Jochen und Käthe

 

Käthe und Jochen,

haben sich trotz des betagten Alters

mit dem Auto auf den Weg nach Espetveit gemacht.

 

 

Die beiden machten eine zweigeteilte Tour, um zu uns zukommen. In Flensburg war für sie Halbzeit. Dort wurden auch die letzten Sachen eingekauft, vor allem frische Fleischwaren. Am nächsten Tag ging es weiter nach Hirtshals und von dort mit der Fähre nach Kristiansand. Der zweite Teil der Reise dauert Alles in Allem gute zehn Stunden, inklusive Ein- und Ausschiffen. Der Wind war mäßig und die Wartezeit am Zoll erträglich.

Die Sache mit dem Zoll ist in Norwegen wirklich ätzend. Für echte Europäer ist es immer ein Ritt in die Steinzeit. Man wird damit aber gut auf Norwegen eingestimmt. Diese Umständlichkeit passt wie die Faust aufs Auge, passt einfach perfekt zu vielen verstaubten Auffassungen in diesem sonst so liebenswerten Land.

 

Jochen hat mit viel Elan diverse Schweißarbeiten durchgeführt. Er hatte für uns ein Schweißgerät mitgebracht, einschließlich dem Zubehör, wie Schweißhelm und Hammer, diverse Elektroden, spezielle Handschuhe und eine funkenfeste Schürze.

Wir werden immer mehr autark mit all der Ausstattung. Das Schweißgerät ist unentbehrlich, denn an unseren vielen Maschinen geht immer irgendetwas zu Bruch.

 

Die Schweißarbeiten an der Schneefräse haben einen vollen Arbeitstag verschlungen, ohne die Vorbereitungen und die Materialbeschaffung einzurechnen. Die Fräse hat größere Kufen und ein neues Gebläsegehäuse bekommen. Sie war erbärmlich schlecht verarbeitet und das, obwohl John Deere der Hersteller ist.

Ralf konnte leider nicht viel helfen, da ich immer noch an Krücken geht.

 

Als die Schneefräse fertig war, hat Jochen sich den Heuwender vorgeknöpft. Dieses Teil wurde den Papieren nach in Slowenien produziert. Man hat es mit derartig vielen Sicherheitsvorkehrungen versehen, dass es unmöglich als Heu-wende-Maschine funktionieren kann. Ralf hatte bei der letzten Ernte, alles was im Weg war mit der großen Winkelflex abgeschnitten. Andauernd hatte sich Heu verklemmt und dadurch waren dann die Keilriemen abgerutscht. Da der Rückbau immer noch nicht reichte, hatte Ralf danach eine Vorrichtung gebaut, um die Keilriemenscheiben von Heu komplett freizuhalten.

Jetzt haben wir den Abstreifer neu konstruiert. Er legt das Heu auf Schwad und war viel zu dicht an die Keilriemenscheiben gesetzt.

 

Wir sind hier auf einwandfrei funktionierende Geräte angewiesen. Es ist kaum jemand in der Nähe, wo man mal eben schnell Hilfe bekommen kann.

Jedenfalls haben wir jetzt, dank Jochens Hilfe und unserer erfinderischen Ideen einen funktionierenden Heuwender.

 

Käthe und Ralf waren viel mit dem Haushalt und dem Kochen beschäftigt. Es gab jeden Tag prima Essen.

 

Jochen mit seinen fast 80 Lenzen ist zu guter Letzt sogar noch über den Zaun gestiegen und hat das Stahlseil für unser großes Hofportal gekürzt und an extra vorbereiteten Betonankern fixiert.

 

Das Betonfundament hatten Georg und Dietmar, gebaut. Sie hatten bereits die wichtigen Vorarbeiten geleistet und das Portal neu ausgerichtet.

 

Jetzt kann der Winter kommen mit viel Schnee.

Wir sind gut vorbereitet und dankbar für die Unterstützung.

 


 


 

 

 

 

Besuch aus der Pfalz:

 

Dietmar und Georg

 


 

 

Wie jedes Jahr Anfang September, wollten wir auch in diesem Jahr zum Seminargruppentreffen fahren. Wir hatten mit Dietmar und Georg verabredet, dass sie unseren Hof für knapp zwei Wochen übernehmen. Es kam aber ein bisschen anders als geplant. Ralf konnte durch seinen Unfall nicht wegfahren. Er war zu seinem Pech an Krücken gefesselt und musste auf Espetveit bleiben. Liane machte sich allein auf den Weg nach Deutschland.

 

Zurück blieb eine echte Männerwirtschaft auf Espetveit. Zwei gesunde Männer und ein vorübergehend Behinderter. Ein paar Tage ist so etwas ja bestimmt kein Problem. Aber wie würde es über eine so lange Zeit funktionieren?

Es war spannend und es funktionierte super!

Wir haben jeden Tag phantastisches Essen gekocht und unsere warme Mahlzeit am frühen Abend regelrecht zelebriert. Aber auch das tägliche, späte Frühstück hatte es in sich. Es gab immer tolle Sachen zu essen. So zum Beispiel zweimal Sektfrühstück mit Pfälzer Riesligsekt - brut, kalt geräuchertem Lachs und norwegischer „pepparot“, was scharfem Meerrettich entspricht, und dazu noch mehrere Sorten geräucherte Makrele. Wir haben es uns so richtig gut gehen lassen. Jeder war mal dran zu kochen und alle haben einander geholfen.

 

Georg hat alle unsere Gerichte aufgeschrieben. Es ist sicher ein kleines Kochbuch und regt zum Nachmachen an. Wenn er es fertig hat, werden wir es auf die Homepage stellen. Solange hier nur ein kleiner Leckerbissen:

"Renntierfilet mit Kartoffelmuß und Rotkraut".

Das Filet war hauchzart. Wir haben es sehr grünlich von Sehnenresten befreit und dann nur 4 Minuten von allen Seiten in Butter scharf angebraten, natürlich ungesalzen. Dann wurden die Filets, pro Person zwei Stück, in Alufolie gewickelt und 15 Minuten im Backofen bei 90 Grad gedünstet. Inzwischen hatten wir bereits Bananenscheiben und Möhren in Butter  gut dunkelbraun gebraten, süßen Paprika dazugegeben und dann das Ganze mit einem halben Liter Rotwein abgelöscht. Dieser Font köchelte 15 Minuten vor sich hin und wurde dann durch ein grobes Sieb passiert. Dazu kam eine kleine Butter-Mehl-Schwitze und verschiedene Wildgewürze. Die Soße wird zum Schluss mit Pfeffer und Salz abgeschmeckt. Dazu gab es Kartoffelpüree, angerichtet mit Milch und reichlich Butter. Unser Gemüse war natürlich Rotkohl. Wir haben geschälte Apfelstückchen in Entenschmalz angebraten und dann klein gestampft, Nelken dazu zum Schluß den Rotkohl in den Topf und alles leicht köcheln lassen. Den Rotkohl gibt es in Norwegen nach Hausfrauenart in 500 g Beuteln. Er ist so gut, dass man eigentlich nichts mehr dazugeben muss. Die Sache mit den Äpfeln und dem Gänseschmalz ist  natürlich das I-Tüpfelchen. Zum Essen gab es guten italienischen Rotwein und hinterher einen Espresso und  doppelten Obstler. Unser Abendessen war ein Hochgenuss. Das Rentier war innen noch leichtrosa und das zarteste Fleisch, was man sich denken kann. Die Soße durch die karamellisierte Banane, fein süßlich und durch den Wein perfekt abgerundet. Wir waren hochzufrieden. Das ist aber nur ein kleiner Ausschnitt unserer Kochkünste. Wenn ihr Lust auf etwas Besonderes habt, schaut einfach später noch einmal auf die Homepage. Georg hat versprochen, das Kochbüchlein bald fertig zu haben.

 

Unsere beiden Besucher haben aber nicht nur gegessen und getrunken. Sie haben auch viel gearbeitet und sich lieb um unsere Tiere gekümmert. Ihre größte Tat war das Anlegen eines neuen Fundamentes für unser Hofportal. Die früheren Erbauer hatten einen schlechten Job gemacht und das Portal drohte aus den Fugen zu geraten. Es wurde gegraben, verschalt und am Ende ein riesiges, frostfreies Fundament gegossen. In der Verschalung war ein Stahlkorb angelegt, den Georg mit dem alten Fundamen verbunden hatte. Außerdem wurde das neue Fundament mit einem Drainagerohr entwässert. Es war schon beeindrucken, als das Zementauto kam und das riesig Loch in der Erde ausgegossen wurde. Jetzt steht alles bombenfest. Im Fundament wurden zwei Anker eingelassen. Sie sind aus rostfreiem Stahl und haben ein 22 mm Gewinde. Ringschrauben für dieses dicke Gewinde haben wir in Norwegen aber nicht bekommen. Gut, dass nach einer Woche der nächste Besuch kommt. Über das Internet haben wir die Teile gleich geordert und diese werden dann mitgebracht.

 

Neben all der Arbeit hatten sie aber auch Zeit das Land zu erkunden und waren unter anderem zum berühmten „Preikestolen“. Der Regen hatte an diesem Tag Pause gemacht. Die Beiden waren hellauf begeistert. Es gab auch einige schöne Stunden auf unserer Sonnenterasse. Insgesamt haben die drei Männer sich pudelwohl gefühlt und werden sicher oft an die schöne Zeit denken.

 

Dietmar und Georg waren sehr, sehr fleißig.

Wir sind ihnen zu großem Dank verpflichtet.

 


 

 

 

Vier Schuhfrauen

und

ein Schuhmann

 

Ende August trudelten Flor, Rosa, Helen, Heike und Martin bei uns sein.


 

Die Fünf hatten ihren Urlaub hier in Norwegen verbracht und wollten gerne, bevor es wieder zurück nach Tübingen geht, beim Schafe zählen auf Espetveit helfen.


 

 

Es waren nur 2 Tage, aber sie hinterließen in uns das Gefühl, als würden wir uns schon viele Jahre gut kennen.

Kurz und bündig, eine phantastische, liebe, unkomplizierte, offenherzige und fleißige Familie.


So wie alle Besucher in diesem Jahr, blieben auch die fünf Tübinger von der Arbeit hier auf Espetveit nicht verschont. Unser Heu lag noch ausgebreitet auf dem Boden und die Strohballen standen unten im Schafstall und warteten, um nach oben auf den Boden gezogen zu werden. Also wurde das Heu unter die Dachsparren geschoben, um so Platz für die Strohballen zu schaffen. Dann ging es an die Ballen. Heike und Martin oben auf dem Boden und die drei Mädels Rosa, Helen und Flor unten im Stall, um die Ballen an die Seilwinde zu hängen. Es war die perfekte Arbeitsteilung und die Schuhfrauen waren fleißig wie die Bienchen. Martin war Chef an der Seilwinde und verantwortlich für das Frauenvolk, welches wie die Armeisen einen nach dem anderen Strohballen bewegte. So wurde der riesige Haufen zügig kleiner.

Leider versagte die Technik. Der Aufzug fing wegen der intensiven Arbeit unserer Tübinger Arbeitsgruppe an zu qualmen. Kurze Zeit später, gab er den Geist auf. Na, ja der größte Teil war auf dem Boden und der Rest musste eben warten.


Die drei Mädels waren von Schafen , Pferden und unseren drei Minis begeistert.

Szindi und Bandy bekamen die Pflege für das ganze Jahr gebündelt innerhalb von zwei Tage. Im Stall war kein Pferdeapfel zu finden und die Pferde waren immer frisch gestriegelt. Die beiden Ältesten Helen und Rosa hatten das Regime im Pferdestall übernommen und waren glücklich dabei. Rosa hatte unsere Thyra in ihr Herz geschlossen. Klein Flor fühlte sich mehr zu den Schafen hingezogen. Besonders unser Thommy hatte eine kleine Freundin dazu gewonnen.


Am Abend saßen wir gemütlich zusammen bei einem oder zwei oder drei...... Gläsern selbstgemachten Wein. So ließen wir den Arbeitstag gemütlich ausklingen.

Die Zwei Tage vergingen wie im Flug und montags ging es für die Fünf wieder richtung Süden.

 

Vielen Dank an die fleißigen Bienchen.

Es waren sehr schöne angenehme Tage für uns .

Und wenn die Fünf wieder Lust verspüren in den Norden zu reisen, sind sie jederzeit gern bei uns gesehen.


 


Die Erntehelfer aus Bayern sind eingetroffen

Anfang August hatten sich die Schneegänse angesagt. 2 ½ Wochen sollte der Urlaub bei uns dauern. Es wurde für die vier ein Aktivurlaub.

Noch am Abend des Anreisetages ging es ab ins Heu. Ein paar sonnige Tage waren gemeldet und so hatten wir unsere Beschäftigung mit dem Heuwenden und letztlich mit dem Einfahren unserer Ernte. Es hat sich gelohnt und viele Hände machten der Arbeit schnell ein Ende. Für Robin und Carlo war es natürlich auch interessant: Traktor fahren, ein Traum jedes Jungen ging in Erfüllung. Holder fahren, ... was will man mehr.

Ja, und Nicole hätte sich im Traum nicht einfallen lassen, dass sie mal als Erntehelfer in Norwegen im Einsatz ist.

 

Stephan, der ohne zu werkeln nicht kann, fand auf dem Hof reichlich zu tun. Der Paddock für die Pferde hatte einige Stellen, die auszubessern waren. Mit den Kindern schnell die Bäume gefällt, zurecht gesägt und die Stämme eingepasst. Nun stehen Szindi und Bandy wieder sicher auf ihrem Terrain, ohne dass wir befürchten müssen, eines Tages von ihnen am Eingangstor begrüßt zu werden.

 

Und wie es oft so ist, ein Ding kommt nach dem anderen. Die Rundballen aus Kristiansand waren gepresst und mit dem Pferdehänger ging es morgens auf dem Weg zur Arbeit erst mal aufs Feld zum Rundballen laden. Stephan fuhr dann mit der Fuhre zurück nach Espetveit und Liane weiter in die Klinik zur Arbeit.

 

Das Rasenmähen übernahmen die Kinder Carlo und Robin. Auch die Versorgung der Pferde ging an Carlo über die gesamte Urlaubszeit.

 

Und da ja nichts einfach nur so sein kann, hatten die Vier wieder einmal einen ungewöhnlichen Einsatz bei den Schafen. Die gesamte Herde wechselte auf die andere Wiesenseite und beim Rundgang war da so etwas „Weißes“ im Stuhlgang der Schafe. Tja, Bandwürmer hatte sich die Herde eingefangen. So mussten wir die gesamte Schafherde in den Ferch treiben und jedem Schaf seine Dosis mit Wurmmittel verpassen. Jedes einzelne Schaf musste gefangen werden, an den Vorderbeinen hochgehalten und die entsprechende Dosis in das Maul gegeben werden. Wir waren richtig geschafft nach diesem Einsatz.

 

Bei der ganzen Prozedur fanden wir auch noch 2 Lämmchen, die gerade von den Maden verspeist werden sollten. Thommy und Dieter hatten Durchfall und waren damit ein gefundenes Fressen für die Fliegen, die ihre Eier in dem schmutzigen Fell ablegen. Wenn die Maden schlüpfen haben sie das Fett vom Fell und fressen sich dann unter die Haut um groß und stark zu werden.

Erfahrungen mit dem Versorgen der Lämmchen bei Madenbefall, hatten die Schneegänse ja schon vor zwei Jahren gesammelt. Also wieder Schäfchen waschen, Haare schneiden, Maden zupfen, desinfizieren und cremen,... und das mehrmals am Tag.

 

Ende gut alles gut. Die Bandwürmer waren verschwunden, … die Maden hatten sich verkrochen, … das Heu lag auf dem Boden und die Rundballen im Schafstall.

 

Man waren wir froh, dass unsere Bayern ohne zu murren fleißig mit angepackt haben. Der Urlaub war wahrscheinlich nicht so wie geplant, aber dafür erlebnisreich und sehr aktiv.


Trotz der vielen Arbeit gab es auch Zeit zum Entspannen. Lange Spaziergänge, schwimmen in unserem Teich vor dem Haus, Lagerfeuer bis spät in die Nacht mit Würstchen grillen und Stockbrot rösten.

 

Ein großes Dankeschön an Nicole, Stephan, Carlo und Robin.

Ohne die vier wären wir aufgeschmissen gewesen.

 



 

 

ASE-Lager:


Achtung,

die Sachsen

kommen

 

 

 

 

 

Der April liegt in den letzten Zügen. Noch 2 Tage und der Wonnemonat Mai beginnt.

 

Ina und René aus Sachsen haben den weiten Weg auf sich genommen, um uns in der Lammzeit zu unterstützen. Es war ihre zweite Reise nach Norwegen. Mit der Abendfähre ging es von Hirtshals aus auf nach Kristiansand. Mit einem lauten Hallo wurden die Besucher von allen Anwohnern auf Espetveit begrüßt.

 

2 Tage zuvor waren die ersten Lämmchen geboren, so dass die beiden einer spannenden Zeit im Schafstall entgegen sahen.

Tja, aber an den beiden Tagen wo wir noch am Tage zu Hause waren, war absolute Ruhe bei den Schafdamen. Keine schwangere Dame hatte Lust eine normale Geburt für unsere Bauernhofpraktikanten zu demonstrieren, so dass die beiden kein „Schnupperangebot“ erhielten, um sich in das normale Geschehen einer Schafgeburt einzufühlen. Sie sollten ja in unserer Abwesenheit die Tagschicht im Schafstall übernehmen.

 

Doch Ina und René konnten uns anderswaltig helfen. Das Wetter war schön und so entschlossen wir uns die ersten Schafe nach draussen zu führen. Am Nachmittag ging es für Mausi, Lene, Grethe, Lilo und Laila über die Rampe auf der Rückseite am Stall ins Grüne. Wir führten sie einzeln raus. Jede bekam ein Halsband und wurde dann an die Leine gehängt. Ina und René konnten sich mit der Leinenführung eines Jungschafes vertraut machen. Die zwei Sachsen haben ganz schön gestaunt, wie viel Kraft in so einem Schäfchen schlummert. Was es nicht will, das will es nicht und bringt es gnadenlos zum Ausdruck.
Als Mensch muss man sich ganz schön anstrengen, das Tier zu halten.

Letztendlich kamen alle gesund und munter die Rampe hinunter und draußen wurde jeder Neuankömmling lauthals von den schon anwesenden Schafen begrüßt.

 

Ina und René hatten trotz der Ruhe im Schafstall keine Langeweile. Unsere Pferde Szindi und Bandy bekamen ihre zusätzlichen Streicheleinheiten und die Aufgaben im Stall einschließlich der Fütterung gingen von Anfang an leicht von der Hand. Die anfängliche Angst oder besser Respekt vor den doch so großen Tieren schwand schnell.

 

Anouk und Thyra nahmen unsere zwei Freunde sofort in ihr Rudel auf. Hier und da über die „Backe“ geleckt, Leckerli abgefasst, auf gemeinsamen Spaziergängen die Welt von Espetveit erobert und natürlich viele, viele Streicheleinheiten erbettelt und genossen … denn letztlich sind wir ja alle eine große Familie. Neelchen war anfänglich etwas skeptisch mit dem „Sachsenvolk“ doch Leckerlis und Streicheleinheiten ließen das Eis schmelzen.

 

Beim Spaziergang durch den „Dittert Wald“ mussten wir leider feststellen, dass der letzte Sturm einige große einzeln stehende Kiefern umgehauen hat. Das Holz konnten wir natürlich nicht liegen lassen und so sah René sich in seinem Element. Mit Kettensäge und dem dazugehörigem Werkzeug ging er in den Wald und er zulegte für uns 8 von den riesigen Bäumen, so dass wir im Winter, wenn wir bei knisterndem Feuer in der warmen Stube sitzen, an unseren fleißigen Waldarbeiter denken werden.

 

Tja, und dann kam es wie es kommen musste. Wir waren am Morgen in die Klinik nach Kristiansand gefahren und die Damen im Schafstall wurden aktiv.Der erste Anruf ereilte uns so gegen 12:00 Uhr mittags. René verkündete am Telefon, dass die ersten Zwillinge unkompliziert geboren sind und 2 weitere Damen unter der Geburt sind.

So ist das Leben, meist kommt es anders als geplant.

Mona hatte kurz vor der Mittagspause zwei kleinen Mädchen das Leben geschenkt, … Floppi und Hanni waren da.

Marie und Quetschi hatten ebenfalls Wehen und die Dinge fanden ihren Lauf. Quetschi bekam ein Zwillingspärchen und unsere Marie gebar Drillinge. Rene und Ina waren beeindruckt, was Mutter Natur da so hervor bringt. Ina als „leitende Hebamme“ nahm ihre Aufgabe sehr ernst. Sie wischte den Schleim aus den kleinen Mäulchen und half den kleinen Lämmchen bei dem Aufsuchen der Milchstation. Es war sicher ein aufregendes aber schönes Erlebnis, diese kleine Würmchen auf dem Weg in unsere große Welt zu begleiten und in denersten Minuten hilfreich zur Seite zu stehen.

 

Ina und René wurden auch in die heimische Weinherstellung eingeführt. Der Umgang mit dem Wein in Verbindung mit verkosten und gutem Essen hat die beiden bewogen sich eine eigene Ausrüstung für die eigene Weinproduktion zu kaufen. Nun sind wir gespannt auf die Resultate, die in der heimischen Stube produziert werden. Natürlich sollten die Zwei aufpassen, dass nicht aller Wein schon bei den vielen notwendigen Weinproben verschwindet und zum Schluss kein Tröpfchen mehr übrig ist.

 

Die hier inzwischen heimischen, elektronischen Putzteufel  fanden bei den Sachsen große Bewunderung. Eines stand für Ina fest, … der „Robbi“ und der “ Moppi“, werden auch in Sachsen angeschafft, um dort in den eigenen vier Wänden tätig zu werden.

 

Tja, so war das,… viele Eindrücke, viel Neues und die Tage sind wie im Flug davon geeilt. Wir hatten eine schöne, intensive, erlebnisreiche und arbeitssame Zeit miteinander. Aber auch die Gemütlichkeit am Abend kam nicht zu kurz.

Es war sehr schön, die Zwei bei uns zu haben. Sie haben uns während der 5 Tage, die sie hier auf Espetveit weilten, sehr geholfen mit all unserem Getier und Gewächs rund um Espetveit fertig zu werden.

Wenn es nicht so weit von Sachsen bis nach Espetveit wäre, hätten wir sie sicher öfter bei uns - als Bauernhofpraktikanten.

 

Viele Dank an Ina und René für ihren Arbeitseifer und die schönen gemeinsamen Stunden. Es hat uns gut getan, sie bei uns zu haben. Sie sind zwei liebenswerte, herzensgute, ehrliche Freunde.

 

Es war für uns alle ein echtes ASE-Lager,… wie heißt das doch gleich wieder?

... ja, na klar aus Studentenzeiten weiss man es noch:

 

Lager für Arbeit, Schulung und Erholung

 

  

Es gibt zwei Arten von Freunden:

Die einen sind käuflich, die anderen sind unbezahlbar.