Norwegen und Pilze
8.Täubling
Da gibt es ja eine Reihe von Leuten, die da meinen „in Norwegen sollte man Pilze besser nicht essen
…. Cäsium-137 verstrahlt
…..Tschernobylwolke“ usw.!
Was wirklich dran ist, weiß keiner so genau. Die Norweger essen oft Pilze und haben im europäischen Durchschnitt eine hohe Lebenserwartung und nicht mehr Krebserkrankungen als in anderen Ländern – klammert man das maligne Melanom, was aber nichts mit verstrahlten Pilzen zu tun hat, einmal aus.
Es ist sicher gut, die Pilze gründlich zu spülen und wer ganz sicher gehen will, lässt sie hinterher noch 15 Minuten in konzentriertem Salzwasser liegen. Sie schrumpfen dann stark, schmecken gebraten aber uneingeschränkt gut.
Es soll auch helfen, beim Kochen von Pilzen einmal das Wasser zu wechseln. Wir finden den Trick mit dem Salzwasser gut, haben wir uns selbst ausgedacht.
Die Pilze kommen dann in eine Bratpfanne mit Butter und man lässt sie so lange köcheln bis alles Wasser verdunstet ist und sie gebraten werden können. Dann erst Zwiebeln dazu und wenn diese gelb werden mit Pfeffer und Salz abschmecken.
Wir essen jedes Jahr 5 bis 10 x Pilze. Wir sammeln sie selbst, machen aber keine Experimente mit verwechselbaren Lamellenpilzen.
Hier in Südnorwegen gibt es eine „Hitliste“ für essbare Pilze. Aufgelistet in einer Fibel von Beate Slipher: „Sopp - 10 sikre på topp“ (Pilze – 10 sichere an der Spitze). Sie schreibt in der Einleitung unter Anderem: Pilze sind Freude am Essen, Freude an der Natur und Pilze sind spannend.
Sicher manchmal zu spannend und darum sollte der weniger erfahrene Pilzsammler auf alle die Sorten verzichten, die leicht mit Giftpilzen zu verwechseln sind
Nun aber die Hitliste ( norwegisch lateinisch deutsch)
1.Kantarell Cantarellus cibarius Pfifferling
2.Steinsopp Boletus edulis Steinpilz
3.Piggsopp Hydnum repandum Semmel-Stoppelpilz
4.Rødskrupp Leccinum rufescens Eichenrotkappe
5.Matriske Lactarius deliciosus Edelreizker
6.Rimsopp Rozites caperatus Reifpilz
7.Fåresopp Albatrellus ovinus Schafporling
8.Kremle Russula Täubling
9.Matblekksopp Coprinus comatus Schopftintling
10.Traktkantarell Cantarellus tubaeformis
Trompetenpfifferling
In der Galerie findet ihr zusätzlich ein paar schöne Exemplare vom September 2010 mit (Canon EOS 1000D -Tamron18 – 270-Diashow ).
Wir haben uns allerdings an einige Sorten nicht herangewagt. Besonders die Täublinge machten uns Angst. Eine Geschmacksprobe soll Sicherheit bringen. Schmecken sie roh mild, sind sie essbar, schmecken sie aber scharf, sind sie giftig. Die Täublinge sind hier sehr verbreitet. Sie haben sehr unterschiedliche Erscheinungsformen, was das Sammeln nicht leichter macht. Wir lassen die Finger von ihnen. Sie werden gedanklich aus der Liste gestrichen und durch den Birkenpilz (Leccinum scabrum) ersetzt. Birkenpilze und Rotkäppchen gibt es hier massenhaft. Man kann aber nur die jungen Pilze gebrauchen. Die Alten sind fast immer madig.
Auch fehlen in der Liste aus meiner Sicht der Maronenröhrling (Boletus badius) und der Butterröhrling (Suillus luteus). Nun ja – es ist eben alles eine Sache des Geschmackes!!
Ralfs Pilzmenü
Menü für vier Personen
1.Gang: Rucola Salat mit kurz
gebratenen Steinpilzstreifen
2.Gang: Pilzsuppe mit Zwiebeln
3.Gang: Pilze mit Kartoffelpüree
und Rührei
Der Salat
Die Rucola Blätter grob hacken und mit einer
Vernissage mit wenig Parmesan vermischen, sehr dünne
Steinpilzstreifen kurz anbraten und auf den Salat
legen, wenig Salz und Pfeffer, dazu eine kleine Scheibe
Toastbrot
Pilzgericht
Wildpilze vorbereiten
ca. 2 kg, z.B. Pfifferlinge, Maronen, Steinpilze, Semmelpilze und Birkenpilze und Reizker (alle, die bissfest braten)
alle Schwämme entfernen, gut waschen und in größere Streifen schneiden, die Stiele quer oder längs teilen und nochmals waschen und die Pilze in einem Durchschlag abtropfen lassen
Pilze anrichten
in einer großen Pfanne mit Deckel 100g Butter
erwärmen und die Pilze beigeben
ca. 30 Minuten bei leichter Wärme mit Deckel auf der Pfanne „köcheln“ lassen und anschließend die Pilze über ein feines Sieb in einen 2 Liter Topf abgießen
die Pilze kommen zurück in die Pfanne und werden dort zusammen mit Zwiebelwürfeln gebraten,
wichtig: zuerst mit Deckel mindestens 15 Minuten bei leichter Wärme bis die Zwiebeln glasig sind. Danach den Deckel entfernen und das Ganze bei etwas mehr Wärme brutzeln lassen – aber nicht zu heiß – die Zwiebeln dürfen nicht braun werden!!
Sind die Zwiebeln goldgelb und es ist nur noch Fett in der Pfanne – absolut kein Wasser mehr zu sehen, dann wird alles mit Pfeffer und Salz abgeschmeckt. Keine anderen Zutaten, sonst geht der feine Pilzgeschmack verloren.
Die Pilze sind fertig und kommen in einen Porzellanschale.
Die Suppe
Der Pilzsud im 2 Liter Topf wird zunächst mit Pfeffer
und Salz abgeschmeckt, keine anderen Gewürze!!!! Und
eher sparsam, sonst geht der Pilzgeschmack verloren.
Eine große Zwiebel wird in feine Scheiben geschnitten und kommt zusammen mit einem Löffel Butter in eine Pfanne mit Deckel. Es wird solange gekocht bis die Zwiebelscheiben weich sind. Dann wird der Deckel abgenommen und die Zwiebeln werden leicht goldgelb gebraten
Der Pilzsud kocht leicht und wird mit einer kleinen geriebenen Kartoffel leicht angedickt
Die Zwiebeln kommen zum Pilzsud und falls alles zu dickflüssig wird noch etwas Wasser hinzu – die Suppe sollte aber nicht zu dünnflüssig sein.
Zum Schluss ein wenig feingehackte Petersilie dazugeben
Die Suppe auf einem großenTeller servieren – wegen
des Pilzgeruches!!
Der Kartoffelbrei
Für vier Personen 8 faustgroße Kartoffeln schälen und in kleine Stücke schneiden. Nach dem Garkochen sehr gut durchstampfen.Ein halbes Stück Butter und warme Milch dazu geben. Der Brei soll auf dem Löffel gut stehen aber doch fein und locker sein. Ist das Ergebnis zufrieden stellend, kommt Salz hinzu und danach etwas weißer Pfeffer. Ganz zum Schluss Petersilie – herrlich so ein Kartoffelbrei!
Das Rührei
10 Eier sehr gut schlagen, vorsichtig salzen, etwas
Milch zugeben, ein wenig Pfeffer (keine Zwiebeln
mehr!!)
Etwas Petersilie dazu und ab in die Pfanne mit der
goldgelb vorgebratener Butter.
Das Ei nicht wild rühren, es soll sich setzen und
binden und dann wird es langsam geschoben und
gewendet. Rührei, welches zerstückelt wird, ist eine
Katastrophe für den Gaumen und das Auge.
Das Ei wird zuletzt zubereitet und kann mit den
anderen Zutaten aus dem vorgewärmten Backofen
serviert werden.
Zu diesem Essen passt ein kräftiger Weißwein mit viel Alkohol. Nach meinem Geschmack ein schöner Norditaliener mit nicht ganz so viel Säure oder auch ein Grauburgunder. Leichte Weine sind eher nicht angepasst, ihr Geschmack kann sich nicht behaupten und Rotweine sind wiederum zu dominant.
Probiert es einfach aus und trinkt hinterher einen guten Espresso mit einem schönen Birnenobstler kombiniert – ihr werdet begeistert sein und sicher bald wieder Pilze suchen gehen.
Aber….so ein Gericht braucht Zeit – sehr viel Zeit und wenn man die nicht hat und mal eben schnell nach diesem Rezept Pilze zubereiten möchte, sollte man es lassen.
E S P E T V E I T
...unsere Welt mit
Mini Aussies, Pferden und Schafen