende Zeit und da sind wir froh über jede helfende Hand. Inzwischen ist Ina routiniert im Umgang mit den Schafen, Lämmern und Pferden. Füttern, Lammboxen säubern, Pferdeäpfel sammeln, Lämmer anlegen oder Schafmütter bei der Geburt überwachen, Streicheleinheiten verteilen, ... alles geht ineinander über. Außerdem sorgt sie in jedem Jahr für eine herrliche Blumenpracht in den Blumenkästen vor unserem Haus. . 

 

Besonders waren Neele und Thyra begeistert. Neele, die immer etwas mehr oder weniger lange "herumzickt", wenn wir Besuch bekommen, verhielt sich völlig anders. Kurz kundgetan "hier bin ich zu Hause" und das war es dann auch schon mit dem schlechten Benehmen.  Endlich jemand der sich immer überlisten lässt bezüglich Streicheleinheiten und  Leckerlies. Thyra kennt da ja keine Grenzen und vergisst völlig die Zeit, wenn die „Extraguddis“  den Magen füllen und der Bauch gekrault wird. 

 

Wir haben zusammen viel geschafft, hatten aber auch Zeit für gutes Essen, selbstgemachten Wein und selbstgebrautes Bier. Und leider vergingen wie immer die Tage wie im Flug.

 

Es war eine schöne Zeit miteinander. Diese gemeinsamen Tage auf Espetveit sind inzwischen schon eine Art Tradition geworden. Jedes Jahr zur Lammzeit „fliegt“ Ina ein und verwöhnt Mensch und Tier auf dem Hof.

 

Es tut uns allen gut, …Abstand vom Alltag, … raus aus der Hektik,… Natur, Tiere und Freunde pur. 

 

Rosalie Tavernier


Manchmal muss man einfach nur NEIN sagen,

wenn einem alles über den Kopf wächst.

Sich verweigern.

Nicht denken, was die anderen denken.

An sich selbst denken, und am Zuviel entlang die eigenen Grenzen ziehen.